Kindergartenalter

    • (1) 10.03.17 - 20:13

      Tierquälerei wie erklären?

      Hallo!

      Ich habe gerade niemanden bei dem ich mich Auskotzen kann. #hicks #sorry

      Ich war vorhin mit meiner Tochter spazieren. Unser Ziel war der kleine Ententeich um die Ecke, da hat sich nach über 5 Jahren wieder ein Entenpaar niedergelassen, es ist einfach schön die beiden zu betrachten. Fritzi liebt es die Enten mit Gras zu füttern.

      Am Teich waren schon drei Kinder plus zwei Mütter, es ist also ein beliebtes Ziel. Die Kinder standen merkwürdig verteilt um den Teich und die Enten schwammen ziemlich schnell hin und her.

      Bis ich dann sah, was die Kinder da machen.

      Sie haben versucht, die Enten mit Steinen abzuwerfen! #aerger Ob sie vorher getroffen haben, weiß ich nicht.
      Ich habe zeitgleich mit meiner Tochter - wohlgbemerkt sie wird 4 - angefangen zu rufen, dass sie das gefälligst lassen sollen.

      Und die Mütter standen daneben und haben was gemacht? Nichts! Doof angegrinst haben sie mich.
      Eine sagte dann noch, ich soll mich nicht so haben, es sind nur Enten.
      Ich habe ihr entgegnet, dass ich keinen Unterschied mache, ob es nun eine Ente oder ein Elefant ist. Tiere werden nicht gequält in meiner Gegenwart, fertig.

      Immerhin haben sie dann aber ihre Kinder zusammengetrommelt und sind gegangen. Nicht ohne mir "Supermutti" entgegenzuschleudern; das konnte ich aber getrost ignorieren.

      Ich bzw. wir erziehen Fritzi dahin gehend, die Natur zu respektieren. Und auch bei Unrecht etwas zu sagen und ich finde es total toll, dass sie auch gerufen hat.

      Sie hat mich noch oft gefragt, warum die Kinder das gemacht haben und warum vor allem die Mamas nichts gesagt haben. Sie hat vorhin geweint, weil die Enten ihr so leid taten.

      Ich habe sie aber nochmals bestärkt, dass ich es toll finde, dass auch sie sich getraut hat etwas zu sagen und das es wichtig ist, Tiere zu schützen.

      Ich habe ihr gesagt, dass die Kinder und auch die Mamas blöd sind.

      Aber so ganz zufrieden bin ich mit mir selber nicht. Aber wie erklärt man Kindern so etwas?
      Ich habe keine Ahnung, welche "Motive" gerade bei den Erwachsenen dahinter steckt. Ich kann es mir nicht vorstellen.

      Wie würdet ihr einen solchen Vorfall aufarbeiten? Bin wirklich etwas ratlos.

      Vielleicht hat ja jemand einen Tipp?
      LG, Marie #blume

      • Ich habe leider keinen Tipp für dich aber ich wollte dir sagen, dass ich das ganz toll finde, dass und wie du reagiert hast. Ich hätte wohl genauso reagiert und wollte dir einfach nur sagen, dass ich es super finde, dass du was gesagt und auch getan hast! Ich würde das meinem Sohn wohl genau so sagen, wie du. Dass die Kinder und Mamas einfach blöd sind und das man Tieren nicht weh tut. Daumen hoch für dein eingreifen!

        Ich hätte die Mütter gefragt, wie sie finden täten, wenn andere Kinder Steinchen auf ihre Kinder werfen würden? Ob Kinder oder Enten, beides sind Lebewesen und haben Schmerz-und Angstgefühle. Harter Vergleich, aber effektvoll....

        Hey,

        Ich finde es auch toll, dass du das deinem Kind so vermittelst. Meine Mutter hat mir diese Werte auch mitgeben und ich merke heute noch, dass ich eine andere Sicht auf Tiere haben als viele andere. Da würde ich eventuell auch anknüpfen. Dass es Menschen gibt, die sich nicht mit Tieren beschäftigen möchten und den Wert eines Tierlebens ignorieren.

        So ganz weiß ich es aber auch nicht. Das ist wirklich ein schwieriges Thema und hat ja in dem Fall hauptsächlich mit der Ignoranz der Menschen zu tun.

        Viele Grüße


      • Moin,

        ich schließe mich den anderen an, super eingegriffen!

        Mir fällt allerdings auch nur ein dass es eben dumme und böse Menschen gibt die sowas machen, ich meine irgendwann muss man ja auch das Thema "böse Menschen" aufgreifen, und auf die Frage warum die Menschen sowas machen wäre vielleicht sogar ein ratloses "Ich weiß es nicht" besser als jede Erklärung.

        Erklärungen schwächen ja etwas ab, begründen, entschuldigen ....Ein "ich weiß es nicht" zeigt finde ich am Besten dass man über sowas nur den Kopf schütteln kann, dass es eigentlich keine Erklärung dafür geben darf weil es eigentlich nicht passieren darf.

        LG
        Pikku

        Hallo, ich denke mehr musst du überhaupt nicht machen. Das ist eines von den Themen, wo dein Kind einfach durch dich und dein Verhalten fürs Leben lernt. Da es für dich nicht einfach "nur" Enten (oder Tiere) sind, werden es für deine Tochter niemals einfach "nur" Tiere sein.

        Das kannts du ganz klar an der Aussage der anderen Mütter erkennen, wer seinem Kind vorlebt, das es "nur" Tiere sind....tja, was sollen die Kinder denn da anderes mitnehmen?

        Allerdings ist mir später (kurz bevor meine Tochter alleine unterwegs sein wird) noch ein anderer Punkt ganz wichtig. Nämlich das Ding mit der eigenen Sicherheit, das man dafür ein Gefühl entwickelt, sich nicht selber in Gefahr zu bringen. Das sich der Frust eines Angreifers (was anderes ist es ja bei den Jungs nicht gewesen) schnell gegen einen selber (dem Helfer) richten kann. Das man manchmal nicht selber eingreift (obwohl man es so gerne möchte) sondern lieber Hilfe holt oder sich andere Dinge merkt. Für Schwächere (egal ob Mensch oder Tier) einstehen ist ein toller Charakterzug, nur es kann auch richtig gefährlich werden. Euer Erlebnis in ein paar Jahren, deine Tochter ist alleine an dem Teich und handelt genauso (die Jungs sind nun auch älter geworden). Da kann es schnell passieren, das die Jungs entweder sie mit Steinen bewerfen oder sie evtl sogar ins Wasser schubsen.

        Meine Mutter war von der "Wegschau-Sorte", nur nicht einmischen. So hat sie es als Kriegskind in ihrer Kindheit gelernt. Trotzdem habe ich mich anders entwickelt, ich kann nicht wegschauen. Und das hat mich am Anfang wirklich in gefährliche Situationen gebracht. Eine Narbe am Arm erinnert mich ständig daran, das meinem Kind auch beizubringen....das man manchmal einfach nicht selber helfen/eingreifen darf, sondern auch anders helfen kann und muß.

        Noch ist deine Tochter nicht alleine unterwegs, ihr habt da ja noch Zeit, aber auch für dich selber wollte ich diesen Aspekt einfach mal ansprechen. Wie du schon sagst, es gibt halt auch blöde Menschen.

        #winke

        • Wo steht denn nun, dass das Jungs gewesen sind? Im erstbeitrag steht nur etwas von Kindern.

          Bitte entschuldige, wenn ich dich in eine falsche Schublade packe, aber da bin ich empfindlich.... auch Mädchen können die "bösen" sein und Jungs die "lieben". In meiner Umgebung hält sich das die Waage.

          • Stimmt, habe den Beitrag noch mal gelesen...hatte drei Jungs "gelesen", war aber nicht so.

            Kannst mich aus deiner Schublade wieder rausholen...mir ist es so etwas von sch***egal ob das Jungen, Mädchen oder Zwitter waren. Und nein, es war keine unterbewußte Assoziation. Typisch Junge oder Mädchen gibt es in meinem Leben nicht.

      Ich hatte mal etwas gelesen, das ich in so einem Fall als erklärung für mein Kind heranziehen würde. Leider finde ich dazu keine Literatur mehr, vielleicht habe ich mir nicht die richtigen Begriffe gemerkt, um danach zu googeln.

      Es ging darum, dass man irgendwann in seiner kindlichen Entwicklung im Gehirn einen Prototypen dafür anlegt, was fühlende Wesen sind, auf die es sich lohnt, Rücksicht zu nehmen. Der Sinn wäre also, dass man einen leichten Zugang dazu hat, dass Mitgeschöpfe Rücksichtnahme verdient haben, Steine aber z.B. nicht. Zu Beginn seines Lebens sieht man sich nur selbst in dieser Gruppe der fühlenden Wesen und später lernt man dann im Idealfall, dass auch andere Menschen dazu gehören. In dem Artikel ging es nicht um Tiere, denn es ging darum, was das mit jemandem macht, wenn man nie lernt, dass andere Menschen in diese Kategorie gehören. Ich meine, man kann das irgendwann nicht mehr nachholen. Zwar vernunftmäßig begreifen, dass andere ebenfalls etwas fühlen, aber diesen selbstverständlichen Zugang, dass man auf fühlende Wesen Rücksicht nehmen sollte, kann man nicht mehr finden.

      Ich habe mir auf die Art Tierquälerei erklärt. Es gibt ja Länder, in denen Tiere häufiger und selbstverständlicher gequält werden als in Deutschland. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dort eben die Kinder nicht lernen, Tiere ebenfalls in diese Kategorie der Mitgeschöpfe zu stecken. Wenn ich keinen Zugang dazu habe, dass die Ente ebenfalls etwas fühlt und mir vorstelle, es wäre nicht anders als würde ich einen Felsen quälen, dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass das ein lustiges Spiel wäre, die Ente zu bewerfen und zu sehen, was wohl passiert.

      So würde ich das wohl meinem Kind auch erklären. Natürlich darauf achtend, dass das nicht als wünschenswerter Zustand erscheint. Ist ja erstmal praktisch, wenn man das Leid von Tieren nicht wahrnimmt, aber eigentlich ist man doch arm dran, wenn man niemals eine Verbindung zu einem Tier eingehen kann.

      Ich hoffe, das war jetzt nicht zu konfus. Und falls jemand davon schonmal etwas gehört hat, wäre ich auch über einen Link zum Nachlesen sehr dankbar. Ich habe da vermutlich meine Erinnerungslücken mit viel selbst Zusammengereimtem gestopft.

      Dumme Eltern erziehen dumme Kinder. Anders kann man es nicht sagen :-(
      Ich wäre auch dazwischen gegangen.

      LG

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