Hauen, beißen ...wie lange normal?

    • (1) 04.09.18 - 12:02

      Hallo!

      Mein Sohn ist im Juli 4 geworden. Er geht seit einem Jahr in den KiGa. Leider beißt, schubst und haut er sowohl im KiGa als auch zu Hause andere Kinder. Leider auch immer wieder Erwachsene (Papa, Oma).😢

      Es ist teilweise zur Kontaktaufnahme, aber auch zum ärgern.

      Wie lange ist das noch im Rahmen?

      Danke und liebe Grüße!
      Schniefnase

      Hallo,

      ich kann Dir leider keinen guten Tipp geben, leide aber mit Dir, da mein Sohn (im Juni 4 geworden) auch immer wieder kratzt, kneift und beißt. Zwar „nur“ Kinder, aber das reicht ja auch schon :-(

      Ich bin bei solchen Situationen dann auch immer traurig, weil mir das andere Kind (meistens seine Schwestern) so leid tun 😔Ich weiß auch nicht recht, was ich noch machen kann bzw. wie ich mich am besten verhalten soll!

      Viele Grüße

      • (6) 05.09.18 - 14:08

        Hallo,

        bei Geschwistern ist das etwas anderes. Das ist ein anderes Verhältnis als zwischen dem Kind und fremden Kindern oder als zwischen dem Kind und Erwachsenen.

        Der Sohn der Fragestellerin hat nicht einmal vor Erwachsenen Respekt, sondern glaubt, sie nach Belieben treten und schlagen zu können.
        Das hat eine ganz andere Dimension, als das, was Dein Sohn macht.

        LG

        Heike

      • Hallo!

        Ist dein Sohn im Regelkindergarten? Mein Bub ist Integrations- Kind im “normalen“ Kiga.
        Was machst du, wenn dein Kund haut/zwickt/beißt?
        Liebe Grüße!

    (8) 04.09.18 - 12:54

    Also normal würde ich das nicht ansehen, meiner hat sowas nie gemacht.

    Aber mit 4 Jahren sollte er in einem Alter sein, wo er sich anders, vor allem verbal ausdrücken kann und nicht hauen/schubsen oder gar beißen muss, um auf sich aufmerksam zu machen oder seine Bedürfnisse.

    • Da hast Du natürlich Recht, dass er sich anders verbal äußern müsste, aber er macht es ja nicht!

      Hättest Du Tipps wie man sich am besten verhält, wenn „es“ wieder vorgefallen ist?

Huhu,

ich finde, dass Kinder in solchen Phasen viel Arbeit bedeuten.

Man sollte nahe dran bleiben, um zumindest gelegentlich noch schnell genug zu sein das schlimmste zu verhindern. Immer wird es wohl leider nicht gelingen.

Dann sollte man erklären, erklären, erklären. Das Hauen (oder Beißen....) mit kurzen immer gleichen Worten verbieten. Dem hauenden Kind zeigen wie traurig das gehauene Kind ist. Einen Vierjährigen ruhig mal gedanklich/emotional in die Lage des anderen Kindes versetzen. Und natürlich dem hauenden Kind Alternativen anbieten. Dazu muss man natürlich beobachten, in welchen Situationen das Kind haut.

Und nicht zuletzt muss man meiner Meinung nach das ganze Kind anschauen, ob es irgendwo aus dem Gleichgewicht ist. Vielleicht entsteht irgendwo Streß? Vielleicht ist es nicht ausgelastet, oder zu belastet? Vielleicht braucht es mehr Aufmerksamkeit? Sowas drückt sich ja gerne in solchen Phasen (z.B. Aggressivität) aus.

Alles Gute!

LG Jelinchen

  • Hallo!

    Danke für deinen einfühlsamen Beitrag!

    Mein Sohn ist Integrations- Kind im normalen KiGa. Sowohl wir Eltern, als auch die Erzieherinnen sind natürlich an ihm dran. Aber trotzdem hört er nicht auf! 😢

    Wir wissen bisher nur, daß er kein ADHS hat, vermutet wird Autismus.

    Ich wollte nur hören, ob auch andere Jungs mit 4 noch dieses Verhalten zeigen.

    Liebe Grüße!
    Schniefnase

    • Ich kenne es so andauernd eigentlich auch nur von dem einen I-Kind aus dem KiGa meines Sohnes. 🙈 Der ist nicht wirklich bösartig, aber viel zu impulsiv und körperlich und irgendwie so distanzlos.

      Phasen können bei meinen Jungs (zum Glück nicht aggressiv, aber z.B. Schimpfworte, oder destruktive Spiele...) auch immer mal auftreten. Aber das gibt sich bei uns immer recht schnell wieder, wenn ich mal genauer hinschaue.

      Ich hoffe, die Ärzte können Euch bald weiterhelfen.

      LG Jelinchen

      • Danke!

        Nach einer süßen, pflegeleichten, braven Tochter bin ich jetzt die Mama vom A- Kind! 😢
        Daß er aber mindestens eine Entwicklungsverzögerung hat, weiß natürlich nicht jeder. Wir hoffen, daß wir ihm bald besser helfen können.

        Viele Grüße!

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du ihm schon sehr oft erklärt hast, warum hauen, kratzen, beißen, schubsen etc. nicht in Ordnung ist und ihm auch schon andere Lösungswege aufgezeigt hast (sich verbal mitteilen, aus der Situation gehen, wenn er sich geärgert fühlt, einen Erwachsenen zur Hilfe holen etc.)
Bei einem 4 Jährigen hilft da meiner Meinung ab einem bestimmten Punkt nur noch absolute Konsequenz. Er ist längst alt genug um zu verstehen, dass so ein Verhalten nicht toleriert werden darf, weil er anderen damit weh tut, evtl. sogar verletzt. Ich halte den "Opferschutz" in solchen Situationen wirklich sehr hoch und bin da glashart: Wer haut, beißt, kratzt, bekommt unter Umständen noch mal eine Verwarnung, dann ist Schluss. Das Kind wird aus der Situation genommen, bis es sich entschuldigt hat.

  • Hallo!

    Danke dir!

    Das Entschuldigen versteht er nicht. Er macht es zwar, weil er es “antrainiert“ bekommen hat. Er ist I- Kind und wir sind natürlich alle an ihm dran!

    Ich wollte nur wissen, ob andere 4jährige Jungs das Verhalten auch noch zeigen, oder ob das schon absolut außer der Norm ist.

    Liebe Grüße!
    Schniefnase

Hallo,

auch wenn es hart klingt, anstatt dir darüber Gedanken zu machen wie lange das noch im Rahmen ist und sein Verhalten dann damit zu entschuldigen, solltest du lieber zusehen, dass sich sein Verhalten endlich ändert.

Beißen, hauen, schubsen, kratzen oder was auch immer wurde bei uns nie toleriert, weder zu Hause, noch in der Kita. Wenn ich schon lese zur Kontaktaufnahme, geht mir die Hutschnur hoch. Das mag evtl. bei 1 jährigen noch so sein, aber ein 4 jähriger sollte durchaus in der Lage sein, sich anders auszudrücken, bzw. sich anders zu verteidigen.

Auch wenn jetzt Steine fliegen, ist meine Meinung nach wie vor, dass ein Kitastart mit 3 Jahren einfach zu spät ist. Soziales Verhalten müssen Kinder von Anfang an lernen. Da reichen ein Spielbesuch oder die Krabbelgruppe einfach nicht aus.

Setzt dich mit mit Papa/Oma zusammen und überlegt euch gemeinsam Konsequenzen, wenn gehauen, gebissen und/oder gekratzt wird. Die Kita sollte dann natürlich auch mitziehen.

  • Hallo!

    Ich entschuldige sein Verhalten absolut nicht!
    Mein Sohn ist I- Kind und sowohl die Erzieherinnen als auch wir Eltern sind da ganz eng dahinter. Leider wissen wir noch nicht, was ihm genau fehlt ( Hirnschaden z.B). Aber er ist kein kleines verzogenes A***- Kind, daß keine Grenzen bekommt.

    Mich hat interessiert, ob auch noch andere 4jährige solches Verhalten zeigen, oder ob wir total außer der Norm sind.

    LG,
    Schniefnase

    • Lies dir mal bitte meine Antwort zu dem Beitrag

      "Sohn 3,5 Jahre verhält sich komisch" durch.

      Da schreibe ich aus Sicht einer Mutter mit ebenso einem Kind.

      Und nein mit 4 ist man da nicht mehr in der Norm. Und stösst viel auf Ablehnung und gute Ratschläge wie Konsequenzen müssen da folgen usw.

      Ich entschuldige das Verhalten meines Sohnes auch nicht. Aber wir arbeiten hart daran und nach 2 Jahren sieht man langsam die Früchte der Arbeit.

"dass ein Kitastart mit 3 Jahren einfach zu spät ist. Soziales Verhalten müssen Kinder von Anfang an lernen. Da reichen ein Spielbesuch oder die Krabbelgruppe einfach nicht aus."
Bei meiner Tochter wäre alles andere zu früh gewesen, weil sie nie andere Kinder geschubst, Spielzeug weggenommen oder gehauen hat. Vielmehr hat sie immer stark darunter gelitten, wenn andere Kinder das taten. Sie wäre in einer Krippe gnadenlos unter gegangen. Erst mit 2,5 fing das langsam an, dass sie sich auch mal gewehrt hat. Klar, in der Krippe hätte es schneller gehen können oder wäre gnadenlos gegen den Baum gegangen.

Ich gebe dir aber Recht und bin der Meinung Hauen, Beißen etc. ist nicht ok. Auch nicht mit 1. Meist braucht man ewig um die Sachen auszubügeln, die man mal irgendwie toleriert hat.

1. Ganz ruhig! Ich glaube du interpetierst gerade in das was die TE geschrieben hat, etwas völlig falsches rein. Bei der Frage "Ist das noch im Rahmen" bedeutet das nicht - ist das in Ordnung das mein Kind das macht. Sondern ist es altersgerecht noch ein normales Verhalten! Da liegt ein weiter Unterschied. Und ich denke die Frage mit dem "Ist das noch im Rahmen" bezieht sich allein auf die Entwicklung des Kindes. Und JA es ist im Rahmen. Denn das Thema hat nix mit Boswilligkeit und auch nix mit Empathie zu tun. Sondern mit sogenannter Impulskontrolle. Gerade Jungs neigen viel stärker dazu, ihre Emotionen körperlich zu zeigen als Mädchen die eher zum verbalen als körperlichen Ausbruch neigen. Mein Sohn ist zwar erst 2 aber auch er beist unter anderem um Zuneigung zu zeigen im Zusammenhang mit komplett übertreter Energie. Dann kann er das nicht im ruhigen mit nem Bussi machen sondern wird ganz wild und verteilt sogenannte "Liebesbisse" - die werden natürlich nicht tolleriert oder gut geheißen. Sie werden sofort unterbunden, verboten, es wird erklärt und ggf. auch Konsequenzen umgesetzt, damit er auch spürt das er zu weit geht. DENNOCH sehen wir es altersgerecht in seiner Entwicklung. Das eine hat nix mit dem anderen zu tun! ;-)

Soziales Verhalten, die Grundlagen davon lernen sie nicht in der Kita bzw. nicht NUR in der Kita. Das ist ein Zusammenspiel aus Elternhaus und Betreuungseinrichtung. Nie nur die Aufgabe einer einzigen Seite. Die Kita muss das Verhalten innerhalb der Einrichtung steuern, lenken und sich gegenüber des Kindes durchsetzen. Das kann man nicht den Eltern übertragen, man kann sie höchstens informieren über das Verhalten. Ich hab kein Einfluss auf das was in der Kita passiert. Ich hab nur ein Einfluss auf das was in meinem Beisein passiert. Auf das alleine auf nichts anderes.

Kinder müssen untereinander lernen wie sie Konflikte lösen und wie man aufeinander zugeht um Kontakte zu knüpfen. Das läuft am Anfang immer etwas holprig. Egal ob der Start mit einem Jahr oder mit 4 Jahren erst beginnt. Auch gibt es Kinder die tatsächlich Entwicklungsverzögert sind oder Probleme haben zwischenmenschliche Dinge wie Gesichtsausdrücke und Verhalten richtig zu deuten. Diese Kinder benötigen die Führung eines Erziehers im Rahmen der Kita. Und Kinder die vorher keine Krippe besucht haben (nicht immer bekommt man nen Platz und nicht jedes Kind ist wirklich schon bereit für die Krippe) benötigen folglich eine intensivere Begleitung, als welche die vorher schon Basics mitbekommen haben. Man kann das nicht pauschalisieren. Und ich bin absolut für einen frühen Kontakt mit Kitas. Aber jedes Kind ist anders. Ein Kind benötigt länger als ein anderes für den selben Entwicklungsschritt. Manchmal ist es auch Nachlässigkeit im Elternhaus oder der Kita die das Fehlverhalten verschulden, aber auch nicht pauschal immer! Manche Kinder sind körperlicher als andere (gerade Jungs neigen stärker dazu, das wird dir jeder Kinderpsychologe und Ratgeber der sich mit dem beschäftigt bestätigen) und Empathie erlernen Kinder ca. mit 3 Jahren. Aber auch nicht jeder bringt den sogenannten EQ (Emotionalen Quotienten) mit um Körpersprache etc. auch weit übers Kleinkindalter richtig deuten zu können. Oder denen fällt es einfach schwerer sich in andere Menschen reinzuversetzen und glauben das jeder die selben Belastungsgrenzen hat wie man selbst.

Es muss auch nicht eine gleiche Konsequenz eingeführt werden. Jeder muss seine Grenzen selbst abstecken und das auf die Art die einem selbst zusagt und die dem Kind nicht nachhaltig schädlich gereicht sind. Ob der eine das in Form von Ignorieren, der nächste in Form von Schimpfen macht, wieder einer mit Entzug von geliebten Tätigkeiten (wenn du das machst, nimm ich dir xyz weg), ob das in Form von "geh auf dein Zimmer" ist ost dabei völlig gleichgültig. Das Kind wird schnell merken, bei wem ihm welche Konsequenz "droht". Wichtig ist aber das es unterbunden wird und ihn nachhaltig spürbar vermittelt wird das das, was er macht nicht toleriert wird. Ich quatsch da auch nicht der Kita rein, wenn die andere Ansätze hat als ich. Selbst wenn sie das mit nem "stillen Stuhl" als Strafe regeln würden. Ich weis es offengestanden gar nicht was sie dann machen. Aber ich vertraue ihnen und mein Kind geht gerne dahin, also werden sie nicht so viel falsch machen. ;-)

Entwicklungspsychologisch betrachtet hat das was mit Impulskontrolle zu tun. Diese setzt zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr ein. Das eine Kind hat also ne kürzere Raubtier und rumhauen Phase als ein anderes. Es gibt sogar Kinder die neigen nicht wirklich dazu.

Meiner hatte schonmal so ne Phase und beginnt derzeit wieder mit dem "Scheiß" - aber mei, normal in dem Alter. Gerade Jungs brauchen nicht selten länger für das Thema "Impulskontrolle" und neigen (vermutlich testosteronbedingt) stärker dazu, ihre Emotionen in dem Alter körperlich auszuleben als Mädchen. Die sind nicht selten Energiereicher, Wilder und brauchen länger für Dinge die mit Selbstkontrolle zu tun haben. Was jetzt nicht zum Nachteil gereicht sein soll - sind halt typische Jungseigenschaften. So wie Mädels halt häufiger als Jungs die innere Diva raushängen lassen. (Ausnahmen bestetigen die Regel).

Halt weiterhin konsequent dagegen, bleib strinkt in dem signalisieren das das nicht in Ordnung ist und du das nicht wünschst. Auch mit Konsequenzen. Ich selbst bin jemand. Wenn mein Sohn anfängt mit dem Mist, sag ich ihm einmal deutlich und streng "Hör auf, du tust mir weh!" manchmal reicht das schon, aber wenn er überdreht ist definitiv nicht. Dann haut oder beist er weiter. Dann steh ich auf. Dreh mich mitm Rücken zu mir, und ignoriere ihn für einen kurzen Moment, selbst wenn er mir am Bein hängt. Ich frag ihn "Bist du wieder lieb?" was meistens mit JA beantwortet wird und ann ist erstmal wieder Ruhe auf dem Gebiet und er hört ersteinaml wieder auf. Selten kommt es am selben Tag zu nem Rückfall und erst lange Zeit später. Aber Kinder verinnerlichen durch fortwährendes wiederholen. Ist zwar mühseelig. Aber irgendwann werden sie früher oder später die Grenze verinnerlicht haben. Sind geistig in der Lage ihr Handeln und die damit verbundenen Konsequenzen vorab einschätzen zu können und in der Lage dem Impuls zu hauen, eben nicht nachzugehen.

Helfen kann auch, indem du deinem Sohn (deiner ist schon älter den kann man besser umleiten) z.b. im nachhinein erklärst. Wenn du sauer bist, stampf auf den Boden oder hau auf den Tisch/in ein Kissen. Aber Menschen und Tiere werden nicht grundlos geschlagen oder gebissen! Sowas darf man nur wenn man selbst angegriffen wird. Aber das machen wir ja nicht! Oder beisen wir dich? Hauen wir dich? Schubsen wir dich? NEIN! Sowas ist nur und ausschließlich erlaubt wenn dich vorher jemand gehauen, gebissen oder geschubst hat - ansonsten will ich das nicht mehr sehen!

Biet ihm ne aktive Alternative an. Er wird zwar den Impuls rauslassen wollen, aber wie z.b. den Gang zur Toilette wo man kurz den Schließmuskel kontrollieren muss, kann ein Kind in dem Alter deines Kindes diese 1-2 Sekunden vorm handeln tatsächlich inne halten wenn er weis, was alternativ akzeptierter ist. Wenn er diese Alternative nicht kennt - wird er weiter hauen, beisen und schubsen - wenn seine innere Stimme ihm das so einflüstert. ;-)

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