Gastkind kann nicht spielen, deshalb immer Streit. Was tun?

    • (1) 07.08.18 - 11:41
      Inaktiv

      Liebe Urbia- Gemeinde,

      seit einiger Zeit sind wir mit einer sehr netten Familie befreundet, die so wie wir mehrere Kinder haben: 4 Kinder im Alter von 4-7. Die ältesten Zwillinge, Mädchen, sind 7, dann kommt ein Junge, 5 und ein kleines Mädchen, drei.
      Wir haben 3 Kinder, jetzt 4, 8 und fast 11. Mädchen, Junge, Mädchen.

      Mein "Problem": Alle Kinder außer dem fünfjährigen Sohn unserer Freunde können super spielen, im Garten, auf dem Spielplatz, mit Lego, Playmobil, im Planschbecken, Sandkasten, Bauen etc. Das Angebot ist riesig, finde ich. Nur der Fünfjährige spielt GAR NICHTS AUSSER Handy-Spiele. Er macht den anderen Kindern alles kaputt, wenn sie ihn zum Mitspielen einladen, spuckt er sie an oder schreit. Die Mädchen und unser Sohn lösen Streit ganz schön selbst oder sind empfänglich für unsere "Streitschlichtung".

      Ich habe die Kinder oft alle zusammen bei uns, auch ohne die Eltern. Nun würde ich gerne etwas finden, womit ich den fünfjährigen so beschäftigen kann, dass er die anderen in Ruhe lässt. Mein eigener Sohn hatte nie Probleme mit unserem Angebot und kann sich immer gut beschäftigen. Anfangs hat er dem Kleinen immer tolle Chancen gegeben, mit ihm als "Jungs" was zu machen, Fußball spielen, Hütten bauen, nun ist er auch nur noch genervt von ihm.

      Habt ihr vielleicht Spielideen oder Aktivitäten im Kopf, mit denen man ein solches Kind " hinter dem Ofen hervorlocken" oder sein Verhalten "in Bahnen lenken kann"?

      Mir nützen keine Tipps a La Therapie oder Erziehungsberatung, weil die Familie aus einer Kultur kommt, wo eine solche Hilfe schlichtweg unbekannt ist bzw. ein therapiebedürftiges Verhalten als "Krankheit" verdrängt wird.

      Es geht um Praktisches was ich mit ihm bzw. der ganzen Kindergruppe machen kann, wenn sie nachmittags bei uns sind. Möglichst etwas, was deeskalierend wirken kann. Leider bin ich keine Erzieherin und mir fehlen so Ideen! Danke schon mal im Voraus fürs Lesen und den einen oder anderen Tipp!

      Judith

      • Ich würde ihn weiter seine handyspiele spielen lassen.

        • (3) 07.08.18 - 12:44

          Und wenn dein eigenes Kind aus was für Gründen auch immer nicht spielen kann oder sich woanders so benimmt, wie es nicht optimal ist, was würdest du machen oder dir von den Gastgebern wünschen? Sollte ich dein Kind nach Hause schicken und sagen: Sorry, nicht tragbar? Wäre für mich der letzte Schritt...

          • (4) 07.08.18 - 14:35

            Na entweder es läuft mit den 7 - oder eben nicht! Ich lasse doch nicht 6 toll spielen und gestalte meinen (!) Nachmittag separat mit einem fremden Kind. Ich bin ja weder Therapeutin, noch Mutter von ihm oder gebuchter Clown #kratz

            • (5) 08.08.18 - 00:09

              Nein, ich bin keine Therapeutin oder gebuchter Clown, sondern definiere mich selbst als Freundin. Und mit den Kindern meiner Freunde gebe ich mir Mühe. So wie sich meine Freunde auch Mühe geben, wenn meine Kinder dort sind und es nicht rund läuft...

      (6) 07.08.18 - 11:56

      Ich würde so ein Kind nicht mehr aufnehmen. Das ist doch nicht dein Problem, wenn er sich nicht beschäftigen kann...
      Ich würde nicht zulassen, dass ein Kind, alle anderen Kinder schlägt, bespuckt etc...
      ...oder er spielt weiter mit seinem handy.

      • (7) 07.08.18 - 12:48

        Natürlich reagiere ich auf das unangemessene Verhalten, um die anderen Kinder zu schützen. Nur dem Kind weiter zu zeigen, dass ich es nicht will und weiter sanktioniere ist halt das, was ich nicht machen will. Deshalb frage ich ja nach sinnvollen Aktivitäten, die das gestörte und störende Verhalten in andere Bahnen lenken kann. Mal sehen, vielleicht hat der/ die eine oder andere ja konstruktive Ideen...

    (8) 07.08.18 - 12:43

    Ich würde ihm eine ganz klare Ansage machen, dass ich es nicht dulden werde, dass er andere/meine Kinder anspuckt oder ihnen alles kaputt macht oder anschreit.
    Du bist nicht für seine Erziehung verantwortlich und da würde ich mich auch nicht einmischen.
    Aber solange er sich in Deinem Haus aufhält und mit Deinen Kindern spielt, ist es Deine Aufgabe, Deine Kinder und Dein Eigentum zu schützen.
    Und wenn er nicht auf die klare, deutliche Ansage entsprechend reagiert, würde ich ihn nicht mehr einladen, sondern nur noch die Geschwisterkinder.
    Solch ein Verhalten würde ich mir nicht gefallen lassen und auch nicht wollen, dass meine Kinder soetwas ertragen müssen.

    • (9) 07.08.18 - 12:51

      Um den Punkt geht es mir nicht, das mache ich alles und dem Knirps tut es auch leid. Der ist gerne bei uns. Mir geht es um was Praktisches, was Jungs noch so machen können... Vielleicht kommt ja noch was....

      • (10) 07.08.18 - 12:57

        Aber dann hast Du mein Posting nicht verstanden.
        Wenn dieser Junge sich wiederholt so derart daneben benimmt, würde ich ihn einfach nicht mehr zu euch kommen lassen. Ich meine, das kann doch nicht Dein Ernst sein, dass Du auf ihn einredest und ihn mit phantasievollen Spielen ködern möchtest und er Deine Kinder anspuckt! Wie soll er denn so lernen, dass dieses Verhalten nicht geduldet wird? Indem er für diese Ausfälle extra Aufmerksamkeit bekommt?#kratz Komischer Ansatz.

        • (11) 08.08.18 - 00:22

          Ich denke schon, dass ich dich richtig verstanden habe. Für mich ist im Hinblick auf den Jungen auf ihn einreden, Kritik, Bestrafung, Ausgrenzung, Heimschicke o.ä. nicht der richtige Weg, denn aus diesen Lektionen lernt er nicht das, was wünschenswert wäre. Davon kriegt er an anderen Stellen genug.

          Für meine eigenen Kinder mag ich den Ansatz auch nicht und überlege sehr oft, was an schlechten Tagen oder in Krisen dem jeweiligen Kind helfen könnte.
          Der Junge scheint sehr empfindlich zu sein und harte Konsequenzen helfen nicht. Wohl aber das Bemühen, ihn positiv und wertschätzend einzubinden in unseren „Spielalltag“. Ich habe jetzt hier bei Urbia ein paar tolle praktische Anregungen bekommen, wo ich viele Chancen sehe...

          LG Judith

    (12) 07.08.18 - 14:37

    Hier genauso: Ein Anruf und das unerzogene Bürschchen dürfte umgehend abgeholt werden. Warum sollte man sich sowas antun?

(13) 07.08.18 - 13:01

Ich verstehe genau worauf du hinaus willst, leider habe ich da noch keine richtigen Erfahrungen. Ich wollte nur als Denkanstoß geben. Reagiert er mit kaputt machen etc, weil er das was die anderen Kinder spielen nicht so gut kann (es klappt bei ihm nicht, Grobmotorik etc.) Oder weil er es doof findet, es zu langweilig ist. Je nachdem kann man da vielleicht anknüpfen. Was bei dem Wetter sicherlich allen Kindern Spaß machen müsste, mit Wasserbomben ein Ziel abwerfen. Sonst mit Wasser und Sand matschen. Jeder mit eigener Schaufel, damit es keinen Streit gibt. LG

  • (14) 07.08.18 - 23:12

    DANKE! Du hast mich verstanden und ich habe mit allen Kindern die Wasserbombenaktion gemacht!!!! Volltreffer und der Nachmittag war megatoll! Langweile und Ungeschicklichkeit verbunden mit Sprachproblemen machen dem Jungen sehr zu schaffen. Er hat später sogar 10 Minuten an einer Sandburg mitgebaut. Und dann zwei Stunden Kinder Hängematte geschaukelt... So habe ich mir das eigentlich erhofft und ich sage wirklich ganz herzlich DANKE🙏👍😁

    Judith

(16) 07.08.18 - 14:02

Hallo,
oh, so einen Eigenbrötler kenne ich auch. Er ist ein ganz aufgeweckter Kerl, aber irgendwie doch gehemmt im Umgang mit anderen. Er geistert hier oft allein durch's Dorf und spielt nicht mit anderen (die ihn mittlerweile auch spüren lassen, daß er unerwünscht ist, und da beißt sich die Katze in den Schwanz).
Er kam mal vorbei, als ich im Herbst Blumenzwiebeln im Garten steckte. Letztlich hat er 1,5 Std. mit mir gegärtnert und war sooo glücklich über meine Anerkennung und ungeteilte Zuwendung.
Vielleicht mag "Euer" Junge ja auch lieber den Erwachsenen was helfen, wenn er da ist? Den Grillabend vorbereiten, Lagerfeuer in der Feuerschale aufschichten, Sträucher schneiden, die Deko übernehmen (Tannenzapfen bemalen und an Bändern in die Bäume hängen ist hier beliebt), die Pizza belegen, oder oder oder. Eventuell tut ihm das gut.
#winke

  • (17) 07.08.18 - 23:17

    Danke!!!! Das sind super Ideen!!! Das Mithelfen-Lassen fremder Kinder habe ich mich bisher nicht so getraut, weil ich nie weiß, ob den Eltern recht wäre, wenn sie „arbeiten“, mit Geräten umgehen oder so. Da werde ich einfach fragen, ob sie einverstanden sind, das könnte auch erfolgreich sein.
    LG Judith

    🤗😁👍

(18) 07.08.18 - 14:18

Hallo,

Du schreibst die familie aus einer anderen kultur kommt....versteht der junge die deutsche sprache gut?
Wenn ja, wie ist er denn zu hause oder im Kindergarten? Wurde schon mal das gehör überprüft, denn oft sind kinder zerstörerisch wenn sie die anderen einfach nicht gut verstehen.

Ansonsten wprde ich es auch mal mit "erwachsenen" aufgaben versuchen:
Die terasse fegen
Unkruat mit dir jähten
Kochen
Kuchen backen und dekorieren (natürlich nur wenn er nicht in den teig spuckt...)
Usw.

Außerdem würde ich alle handys und ipads aus dem weg räumen, damit er sie gar nicht sieht (oder bringt er sein eigenes mit?)

Eine kiga mama hat mir erzählt, dass die große aus langeweile immer den kleinen umgeschubst gehauen hat etc. Anstatt sie zu schimpfen ist sie dem rat der erzieher nachgegangen und hat in solchen fällen sie innden arm genommen und gekuschelt, gerdet, gefragt was sie gerade denkt usw. Das hat super geholfen.
Vielleicht braucht der kleine zuwendig?

Wenn das alles nichts hilft würde ich ihn trotdem mal zuhause lassen wenn die anderen kommen. E ist fünf und müsste verstehen, dass er mit dem verhalten nicht euch besuchen darf.

Viel erfolg

  • (19) 07.08.18 - 23:29

    Danke für deine Gedanken, die sehr ins Schwarze treffen! Ich werde vor allem den Gedanken der Mithilfe aktiv aufnehmen!
    Ich habe noch nie gesehen, dass mit dem Jungen gekuschelt würde. Mit den Mädchen dagegen viel. Ich kann mir gut vorstellen, dass dem Kleinen da was fehlt.
    Irgendwie habe ich da Hemmungen, fremden Kindern körperliche Nähe anzubieten... klingt jetzt etwas komisch, glaube ich. Die beste Freundin meiner Jüngsten kuschelt sich beim Vorlesen immer an mich, wenn meine Kleine das auch macht. Wenn ein Kind mich fragt, ob ich auch mal mit ihm kuscheln kann oder ob es auch mal auf meinem Schoß sitzen kann, geht das immer, aber ich glaube nicht, dass er sich das „holen“ würde, was er diesbezüglich möchte und stattdessen die negative Aufmerksamkeit auf sich zieht.

    Danke für die Gedanken dazu!!!#winke

    Judith

(20) 07.08.18 - 14:33

Hallo,
ganz einfach, ich würde ihn nicht mehr einladen, nur noch die 3 anderen, sofern deine Kinder das wollen! Ich hätte weder Lust noch Zeit auf die Extrabespaßung eines fremden Kindes, meine Kids laden sich ja extra Spielbesuch ein, damit sie beschäftigt sind und ich eben mal etwas anderes machen kann.
VG

  • (21) 08.08.18 - 00:33

    Musst du ja auch nicht machen. Es geht hier nicht um den Spielbesuch, den sich meine Kinder einladen. Und wenn bei uns das Haus voll Kinder ist, dann bin ich mittendrin und habe meistens sogar Spaß dabei😁Manchmal kann ich tatsächlich in der Hängematte chillen und die Kinder spielen um mich rum. Grundsätzlich macht mir so eine Extrabespassung sogar selber Freude, nämlich besonders dann, wenn bei einem Kind was positives passiert ist. Nur wünsche ich mir öfter mal neue/andere Ideen. Ich freue mich deshalb, hier bei Urbia tolle Gedanken und Ideen zu bekommen🤣

(22) 07.08.18 - 15:33

P.S. Ich finde es ziemlich bedrückend, wie viele Kommentare à la "dann lad ihn halt einfach nicht mehr ein" hier kommen. :-(
Ich finde es toll, daß Du Dir Gedanken machst, wie Du dieses Kind einbinden kannst und es nicht einfach sich selbst überlassen willst. #pro

  • (23) 07.08.18 - 23:37

    Danke ganz herzlich für deine unterstützenden Worte. Hier geht es auch gar nicht um den Spielbesuch den sich meine Kinder einladen, sondern um Hilfestellung für eine Familie. Das Kind nicht einzuladen steht gar nicht zur Debatte und ich schicke es auch nicht nach Hause!
    Ich erhalte selber auch viel Unterstützung von anderen, wenn ich mal Betreuung für meine drei brauche und bin den jeweiligen Eltern zutiefst dankbar, wenn sie Wege finden, die „schlechten Tage“ eines oder mehrerer Kinder aufzufangen. Und mir das bockige oder anstrengende Kind nicht vor die Tür setzten sondern mich meine Arbeit machen lassen.

    Genauso möchte ich es auch machen, nur fehlen mir manchmal Ideen...

    Ich freue mich sehr über die hilfreichen und unterstützenden Worte und Ideen!!#liebdrueck

(24) 07.08.18 - 19:05

Ich würde erstmal versuchen, ihn zur Seite zu nehmen und ihn auch mal in Ruhe direkt Fragen, warum er so reagiert, warum er gewisse Dinge macht, vielleicht öffnet er sich....und evtl. was er gerne machen möchte....ein Versuch ist es wert......denn irgendwie läuft bei ihm was schief....fehlende Aufmerksamkeit oder Unzufriedenheit.

  • (25) 07.08.18 - 23:42

    Sprechen will er gar nicht. Wenn ich ihn zur Seite nehme, bockt er, rennt weg, sogar vom Grundstück... Er spricht nicht so gut deutsch und reflektieren geht noch gar nicht. Im Kindergarten machen sie „Faustlos“ und da rastet er meist aus.

    Deshalb versuche ich andere Wege. Sinnvolle Aktivitäten scheinen mir derzeit am Besten zu sein.

    Danke für deine Gedanken!!!#liebdrueck

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