3 jährige verträumt, Phantasiewelt. Ist das normal?

    • (1) 11.04.17 - 17:57

      Hallo,

      Ich weiß das das Forum keinen Arzt ersetzt, aber dennoch ist mir eure Meinung wichtig und eventuell bekomme ich ja einen Tipp.

      Unsere Zwillingsmädchen ( eineiig) sind zweite Monate zu früh auf die Welt und hatten einen langen Krankenhaus Aufenthalt, 2 bzw. drei Monate. Mittlerweile sind sie drei Jahre alt.

      Zwilling eins, die eigentlich kaum Probleme nach der Geburt hatte bis auf einen pneumothorax, benimmt sich seit einigen Monaten seltsam.

      Manchmal, eins bis zweimal mindestens, ist sie so verträumt das wir nach ihr laut rufen müssen oder anstupsen. Sie schaut über einen hinweg durch, lächelt, bewegt den Kopf hin und her, ...

      Es ist mittlerweile beunruhigend muss ich sagen. Bei der u Untersuchung habe ich das erwähnt doch der Arzt empfand das normal. Ich mach mir sorgen das dahinter was anderes stecken könnte nur weiß ich nicht was. Habt ihr einen Rat für mich?

      Generell sind die zwei etwas Entwicklungsverzögert, etwa 6 Monate.

      Danke und lg

      • Ich würde darauf tippen, dass sie, wie wir Erwachsenen auch, tagträumt. In Gedanken in deiner eigenen Welt sein, an etwas schönes denken, geistig abwesend sein. Wer kennt das nicht von sich selbst?

        Hallo.

        >>> Manchmal, eins bis zweimal mindestens, ist sie so verträumt das wir nach ihr laut rufen müssen oder anstupsen. Sie schaut über einen hinweg durch, lächelt, bewegt den Kopf hin und her, ... <<<

        Ich finde das nicht wirklich besorgniserregend (auch wenn man es natürlich weiter beobachten sollte) ...

        ... mein Tochter (Punktlandung am ET und keinerlei Defizite/Entwicklungsverzögerungen) ist auch gerne mal so ganz in ihrer eigenen Welt ... ich nenne das gerne "Paralleluniversum" ...

        ... sie hat das von ihrem Vater ... der konnte auch einfach "wohnen" ... also einfach so dasitzen und mental sonst wo sein.

        LG

        (4) 12.04.17 - 10:55

        Das Wegträumen/Abdriften in die Phantasie ist oft eine Reaktion auf die 'Überforderung' bei der Interpretation von Wahrnehmungsinhalten.

        Das heißt Kinder, bei denen die Reizverarbeitung und Reizinterpretation noch nicht automatisch und mühelos funktioniert müssen schon fürs bloße ' Sein' :-) mehr Anstrengung aufbringen, als Kinder bei denen die neuronale Vernetzung für die Reizverarbeitung sicher und entwicklungsgerecht steht.

        Und genau das wiederum kommt bei entwicklungsverzögerten Kindern häufig vor.

        Das Gehirn macht gewissermaßen 'dicht', um sich so vor Überanstrengung zu schützen.
        Außerdem reduziert sich durch dieses Verhalten die Gefahr, das Resultat von falsch weiterverarbeiteten Reizen abzuspeichern, was dann in der Folge die Gefahr von späteren manifesten Wahrnehmungsstörungen mindert.

        Daher würde ich das eher entspannt beobachten und es als

        Quelle des "Kraftauftankens" sehen.

        Als Mutter von einem stark aufmerksamkeitsgestörten Kind, ist mir dieses Verhalten sehr vertraut.

        Deine Tochter kann noch problemlos nachreifen , keine Sorge,
        sie wird dir signalisieren, was ihrer Entwicklung förderlich ist.

        Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die belegen, dass "Träumerles" unglaublich viel Kraft aus dem Malen und Zeichnen ziehen.

        Wenn sie daran Interesse zeigt, forciere das unbedingt!!!

      Ich vermute auch, dass Deine Kleine einfach nur vor sich hinträumt.

      Wenn Ihr sie aus diesen Zuständen allerdings nur schwer rausbekommt, oder es länger andauert, könnte es eventuell auch eine Absence sein.

      Ich würde das auch auf jeden Fall weiter beobachten.

      Alles Gute und lieben Gruß

    • Hallo,

      also ich war als Kind auch so (bzw. ähnlich). Ich hab dagesessen und einfach vor mich hin geträumt... Jahrelang habe ich fast immer kalt gegessen, weil es keiner geschafft hat, mich aus der Welt rauszuholen, damit ich z.B. vernünftig mitesse. Mein Essen wurde kalt und ich hab es halt irgendwann auch gegessen.

      Irgendwann hat sich das erledigt. Zwar habe ich auch heute noch viel Fantasie und stelle mir viele Szenarien schnell bildlich vor (zB fahre ich durch die Gegend und denke "Was wäre wenn..." und zack, hab ich einen ganzen Film vor Augen). Ich war immer ein relativ kreativer und fantasievoller Mensch. Eigentlich doch etwas Schönes :-)

      Beobachte das Verhalten weiter, aber solange es nicht so richtig "merkwürdig" ist, würde ich mir keine großen Sorgen machen.

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