spielzeug kaputt im kindergarten - und nun?

    • (1) 11.05.17 - 18:51

      Hallo, unser Sohn (3.5 Jahre) hat heute im Kindergarten etwas von einem Spielzeug abgeschnitten. Nun meinte die erzieherin wir müssen es reparieren oder ersetzen.

      Wisst ihr, wie da die gesetzeslage ist?! ????

      Vielen Dank und lg

      Der mausezahn

      • Hallo,

        ich kenne die Gesetzeslage nicht. Ich würde glauben, dass es keine Verpflichtung gibt, da es ja einfach irgendwie zum Risiko gehört, dass Spielzeug kaputt geht oder verschleißt. Eine Forderung etwas zu "MÜSSEN" finde ich daher fraglich.

        ABER, ich würde von ganz alleine anbieten den Schaden irgendwie in Ordnung zu bringen. Das gehört für mich dazu. In welchem Rahmen auch immer.

        LG

        Keine Ahnung ob es da eine gesetzliche Grundlage gibt.
        Wenn etwas beim Spielen einfach so kaputt geht (Verschleiß) würde ich mich vermutlich weigern, das Spielzeug zu ersetzen.
        Wenn mein Kind aber mutwillig (und etwas vom Spielzeug abschneiden gehört für mich dazu) ein Spielzeug kaputt macht, dann würde ich ohne großes TamTam natürlich für Ersatz sorgen.

        • Hallo!

          Das ist zwar ehrenhaft von Dir, aber ich würde mich erst einmal fragen, warum mein 3,5jähriges Kind unbeaufsichtig mit einer Schere oder einem Messer spielt.

          In dem Alter kann ein Kind noch nicht überblicken, dass das Spielzeug kaputt ist, wenn es mit der Schere etwas abschneidet. Davon abgesehen ist das Kind ja ohnehin nicht haftbar, da es noch zu jung ist. Die Eltern können aber nur haftbar gemacht werden, wenn sie die Aufsichtspflicht verletzt haben - diese haben sie aber ja an den Kindergarten abgegeben. Rechtlich ist die Lage also relativ eindeutig: Der Kindergarten bzw. die Erzieherinnen hatten die Aufsichtspflicht, ob sie der nachgekommen sind, spielt hier eher eine untergeordnete Rolle, die Eltern sind jedenfalls raus und auf keinen Fall haftbar.

          Wir hatten übrigens im Kindergarten einmal eine ähnliche Situation. Unser Sohn geht in die Außengruppe einer Tagesstätte. Diese befindet sich auf dem Gelände einer Gärtnerei (gleicher Träger). Als mein Sohn ca. 4 Jahre alt war, hat er einmal mit 2 oder 3 anderen Kindern in der Nähe von einem Foliengewächshaus gespielt. Hin und wieder ging ein Erzieher vorbei, somit waren die Kinder im Grunde ausreichend beaufsichtigt. Was nur leider keiner von den Erziehern mitbekommen hatten: Zwei Kinder aus dieser Gruppe hatten Taschenmesser im Rucksack (im Waldkindergarten durchaus üblich) und sich diese heimlich geholt. Mit diese Messern haben die Kids zunächst Grashalme abgeschnitten und später leider die Folie vom Gewächshaus mehrfach eingeschnitten. Und diese Gewächshausfolien sind nicht gerade günstig. Allerdings war zu keiner Zeit die Rede davon, dass wir als Eltern die Kosten für die neue Folie übernehmen sollten. Den Kindern wurde durch die Erzieherin bewußt gemacht, dass diese Folie nun kaputt ist, dass die Pflanzen im Gewächshaus kaputt gehen, wenn die Folie ein Loch hat, und dass die Reparatur Geld kostet. Und als Ausgleich mussten die Kinder einen halben Vormittag in der Gemüseverarbeitung "mitarbeiten" um so einen Teil des Schadens wieder gut zu machen. Unser Kleiner weiß das alles noch sehr genau, aber im Gespräch mit ihm kam damals sehr klar zum Ausdruck, dass den Kindern nicht bewußt war, dass die Folie durch das "Schnitzen" mit dem Messer kaputt ist - sonst verschönert man schließlich Dinge durch Schnitzen.

          LG

          • Also meine Tochter wusste schon mit 3 Jahren, dass man eine Schere nur zum Papier schneiden benutzen darf. Daran hat sie sich auch immer gehalten.
            Ich fände es eher befremdlich, wenn im Kindergarten nur unter Aufsicht geschnitten werden darf.

            • Dass Du Deiner Tochter beigebracht hast, dass SIE nur Papier mit der Schere schneiden darf (du selbst schneidest doch sicher auch schon einmal einen Faden ab) ist die eine Sache. Aber Kinder in dem Alter sind auch neugierig. Sie entdecken die Welt nun einmal durch Ausprobieren. Manche Kinder sind dabei weniger experimentierfreudig (und damit i.d.R. gehorsamer) als andere. In meinen Augen ist es völlig normal, wenn Kinder ausprobieren wollen, was passiert, wenn man die Schere auf andere Dinge ansetzt.
              Die meisten Kinder lernen schon vor dem Kindergartenstart, dass sie mit der Schere nur Papier schneiden sollen. Trotzdem kommt es doch in sehr vielen Familien vor, dass sich die Kinder einmal mit der Schere selbst die Haare schneiden. Das machen u.U. selbst 5jährige noch. Und von daher bin ich sogar klar der Meinung, dass Scheren im Kindergarten nicht frei zugänglich sein sollten und dass die Kleinen eben nur unter Aufsicht die Scheren benutzen.

              LG

      Hey,
      die Gesetzeslage ist wir folgt:
      Eltern haften nur dann für die Schäden ihrer Kinder, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.
      Kinder unter sieben Jahren haften selbst nie. Verursachen sie einen Schaden und haben die Eltern ihre Pflichten nicht verletzt, bleibt der Geschädigte auf seinen Kosten sitzen.
      Die Aufsichtspflicht lag im Kiga bei den Erzieherinnen. Da stellt sich meiner Meinung nach eher die Frage warum ihn keiner davon abgehalten hat?
      Also nein ihr müsst es nicht bezahlen.
      Vg

      • Genauso und nicht anders!!

        Ich würde freundlich erklären dass die Erzieherinnen die Aufsichtspflicht hatten und deinen Sohn hätten davon abhalten können.
        Kannst ja noch sagen dass es dir sehr leid tut dass da was kaputt gegangen ist, du aber nicht in der Pflicht bist den Schaden zu ersetzen.

        Mona

        • (10) 12.05.17 - 09:28

          Jetzt muss ich mal was loswerden vor allem nachdem es auch noch Sterne hagelt.

          Wollt Ihr dass die Erzieher nur Dienst nach Vorschrift machen? Nur ihren Job machen? Dann könnt Ihr Euch gerne so stur stellen. Aber beschwert Euch nicht wenn Eure Kindergärten dann zu "Kinderaufbewahrungsanstalten" werden.

          Meine Ansicht: In unserem Kindergarten wird sehr viel für die Kinder gemacht, die Erzieher geben sich extrem viel Mühe auf alle Kinder einzugehen, versuchen immer wieder was neues zu bieten, sind mit extrem viel Herzblut bei der Sache, auch die Einrichtung an sich macht vieles möglich, sei es dass wir z.B. jetzt tagelang unser Kind im Kindergarten begleiten durften weil die Eingewöhnung schwierig war oder ein kleines Kind dass von der ersten bis zur letzten Minute da bleiben muss eben ausnahmsweise Mittags doch warmes Essen bekommt obwohl es nicht in der Konstitution steht .... Ich würde mich schämen meinem Kindergarten dann zu sagen "Tja, habt ihr beiden lieber ein vollgesch. Kind gewaschen und eines das weint getröstet anstatt aufzupassen dass Junior mit der Schere aus der Bastelecke nicht schnell in die Puppenecke flitzt und nem Spielzeug was abschneidet, selber schuld"... Sorry aber was ist denn das für eine Einstellung. Es geht nicht um Rechte oder Verträge und Aufsichtspflichtverletzungen sondern das ist für mich eine moralische Sache.

          Mit genau der Einstellung verursacht ihr die hier so oft bemängelte "Gegenreaktion" der Kindergärten, dass bei 5 Minuten verspätung schon vorwurfsvoll auf die Uhr gechaut wird und so ... Wenn ihr so auf das "geschrieben" pocht und nicht "mal 5 gerade sein lassen könnt" müsst ihr Euch nicht wundern wenn der Kindergarten das irgendwann auch nicht mehr tut. Wenn ich will dass der Kindergarten z.B. für meine Verspätung Verständnis hat muss ich auch für "Verfehlungen" des Kindergartens Verständnis haben.

          • (11) 12.05.17 - 10:01

            Recht so! Es sollte ein Geben und Nehmen sein - Gesetze hin oder her.

            Ich gehe jetzt mal nicht davon aus, dass der Ersatz der Spielsache den finanziellen Rahmen der Familie sprengt. Das Budget der Kindergärten ist ohnehin schon sehr knapp, wenn dann noch ständig Spielzeuge ersetzt werden müssen, bleibt doch nichts mehr für größere Anschaffungen oder Veranstaltungen übrig.

            Mein Sohn hat vor ein paar Monaten auch mit seinem Holzschwert ein Sitzkissen aufgeschlitzt und ich habe sofort den Ersatz angeboten. Allerdings war der KiGA in der Lage, das Teil selbst zu reparieren, so dass wir "Glück im Unglück" hatten.

            Danke für deinen Beitrag. Ich sehe das genauso. Immer wird direkt nach der Aufsichtspflicht geschrien aber man muss doch mal Vorbild für sein Kind sein und nicht den Schwarzen Peter dem Kindergarten zuschieben.

            Ich sehe das halt anders .
            Ich habe ebenso meine Pflichten zu erfüllen. Habe jeden Monat sehr viel geld gezahlt für die Kita und da ist sicher auch eine Versicherung mit dabei falls ein Kind einen Schaden verursacht.
            In unserer Kita lief alles wunderbar. Kein Stress, Kinder Happy, alles prima.
            Moral hin oder her...das hat nichts mit dem abwerten der Erzieher zu tun.
            Ich bewundere ihre Arbeit.
            Aber es ist halt nunmal ihre Arbeit.
            Mache ich auf Arbeit was kaputt oder lasse was fallen, muss ich nix ersetzen weil die Firma versichert ist.
            Viele verwechseln irgendwie eine Kita mit einem heiligen Ort bei dem andere Gesetze gelten.
            Es ist ein Betrieb wie jeder andere. Jeder der dort arbeitet macht das freiwillig.
            Nein....es muss auch kein Erzieher 100 Prozent auf sie Kinder achten, aber wenn dann halt was kaputt geht, ist es irgendwie halt Pech.

            Mona

            Hallo,

            "Wollt Ihr dass die Erzieher nur Dienst nach Vorschrift machen?"

            Wieso "nur" ? Hätten sie dienst nach vorschriften gemacht wäre das spiel noch heile.

            Besser gesagt bei uns ist es zum glück so das kinder nur unter Aufsicht scheren nutzen dürfen und gar keinen richtigen freien zugang zu scheren haben.

            Hoffentlich siehst du "Es geht nicht um Rechte oder Verträge und Aufsichtspflichtverletzungen" das auch noch genau so wenn mal statt einem Spiel das Auge deines Kindes "kaputt gemacht" wurde....weil grad die eigentlich ja ach-so-mit-herzblut-bei-der-sache-(bezugs)erzieherin grade mit Herzblut bei ner anderen sache war.

            Verletzte aufsichtspflicht ist und bleibt halt Verletzte aufsichtspflicht.

            Geht es um irgendwelche gegenstände heißt es oft "ach ist doch nur xx", "stellt euch wegen der aufsichtspflicht nicht so an", " seid doch nicht so kleinkariert...".

            Aber genau die eltern schreien am lautestens wenn das eigene kind wegen mangelnder aufsichtspflicht zu schaden kommt...

            Bei uns (und wahrlich nicht der vorzeigekiga schlecht hin) dürfen wie schon gesagt die kinder nicht alleine mit scheren rumhampeln und trotzdem haben alle kinder nen sauberen, trockenen hintern... struktur und organisation nennt sich das. Und nein die handvoll windelkinder kacken nicht nach zeitplan in die hosen....
            Aber wenn ein kind die hose voll hat dann hat eine der 3 erzieher zeit das kind zu wickeln. Bei allerhöchster zeitlicher not übernimmt das sogar grad mal die i-kraft Oder eine der 3 erzieher aus der anderen Gruppe...

            Neulich waren 2 erzieher krank (je geuppe eine) und eine auf Fortbildung...von 7 erzieherin waren also nur noch 4 da und trotzdem werden kinder mit scheren nicht unbeaufsichtigt gelassen....

            Wäre euer kiga so toll wie du sagst gäbe es genug personal und organisation, das man sich nicht entscheiden müsste ob kind a jetzt direkt gewaschen wird oder ob man kind b zunächst tröstet oder doch lieber bei kindern c,d,e und f bleibt und deren bastelein weiter beaufsichtigt....

            Klar kann es mal personelle engpässe geben. Aber dann muss man die angebote so anpassen das das mit dem verfügbarem Personal zu wuppen ist. Und wenn man dann 5 tage nicht mit kleber und scheren hantieren lassen kann dann geht das einfach nicht.

            Dann müssen die kinder halt malen oder puzzlen...
            Gibt in den kitas die ich kenne genug alternativen zum basteln mit scheren.

            Sie sterben schon nicht weil sie die bastelarbeiten mal eine woche liegenlassen müssen.

            Aber naja so hat jeder seine eigenen ansichten.

            LG

            • (15) 13.05.17 - 12:01

              wir wohnen nun mal auf dem platten Land ... von i-Kräften träumen Kindergärten hier die überleben eh nur dank dem sozialen Engagement der Eltern und Fördervereinen. Und zahlen muss man es so oder so ... ob über höhere Beiträge oder halt aus Anstand selber. klar ist steht da ne Aufsichtspflichtsverletzung im Raum die ich auch ansprechen würde Aber für mich hängt das nicht damit zusammen ob ich das Spielzeug ersetzte das fällt unter Anstand und soziales Engagement dass man halt den Liga so etwas unterstützt

Top Diskussionen anzeigen