Kindergartenfrei / Selbstbetreuer hier?

Hallo,

ich muss euch mal fragen, was ihr machen w├╝rdet (auch wenn ich mit viel Gegenwind rechne ­čÖł).

Unsere Tochter 4J.4M geht seit Januar in den Kindergarten. Wir hatten Anspruch auf Notbetreuung und konnten eine individuelle Eingew├Âhnung machen.
Die Eingew├Âhnung in einem anderen Kiga war letztes Jahr gescheitert.

Die Erzieherinnen im jetzigen Kiga sind wirklich toll. Ich finde es sch├Ân, wie einf├╝hlsam sie mit meiner Tochter umgehen.
Sie ist wahnsinnig sensibel - war als Baby schon so. Zuhause kein Problem. Sie erweitert ihren Radius aktiv und wird dabei von uns unterst├╝tzt und auch dazu ermuntert.
Auch im Kiga w├Ąhrend der Notbetreuung kein Problem.

Aber seit wieder alle Kinder kommen d├╝rfen geht gar nichts mehr.
Sie n├Ąsst mehrmals t├Ąglich ein, schl├Ąft extrem unruhig, wacht schon mit Bauchschmerzen auf und die erste Frage gilt dem Kindergarten. Sobald sie wei├č, dass heute Kindergarten ist, geht gar nichts mehr. Sie weint klammert sich an uns fest und wirkt einfach nur verzweifelt...

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Kommt sie n├Ąchstes Jahr in die Schule?

Was ist denn genau ihr Problem? Normalerweise bin ja immer daf├╝r einen Gang runter zu schalten, aber dein Kind ist 4,5 Jahre und kann sich schon klar ausdr├╝cken. Sie steckt noch mitten in der Eingew├Âhnung, ich w├╝rde sie noch nicht von Haken lassen. Besonders da sie ja bei dir auschlie├člich mit j├╝ngeren Kindern zu tun hat. Jetzt bekommt sie anderes Input, darf und mu├č den h├Ąrteren Tobak auch erst Mal verdauen. Du schwankst innerlich, das sp├╝rt sie und das macht es ihr nur noch schwerer. Deine Unsicherheit ├╝bertr├Ągst du gerade auf sie.
Zum Einn├Ąssen: Wenn sie schon lange und zuverl├Ąssig Trocken war, dann w├╝rde ich eine Blasenentz├╝ndung ausschlie├čen lassen. Ist die ausgeschlossen w├╝rde ich ihr gegen├╝ber schon klare Worte finden. Nachts w├╝rde ich da gar keinen Wind von machen, aber tags├╝ber w├╝rde ich schon auf die Idee "Protestpinkeln" kommen. Das habe ich mit meiner Tochter n├Ąmlich erlebt, h├Ątte es nie geglaubt, aber es war so. Sie hat es nach meinem spontanen Anpfiff nie wieder gemacht und was hatte ich im ersten Moment f├╝r ein schlechtes Gewissen.

Aktuell beziehst du jede Reaktion auf ihre Sensibilit├Ąt, damit hilfst du ihr aber nicht. Ein Kindergartenstart ist in jedem Alter eine Hausnummer, gerade weil sie ja gut klar kam macht mir das deutlich, das da noch nicht alles verloren ist. Es steht und f├Ąllt aber auch mit dir, sie kein Kleinkind mehr. Und kommt sie wirklich n├Ąchstes Jahr in die Schule, dann hat sie Zeit genug sich an den Trubel zu gew├Âhnen. Brichst du jetzt ab, dann habt ihr das Problem zur Einschulung. Denn liegt es wirklich an der Sensibilit├Ąt, dann hat sie bis zur Einschulung keine Chance selber Strategien zu entwickeln und das ist so wichtig.

Sensible Kinder werden oft zu stark in Watte gepackt, man m├Âchte sie zu sehr sch├╝tzen. Das ist aber nicht n├Âtig, auch oder gerade sie m├╝ssen wachsen d├╝rfen und m├╝ssen lernen sich Herausforderungen zu stellen....ohne st├Ąndige Unterst├╝tzung der Eltern. Und ich finde, das ist jetzt genau das richtige Alter.

Zum Punkt "ohne Kindergarten": Ich selber war nie in einem. Wirklich geschadet hat es nicht, trotzdem hatte ich in der ersten Klasse immer das Gef├╝hl, das mir was fehlt. Die Lehrerin sagte damals ├Âfter zu allen: "Wir machen jetzt...., das kennt ihr ja schon aus dem Kindergarten." Und ich nur:#gruebel. Ich meine das ist 40 Jahre her und ich habe es imme rnoch vor Augen, also mu├č es schon heftiger f├╝r mich gewesen sein. Ich war einfach oft damit besch├Ąftigt, nicht aufzufallen anstatt einfach dem Unterricht folgen zu k├Ânnen. Auch meinen Kram zusammenzuhalten, das musste ich da erst auf die harte Tour lernen, zu Hause verschwindet halt nix;-). Es sind vielleicht Kleinigkeiten und ich war schon als Kind ziemlich hart im Nehmen, aber ich h├Ątte es echt einfacher haben k├Ânnen, wenn ich vorher so etwas wie ein Leben in der Gruppe (ohne Mama) kennengelernt h├Ątte. So musste ich das halt alles auf einmal lernen, inkl. Schulstoff.

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So und nun kommt das Lustige: Ich bin selbst Erzieherin und arbeite als Tagesmutter ­čÖł

Ich wei├č, was ich Eltern alles erz├Ąhlen w├╝rde. Aber mir ist bei der ganzen Situation gerade nur noch schlecht ­čĄŽÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ
Wir haben keinerlei Not, dass sie in den Kiga muss, weil wir arbeiten.

Sie liebt die Tageskinder und spielt so gerne mit ihnen. Ist da aber auch oft altersm├Ą├čig unterfordert...

Ich bin gerade echt am ├ťberlegen sie ÔÇ×einfachÔÇť zuhause zu lassen...
Klar w├Ąre es aufwendiger f├╝r mich Sozialkontakte zu organisieren. Aber das w├Ąre durchaus machbar...

Gibt es hier Eltern mit kindergartenfrei Erfahrung?

W├╝rdet ihr euer Kind / eure Kinder zuhause lassen, wenn es problemlos m├Âglich w├Ąre?

Glg
Beerle

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Ich wei├č es nicht. Denn es scheint ja die Situation mit den ÔÇ×vielenÔÇť Kindern zu sein. Keine Ahnung wie viel das jetzt sind im Vergleich zur notbetreuung, aber irgendwann wird sie ja in einem Klassenzimmer sitzen und dann mit der Situation konfrontiert sein und das w├Ąre ja schon was das sie im Kindergarten lernen kann. Au├čerdem wird sie sich altersm├Ą├čig ja immer weiter von den Tageskindern entfernen und w├Ąhrend 4 und 2 Jahre noch passen ist 6 und 2 Jahre schon ein Unterschied. Ich w├╝rde eine gute Mischung aus Kindergarten und zu Hause machen. Ich bin mir n├Ąmlich nicht sicher, ob sich ihre Probleme in zwei Jahren gegeben haben oder ob du sie mit, dann geht sie eben nicht in den Kindergarten nur in die Grundschule verlagerst ...

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Oh sorry sollte an die TE

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Ich w├╝rde mein Kind absolut zuhause lassen was wir bei zwei Kindern sogar bis zur Schule gemacht haben....
F├╝r mich keine Frage...

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Schwierige Frage.

Wenn es sich nicht bessert, w├╝rde ich vielleicht tats├Ąchlich zu Hause lassen.

Meine Tochter geht sehr ungern in den Kindergarten.
W├Ąhrend den Schlie├čungen war sie zu Hause w├Ąhrend ich komplett im Home Office gearbeitet habe.
Aber ich kann sie nebenher schlecht betreuen, daher ist sie im Kindergarten besser aufgehoben.

Ich selbst mochte den Kindergarten als Kind garnicht. Es gab damals auch keine Eingew├Âhnung. Meine Mutter sollte (und ist) am ersten Tag gleich nach 5 Minuten gegangen.
Zum Gl├╝ck musste ich nur 1 Jahr dorthin.
Es war mir zu laut und zu unstrukturiert.

Aber Schule hingegen habe ich geliebt.

Daher bin ich der Meinung, Kindergarten ist nicht f├╝r jedes Kind gut.

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Hi,
furchtbare Situation, ich kann dich verstehen!

Mein Sohn, gleiches Alter, geht seit Weihnachten nicht in den Kindergarten aufgrund von Corona. Jetzt sind wir umgezogen und er bekommt auch erst nach den Sommerferien wieder einen Platz.

Auch mein Sohn war schon als Baby sehr sensibel, mit fremden Kindern, vor allem wenn es viele auf einmal sind, tut er sich schwer.

Mit 2 ist die Eingew├Âhnung gescheitert, mit 3 ging es dann ganz gut. Er ging immer ohne Drama, hat aber fast 1 Jahr (aufgrund des Lockdowns war es sehr gest├╝ckelt) gebraucht, um wirklich anzukommen. Er hat auch mal gemotzt, er will da nicht hin, aber gro├čes Geschrei gab es zum Gl├╝ck nicht.

Nachdem er dann endlich mal 3 Monate am St├╝ck gehen durfte, ist er pl├Âtzlich aufgebl├╝ht. Hatte Spa├č, hat mit den anderen Kindern getobt und gelacht. Es war so toll!
Leider muss er jetzt ewig daheim hocken und macht uns wahnsinnig. Auf die neue Eingew├Âhnung hab ich auch wenig lust.

Ganz ehrlich? Ich w├╝rde versuchen dran zu bleiben. Ich merke, dass meinem Sohn was fehlt und bin froh, wenn hier irgendwann wieder Normalit├Ąt einkehrt. Wie man das ohne geschrei hinkriegt, wei├č ich aber auch nicht­čÖł

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Oh das h├Ârt sich doch schrecklich an. Ich pers├Ânlich w├╝rde sie nicht mehr schicken.
Unser Gro├čer war drei Jahre, fand es ├╝berhaupt nicht toll, er w├Ąre am liebsten zu Hause geblieben aber ich wusste es nicht besser.
Unser Mittlerer ist erst mit f├╝nf f├╝r 1 Jahr gegangen, nachdem es mit vier ├╝berhaupt nicht geklappt hat. Es gefiel ihm ganz ok aber h├Ątte auch nicht unbedingt sein m├╝ssen.
Und unser Kleinster war so gut wie gar nicht, eigentlich wollte ich ihn gar nicht schicken aber der KiGa lie├č nicht locker und so war er 6 Wochen, dann kam Corona.
Meine G├╝te, was musste ich mir alles anh├Âren von wegen ÔÇ×wie kannst Du das machen, ist ja soooo wichtigÔÇť bis hin zu ÔÇ×in der Schule wird┼Ť dann bestimmt Probleme gebenÔÇť - von wegen, die beiden Kleinen, die am wenigsten waren, hatten Null Probleme und Anpassungsschwierigkeiten in der Schule, da musste der Gro├če noch eher k├Ąmpfen.
Ich h├Âre bei sowas nur noch auf mein Bauchgef├╝hl, mir ist egal, was da geredet wird.

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Meine Kinder waren im Kindergarten. Nicht immer gern, aber ohne Probleme.

Mein Neffe scheint aber ein ├Ąhnliches Kind gewesen zu sein wie deine Tochter. Der war dann nicht im Kindergarten, geht jetzt in die 4. Klasse und in der Schule scheint er bisher gut zurechtgekommen zu sein. (Sein Bruder geht jetzt wegen Corona nicht. Er w├╝rde gehen, wenn er m├╝sste, vermisst ohne aber nichts.)

Also Antwort auf die Frage: Wenn meine Kinder solche Probleme gehabt h├Ątten, h├Ątte ich sie noch eine Weile zuhause gelassen, wenn m├Âglich (und es vielleicht sp├Ąter nochmal versucht).

Mir ging es ├Ąhnlich als Kind. In so gro├čen Gruppen habe ich mich immer unwohl gef├╝hlt.

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Hallo,

ich habe mich mal mit einer Nachbarin unterhalten, deren Kinder in keinem KiGa waren. Sie meinte, der ├älteste h├Ątte in der Schule anfangs "Defizite" gehabt, aber nach ein paar Monaten aufgeholt.

Meine Gro├če ist auch erst mit 4 in den Kindergarten gekommen und das, was ihr grad mitmacht, haben wir auch durch. Das war ein hartes halbes Jahr in bis es einigerma├čen lief. Sie hat den Kindergarten nie besonders geliebt, h├Ątte selbst wohl auch drauf verzichtet. Aber sobald sie die eine oder andere Freundin hatte, hatte sie auch Dinge, auf die sie sich im Kindergarten gefreut hat.
Es wurde also nie: "Mama, ich will heute in den Kindergarten". Aber durchaus "heute ist Kindergarten." "Ah, prima, dann kann ich mit xx spielen".

Wir haben sie nicht wieder rausgenommen, trotz langer Heulattacken. Obwohl wir kurz davor waren.
Weil wir wussten, wenn wir im Januar aufgeben, sitzt diese Erfahrung tief und es wird schwierig, nach den Sommerferien einen neuen Versuch zu starten. Sie w├╝sste ja dann immer, wenn sie heult muss sie nicht.

Ein Kindergarten-Jahr wollte ich aber vor der Schule auf jeden Fall. Denn in der Schule gibt es keine Kompromisse. Im Kindergarten hatte sie oft eine 4-Tage-Woche. Das hat ihr gut getan. Erst kurz vor der Einschulung haben wir das auf 5 Tage raufgefahren. Diese langsame Steigerung w├Ąre nicht m├Âglich gewesen, wenn es um die Schule gegangen w├Ąre.

LG!

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Hallo,

damit wollte ich nicht sagen, dass unser Weg richtig war.
Zumindest die Gruppe h├Ątten wir wechseln sollen... aber das ist ein anderes Thema.

In die Schule ging meine Tochter vom ersten Tag an mit Begeisterung.
An den Kindergarten hat sie aber erstaunlicherweise fast nur gute Erinnerungen, was mein schlechtes Gewissen etwas beruhigt... Wir haben sie also nicht zwei Jahre lang gequ├Ąlt, an den schwierigen Start hat sie keine bewusste Erinnerung, obwohl sie ja schon 4,5 war.

LG!

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Also ich bin P├Ądagogin und zugegebenerma├čen eine Glucke. Mein erster Impuls war : lass sie einfach zu Hause. ABER eine wichtige Erfahrung im Leben ist doch auch: Auch wenn es mal schwierig, be├Ąngstigend und fordernd wird, ich kann das schaffen! Wir schaffen es gemeinsam und wir glauben an dich! Wir nehmen uns Zeit!

Ich w├╝rde sie eng begleiten. Nur kurz da lassen. 1-2-3 Stunden? Im Gespr├Ąch bleiben. Sicherheit und Zuversicht geben. Wenn es ganz doof l├Ąuft auch Mal fr├╝her abholen,wenn n├Âtig. Aber immer wieder kontinuierlich hinbringen. R├╝ckzugsorte schaffen. Bezugserzieher installieren...

So w├╝rde ich es vermutlich machen.