„Musikalische Früherziehung“ notwendig?

Hallo!
Wir sind alles andere als musikalisch. Die große Ausnahme ist eine Oma, die sich selbst Klavier spielen beigebracht hat. Besondere Kurse oder so gab es nie, Angebote zB. im Kindergarten begeisterten bisher wenig.
Meine knapp 5 jährige interessiert sich seit letztem Herbst jedoch sehr für die Saiteninstrumente des Nachbarkindes. Insbesondere die Harfe. Jetzt wünscht sie es sich sehr, Unterricht zu nehmen. Nur ist das aktuell ja nicht unbedingt einfach. Instrumentenkarussell und ähnliche Kurse sind, wenn sie dann auch stattfinden, teilweise schon bis Ende 2021 ausgebucht #kratz Auf der anderen Seite lese ich oft, dass diese Grundlage quasi Voraussetzung ist, bevor es an ein spezielles Instrument gehen darf.
Wie ist eure Erfahrung?

LG

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Hallo

Vorweg eigene Erfahrungen haben wir (noch) keine, unser Sohn ist auch „erst“ 5.
Allerdings haben wir einige Musiker (auch Musiklehrer) im Freundes und Familienkreis, meine Patenkinder spielen in diversen Orchestern, etc.
Die Basis für jedes Instrument ist die Blockflöte, diese Kurse beginnen bei uns ab dem Schulalter..Notwendig ist musikalische Früherziehung sicher nicht, sie dienen zur Vorbereitung und zur Orientierung (bzw. zum ausprobieren verschiedener Instrumente).

Wir haben uns gegen einen solchen Kurs entschieden, einfach auch weil bei uns diese Kurse relativ teuer sind und uns das von allen als nette Option aber definitiv nicht als ein Muss beschrieben wurde.

#winke

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NICHT DIE BLOCKFLÖTE!!
Sorry ;-) Ich bin traumatisiert. Warum immer Blockflöte? Ich spiele selbst diverse Instrumente, aber gerade Blockflöte finde ich gar nicht so gut geeignet um anzufangen. Wenn man danach auf ein anderes Blasinstrument wechseln will, okay.
Aber beim Klavier lassen sich die Noten direkt auf die Klaviatur übertragen, man braucht keine "Blastechnik" oder abstrakte Griffe, um Töne zu erzeugen. Spricht, erste Erfolge stellen sich sehr schnell ein, Hilfestellung ist einfacher und dazu kann man auch singen.

Das nur meine Meinung als Blockflötengeschädigte :-D
Ich spiel(t)e übrigens Sopran-, Alt- und Tenorblockflöte sowie Saxophon und Klavier, daher habe ich den direkten Vergleich und kann es bis heute nicht wirklich verstehen, dass man mit der Flöte anfängt...

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Ich melde mich auch als Blockflötentraumatisierte. Ich wollte in der Grundschule unbedingt ein Instrument lernen, komme auch aus einer halbwegs musikalischen Familie (elternseits Gitarre, Klavier, Akkordeon...). Fand ich als Kind spannend und wollte ich auch. Aber mir wurde auch dieses "Lern erstmal Blockflöte" zum Verhängnis. Und dann noch in einem Gruppenkurs mit einem ultraaltbackenen Lehrer (den meine Mum schon in der Grundschule als Musiklehrer hatte!). Furchtbar. Ende vom Lied, ich habe nach keinem Vierteljahr hingeschmissen und das wars erstmal. Erst in der weiterführenden Schule habe ich dann auf eigene Faust durchgesetzt, Akkordeon zu lernen und das auch bis zum Abi mit Begeisterung gemacht.

An die TE: wenn deine Tochter Lust hat Harfe zu lernen, frag doch mal die Eltern der Freundin, bei wem sie Unterricht hat und ob sie nicht evtl. für eine Schnupperstunde dazukommen kann.
Je nach Region sind übrigens Unis auch ne gute Anlaufstelle, um geeignete Lehrer zu finden. Mein Bruder hat bei einem Musikstudenten Gitarrenstunden gehabt. Der hat das super gerne als Studijob gemacht und war zeitlich wesentlich flexibler (wenn mal ne Stunde verschoben werden musste)und in der Liederauswahl aufgeschlossener, als so ein klassischer Musikschulkurs. Kommt jetzt natürlich drauf an, worauf man Wert legt. Für eine klassische Konzertgitarrenausbildung wäre die Musikschule vermutlich der professionellere Weg gewesen. Um aus Spaß an der Musik das Instrument zu lernen, war die studentische Lösung prima.

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Notwendig sind solche Kurse nicht. In unserem wurden zu 50% Bilder ausgemalt... Danke, das habe ich Zuhause gratis🙄

Mein Sohn ist 5 und wünscht sich seit 1,5 Jahren Geigenunterricht. Wir waren vor Corona bei einer Probestunde und er war begeistert 😊 Jetzt stehen wir auf einer Warteliste.

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Ich habe keine musikalische Früherziehung gehabt und habe trotzdem diverse Blockflöten, Klarinette und Saxophon, sowie Gitarre/Klavier in Ansätzen gelernt. Ich empfinde die musikalische Früherziehung nicht notwendig, gerade wenn sie eh weiß, was für ein Instrument sie lernen möchte. Da ist die Motivation da!

Ich weiß aber auch nicht, was man bei der Früherziehung macht. Ich erinnere mich noch daran, dass die Kinder (war direkt vor meiner Flötengruppe) viel mit Xylophonen gearbeitet haben. Das hätte mich nicht vom Hocker gerissen. ;-)

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Ich frage mich gerade wie Generationen Musiker ihre Instrumente bisher lernen konnten, denn "musikalische Früherziehung" gabs früher ja gar nicht.

Ich bin der Meinung: Entweder man hat ein Gespür für Harmonien und Rhytthmus oder man hat es nicht. Das ist nichts was man erziehen kann. Man muss es im Blut haben und man muss bereit sein die Musiktheorie später zu lernen.
Und entweder jemand hat die Disziplin sich hinzusetzen und zu üben oder er hat es nicht. Ich habe außer Flöte in der Grundschule und ein bisschen Glockenspiel mit der Oma nix dergleichen gemacht, hab vom Kommuniongeld ne Heimorgel gebraucht gekauft, einmal die Woche Privatunterricht bekommen und hab in der Oberstufe sowohl in unserer Schulband Keayboard, als auch in der Nachbarschule in der Schulband als Keyboard und Synthie gespielt und als Ergänzung noch mit 16 E-Bass gelernt.

Es ist in diversen mit suspekten Kinderförderinstitutionen oder wie man sie nennen soll Pflicht weil man in meinen Augen eben nicht warten will bis Kinder reif genug sind um ein Instrument ernsthaft anzugehen sondern weil man nen Markt entdeckt hat um die Generation Helikoptereltern abzumelken. Es gibt auch seriöse Musikschulen und am Ende auch einfach Privatlehrer die ohne lukratives Kurssystem Kindern einfach Musik näherbringen, egal in welchem Alter.

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„Es ist in diversen mit suspekten Kinderförderinstitutionen oder wie man sie nennen soll Pflicht weil man in meinen Augen eben nicht warten will bis Kinder reif genug sind um ein Instrument ernsthaft anzugehen sondern weil man nen Markt entdeckt hat um die Generation Helikoptereltern abzumelken. Es gibt auch seriöse Musikschulen und am Ende auch einfach Privatlehrer die ohne lukratives Kurssystem Kindern einfach Musik näherbringen, egal in welchem Alter.“
Da haben wir gar nicht erst geschaut. Nur bei den stinknormalen Musikschulen in der Nähe. Normalen Unterricht für ein bestimmtes Instrument, wird bei denen auch erst ab 6 gelistet und alles vorher als sehr sinnvoll beschrieben.

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Weil ein Kind auch erst ab 6 dazu in der Lage ist den komplexen Umgang zu lernen.
Natürlich beschreiben sie es als sinnvoll, sollen sie hinschreiben "wir bietens an, aber obs Sinn macht ...?" ;-) Es macht Spaß, keine Frage, aber es ist keine Voraussetzung ein Instrument zu lernen. wie gesagt, früher ging es einfach erst mit 6 oder noch später los und viele gute Musiker sind entstanden.
Normal machen Kinder ja auch im Kindergarten Singspiele und Klatschspiele etc.

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Wir haben auch wenig Bezug zur Musik und unser Sohn war entsprechend auch nie in der musikalischen Früherziehung.

An Weihnachten, mit knapp 8 Jahren, hat er uns erklärt, dass er Klavier lernen will. Seit Januar hat er jetzt Unterricht und Spaß daran. Er wird sicher nie ein Berufsmusiker, aber er macht deutliche Fortschritte und hat Spaß, auch ohne vorherige Früherziehung.

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Hallo
mumbles

in meinem Umfeld sind viele Musiker. Deren Kinder gehen nicht in die musikalische Früherziehung - weil zuhause sowieso viel gesungen, geklatscht, getanzt wird, die Eltern proben, spielen Konzerte, die Kinder sind dabei, hören zu.. Deren Umfeld ist also voller Musik schon von klein auf.
Nun ist es so, dass Babys zB eine super Atemtechnik schon haben, die meisten sehr kleinen Kinder schön singen können - wenn man es eben im Alltag auch fördert. Diese Fähigkeiten gehen leider aber etwas verloren, wenn man eben nichts macht. Auch zB das absolute Gehör ist etwas, das man als kleines Kind bereits besitzen kann.
Die meisten Kinder gehen aber entweder in einen Kinderchor oder zB in einen musikalischen Vorkurs, zB Blockflötengruppe.. Es ist ein grosser Unterschied, ob im Kindergarten ein Lied gesungen wird, oder in einem Chor ein Stück erarbeitet wird, bei dem auf saubere Töne, exakte Rhythmen usw... geachtet wird. Ganz zu schweigen davon, wie gut Musik machen dem Körper tut und wie spielerisch man lernt, sich zu konzentrieren.

Wir melden unseren dreijährigen Sohn jetzt in der Musikschule an, damit er dann in 2 Jahren dort anfangen kann, ausserdem werden wir einen Kinderchor suchen. In einen Musikgarten oder ähnliches geben wir ihn allerdings nicht. Ich habe auch noch nie gehört, dass das Pflicht sein soll.
Übrigens, weil es hier jemand erwähnte: MusikerInnen und KomponistInnen haben mitnichten erst mit 6 Jahren angefangen.. Mozart sass am Klavier sobald er sitzen konnte und schrieb ich glaube mit 4 seine erste Komposition. Klar, das ist das Beispiel eines Wunderkindes, aber alle MusikerInnen, die ich kenne, waren zumindest in einem Chor oder haben eben spätestens mit 4,5 Jahren Klavier/Gitarre/Blockflöte gelernt.
Ach: Du kannst sicher an der Musikschule anrufen und fragen, ob es einen Tag der offenen Tür gibt, wo man sich die Instrumente anschauen kann. Oder eine Probestunde nehmen. Oder du suchst eine private Lehrerin.

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Die heutige Musikalische Früherziehung, wie sie die Musikschulen anbieten, kannst Du in die Tonne kloppen ...

... alles genauso so "schön" spielerisch wie Grundschule ... ja nicht die Kinder fordern und fördern ... alles schön gleich machen ... Leistung ist überbewertet ... egal, ich schweife ab ...

... in den 70ern (auch da gab es das Konzept der Musikalischen Früherziehung schon; vom Alter her genau wie heute in den letzten 1, 2 Kindergarten-Jahren) konnte ich nach Beendigung des Kurses Noten lesen und schreiben und ganz passabel Glockspiel spielen ...

... meine Tochter, die im Übrigen sehr musikalisch ist, konnte danach hübsch im Rhythmus klatschen, Stöckchen aufeinander schlagen und ein bisschen Glockenspiel ... Noten lesen und schreiben ... undenkbar ... in die Richtung wurde nix gemacht ... was übrigens dazu führte, dass sie fürs Klavierspielen (das nachfolgende Instrument)dazu auch keine Lust mehr hatte und somit beim vom Blatt spielen nicht nach Noten, sondern nach eingezeichneten/geschriebenen Fingersätzen spielte ... die Klavierlehrerin und ich haben recht lange benötigt, bis wir ihr auf die Schliche kamen ... kleines Cleverle.

Lange Rede, kurzer Sinn ... spar Dir die musikalische Früherziehung. Zum Noten lernen und schreiben gibt es ganz gute Literatur; die kann man unterstützend nehmen ... ansonsten ab ins kalte Wasser und Probestunden mit dem Wunschinstrument vereinbaren.

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Hallo,

unsere Kinder (10 und 13) waren beide in der musikalischen Früherziehung.

Beiden war es dort zu langweilig, weil sehr spielerisch vorgegangen wurde.
Dazu muss man aber sagen, dass das nicht die Regel war. Anderen Kindern gefiel es dort gut.
Unsere beiden lernten auch damals schon systematisch. Mit diesen spielerischen Konzepten konnten sie grundsätzlich nichts anfangen.

Unsere Tochter haben wir irgendwann aus der Musikalischen Früherziehung rausgenommen, weil sie nur noch quengelte. Unser Sohn hat den Kurs beendet.

Beide haben aber erst wirklich etwas über Musik gelernt, als sie mit ihren Instrumenten angefangen haben. Die Große spielt seit der 2. Klasse Gitarre, der Kleine Horn.

In der Musikalischen Früherziehung kommen nur die absoluten Grundlagen, und die haben die Kinder ganz schnell drauf, wenn es für ihr Instrument wichtig wird. Man will ja die Stücke so spielen können, dass sie gut klingen und da ist die Motivation etwas über Noten zu lernen, höher, als wenn das nur theoretisch daher kommt. ;-)

Hier gehen die Musiklehrer auch nicht davon aus, dass ein Kind dort war. Die erste Frage, wenn ein Schüler neu anfängt, ist, ob er Noten lesen kann, und wenn nicht, wird das mit dem Instrument zusammen unterrichtet.

Was ich wichtig finde, ist, Veranstaltungen zu besuchen, wo die Kinder möglichst viele Instrumente kennen lernen können.
Neben dem Instrumentenkarussell geht das aber hier auch ohne ganzen Kurs beim Tag der Offenen Tür und bei den Blasinstrumenten-Tagen.
Wir wären z.B. im Leben nicht darauf gekommen, unserem Sohn anzubieten, Horn zu lernen.
Vor dem Tag der Offenen Tür wollte er Schlagzeug lernen, das ihn kein Stück mehr interessiert, seit er zum ersten mal in ein Horn geblasen hat.
Unsere Tochter spielt Gitarre, weil der Unterricht um die Ecke ist und sie das gut fand, als sie da mal war. Aber vielleicht würde sie etwas ganz anderes spielen, wenn wir damals mit ihr auch mehr ausprobiert hätten. Sie hat z.B. Talent für Posaune und findet irischen Dudelsack toll, wie wir mittlerweile wissen. Aber wechseln wollte sie dann doch nicht mehr. (Für den irischen Dudelsack müsste man auch weit fahren.)

LG

Heike

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Da ist sie ähnlich. Singspiele und sowas finden sie schrecklich, mit der Oma Noten lernen hingegen super.

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Unser Sohn (4 J.) ist in solchem Kurs drin. Musikalische Früherziehung.

Wir haben in zwei verschiedene Kurse unterschiedlicher Anbieter hereingeschnuppert.

Wenn es gut gemacht ist, ist es toll für die Kinder.
Einer der Kurse war grottenschlecht, kaum Bewegung zu Musik, sondern immer Aufforderung sein Bastelzeug mitzubringen... 🙄

Hauptgrund für die frühe Anmeldung ist unter anderem auch, dass man überhaupt in die Musikschul-Kurse reinkommt, da die halt mit 3-4 Jahren voll gemacht werden und dann kein Seiteneinstieg mehr möglich ist.

Wir haben in anderen Bereichen die Erfahrung gemacht, dass alles Monate im Voraus ausgebucht war.
Dies wollten wir im Bereich Musikschule unbedingt verhindern, dass das Kind kein Unterricht bekommt, nur weil es nicht früh genug angemeldet wurde. Im Ergebnis machen wir jetzt bei einem Musikkurs mit, ohne zu wissen ob das Kind mit 6 oder 7 Jahren musikalisch genug talentiert ist für ein Instrument.

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Das merke ich gerade auch. War mir gar nicht bewusst, allen anderen Hobbys war das, außer bei speziellen Veranstaltungen, nie so schwer #schwitz