4 Jähriger hat viele Ängste, stottert, nässt tagsüber ein, motorisch zurück etc. HILFE vielleicht auch psychische Gründe??

    • (1) 14.02.18 - 20:50

      Hallo ihr Lieben! #winke

      Ich schreibe hier seit ewigen Zeiten mal wieder rein, weil ich echt nicht mehr weiter weiß... :-(
      Mein Sohn ist im Januar 4 Jahre alt geworden und hat laut Kinderarzt so einige "Baustellen". #gruebel Ich bin echt mega traurig deswegen und weiß echt nicht was ich noch machen soll. :-(
      Er stottert seitdem er im Kindergarten ist. Wir gehen jetzt zur Sprachtherapie und hoffen, dass es damit dann irgendwann besser wird bzw. weniger. Damit kann ich auch wohl leben und meinen Sohn stört es bis jetzt noch gar nicht weil es ihm nicht bewusst ist.

      Das für meinen Sohn und mich aber schon schwierigere Thema ist das Einnässen. Wir versuchen es seitdem er 3 Jahre alt ist. Und wir haben wirklich sämtliche Sachen durch. Belohnungen (verschiedenste Sachen), Loben, versucht mit Druck etwas zu erreichen, mit ihm drüber geredet etc. Nichts hat zum Erfolg geführt. Er ist mitterweile auch selber total traurig wenn er in die Hose macht. Allerdings auch nur wenn er keine Windel an hat. Dann fängt er an zu weinen und sagt immer dass er es nicht gemerkt hat. Das glaube ich ihm auch... denn es passiert wirklich so ganz spontan ohne Vorzeichen. Wir waren beim Urologen. Es scheint alles in Ordnung zu sein. Jedenfalls organisch. Aber ich mache mir echt so meine Gedanken was sonst nicht stimmen könnte. Hat er vielleicht psychisch ein Problem? Wenn er eine Windel an hat stört ihn das Einnässen gar nicht. Das große Geschäft macht er seitdem er 3 Jahre alt ist immer auf Toilette und nie in die Windel.

      Er ist ein sehr sensibler Junge und reagiert auf alles was man zu ihm sagt. Er hat immer Angst etwas falsch zu machen, ist quasi immer bemüht es allen recht zu machen. Ich finde das sehr auffällig weil er gar nicht unbeschwert etwas macht sondern immer alles hinterfragt. Als Beispiel nenne ich mal dass er mich vor einigen Woche gefragt hat wann denn Mama und Papa sterben. Es ist keiner aus unserem Bekanntenkreis gestorben auch kein Tier oder so. Aber er hat vielleicht was aufgeschnappt und denkt dann echt tagelang über sowas nach. Letzte Woche hat er mir die gleiche Frage nochmal gestellt. Oder ein anderes Beispiel. Er ist immer gegenüber anderen Erwaschenen gehemmt. Er traut sich kaum Hallo zu sagen und wenn die ihn ansprechen kommt es auch häufiger vor, dass er gar nicht antwortet bzw. auch sich hinter mir versteckt. Das passiert auch bei ihm bekannten Erwachsenen. Omas, Nachbarn oder Erziehern im Kiga.
      Ich mache mir wirklich große Sorgen, dass er durch diesen inneren Druck den ich bei ihm spüre, sich auf Dauer selbst im Weg steht.

      Dann hat er noch Probleme bei seiner Motorik. Er läuft nicht gut und ist insgesamt sehr steif in seinen Bewegungen. Krankengymnastik hat er deswegen jetzt verschrieben bekommen. Aber ich glaube das vieles auch durch seine Ängste kommt. Er hat ständig Angst vor allem. Wenn er auf einer Mauer balancieren soll hat er immer Angst und ich muss ihn festhalten. Andere Gleichaltrige machen bzw. probiere es selber aus.
      Er hat sogar Angst zu unseren Nachbarn (wir wohnen in der Siedlung in einer verkehrsberuhigten Straße) rüber zu gehen. Ich habe natürlich immer zu ihm gesagt pass auf und schaue ob ein Auto kommt und erst dann gehst du über die Straße. Aber wenn ich ihn jetzt auffordere schon mal zu seiner Nachbarfreundin rüber zu gehen. Dann sagt er: Mama ich kann da nicht rüber gehen. Was ist wenn ein Auto kommt? Er traut sich leider gar nichts zu. Auch Treppen steigen ist ein Problem. Er geht nicht im Wechselschritt weil er Angst hat runter zu fallen.

      Kennt jemand ähnliche Verhaltensweisen oder kann mir einen Rat geben?
      Ich bin so verzweifelt. Ich habe nur einige Sachen aufgeführt (er sieht wohl auch schlecht, hört schlecht, die Arzttermine deswegen finden aber noch statt, so dass ich dazu noch nicht viel sagen kann)

      Ich hoffe echt das ihr mir vielleicht helfen könnt und #sorry das es so viel Text geworden ist.

      GLG Kathy

      • Hallo

        Ich habe ein gerade vierjähriges Kind. Im Umfeld sind einzelne Kinder in dem Alter nicht trocken. Ich finde das nicht unnormal.
        Schüchternheit ist doch auch völlig normal in dem Alter. Unsere Tochter ist da stark von der Laune abhängig. Manchmal redet sie nicht mal mit Oma, die sie täglich sieht.

        Unsere vierjährige würde sich nicht über eine Straße trauen. Was ich gut finde, den sie kann Abstände und Geschwindigkeiten noch nicht einschätzen. Das finde ich viel verlangt.

        Sicherlich wird was daran sein, wenn der KiA einige Baustellen sieht. Aber einiges ist völlig im Rahmen, zumindest meiner laienhaften Meinung nach. Und an den Dingen bist du ja dran.

        LG

        • Vielen DANK für deinen Rat. Ich denke es liegt einfach daran, dass es so viele Sachen sind. Ich habe vom Kinderarzt 6 Überweisungen nach der U-Untersuchunge bekommen. Da ist echt ne Menge meiner Meinung nach.
          Aber ich versuche es etwas gelassener zu sehen.
          LG #winke#herzlich

          • Hallo,

            einen Rat kann ich Dir jetzt nicht geben, aber Du gehst die Sache an und so kann Deinem Kind auch geholfen werden. Werd ein wenig ruhiger, Dein Sohn merkt auch, wenn Du besorgt bist ;-)
            Alles Gute für Euch!

            LG

      Was mir spontan einfällt/auffällt: Warum forderst du so viel von ihm was er noch nicht kann. Lasst doch die Windel an bis er sicher zur Toilette geht. Schick ihn nicht zu den Nachbarn wenn er sich nicht traut. Kinder haben irrationale Ängste, das sollte man einfach hinnehmen.
      Das Thema Tod/Sterben ist übrigens bei vielen Kindern in dem Alter sehr präsent auch ohne direkten Grund. Meine Tochter (gleichalt) fragt auch häufiger nach wer wann stirbt und was dann passiert etc

    Also wenn Dein Sohn schlecht sieht und schlecht hört, dann hat er doch genug Gründe, Angst zu haben, dass ein Auto kommt, ohne dass er es bemerkt! Was tut ihr dagegen? Hat er eine Brille und Hörgeräte? Bekommt er Ergotherapie? Sieht und hört er so schlecht, dass ihr an entsprechende Zentren für Seh- und Hörbehinderte angegliedert seid?
    Mit dem Einnässen: viele Kinder, besonders Jungs, haben in dem Bereich eine Reifungsstörung. Sie brauchen länger, bis sie bemerken, wann sie auf Toilette gehen müssen. Mach ihm keinen Druck. Eine primäre Enuresis (also schon immer eingenässt, ohne dazwischen trocken zu sein) hat normalerweile keine psychische Ursache, sondern ist wie gesagt einfach eine Reifungsstörung oder Reifungsverzögerung.
    Wir hatten bei unserem Sohn mit 5 Jahren eine Klingelhose vom Kinderarzt bekommen. Damit haben wir es nach einer Weile hinbekommen. Aber es gibt noch andere Methoden. Aber Dein Sohn ist doch erst 4! Lass ihm Zeit und eine Windel.
    Und mach bitte weder Dich noch Dein Kind verrückt wegen dem allen. Schau, was er gut kann und lobe ihn dafür oft. Und das, was er noch nicht so gut kann, da hilf ihm einfach und unterstütze ihn, aber mach kein Drama draus. Das macht sonst alles für Deinen Sohn nur noch schlimmer.

    • Das mit dem schlecht hören und sehen ist gerade vor 3 Wochen bei der U-Untersuchung festgestellt worden. Wir gehen regelmäßog (einmal im 1/2 Jahr) zum Ohrenarzt (weil er sowieso Probleme hat, Mandel wurden gekappt, Polypen raus) und zum Augenarzt. Da ist bei den Untersuchen im August bzw. Dezember 2017 alles in Ordnung gewesen. Vielleicht gibt es jetzt eine spontane Verschlechterung, kann sein lt. dem Kinderarzt. Deswegen ist er bis jetzt zu den beiden Sachen noch nicht weiter behandelt worden. Die neuen Terminen sind aber bis Ende März. Dann wissen wir da mehr.
      Ja vielleicht muss ich gelassener mit allen "Baustellen" umgehen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Leider! Zumal auch andere Leute (auch Ärzte) nachfragen.
      GLG und vielen DANK für deinen Rat #herzlich
      Kathy

Ich muss da gerade an Ergotherapie denken.
Wahrnehmungsstörungen, fehlendes Körpergefühl passt zu fast allem was Du beschreibst. Auch für das Selbstbewusstsein ist das gut. Ich würde das bei so vielen Baustellen unbedingt mal versuchen!

(11) 15.02.18 - 09:03

Also: Atme mal durch. Ich kenne das, wenn man nach einer U durchdreht, weil man nur noch Baustellen sieht. Meistens ist aber alles langfristig halb so wild.

Zunächst einmal würde ich die Seh- und Hörtests machen. Wenn ich ohne Brille durch die Gegend laufe, laufe ich auch stocksteif, komme nur sehr vorsichtig die Treppe runter und erschrecke mich viel mehr vor Autos etc., weil ich sie viel zu spät sehe. Wenn ich mir dann noch vorstelle, ich würde auch noch schlechter hören, oje.....
Er hätte dann ja gar keine Chance Gefahren vernünftig einzuschätzen.

Darüber hinaus lese ich zwischen deinen Zeilen, dass du vielleicht doch etwas zu viel Druck machst? Ich meine, ich verstehe die Intention: man will ja manchmal sein Kind auch etwas in die vermeintlich richtige Richtung schubsen, damit es über sich hinaus wächst und Erfolgserlebnisse hat, die es bestärken. Nur: Was ist, wenn dein Kind einfach noch nicht so weit ist?
Mein Sohn war erst mit 4 1/2 trocken. Dafür dann aber von einem Tag auf den anderen, ohne Ausnahme unfallfrei. Ich habe mich auch manchmal gefragt, ob das jemals wird, aber keinerlei Druck ausgeübt.
Und mein Sohn ist ebenfalls ein sehr vorsichtiges Kind. Auf Spielplätzen ist er immer derjenige, der noch mal nach Mama ruft und meine Hand/Hilfe einfordert.
Sicher, es gab Situationen, in denen ich mir auch mal einen wilden Raufbolden gewünscht habe, der sich mutig jeder Gefahr stellt. Aber mein Sohn hat sich niemals groß verletzt, auf ihn ist immer Verlass, weil er selbst vorsichtig ist und man konnte sich bereits früh ganz toll mit ihm unterhalten, weil er kognitiv ein extrem pfiffiges Kerlchen ist.
Probleme mit dem Sprechen hatte er auch: er sprach schnell viel und in komplexen Strukturen und hatte schnell einen riesigen Wortschatz, aber er war lange superschlecht zu verstehen. Logopädie hat uns da fantastisch geholfen.

Was ich sagen will: Nun lass dich mal nicht von so einer U verunsichern und nimm auch weiterhin die tollen Seiten deines Kindes war. Es hat bestimmt nicht nur Baustellen. Und perfekt ist eh langweilig, oder?

(12) 15.02.18 - 09:36

Hallo!
In vielem aus Deinem Text finde ich unseren Sohn wieder! Er traut sich meistens wenig zu, hat oft Angst. Auch ist und war er immer schon schüchtern gegenüber Fremden! Er ist jetzt 5 und redet immer noch nicht mit völlig Fremden. Aber auch Bekannte sind je nach Tagesform für ihn schwierig! Er ist jetzt 5, vor einem Jahr waren die "Probleme" noch viel deutlicher!
Ich schreibe Probleme absichtlich in " " weil es für uns eigentlich nie ein Problem war. Es gibt halt nicht nur Draufgängerkinder, es muss auch die sensiblen, vorsichtigen geben ;-) Natürlich gab und gibt es immer wieder Momente, wo man grübelt und damit hadert, wenn es beim eigenen Kind nicht so läuft, wie bei (gefühlt) allen anderen, aber bei wem ist das nicht so? Wenn ich in meinen Freundeskreis schaue, gibt es bei jedem Kind irgenwas, was sich die Eltern anders wünschen würden!
Bis jetzt hat unser Sohn uns immer gezeigt, das er Dinge tut, wenn er dafür bereit ist! Natürlich ermuntern wir ihn immer wieder, was zu versuchen, zwingen ihn aber zu nichts. Zum Beispiel hat er im Moment starke Angst im Dunkeln. Nun könnte man natürlich sagen, Dunkelheit tut Dir nix und ihn zwingen, über den (kurzen) dunklen Flur zur Toilette zu laufen oder wir ersparen ihm den Streß, lassen Licht an und hoffen, das gibt sich irgendwann von allein. Ob das jetzt pädagogisch wertvoll ist? #kratz Für uns fühlt sich das aber gut und in Ordnung an! Im letzten Jahr hat sich tatsächlich vieles einfach verwachsen. Was damals noch fast undenkbar war, ist heute kein Problem mehr! Waren wir zum Beispiel irgendwo zu Besuch, blieb er entweder die ganze Zeit bei uns oder mein Mann musste mit ihm mitgehen. Er hätte sich niemals alleine getraut, mit den anderen Kindern in ihre Zimmer zu gehen, um zu spielen! Das ist heute gar kein Thema mehr!
Natürlich muss man schauen, das man keine schweren Probleme übersieht, aber manchmal denke ich, man sollte einfach etwas mehr Vertrauen in sein Kind haben und mehr auf den eigenen Bauch hören!
Zeig Deinem Kind, das er genauso gut ist, wie er jetzt ist. Ist doch egal, ob er mit 4 Jahren noch einen Windel braucht. Da fragt einen später kein Mensch mehr nach. :-D
LG
asira #winke

Hallo,

hast du noch mehr Kinder?
Ich frage das, weil meine Große auch in allem seeeehr vorsichtig ist und viel Angst hat, etwas falsch zu machen. Sie war als kleineres Kind (etwa bis 5 Jahre) auch eher tapsig und ungeschickt. Ich fand sie immer übervorsichtig und hätte mir gewünscht, dass sie einfach mal was probiert - ich stand doch immer daneben! Das habe ich mir genau so lange gewünscht, bis ich gesehen habe, wie unser jüngeres Draufgänger-Kind einfach loswetzt und im Alleingang auf die höchsten Gerüste klettert. Natürlich ohne jede Chance, allein wieder runter zu kommen... Die Kleine war es dann auch, die schon mal die Treppe runter gefallen ist. Und im hohen Bogen aus dem Bollerwagen aufs Pflaster gekippt ist.
Unsere (über)vorsichtige Große hat sich pausenlos irgendwo gestoßen/ist gestolpert/Finger geklemmt/auf Zunge gebissen. Die Kleine hatte echte Unfälle...
Hm, seither denke ich:
sei froh, dass dein Kind sich selbst gut einschätzen kann! Das ist echt das allerwichtigste. Ist doch toll, wenn ein Kind mit 4 schon die Gefahren im Straßenverkehr kennt und Ernst nimmt! Die Lösung ist in dem Alter eben: Mama muß helfen. Das finde ich total normal und richtig so!!

Kann natürlich sein, dass er besonders vorsichtig ist, weil er schlecht sieht oder hört. Muß aber nicht: unsere Tochter war auch beim ersten Hörtest ganz schlecht und wurde ein weiteres Mal getestet (ein halbes Jahr später): alles super, sie hatte nur nicht verstanden, dass es darauf ankommt, zügig und IMMER auf den Knopf zu drücken, wenn sie so einen Ton hört... ;-)

Was die Schüchternheit gegenüber Erwachsenen angeht: machst du ihr ein aufgeschlossenes Verhalten vor?
Meine Eltern haben mich immer aufgefordert, zu diesem oder jenem hinzugehen und dies oder das zu sagen. Sie haben mit mir Formulierungen und Anreden und die richtige Lautstärke geübt. Das hat alles nix genützt: ich war ein extrem schüchternes Kind. Wenn meine eigene Tochter irgendwo sagte "ich trau mich nicht", dann habe ich sie immer an die Hand genommen und bin selbst zu den entsprechenden Menschen gegangen; habe also quasi vorgemacht, wie das geht, was sie sich nicht traut. Beide Kinder sind mittlerweile sehr kontaktfreudig - gerade bei Erwachsenen. Ob das jetzt an meinem Konzept liegt, oder ob sie einfach von Natur aus die erste nicht-schüchternen Personen seit Generationen sind, kann man natürlich nicht wissen.

Kopf hoch - das wird schon! Viele Kinder machen kurz vor der Einschulung noch mal einen riesigen Sprung. Vorher sind sie Kindergartenkinder und die sind eben noch klein!!

LG!

Manche Kinder sind auch mit 4 halt nicht trocken. Abgeklärt werden muss das halt, aber passiert. Viel Angst haben ist halt nicht schön für ihn, aber doch nicht bedenklich. Allein über die Straße wär ja sogar sehr mutig. Nur das steife Laufen ist doch hier etwas, an dem gearbeitet werden muss. Aber dafür habt ihr ja jetzt Gymnastik.

Top Diskussionen anzeigen