Die Schließtage im Kindergarten

    • (1) 06.09.18 - 17:29

      Hallo,
      ich weiß, dass es zu dem Thema schon einige Threads gibt, aber ich bin gerade ziemlich angenervt und wollte mal nach Meinungen hören.

      Meine Tochter geht in einen Kindergarten in evangelischer Trägerschaft. Der Kindergarten ist toll und sie liebt es. Der Träger gibt vor, dass es zusätzlich zu den Ferienzeiten (max. vier WOchen am Stück, wovon drei im Sommer und 1 zwischen den Jahren), noch 5 zusätzliche Tage geschlossen werden darf für Betriebsausflüge, Fortbildungen etc.
      Nun hält sich der Kindergarten da nie dran. Meine Tochter geht jetzt seit einem Januar und alleine dieses Jahr gab es acht zusätzliche Schließtage. Auf dem letzten Elternabend wurde das schon diskutiert, der Kindergarten argumentiert aber, dass sie es vom Elternbeirat und vom Kirchenrat genehmigt bekommen haben.

      Nun haben wir die Tage die Schließtage für 2019 bekommen und diesmal sind es zehn (!!!) zusätzliche Schließtage. Ich dachte, ich fall vom Hocker. Ich würde das ganze gerne mal ansprechen. Ich kann immerhin vier Schließtage mit meinen Ferien abfangen, aber wenn ich mir vorstelle Leute sind alleinerziehend, wie soll das gehen? Und mein Mann darf sechs Urlaubstage wegen der Schließtage nehmen. Wovon noch nicht mal einer ein Brückentag ist.
      Ist es richtig, dass für solche Probleme der Elternbeirat die richtige Anlaufstelle wäre? Oder findet ihr es übertrieben, dass ich mich darüber aufrege?

      • (2) 06.09.18 - 18:25

        Ja ich würde mich an den Elternbeirat wenden, es hört sich ja so an als ob die es absegnen.

        (3) 06.09.18 - 18:40

        Ich finde du übertreibst etwas. Unsere Kita hat zwischen den Jahren geschlossen, drei Wochen im Sommer und direkt drei Tage im Anschluss sowie an drei weiteren Tagen. Streiks gab es auch schon..#aerger

        Die Willkür würde mich auch nerven- aber ich weiß auch warum die Kitas schließen. Es ist personell kaum machbar immer alles abzudecken und die Leitung muss ja den Erziehern auch ihren Urlaub zugestehen. Wenn das - wie vermutet- der Grund ist bringt ja aufregen auch nix.

        Wir werden uns noch umschauen wenn die Kinder in die Schule kommen. Das ist dann wirklich kaum abzudecken..#zitter..

        • (4) 06.09.18 - 18:57

          Streik fällt ja bei der TE sogar weg. Kirchliche angestellte dürfen meist nicht streiken.

        • (5) 06.09.18 - 21:13

          Wenn sie in die Schule kommen, kann ich es gut abdecken, da ich Lehrerin bin :-)

          Urlaub bzw. Erziehermangel herrscht hier nicht. Die haben da Fortbildungstage, Putztage, Betriebsausflug etc.

          • (6) 07.09.18 - 08:35

            Ich kann einerseits verstehen, dass es Dich nervt. Andererseits sind Fortbildungs- und Planungstage sowie auch ein Betriebsausflug ganz normal. 10 Tage sind aber ganz schön viel, da gebe ich Dir recht. Allerdings jammerst Du als Lehrerin auf ganz schön hohem Niveau. Es gibt etliche Familien, die kaum gemeinsam Urlaub machen können, weil sie sonst die Ferien nicht abgedeckt kriegen. Kann Dein Mann bis auf diese 6 Tage alle Urlaubstage mit Dir gemeinsam verbringen? Ganz ehrlich - davon träumen andere! Von Lehrern, die 12 Wochen im Jahr Ferien haben und keinerlei Feriendienste anbieten müssen, kann ich es immer so gar nicht nachvollziehen, dass sie sich über so etwas aufregen.

            • Allerdings kann sie sich dafür nicht freinehmen, wenn sie es bräuchte. Wenn sich dann mal was nicht überschneidet, muss immer ihr Mann ran. Kann in den Sommerferien auch ungünstig laufen, v.a. wenn mehrere Bundesländer involviert sind.
              12 Wochen im Jahr Ferien stimmt übrigens nicht. Realistisch gesehen sind es sechs Wochen. Die anderen Wochen sind in der Regel gut mit Korrektur, Vorbereitung etc. gefüllt.

              (8) 07.09.18 - 11:51

              Und du weißt also genau, wie viel oder wenig ein Lehrer in der unterrichtsfreien Zeit zu tun hat?
              Mich regen diese Sprüche über 12 Wochen Ferien im Jahr und da hat man doch kein Recht, sich über die Schließtage im KiGa beschweren (Zusammenhang?), dermaßen auf. Ich maße mir auch nicht an zu beurteilen, wie viel oder wenig du in deinem Job zu tun hast. Deswegen gehe ich davon aus, dass Du auch nicht im Detail Bescheid weißt über Korrekturen, Abitur, Nachprüfungen, Förderpläne,, Unterrichtsvorbereitung, Lektürenauswahl, etc. etc.

              Ansonsten sage ich immer nur bei solchen Sprüchen: Augen auf bei der Berufswahl!
              Aber dann höre ich meisten doch: Also vor 30 Pubertierenden da vorne stehen - das könnte ich nicht.

              Und da man als Lehrer eben nicht Urlaub nehmen kann, wann man will, sind solche Schließtage wirklich ein Problem.

              • (9) 07.09.18 - 12:30

                Na komm, ich habe sowohl in der Familie als auch im Freundeskreis wirklich viele Lehrerinnen. Jede einzelne betont, wie froh sie darüber ist, eben nicht dieses Ferienbetreuungsproblem zu haben. Korrekturen etc werden in die Abendstunden gelegt bzw. bei Kindergartenkindern in die Ferienbetreuungszeit. Und ich kenne auch wirklich keinen Lehrer, der nur 6 Wochen frei hat und die restlichen 6 Wochen arbeitet. Ich finde es halt lapidar, sich über 6 Tage aufzuregen, die der Mann für Betreuungszeiten aufkommen muss.

                • Ich habe auch viele Lehrer im Bekanntenkreis und kenne keinen, der nicht die Herbst-/Osterferien und Feiertage durchkorrigiert. Geht auch oft gar nicht anders, da Abiklausuren oder Oberstufenklausuren gut 3h pro Schüler verschlingen und die meisten haben nicht nur einen Kurs. Korrekturen in den Abendstunden mit Kleinkind ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Eine Freundin setzt sich um sieben hin und korrigiert dann bis 12. Wochenende ist auch nicht immer drin. Da gönne ich ihr ein paar freie Tage von Herzen.

              (12) 07.09.18 - 12:48

              Ich habe im übrigen niemanden angegriffen. Aber der Zusammenhang ist in diesem Fall doch glasklar. Lehrer finden es absolut normal, dass sie die Schüler 12 Wochen im Jahr nicht betreuen. Aber dass Kindergartenkinder 6 Wochen nicht betreut werden, ist eine Zumutung. Wie passt denn das bitte zusammen?

              • (13) 07.09.18 - 15:13

                „Lehrer finden es absolut normal...“. - schon wieder so ein Pauschalurteil. #augen
                Ich habe auch Handwerker, Krankenschwestern, Bankangestellte etc. in Familien- und Bekanntenkreus und maße mir trotzdem nicht an, aufgrund dieser Einblicke über die Arbeitsbelastung dieser Berufsgruppe allgemein zu urteilen. Aber bei Lehrern kann immer jeder mitreden, weil man ja auch mal in der Schule war... Außerdem ist mir durchaus bewusst, dass es Luxus ist, immer mit den Kindern frei zu haben, weiß aber auch, wie schwer es für viele Familien ist, diese Zeit abzudecken (wobei es bei uns auch in den Ferien Betreuungsangebote gibt).

                Aber das führt wohl zu weit weg vom Thema und ich finde es auch ziemlich dreist, der Teilnehmerin aufgrund ihres Berufs vorzuhalten, dass sie sich nun wirklich nicht wegen der Schließtage des KiGa beschweren darf.
                Ich finde 4 Wochen + 10 zusätzliche Tage wirklich viel, gerade wenn man nicht nur an sich denkt, sondern an Leute ohne Familie, die einspringen kann, oder Alleinerziehende. Ich würde mal den Elternbeirat darauf ansprechen.

                (14) 07.09.18 - 16:03

                Ich habe nirgendwo geschrieben, dass es mich stört, dass die Kinder sechs Wochen nicht betreut werden. Ich habe geschrieben, dass es mich stört, dass der Kindergarten doppelt so viele Schließtage hat als vom Träger beschlossen.

                Und ja, natürlich finde ich es gut, dass ich in meinen Ferien die kindergartenfreie Zeit abdecken kann. Aber dadurch fehlt mir schlichtweg Arbeits und Erholungszeit. Ich brauche in jeden Ferien knapp die Hälfte zum Vorbereiten und korrigieren. Und dann brauche ich auch tatsächlich dringend Erholung, da ein enormes Pensum an Mehrarbeit unter der Woche anfällt. Als Beispiel :Ich arbeite achtzig Prozent, das entspricht zwanzig Stunden. Nächste Woche arbeite ich aber stattdessen fünfzig Stunden und da ist noch keine Stunde Vorbereitung bzw Korrektur drin.
                All diejenigen, die immer das Bild vor Augen haben, dass Lehrer zwölf Wochen Ferien haben, sollten das nämlich mal im Hinterkopf haben, was wir außerhalb der Ferien an Mehrarbeit leisten.

                • (15) 07.09.18 - 19:31

                  Ja, dass doppelt so viele zusätzliche Schließtage sind wie angegeben, ist nicht ok.

                  Sorry, irgendwie geht das hier auch gerade in eine falsche Richtung. Ich habe überhaupt nichts gegen Lehrer und zweifle auch nicht an, dass sie viel arbeiten. Es ging mir lediglich um den Vergleich zwischen Ferienbetreuung in der Schule und im Kindergarten und um eine wie ich finde nicht ganz angemessene Erwartung Erziehern gegenüber. Ich finde, dass hier einige etwas überreagieren. Dich meine ich damit nicht!

                  • (16) 12.09.18 - 14:41

                    Kein Problem. Das klang für mich beim ersten Lesen tatsächlich nach dem üblichen "Lehrer haben vormittags Recht und nachmittags frei Gerede". Da habe ich dich missverstanden. Sorry.

            (17) 10.09.18 - 18:32

            Hallo!

            Ich mache ganz sicher keiner Sprüche über 12 Wochen Ferien im Jahr und sehe Ferien auch nicht generell als Urlaub an - zwischen Urlaub und unterrichtsfreier Zeit besteht ein Unterschied. Aber was die Betreuung der Kinder in den Ferien angeht, haben Lehrer tatsächlich Vorteile. In aller Regel müssen Lehrer in den Ferien nicht in der Schule anwesend sein (von einigen Sonderaktivitäten einmal abgesehen). Und somit können sie sich ihre Zeit frei einteilen. Wenn die Kinder schulpflichtig sind, brauchen sie i.d.R. auch keine Rundumbespaßung mehr sondern können sich auch einmal für eine Weile selbst beschäftigen, während Mama (oder auch Papa) im Arbeitszimmer arbeitet. Auch sind Lehrer i.d.R. nicht auf eine Nachmittagsbetreuung angewiesen, weil sie selbst zuhause sein können (auch hier: die Kinder brauchen einen Ansprechpartner, aber keine Rundumbespaßung). Somit ist der Lehrerberuf sicherlich der Beruf, der sich am Besten mit dem Familienleben vereinbaren lässt.
            Abgesehen davon habe ich im Freundeskreis einige Lehrerinnen - ich kenne sonst niemanden, der so viel verreist. Es kommt zumindest bei den beiden Grundschullehrerinnen fast nie vor, dass die einmal die kompletten Ferien zuhause sind - so viel also zum Thema Ferien sind keine Urlaubszeiten. Wenn ich in allen Ferien auch nur 1 Woche verreise, sind das immerhin schon 4 Wochen im Jahr. Und in den Sommerferien sind es meistens 2-3 Wochen. Wir verreisen als Familie maximal 3 Wochen im Jahr - mehr geht nicht, weil wir sonst die Schulferien kaum noch abgedeckt bekommen. In den Sommerferien müssen die Kinder ohnehin schon 2 Wochen in die Ferienbetreuung, meist kommt noch eine Woche in den Osterferien oder den Herbstferien dazu. Und ich habe immerhin das Glück, dass ich sogar über 6 Wochen Urlaub vertraglich vereinbart habe. Dafür hat mein Mann allerdings weniger als 6 Wochen. Allerdings gibt es sicherlich auch Arbeitgeber, die nur den gesetzlichen Mindesturlaub gewähren - das sind 4 Wochen im Jahr. Da kann man dann Familienurlaub vermutlich komplett vergessen, wenn man keine Ferienbetreuung für die Kinder hat.
            Und wenn ich jetzt einmal zu den Lehrern zurückkehre: eine Woche hat 168 Stunden. Davon schläft man 56 Stunden - da bleiben noch 112 Stunden übrig - und mehr als 40 Stunden in der Woche muss auch ein Lehrer in den Ferien nicht arbeiten - eher weniger. Es dürfte doch problemlos möglich sein, diese 40 Stunden in Zeiten zu arbeiten, wo der Vater die Kinder betreut (die meisten Väter dürften im Schnitt auch nicht mehr als 50 Stunden in der Woche außer Haus sein).

            Abgesehen davon finde ich aber auch, dass 10 Schließtage im Jahr zu viel sind. Ich würde hier ganz klar einmal die Frage stellen, wie die sich das vorstellen. Ich hab diese Frage tatsächlich einmal gestellt, als unser Kindergarten einmal meinte, ganz kurzfristig zusätzliche Schließtage anzusetzen. Er hat sogar einmal kurzfristig bekannt gegeben, dass anlässlich des Schulanfängerabschlussfestes die Kinder der Gruppe bereits um 13:00 abgeholt werden sollten (betraf eine Gruppe, um 14:00 war Treffen für das Abschlussfest mit Eltern). Da hab ich mich dann gar nicht mehr bemüht, das möglich zu machen - und siehe da: Meine Tochter ist einfach mit den Erzieherinnen zu dem Fest gegangen und ich hab sie dann dort abgeholt.

            LG

(19) 06.09.18 - 19:29

Hallo,

ich finde nicht, dass du übertrieben reagierst. Mich kotzt es auch an. Ich würde an deiner Stelle zählen wie viele Arbeitstage es im Jahr ausmacht und beim Träger anrufen. Da kann man es so begründen, dass man evtl nur 24 Urlaubstage im Jahr hat. Und die Kita deutlich drüber liegt. Ich würde mit anderen Eltern darüber sprechen und es zum Thema machen. Sonst wenn keiner den Mund aufmacht wird die Situation so hingenommen.

Ich habe es auch schon mal gemacht, als es bei uns hiess eine zusätzliche Woche Schliesszeit soll her. Dies wurde uns zwei Tage vorher mitgeteilt. Ich habe dann beim Träger angerufen und mich beschwert bzw das Beispiel mit den Urlaubstagen genannt, ebenfalls habe ich gesagt, dass so viele Schliesstage im Vertag nicht drin sind und dass ich das entgangene Gehalt dem Träger in Rechnung stellen werde, da ich unbezahlten Urlaub nehmen müsste. Danach war das schnell erledigt und die zusätzliche Schliesswoche würde abgeschafft.

Also, ich kann mich auch über so was aufregen. Finde so viele Schliesstage nicht fair.

LG tinnchen

  • (20) 06.09.18 - 22:06

    Ich finde die Anzahl der Schließtage noch recht human.

    Bei uns waren es:
    3 Wochen Sommerferien
    2 Wochen Weihnachtsferien
    1 Woche Ostern
    1 Woche Fasching
    Und 6 zusätzliche Tage

    Ein anderer Kindergarten orientiert sich an den Schulferien

    Was ist denn mit dem Vater des Kindes. Wir haben dann versetzt Urlaub genommen um das abdecken zu können.

    (21) 06.09.18 - 22:07

    Die Antwort sollte an die TE

(22) 06.09.18 - 20:07

In NRW ist es im Kinderbildungsgesetzt so festgelegt:

"... Die Anzahl der jährlichen Schließtage soll zwanzig nicht überschreiten. Die Zahl bezieht sich auf Einrichtungen, die regelmäßig an fünf Tagen in der Woche geöffnet haben. Der Begriff der Schließtage wird aus Elternsicht verstanden, d.h., einschließlich Schließzeiten für pädagogische Konzepttage, Weiterbildung oder Teambildungstage. Mehr als dreißig Schließtage im Jahr (mehr als sechs Wochen) sind unzulässig."

Ich weiß nicht, auf wieviele Tage ihr mit allen drum und dran kommt und jedes Bundesland wird da auch sein eigenes Süppchen kochen.

(25) 06.09.18 - 21:00

Wie werden denn diese Schließtage begründet?

Aber die Schließtage im Kindergarten sind ja noch lange nichts gegen die Schulferien (wenn man da kein Lehrer ist, hat man da das größere Problem)

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