Tischmanieren 3 - 4 jährige?

    • (1) 18.10.18 - 13:04

      Hallo,

      Wir haben 2 Jungs- 4 und fast 3 Jahre alt. Dass es bei uns nicht immer ruhig und friedlich zugeht ist klar und stört mich auch nicht so sehr. Womit ich allerdings mittlerweile ein ziemliches Problem hab ist das Benehmen der beiden beim gemeinsamen Essen.
      Es wird :
      - zu laut geredet/gestritten/dazwischen geredet
      - mit dem Essen gespielt
      - mit den Fingern gegessen
      - Essen fällt runter- mal mehr mal weniger absichtlich....
      - aufgestanden / wieder hingesetzt/ wieder weggelaufen.....

      Was wir bereits probiert haben: "ordentliches" Benehmen vorleben, vorab ruhig erklären wie das Benehmen sein soll, schimpfen, ermahnen, androhen dass das Essen gleich weg ist, bis hin zu Essen tatsächlich beenden, was sofort zu furchtbaren Gebrüll führt aber beim nächsten Essen schon wieder vergessen ist und auch keine nachhaltige Besserung bringt.

      Bin echt schon ein wenig verzweifelt, da wie überhaupt kein ruhiges gemeinsames Essen mehr schaffen und ich meinen Kindern ja auch nicht ständig das Essen wegnehmen will.....

      Wie ist das bei euch, bzw hat jemand Tipps wie wir hier etwas Ruhe reinkriegen????

      LG

      • (2) 18.10.18 - 13:19

        Hallo,

        Entspannt euch selber. Mit 3 und 4 Jahren ist es nicht ruhig und ordentlich am Tisch. Ich würde um Ruhe bitten, auch mal schimpfen, aber nicht das Essen weg nehmen wenn es nicht klappt.

        Wenn es euch selber so stört, würde ich die Kinder allein essen lassen und mich dann danach, wenn sie spielen in Ruhe zum Essen hin setzen.

        Huhu,

        ich empfinde unsere Mahlzeiten meistens als harmonisch.

        Wir richten uns ein Stück weit nach den Kindern (2,5 und 5).
        - Sie müssen nicht sitzenbleiben. Aber wer aufsteht ist fertig.
        - Das Gespräch dreht sich hauptsächlich um Themen, bei denen alle mitreden können.
        - Essen fällt hier nur aus Versehen runter. Das war hier spätestens mit 1,5 gelernt. Klar, machen sie manchmal Quatsch, aber dann genügt normalerweise, dass man sie - mal mehr, mal weniger nachdrücklich - bittet das zu lassen. Genauso mit dem "mit Essen spielen" und "zu laut reden".
        - Wir erwarten keine perfekten Tischmanieren, erinnern aber schon z.B. an die Benutzung des Bestecks. Das wird dann normalerweise auch ohne Murren umgesetzt.

        Ich denke, es ist ein Geben und Nehmen.
        Wenn am Tisch die Kinder erzählen dürfen und das Gespräch auf ihrer Ebene geführt wird, dann sind sie beschäftigt und machen weniger Quatsch.
        Wenn die Kinder als vollwertige Familienmitglieder betrachtet werden und entsprechend mitbestimmen dürfen, dann können sie sich auch besser mit den Regeln der Erwachsenen arrangieren.

        LG Jelinchen

        Ich denke, man muss als Eltern einen Mittelweg finden zwischen einer gewissen Entspanntheit (immerhin sind Deine Kinder noch ziemlich klein) und ein paar wichtigen Grundregeln, an die sich alle halten.
        Schlimm finde ich, wenn es nur noch darauf hinaus läuft, dass die Eltern ihre Kinder permanent ermahnen, maßregeln und mit Adleraugen überwachen. So möchte keiner essen, Kinder auch nicht.
        Deine Punkte:
        - zu lautes reden und streiten: ich finde, Mahlzeiten dienen nicht nur der Nahrungsaufnahme. Es muss auch mal möglich sein, zu diskutieren, laut zu reden oder eben meinetwegen auch mal kurz zu streiten - so lange es in einem gewissen Rahmen bleibt. Schließlich ist auch das Familienleben. Wenn es zu viel wird, dann sollte ein Hinweis genügen, dass die beiden das nach dem Essen regeln sollen.
        - mit dem Essen spielen: machen meine Kinder eigentlich nur, wenn es ihnen partout nicht schmeckt oder sie satt sind. Wer satt ist, darf seinen Teller abräumen. Wer das Essen nicht mag, darf ein Brot bekommen.
        - mit den Fingern essen: vielleicht einigt ihr euch darauf, dass hauptsächlich mit Besteck gegessen wird, ihr aber ab und zu mal Ausnahmen macht, wo es Gerichte gibt, die man auch gut mit der Hand essen kann (Pizza, Fingerfood, Hähnchenkeule, Würstchen,...)
        - Essen fällt runter: so lange es nicht absichtlich runtergeworfen wird, gehört das einfach zum Lernprozess dazu. Wir hatten eine Phase, da verging kein einziges Essen, ohne, dass nicht 3 Sachen runterfielen oder zumindest 1 Becher umkippte... Irgendwann wird es besser. Bei absichtlichem schmeißen wäre für mich (nach einer scharfen Verwarnung) das Essen allerdings beendet.
        - aufstehen/hinsetzen: bei uns bemühen wir uns, dass die Kinder zumindest untereinander warten und dann gemeinsam aufstehen. Klappt auch nicht immer. Zumindest gibt es bei uns kein Rumgerenne, wenn noch andere am Tisch essen. Wer fertig ist, darf notfalls aufstehen und leise auf der Couch oder in seinem Zimmer spielen gehen.

        Wie gesagt: überlegt euch wenige Regeln, die euch wirklich wichtig sind. Bei allem anderen entspannt euch etwas. Viel wichtiger als perfekte Tischmanieren finde ich gemütliche gemeinsame Mahlzeiten, bei denen sich JEDER wohl fühlt.
        Lenkt das Thema auf etwas, was auch die Kinder interessiert. Sprecht über euren Tag oder den anstehenden Urlaub/Wochenende etc. Das hilft schon viel.
        -

      • Hallo,

        bei uns gibt es klare Regeln für alle Kinder.

        1. mit dem Essen wird nicht gespielt. Wer spielt, der hat nicht ausreichend Hunger und ist fertig mit dem Essen. Natürlich durften sie mit 15 Monaten auch mal eine Nudel zerquetschen, aber meine beiden jüngeren sind 26 Monate - da hab ich das Ausleben der Experimentierfreude schon lange beendet. Meine Große ist 4. Sie spielt ohnehin nicht mehr.
        2. Die Große ißt mit Besteck (inkl. Messer), die Kleinen in der Regel auch, wenn sie aber im Verlauf der Mahlzeit wieder mit den Fingern anfangen zu essen, dann ermutigen wir sie, wieder das Besteck zu nehmen (Löffel und Gabel)
        3. laut reden, streiten, dazwischenreden: das ist wahrscheinlich nicht nur ein Problem beim Essen, sondern grundsätzlich. Bebachte Euch doch mal den Tag über: wer fällt wem wie oft ins Wort... Bei uns läuft die Kommunikation am Tisch nicht anders ab als der Rest des Tages.
        4. Essen fällt runter: fällt es runter, ist es passiert. Wird es geworfen, ist die Mahlzeit für einige Momente beendet und es darf dann, nach der Frage, ob noch er/ sie noch hungrig ist, weitergegessen
        5. aufgestanden, weggelaufen... das gibt es bei uns nicht. Bei uns bleiben alle bis zum Schluss am Tisch sitzen. Die Große sowieso bis wir Eltern fertig gegessen haben, die Kleinen ebenfalls. Mit einem Jahr durften die Kinder aufstehen, wenn sie fertig waren und dann haben wir es gesteigert, dass sie nach dem Beenden der eigenen Mahlzeit noch einen Moment sitzen bleiben.

        Bei uns hat es auch manchmals 2 Tage gedauert, bis die Regel begriffen wurde (z. B. wer sein Essen absichtlich runterwirft, der ist fertig). Aber glaub mir: wenn ein Kind Hunger hat, dann ißt es auch :-)

        Ich muss dazusagen, dass es bei uns aber auch nicht nach dem "das gewünschte Wunschkind"- Prinzip hier zugeht. Wir sind in den Augen andere zwar streng, aber wir möchten ein respektvolles, geregeltes Zusammenleben (und Essen) und das nicht in 10 Jahren, wenn alle Kinder aus dem Gröbsten raus sind, sondern eben jetzt schon heute :-) Ich finde, Kindern darf man ruhig "zumuten", dass sie sich richtig verhalten. Und ich glaube nicht, dass ich der Seele meines Kindes damit schade...

        LG, Pureheart

        Wir haben 3 Jungs (9, 3 und 1) und legen großen Wert auf Tischmanieren.

        Wie sitzen deine Kinder am Tisch? Können sie sich gegenseitig zum Quatsch machen animieren?
        Bei uns sitzt Kind-Erwachsener-Kind-Erwachsener-Kind und das klappt gut.

        Bei uns gilt: Wer Quatsch (mit Essen wirft, aufsteht, rumhampelt etc) macht, ist satt.
        Ich frage „Bist du satt? Wenn ja, darfst du aufstehen und spielen gehen. Wenn nicht, iss weiter und lass das (???) sein, sonst ist der Teller weg“ Fruchtet das nicht, kommt der Teller beim nächsten „Vergehen“ weg und das Essen ist beendet.....da kann noch so gebrüllt werden.

        Mit den Fingern essen: Es gibt bei uns auch mal Gerichte, die man mit den Fingern essen darf (mach ich als Erwachsene ja auch), z.B. selbstgemachte Pizza 🍕 oder Hähnchenschenkel 🍗 mit Pommes 🍟 etc.,
        das ist nicht schlimm.
        Oder meinst du, dass sie generell lieber mit den Fingern essen möchten?

        Ansonsten musst du wirklich noch etwas Geduld haben und nimm den Druck etwas raus.
        Sind sie auch wirklich hungrig genug, wenn es Essen gibt? Dürfen sie bei der Zubereitung oder beim Tischdecken helfen?

      • Unsere beiden sind erst 3 und 18 Monate. Ich bin wahrscheinlich eher der Typ unentspannt beim Essen, aber in zu großer Lärmkulisse vergeht mlr der Appetit.

        Bei uns gibts daher regeln (eher für die Große die kleine spricht noch nicht wirklich)

        - wer zu laut redet wird ermahnt, genauso wie dazwischen reden. Wenn es gar nicht funktioniert mit normaler Konversation ist erstmal komplett Ruhe.

        - wer mit dem Essen spielt/mit den Fingern isst obwohl nichts gegen Besteck spricht (schwieriges Essen, akute Müdigkeit) ist wohl satt und die Mahlzeit ist beendet

        - bei 2x absichtlich runtergeschmissen essen ist der Teller weg...passiert aber zum Glück nicht mehr wirklich. Unabsichtliches muss Kind eben nach dem Essen selber wegräumen/wischen (so gut es geht)

        - aufstehen und wurde weiter essen ist ebenfalls nicht. Wer aufsteht ist fertig und das weiß die Große inzwischen auch.

        - es wird sitzen geblieben bis alle fertig sind. Es lenkt zb die Kleine total ab wenn die Große rumhüpft...sie darf aber ein Buch am Tisch lesen wenn sie fertig ist.

        Hat etwas nerven gekostet, aber jetzt ist es am Tisch meist harmonisch. Zumindest solange kein Besuch da ist 🤷🏼‍♀️😂

        Ich bin absolut kein Fan von "entspannt euch mal". Ist man im Restaurant, woanders zu Besuch oder im Hotel, möchte man ja auch nicht, dass es bei Tisch so zugeht.

        Ich würde gar nicht lange fackeln, sondern - je nach Schwere des Verstoßes - das Essen beenden. Wichtig ist nur, dass die Kinder dann zwischendurch nicht so viel essen können, dass sie sich dann zwischendurch satt essen.

        Bei uns ist es so, dass Konsequenzen angekündigt und dann auch angebracht werden - uns zwar nicht erst nach zig Ermahnungen, sondern recht zeitnah. Das geht eben von "kein Nachtisch" bis zu "Essen weg".

        • Danke für eure Meinungen. Sie zeigen mir, dass ich definitiv nicht zu streng bin oder das zu eng sehe. Ich denke auch dass wir weiter sehr konsequent bzw konsequenter sein sollten. Weder für uns als Eltern noch für Besuche etc. ist schlechtes Benehmen beim Essen angenehm. es werden damit einfach meine (Toleranz) Grenzen überschritten und das möchte ich nicht. Dass Gespräche kindgerecht ablaufen und Pizza etc mit den Fingern gegessen werden darf ist auch klar, doch gewisse Grundregeln müssen eingehalten werden. Die Alternative - Kinder essen allein und Eltern essen später kommt für mich nicht in Frage..... va das Abendessen soll gemeinschaftlich ablaufen.
          LG

          • Mein Söhnchen benimmt sich momentan auch gerne mal daneben am Essenstisch, was mich auch zunehmend nervt. Ich fühle also mit dir.
            Was ich neulich probiert haben mit immerhin einem kleinen Erfolg: Mein Sohn hat sich selbst erfolgreich das Rülpsen beigebracht. Finde ich ziemlich ekelig. Wenn es mal rausrutscht-kein Thema, aber macht es mit Absicht und findet dann auch kein Ende. Nachdem ich mir das längere Zeit mitangesehen, ihn permanent ermahnt und ihn darauf aufmerksam gemacht habe, dass, wenn er sich so weiter benimmt, keiner mit ihm zusammen essen möchte, weil andere das ekelig finden. Nachdem ihn das unbeeindruckt lies, habe ich ihn zwei Tage lang alleine am Küchentisch essen lassen und ich im Wohnzimmer am Esstisch mit dem Verweis darauf dass ich so nicht mit ihm zusammen essen mag und er dann halt alleine in der Küche essen muss. Das fand er überhaupt nicht schön (obwohl man in der Küche genauso gut essen und sitzen kann und direkt neben dem Wohnzimmer ist) und bisher kam ihm kein Rülpser mehr über die Lippen. Hoffe es bleibt so. Beim Essen runter werfen sie selbst es übertrieben aufheben und sauber machen lassen. Irgendwann wird es Ihnen selbst zu doof immer wieder hinterher mit dem Lappen alles aufwischen und aufheben zu müssen. Vielleicht zieht das ja bei deinen Jungs.

      Mein Sohn ist gerade dabei das alles zu lernen, ist 2,5 Jahre alt.

      Das er gewisse Gerichte leichter mit der Hand isst, isst für uns in Ordnung. Zum Beispiel bekommt er einen absoluten Wutanfall, wenn er z.b. Fischstäbchen isst, diese ihm schon portioniert wurden und da er die mit Ketchup isst, diese mit der Gabel aufnehmen möchte... eindippen und essen. Tja wenn ihm dann das blöde Fischstäbchen von der Gabel fällt und statt nur leicht im Ketchup einzutauchen komplett darin versinkt... bekommt er den totalen Nervenzusammenbruch nur deswegen. Bevor er also am vollen Tisch verhungert, weil er die Frustrationstoleranz für Misserfolge noch nicht ausgeprägt vorhanden hat. Sagen wir auch. "Wenn es dir leichter fällt, nimm es in die Hand und iss es wie ein Nugget/Pommes... ist in Ordnung." Weil mir dann das mit Fingern essen, weniger störend auffällt als dieses Gebrüll weil er keine Geduld mit seinen Fertigkeiten hat. Ergo soll er in anderen Bereichen erstmal lernen Fehlversuche und Frustration zu ertragen ehe er das gezwungen am Esstisch bis zum Erbrechen durchprobieren muss mit Besteck ehe es klappt.

      Rumlaufen unterbinden wir derzeit noch dadurch bedingt, dass er im Hochstuhl sitzt beim Essen. Und wenn er meint fertig zu sein, dann darf er aufstehen. Vorher wird er nicht raus genommen. Wenn ich ihn also frage "bist du fertig mit Essen" und er bejaht.. dann nehm ich ihn da raus und dann war das Essen erstmal für ihn vorbei. Meistens bekommt er tatsächlich noch mal ne Stunde später hunger oder so und will weiter essen, das darf er dann auch, aber währenddessen mag ich auch kein rumgeeier haben.

      Das Kinder lauter reden und Geschwister sich auch am Esstisch streiten... ist in dem Alter völlig normal! Da würd ich mit 3 und 4 Jahren nicht die Welt von ihnen erwarten. Bin ich ehrlich.

      Aber was ich wichtig finde, überleg dir einen Weg und zieh diesen konsequent durch und nicht heute so und morgen so. Sondern... entweder es wird gegessen oder es wird gespielt aber nicht beides gleichzeitig. Wenn mit dem Essen nur rumgespielt wird. Frag ich "willst du noch was essen"... wenn er sagt "nein" - nimm ich ihm das essen weg und setz nehm ihn aus dem Hochstuhl... wenn er sagt "ja" - sag ich "Gut dann iss bitte auch, wenn du damit spielst nimm ich es dir weg. Mit essen wird nicht gespielt." Entweder er fügt sich der Regel oder ihm wird es weggenommen. (Für einen Moment)... wenn dann Protest einsetzt... frag ich ihn "wenn du isst, bekommst du es wieder. Wenn du quatsch machst nimm ich es dir wieder weg."... meistens reicht das einmal durchzuziehen er hat ja bereits gemerkt, dass ich androhungen was Konsequenzen betrifft auch umsetze was ich androhe. Das selbe gilt für mit Absicht runtergeworfene Sachen. Die werden weggeräumt aber nicht zurück gegeben. Sprich was er wegwirft, will er offenbar nicht essen - so sag ich ihm das auch. Wenn er es wieder haben will - hat er Pech gehabt. Da sag ich dann radikal "du wolltest es ja nicht haben, sonst hättest es nicht runtergeworfen." Und wird auch nicht durch was anderes ersetzt. Das ist pures Grenzen austesten wenn es mit Absicht geschieht. Was anderes wenn es ein Versehen ist. Das wird aufgehoben und sofern noch essbar zurückggeben ansonsten mit was gleichwertigem ersetzt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen - sprich das ist zwar sehr langwierig aber man merkt jetzt schon erste Besserungen dabei.

      Das Problem bei dir ist zudem das du zwei Kinder hast, die auch noch einen engen Abstand haben. die stacheln sich in dem Alter noch zusätzlich zu Fehlverhalten an.

Top Diskussionen anzeigen