Traumhafte Wassergeburt nach Kaiserschnitt am 3.12.2010

Heute möchte ich Euch von der Geburt meines Sohnes am letzten Freitag erzählen:

Meine Tochter kam 2007 nach 13 Stunden Wehen per Kaiserschnitt zur Welt, weil sie ein Sternengucker war und den Kopf in den Nacken gelegt hatte.
Ich hatte sehr damit zu kämpfen und wollte dieses Mal so gern eine normale Geburt erleben dürfen.
Anfangs standen alle Zeichen auf geplantem Kaiserschnitt, da mein Kleiner bis zur 36. SSW in Querlage lag. Zum Glück hat er sich aber doch noch zur Drehung entschieden und lag dann auch bald fest mit dem Köpfchen im Becken.
Meine FÄ meinte, dass der Kleine eventuell ein paar Tage früher kommen könnte, da der Muttermund bereits 3cm geöffnet und der Eipol gelöst war. Der Schleimpfropf war auch schon ca. 2 Wochen weg und ich hab auch schon gezeichnet. Da ich an Gewicht verloren hatte, hatte sie Angst, dass das Fruchtwasser abnimmt und eine Plazenta-insuffizienz vorliegt und wollte letzten Freitag entscheiden, ob sie mich zur Einleitung einweist.
Das wollte ich gern vermeiden und hab in den Tagen davor einiges getan, um die Wehen in Gang zu bringen: Schneeschippen, Schlitten fahren, Spazieren gehen, heiß baden, ein Glas Rotwein, #sex, das volle Programm eben.
Von Wehen aber nichts zu sehen. #aerger
Am Freitag früh dann, nachdem meine Tochter in der Kita war und ich mit meinem Mann frühstückte, der sich für diesen Tag einen Home-Office-Tag genommen hatte, merkte ich, dass ich Fruchtwasser verliere (so fing es beim letzten Mal auch an).
Wir haben dann in der Klinik angerufen und sind losgefahren (ich auf der Rückbank liegend, man will ja kein Risiko eingehen.

Ich der Klinik angekommen, wurde ich erstmal von der Hebamme ans CTG angeschlossen. Nach einigen Minuten kam eine Ärztin und sagte: "Schönen guten Tag Fr. S., Sie sind also zur Sectio-Planung hier!" #schock Als ich dies verneinte, fragte sie ganz verblüfft, was ich dann hier mache?!
"Ähm, meine Fruchtblase ist geplatzt?!" Upps, das war ihr dann doch irgendwie unangenehm. Ich dachte mir nur, das fängt ja super an! Vielleicht hätte ich mich doch nicht für so eine große Klinik entscheiden sollen?
Na ja, das CTG und ein US waren in Ordnung, Wehen nicht in Sicht und wir wurden erstmal Spazieren geschickt.
Mein Mann hat vor Aufregung so einen Hunger bekommen, dass wir erstmal ins nächste Restaurant gegangen sind, wo er sich den Bauch vollgeschlagen hat. Mit geplatzter Fruchtblase im Restaurant zu sitzen ist ein völlig neues Gefühl, kann ich Euch sagen! ;-) Da ich bei der letzten Geburt viel Spucken mußte, fehlte mir der Appetit .Ich hatte nämlich keine Lust auf ein Wiedersehen mit den Leckereien.
Nach dem Essen sind wir ordentlich gelaufen.

Das nächste CTG zeigte jedoch wieder keine Wehen, sodaß sich das Spielchen wiederholte und mein Mann nach einem Spaziergang seine Nervosität mit Muffins in einem Cafe bekämpfte! #augen

Gegen 16h gabs dann erneut CTG und eine Hebamme begrüßtemich mit den Worten: "Sie sind also die Dame, die die Einleitungstablette bekommen hat!" #schock "NEIN?!!!!" Oje, das kann ja heiter werden!
Nachdem sie mich dann doch noch richtig zuordnen konnte, bekam ich eine Antibiotika-Infusion wegen erhöhter Entzündungswerte (hoffentlich waren es auch meine Werte ;-)) und eine Einleitung mit Gel (Tablette ging nicht wg. vorangegangenrm Kaiserschnitt).
Gegen 17h setzten dann langsam die Wehen ein. Wir wurden in ein Zimmer auf der Wochenbettstation einquartiert, ich veratmete fleißig die noch leichten Wehen und mein Mann verputzte den mitgebrachten Vorrat an Knoppers! ;-)
Um 18.45 wurden die Wehen langsam unangenehm und mir etwas übel, sodaß mein Mann mich überredete, in den Kreißsaal zu gehen (Knoppers waren alle).
Dort erstmal ins Vorwehenzimmer und wieder ans CTG. Die Hebamme fühlte den Muttermund - 4cm #aerger. Sie meinte, mein Darm sei voll und da ich nicht auf die Toilette konnte, würde das Köpfchen das eben rausschieben! #schock Das wollte ich auf keinen Fall und bat (schon zum 2. Mal) um einen Einlauf, da er bei meiner ersten Entbindung auch wehenfördernd wirkte. Den bekam ich dann endlich, veratmetete mit Einlauf noch ein paar Wehen (tolles Gefühl!) und rannte dann zur Toilette (ca. 19h). Als ich mich erleichtert hatte ging es plötzlich rund. Ich hatte eine fiese Wehe nach der anderen und dachte, ich muß auf dieser Toilette sterben! #schwitz
Mein Mann kam gegen meinen Protest zu mir und versuchte mich vom Klo runter zu bekommen. Ich stöhnte nur, dass ich nicht mehr könne und eine PDA wolle. Die Hebamme, die mir in der Zwischenzeit ein Entspanungsbad eingelassen hat, wollte, dass ich zurück ans CTG gehe. Da das aussichtslos war, versuchte sie es mit einem Hörrohr, während ich auf dem Klo saß. #hicks

Da auch dies fehlschlug, packte sie mich in eine Decke und mein Mann hievte mich vom Klo über den Flur in den Kreißsaal. Ich stammelte ständig, dass ich eine PDA wolle, während Hebamme und Mann mich auszogen und in die Wanne steckten. Beim Einsteigen verspürte ich plötzlich Pressdrang. Auf Anweisung meiner Hebamme mußte ich hecheln. Sie untersuchte mich erneut, riß erstaunt die Augen auf und sagte: "Der Muttermund ist vollständig eröffnet, sie dürfen pressen!" Ich dachte nur "Scheiße, jetzt ist es zu spät für eine PDA, jetzt mußt Du da so durch! #schock"
Ich saß also in der Wanne und begann zu pressen. Erstaunlicherweise empfand ich das Pressen als sehr erleichternd und nicht sehr schmerzhaft.
Ich war wie in Trance und nahm meine Umgebung kaum wahr.
Zwischenzeitlich merkte ich, wie die Hebamme etwas hektisch wurde, weil die Herztöne schlechter wurden. Ich mußte dann kurz in den Vierfüßlerstand, dann normalisierten sich der Herzschlag wieder.
Ich preßte ordentlich bei jeder Wehe, zwischendurch gab es immer wieder längere Pausen zum Entspannen.
Die Hebamme dehnte bei jeder Wehe mein Gewebe - ich hätte sie dafür am liebsten gewürgt! :-[ Als die Ärztin dann irgendwann meinte, sie sähe den Kopf war ich total motiviert. Ich ein paar Mal kräftig pressen, schon sah ich den Kopf im Wasser - und schwups, war unser Süßer um 19.49h geboren!
Die Nabelschnur war sehr kurz, er konnte mir nicht auf die Brust, sondern nur auf den Bauch gelegt werden.
Als die Nabelschnur auspulsiert ist hat der Papa sie durchgeschnitten und der Kleine wurde untersucht. Ich mußte raus aus der Wanne und auf das Kreißbett. Dort wurde ich genäht (hoher Scheidenriß + Dammriss 2. Grades), das fand ich eigentlich schlimmer als die Geburt!

Danach konnten wir noch einige Zeit im Kreißsaal verbringen. Als ich dann verlegt werden sollte, stellte die Hebamme fest, dass ich zuviel Blut verliere. Ich mußte also wieder aufs Kreißbett, bekam eine Infusion und mußte nochmal untersucht werden. Vor dem Muttermund haben sich Blutgerinnsel gestaut, die von der Ärztin entfernt werden mußten. AUA! #schock

Wir wollten gern ein Familienzimmer haben. Da keins frei war, hat die Hebamme für uns ein freies Vorwehenzimmer organisiert, in das einfach ein zweites Bett gestellt wurde. Am nächsten Tag bekamen wir dann ein Familienzimmer auf der Wochenbettstation.

Das Stillen klappt leider nicht so gut, ich hatte trotz häufigem Anlegen so gut wie keine Vormilch. Mein Kleiner hat mir aus Frust die Brustwarzen blutig gebissen. Da ich auch noch Schlupfbrustwarzen habe, die sich nach außen dehnen müssen, hab ich nun Schmerzen ohne Ende. Ich pumpe nun und so langsam kommt ein wenig Milch. Mal sehen, ob ich doch noch irgendwann stillen kann oder ob der Süße wie seine große Schwester ein Flaschenkind wird.

Ich empfand die Geburt trotz der Schmerzen als angenehm, auch weil sie so kurz war. Nach der traumatischen Geburt der Großen hat mich diese Geburt wirklich entschädigt. Mir geht es schon wieder sehr gut und unser Kleiner ist ein ganz lieber Kerl und macht uns viel Freude. Wir genießen seit Montag die Zeit zu viert daheim.

Hier noch die Daten:

53cm
3650g
37cm KU

Liebe Grüße,
Jessi

1

hallo jessi

und grosses herzlichen glückwunsch. dein kleines hat mit mir geburtstag stellte ich gerade fest hihi


dein bericht war total schön zu lesen.

ich wünsch euch einen tolle kennenlernzeit


alles liebe und gute

jasmin





6

Vielen Dank und auch Dir herzlichen Glückwunsch nachträglich!

Jessi

2

Glückwunsch...auch mit mir hat Deine Kleine Geburtstag :-)

Aber wie heißt sie denn?

4

sie heisst gar nicht, denn es ist "ein lieber KERL" ;-)

5

Na dann auch Dir einen herzlichen Glückwunsch nachträglich.

Die Kleine ist ein er! ;-) Er heißt Anton.

LG,
Jessi

3

Alles Gute für euch!!!

7

Herzlichen Glückwunsch auch von mir...
eine schöne Kennenlernzeit wünsch ich dir!!

LG
Angie

8

Alles Gute für Euch! Herzlichen Glückwunsch!

Musste total lachen bei Deinem Bericht wegen Deiner Beschreibung, was Dein Mann alles verputzt hat. ;-) Wir hatten eine Frühmorgens-Geburt mit einer durchgemachten Nacht. Mein Mann war irgendwann so müde, daß er sich im Kreißsaal auf den Boden gesetzt hat und weggenickt ist. Er hat auch die meisten meiner mitgebrachten Müsliriegel gegessen...

Liebe Grüße!

Sandra