Unterschied Ost/West und Einstellung zur Kita

    • (1) 17.01.19 - 13:14

      Hallo liebe Community,

      das soll jetzt hier keine Grundsatzdiskussion werden, aber eure Meinungen würden mich trotzdem sehr interessieren.

      Ich bin im Osten von Deutschland geboren und auch dort aufgewachsen und für mich war es selbstverständlich, dass meine Mutti und mein Vater in Vollzeit arbeiten gehen. Ich habe das persönlich auch nie als schlimm empfunden, unser Familienzeit wurde umso mehr am Wochenende und in den Urlauben ausgekostet. Ich persönlich habe meine Kindheit als eine Bilderbuchkindheit in Erinnerung, obwohl ich täglich von 6 Uhr bis 16/17 Uhr in der Kita war.

      Den gleichen Weg wollte ich nun für meine Familie auch wählen, aber ich habe zunehmend das Gefühl, dass mir Steine in den Weg gelegt werden. Ich muss dazu sagen, dass ich nun seid fast 20 Jahren im Westen von Deutschland lebe und hier die Vollzeit arbeitende Mutti absolut nicht der Normalfall ist.

      Nach einem Jahr Elternzeit wollte ich gerne wieder Vollzeit arbeiten gehen, das habe ich meinem Arbeitgeber auch schon während der Schwangerschaft zugesagt. Hier stellte sich das erste Problem auf: innerhalb eines Kita-Jahres werden keine Plätze vergeben. Da mein Sohn nicht im August geboren wurde, hätte ich 1,5 Jahre Elternzeit nehmen müssen, solange hätte aber mein Arbeitgeber meine alte Stelle nicht freigehalten. Zum Glück haben wir eine tolle Tagesmutter gefunden.

      Jetzt werden wir aber mit dem nächsten Problem konfrontiert, da mein Sohn ab 3 in die Kita wechseln muss. Bei uns gibt es zu wenig Ganztagskitas und bei den Wenigen stehen wir schon ewig auf der Warteliste und haben jetzt Absagen zum Wunschtermin erhalten. Als Lösungsvorschlag wurde uns unterbreitet, dass ich doch nochmal ein halbes Jahr in Elternzeit gehen solle und wir dann einen Platz bekämen. Zudem muss ich gestehen, dass ich bei der Hälfte der Kitas kein gutes Gefühl habe und die Einrichtungen eher einem Aufbewahrungslager gleichen. Befreudete Erzieher haben meinen Eindruck auch bestätigt und mir erzählt, dass die Bedingungen für die Erzieher zunehmend belastender werden (Personalmangel, überfüllte Gruppe, viele I-Kinder). Ich bin zur Zeit so wütend über die Kita-Situation und frage mich wie das alles sein kann? Bevor ich Mutter wurde, wurde mir in der Schule und im Studium Chancengleichheit zwischen Mann und Frau vermittelt. Mit dieser utopischen Vorstellung bin ich ins Leben gezogen. Jetzt wo ich Mutter bin, habe ich nur noch das Gefühl beruflich degradiert zu werden - aber nicht von meinem Arbeitgeber, denn die Wirtschaft hat zum Teil ihre Hausaufgaben gemacht bezüglich Vereinbarkeit Familie und Beruf - sondern von der Politik, die es bei uns zumindest nicht geschafft hat, vernünftige Betreuungsmodelle anzubieten. Auf Nachfrage heißt es immer, dass der Bedarf an Vollzeitplätzen nicht bestehe, weil sich die meisten Familien eher einen Vormittagsplatz vorstellen. Die Vormittagskinder besetzen natürlich auch die wenigen Ganztagsplätze, so dass es immer schwieriger mit einem Vollzeitplatz wird.

      Wie sieht es in eurem Bundesland aus? Sind Halbtagsplätze in eurem Bundesland auch mehr gefragt? Habt ihr auch das Gefühl auf der Suche nach einem Vollzeitplatz gegen Windmühlen anzukämpfen?

      • Hallo.
        Ich komme auch aus den neuen Bundesländern und habe eine ähnliche Kita-sozialisation wie du.

        Nun leben wir in Berlin und meine Tochter geht seit ihrem ersten Geburtstag in die kita, welche von 6-18uhr offen ist. Ich arbeite trotzdem nicht Vollzeit, aber nur weil ich nicht wollte, dass ich mein Kind unter der Woche nur noch zum Abendbrot und ins Bett bringen sehe.

        Für die neugeborene Schwester haben wir auch den Platz in der selben Kita ab dem 1. Geburtstag sicher.

        Ich muss sagen, ich finds echt krass wie unterschiedlich innerhalb Deutschlands ist. Ich glaube, das ist neben den gehaltsunterschieden der größte Unterschied zwischen ost und West.

        Wenn man hier immer liest, dass die Kita nur bis 14 Uhr aufhat oder astronomisch hohe Kosten verlangt... da bin ich sehr froh, dass es hier anders ist. Ich weiß, dass es auch hier nicht optimal ist, dass viele Plätze fehlen, das Personal viel zu schlecht bezahlt wird und so weiter.
        Aber so hat man wenigstens die Wahl und nicht so wie bei euch scheinbar.

        Liebe Grüße

        • Wow, das klingt wirklich nach einem Unterschied wie Tag und Nacht. Wieviel zählt man denn in Berlin für einen Kita-Platz im Schnitt? Wir liegen monatlich aktuell bei 500 Euro.

          • Wir bezahlen gar nichts. Nur das Essen. Ab dem 2. Lebensjahr ist die kita hier kostenfrei und jedes Kind hat ein Anrecht auf einen Platz bis zu 7 Stunden ohne Arbeitsnachweis (darüber hinaus muss Arbeitszeit und -weg nachgewiesen werden)
            Aber ich würde gern etwas bezahlen wenn das Personal damit besser bezahlt würde und der Betreuungsschlüssel besser wäre.
            Aber so haben wirklich alle Kinder die Chance, unabhängig vom Einkommen

      Ich bin ebenfalls im Osten geboren und habe dort als Kleinkind den gleichen Werdegang durchlaufen wie du. Auch für mich galt es als normal, dass die Mutter nach einem Jahr wieder Vollzeit arbeiten ging.

      Für mich selbst ergab sich die Möglichkeit, nach der Elternzeit in Teilzeit mit 75% wieder zu beginnen. Vollzeit kam aus persönlichen Gründen für mich nicht in Frage.

      Wir hatten Glück mit der KiTa und konnten unterjährig fast zum gewünschten Termin einsteigen. Allerdings erhielten wir die Zusage recht spät und hatten daher bereits alle weiteren Möglichkeiten (Tagesmutter) abgeklopft. Wir haben zu dem Zeitpunkt auch Zusagen von KiTa´s für Teilzeitplätze erhalten, mit denen ich meine Stundenzahl nicht hätte arbeiten können.

      Allerdings hatten wir dann nach einem Umzug (Kindergarten) etwas "Pech". Wir bekamen mit Ach und Krach einen Platz zum Umzugstermin, allerdings nur einen Teilzeitplatz. Mit diesem kann ich jedoch aufgrund meiner persönlichen Gegebenheiten inzwischen meine Wochenarbeitszeit (fast Vollzeit) umsetzen.

      Hier in Niedersachsen ist das Betreuungsangebot glaube ich schon recht gut und es gibt genügend Tagesmütter, die den Bedarf auffangen. Bislang wurde hier auch immer nach sozialen Kriterien entschieden. Das bedeutet, dass Alleinerziehende Berufstätige bevorzugt werden, dann kommen beide Eltern Vollzeit, dann ein Elternteil Voll- und der andere Teilzeit, etc.

    • (7) 17.01.19 - 13:37

      Wir wohnen in Oberschwaben(Baden-Württemberg) ein Vollzeitplatz war kein Problem, auch gibt es hier nicht das erst ab einem bestimmten Datum aufgenommen wird, sondern auch unter dem Jahr..,
      Aber: wie ich in Foren immer herauslese ist es dafür beimuns recht teuer: 485€ u3( plus Essensgeld) 385€ü3 (plus essen) beimuns ist auch das letze Kiga-Jahr nicht frei wie in anderen Bundesländern,,,das find ich sehr ungerecht, es sollte in Deutschland eine einheitliche Regelung für alle Bundesländer geben!

      Achja unsere Öffnungszeiten wären, wenn man sie ganz ausschöpfen würde:
      7.15.-17.15 (alles ab 12.30 sind dann verlängerte Öffnungszeiten)

      Ich bin in den alten Bundesländern aufgewachsen, mein Mann im Osten. Keine Grundsatzdiskussion geht da fast gar nicht. Ich habe immer gearbeitet allerdings im homeoffice. Bei meiner Schwiegerfamilie wurde ich immer als zu faul hingestellt weil ich als wessi nicht arbeiten wolle, naja gut die Entfernung und das Unwissen bzw Desinteresse war mir dann irgendwann egal. Mein Sohn geht seit er 3 ist in einen Kindergarten zwischen 8 Uhr und 13 Uhr, ich könnte ihn auch jeweils 39 Minuten länger lassen aber so passt es. Ich arbeite meist 30 Stunden in der Woche und mir reicht das, bevor er im Kindergarten war habe ich weniger gearbeitet, hat mich aber auch nicht gestört. Ich wollte ihn aufwachsen sehen und kannte das auch von mir selbst so. Für mich kommt es nicht in Frage ein Kind zu bekommen und das dann 5 Tage die Woche für 8 Stunden abzugeben. Da fehlt mir zu viel. Das ganze muss aber jeder selbst wissen und entscheiden. Bei uns im Ort gibt es vollzeitkitas aber soweit ich weiß auch zu wenig.

      (9) 17.01.19 - 14:28

      Ich bin der Meinung, dass der "Osten" eine ganz andere Grundinfrastruktur bei den Kitas hat. Das ist jetzt ein Vorteil. Knapp sind die Betreuungen überall, aber diese "Hausfrauenschließzeiten" die kenne ich nur von Urbia und dem "Westen".
      In ganz Deutschland wurde es zu lange versäumt die Kitaangebote auf die Nachfrage anzupassen. Denn ja, ich glaube wir sind da im Osten anders aufgewachsen. Nun verteilen sich die eigenen Erfahrungen und Vorstellungen in ganz Deutschland, aber leider eben nicht das Angebot.

      (10) 17.01.19 - 14:44

      Hallo
      spannende Frage
      Wir haben kürzlich in Westdeutschland ganz andere Erfahrungen zu Kita Plätzen gemacht. Ich habe eigentlich Halbtagsplätze gesucht und von 8 Einrichtungen zu hören bekommen, das sie grundsätzlich keine Halbtagsplätze mehr anbieten. Wir müssten Vollzeitplätze buchen und bezahlen, sonst würde es sich für die Einrichtungen nicht lohnen...
      Ob wir diese dann nur Halbtags nutzen sei unsere Entscheidung ....

    Ich lebe in München und bin die ersten 10 Jahre im Osten groß geworden, mit DDR gezeichneter Mentalität. Ich wurde noch zu DDR Zeiten geboren. Für damalige Verhältnisse blieb meine Mutter unüblich ein volles Jahr daheim. Das war alles als üblich. Denn der Standard wenn man sich umhört in dieser DDR geprägten Gesellschaft war es, nach 8 Wochen Mutterschutz wieder zu arbeiten und das Kind kam in die Krippe. Danach hat es sich schon ettabliert immerhin ein Jahr daheim zu bleiben. Kenn aber keinen aus der Gegend, mit denen ich noch Kontakt habe, das irgendwer 3 volle Jahre daheim geblieben wäre. Selbst jene die es könnten weil arbeitssuchend. Die Mentalität ist bis heute noch stark geprägt.

    Hier ist es so, das du negativ auch im Beruf beäugt wirst wenn du sagst nur unter 3 Jahre daheim zu bleiben. Ich wurde jetzt beim 2. Oft gefragt wie lang ich daheim bleiben werde. Und ich so "da ich nur für September sichere Betreuung gewährleistet hab und vor einem Jahr das nicht möchte, bleib ich diesmal länger daheim und zwar 21 Monate. Beim ersten war ich nur 13 Monate daheim." Da wirst schockiert angestarrt als hättest eben gesagt "Ich plane mein Kind nach der Geburt an der nächsten Parkraststelle auszusetzen." Und ich durfte mir immer anhören "Was warum so kurz, nimm doch die vollen 3 Jahre. Dein Kind braucht dich doch, Job egal du kannst immer zurück da dreht dir keiner ein Strick wenn du 3 Jahre daheim bleibst." Und ich nur "tja Elterngeld nimm ich schon das schlechter stellende Elterngeld plus. Das gibt's nur 22 Monate... von nix kommt nix... von Luft und Liebe allein kann ich meine Kinder auch nicht groß ziehen." Und das für mich tatsächlich etwas total pragmatisches ist und nix romantisches.

    Und mir kommt es nur auf quality Time an. Man kann auch 24 Stunden um das Kind wuseln und weniger effektiv dem Kind bringen, als Eltern die beide Vollzeit arbeiten. So können wir Ausflüge Unternehmen, das geht nicht mit nur einem Lohn außer man hat als Mann einen Mark Zuckerberg oder Bill Gates geheiratet. :-P ein Lohn reicht wenn überhaupt nur um das nötigste vom nötigsten zu decken... ohne Extras mit viel auf Geld achten und das mag ich nicht... permanent geldsorgen zu haben.

(15) 17.01.19 - 15:38

Hallo,
Das kommt nicht nur auf das Bundesland an sondern auch auf die Stadt / Gemeinde
Wir sind innerhalb eines Bundeslandes umgezogen. In der alten stadt hatte ich einen Vollzeitplatz sicher, hier in der neuen Stadt ist 13 Uhr Schluss 😣
Lg

(16) 17.01.19 - 16:16

Ich glaube, dass Ganze ist einfach regional sehr unterschiedlich. Ich wurde hier schon mal angegriffen, weil ich einen Vollzeitplatz in der Krippe genommen habe und eigentlich nicht zwangsweise einen brauche. Hier ist es aber so, dass es mehr Vollzeitplätze gibt als gebraucht werden, weil viele nur den "bis 15 Uhr" Platz wollen.
Wir wohnen 200m von der Stadtgrenze Hamburgs entfernt in Schleswig Holstein und zahlen auch mit die höchste Kita Gebühren in D. Daher rechnen natürlich auch viele nach.
Ich selbst will mein Kind auch gerne um 15 Uhr abholen, aber wenn man in HH arbeitet kann man natürlich nie sagen wie die Verkehrslage ist. Daher ist der 17 Uhr Platz entspannter. Insgesamt hat man bei uns bessere Chancen wenn man einen Vollzeitplatz will, als wenn man Teilzeit will.
Vollzeit sind bei uns sogar momentan zwei Plätze frei.
Anders als bei vielen anderen wird hier aber auch unterjährig aufgenommen, da die Kinder mit dem 3. Geburtstag in den Elementarbereich wechseln.
Ich finde Eltern sollten immer selbst entscheiden, wie sie ihre Kinder betreuen lassen möchten. Allerdings kann man natürlich nicht immer für alles ausreichend Plätze vorhalten. Das wäre planungsmäßig natürlich nicht möglich.

Hier buchst Du die Stunden die Du brauchst damit die Kita planen kann. Jede Stunde die pro Tag mehr brauchst kostet mehr Beitrag Somit kann jeder sein Kind theoretisch Vollzeit schicken, was aber nur die wenigsten machen. Kein Gezicke weil der Eine einen Nachmittagsplatz hat und den eigentlich nicht bräuchte. Ich glaube die haben bis 17.00 Uhr offen.
Einer meiner Kinder hat früher eine Studentenkrippe besucht. Da konntest Du das Kind, wenn Du es gebraucht hättest, sogar bis um 20.00 Uhr betreuen lassen.
Meine Mutter hat als ich klein war Vollzeit gearbeitet. Ich habe es gehasst. Meine Oma hat mich derweil betreut.
Wir wohnen auf dem Land in Bayern
Viele Grüße

(18) 17.01.19 - 17:14

Ich erlebe es (im Westen) gerade umgekehrt. Ich möchte nur halbtags arbeiten, habe bisher in allen Kitas aber nur Ganztagesplätze angeboten bekommen. Einen solchen muss ich nun auch bezahlen, auch wenn ich von 10 Stunden nur 4-5 in Anspruch nehme. Natürlich verleitet dies dazu, mehr Stunden zu arbeiten, und ich kenne auch Mütter, die statt wie geplant 50% dann doch 60% wieder arbeiteten, weil sich sonst der teure Ganztagesplatz in der Kita nicht lohnte.

Das ist von Kommune zu Kommune total verschieden. In unsrer Stadt sind die Kitas von 7-17 Uhr geöffnet und ab 3 Jahren kostenfrei. In der Stadt nur 10 km von uns entfernt, sind die 2 Kitas (mehr gibt es dort nicht!) nur bis 13 bzw 14 Uhr geöffnet. Und die Wartelisten sind ellenlang...
Wir hatten das große Glück uns zwischen 6 Kitas entscheiden zu können, weil wir von allen eine Zusage hatten. Ich kenne aber auch Mütter, die ungewollt 1- 2 Jahre länger zu Hause bleiben mussten, weil sie keinen Betreuungsplatz gefunden haben. Diese Ungleichheit ist unmöglich und es gibt noch sehr viel Verbesserungsbedarf!

(20) 17.01.19 - 19:31

Wir wohnen in NRW an der Grenze zu den Niederlanden, ich komme aus dem Rheinland...in meiner Kindheit war es üblich in unserem Umfeld, die Kinder erst mit vier Jahren vormittags in den Kindergarten zu schicken, die Mütter blieben z.T. jahrzehnte lang zu Hause. Meine Mutter war immer zuhause und sehr unzufrieden.

Ich habe bis zum Abschluss meines Studiums auch immer geglaubt, dass Männer und Frauen gleiche Jobchancen haben, da wurde ich des Besseren belehrt.
Meine Tochter ist gerade 2 Jahre alt geworden und geht seit einem Jahr in eine Kita, wir haben einen Ganztagesplatz (45 Stunden). Überhaupt einen U3-Platz zu bekommen war schon schwierig genug, denn wir wohnen ländlich, wo es üblich ist, dass man auf Familie zurückgreifen kann oder die Mütter bleiben eben zuhause. Einige Kitas sind mittags geschlossen oder öffnen nur von 8-15h - wie soll man da arbeiten? Tagesmütter gibt es auch nicht.
Seit einem Jahr kämpfe ich nun bei Nachbarn und in der Kita gegen die Ansicht, dass U3-Kinder höchstens stundenweise fremd betreut werden sollen. Von unserer Familie rede ich gar nicht erst - es nervt nämlich nur noch, dass man nicht müde wird, bei jeder Gelegenheit zu referieren, wie schädlich die Kita ist und dass es bei Mama immer am besten ist.
Meine neue Stelle nach der Elternzeit ist vergleichsweise schlecht bezahlt, aber mir fiel am Ende die Decke auf den Kopf, sodass ich fast jeden Job angenommen hätte. Leider hatte ich keinen Job, in den ich zurückkehren konnte, aber insgesamt bin ich zufriedener seit ich wieder arbeite.

(21) 17.01.19 - 22:15

Ich wohne in Baden-Württemberg und bin kürzlich in eine andere Gemeinde umgezogen (nur 20 km).

In der alten Gemeinde wurden die Krippenplätze sehr vorausschauend geplant.
Ich hatte keine Probleme einen Platz zu kriegen und konnte mein Kind 5 Tage die Woche von 8 - 15 Uhr abgeben ( ich meine länger wäre auch möglich gewesen).

In der neuen Gemeinde habe ich erstmal gar keinen Krippenplatz bekommen.
Sogar für den Kindergartenplatz habe ich eine Absage bekommen!

Es gibt 5 Kindergärten. 3 davon haben nur bis 12 Uhr geöffnet.
Die anderen beiden haben großzügigerweise 3 lange Tage im Angebot.
Donnerstag UND Freitag sind sie nur bis 13 Uhr geöffnet!

Ich bin fast vom Glauben abgefallen. Obwohl ich nur 25 Std. die Woche arbeite, schaffe ich es mit Mühe und Not meine Arbeitszeit während der Betreuungszeiten abzuleisten.

Jetzt ist unser Kindergarten so fortschrittlich, dass er eine neue Gruppe eröffnet, aufgrund der Nachfrage.
Und rate mal was, die neue Gruppe hat nur Vormittagsbetreuung!

Ich fühle mich wie ein Marsmensch, weil ich nicht wie die anderen Mamas garnicht oder maximal 10 Std. die Woche arbeite.

Ich bin wohl in einer sehr konservativen Gemeinde gelandet.
Und das fiese ist, man bekommt keine Chance bei den Nachbargemeinden, weil die natürlich ihre eigenen Mitglieder bevorzugen. Selbst wenn diese einen Ganztagesplatz belegen, den sie so nicht brauchen.

Den Kindergartenplatz habe ich übrigens doch noch bekommen, als ich mich ans Jugendamt gewandt hatte. Sie waren sehr hilfreich.

Lg

  • (22) 17.01.19 - 22:17

    Achja, ich wollte nur noch anmerken, dass ich weder in Ostdeutschland noch in Westdeutschland, sondern in Süddeutschland lebe :)

(23) 17.01.19 - 22:17

Ich bin im Osten groß geworden, war aber erst ab 3 Jahren im Kindergarten. Tatsächlich. Das ging auch. Und als ich so drüber nachdachte, fiel mir ein, dass wenn meine Mutter mich nachmittags um 4 abgeholt hatte kaum noch Kinder im Kiga waren. (Meist hat mein Opa mich abgeholt.) Dann hab gerade gelesen, es gab verkürzte Arbeitszeiten für Mütter, mehr Urlaub und volle rentenpunkte für die Erziehungszeit. Also so ganz viel gearbeitet wurde nicht oder solche Zeiten bis 18:00 hat es wohl nur im Einzelhandel gegeben. Heute find ich es schon schwierig, dass es viele Jobs gibt, wo man Vollzeit eben nicht mal pünktlich um 17:00 fertig ist. Ich persönlich finde, wenn es möglich ist, sollten Kinder frühestens ab 2 Jahren in den Kindergarten. Etwas Sprechen können wäre gut.
VG

(24) 17.01.19 - 23:51

Spannende Diskussion. Ich bin in Westdeutschland aufgewachsen. In meiner Grundschulklasse war meine Mutter die einzige die arbeiten ging - und zwar Teilzeit und mit Großelternbetreuung. Anders wäre das gar nicht möglich gewesen. 2019: Keine meiner (westdeutschen) Freundinnen arbeitet nach der Schwangerschaft wieder Vollzeit - aber ihre Männer alle... (und diese Paare haben vergleichbare oder sogar identische Berufe und Einkommen..
Wir leben im Ausland. Es gibt hier keine Elternzeit. Die Frauen bleiben traditionell zu Hause (wer es sich leisten kann). Aber bei den meisten (aus dem Ausland zugezogenen) Familien so wie bei uns ist es üblich das beide Eltern Vollzeit arbeiten. Unsere Kita hat 5 Tage von 8-18h geöffnet. Es gibt nur ganztagesplätze. Die Krippe versteht sich als Service Dienstleistung für die Eltern und ist ausser zwischen den Jahren nicht geschlossenen. Da es keine staatliche Subventionen für Krippen gibt kosten die Krippen entsprechend viel - mehr als 2000€ pro Monat

Hallo.

Im Osten von Deutschland

- es gibt nur ganztagsplätze
- kita von 6-17.30 offen
- Beiträge Einkommensunabhängig.
- mehr als 145 euro zahlt niemand

Natürlich kann man sein kind auch als mittagskind holen. Tun die wenigsten regelmäßig da meisst beide Elternteile arbeiten gehen.

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