Geburt von unserem Ü-Ei im Geburtshaus - Ausführlicher Bericht

    • (1) 03.09.19 - 19:55

      Geschrieben habe ich den Bericht schon kurz nach der Geburt, aber zum Abtippen bin ich bisher nicht gekommen. Nun bin ich mit unserem 4. Wunder schwanger und möchte meine Erfahrungen von der letzten Geburt mit euch teilen.

      05.08.2018 SSW 39+4
      Habe heute den Keller aufgeräumt (auch um die Geburt durch Aktivität anzustupsen) und habe seitdem immer wieder einen harten Bauch mit Ziehen. Abstände waren erst stark schwankend, dann 8-12min beim Bügeln. Das Ziehen verlagert sich in den Rücken.
      19:15 Uhr - 20:15 Uhr pünktlich alle 5-6min eine im Rücken schmerzhafte Wehe, bei der Veratmen nötig und Ablenkung unerwünscht ist. Ich überlege ernsthaft in Richtung Geburtshaus zu starten. Ich muss dazu sagen, dass die ersten Geburten immer mit Fruchtwasserabgang losgegangen sind und ich daher nie "Wehen-rätseln" musste.
      Ich habe schon mit meiner Freundin M. geschrieben, die für heute (und auch morgen) bereit stand um unsere Großen zu übernehmen.
      Doch dann nahm die Intensität wieder ab und die Abstände verlängerten sich. Der ZS war leicht bräunlich und der Muttermund immer weiter offen.
      Nach 45min (ab ca. 21 Uhr) wieder Wehen mit einem regelmäßigen 8-10min Abstand Doch das Ziehen war nicht so heftig wie vor Wehenpause der letzten Stunde. Ich gehe also doch Schlafen in der Hoffnung, dass ich nachts von Wehen geweckt werde.

      06.08.2018 SSW 39+5 SSW
      In der Nacht gegen 4Uhr ging der Schleimpfropf ab. Doch das muss nichts heißen: 1. Kind war keine 24h später da; 2. Kind war erst 4 Tage später da.
      Morgens wache ich wieder mit Baby IM Bauch auf, ich habe gut schlafen. Dennoch bin ich frustiert und habe nun überhaupt keine Lust mehr auf ss sein und fühle mich vom eigenen Körper veräppelt!
      Tagsüber habe ich immer wieder Kontraktionen. Am Nachmittag überlege ich, ob ich wirklich mitgehe ins Freibad. Jeder wird fragen / mich bemitleiden „immer noch nicht da das Kind?“. Ich mag nicht mehr! #heul Ich bin doch mitgegangen, aber alle meinen Frust gespürt und dass ich die Nase voll habe. Es wurde trotzdem ein schöner Nachmittag.
      16 Uhr: Es geht wieder Schleimpfropf und jetzt auch minimal Blut ab.
      Wieder daheim habe ich Kontraktionen in unregelmäßigen 10min Abständen.
      Ab 19Uhr kommen die Wehen pünktlich alle 4-6min. Doch nach dem leeren Hoffen vom Abend zuvor, wo sie ja „gleich“ wieder weg waren nach dem Zubettgehen, warte ich ab und erhoffe mir nicht zuviel. Dennoch schreibe ich wieder mit M., die unsere Großen übernehmen würde, damit sie für den Fall, dass es losgeht, vorgewarnt ist.
      Beim Essen und danach mag ich bei jeder Wehe mehr und mehr meine Ruhe haben um konzentriert die Wehen veratmen zu können. Doch so wie die Wehen am Vortag den Muttermund tastbar verkürzt und geöffnet haben (Vortag auf fast 1 Finger geöffnet; heute auf 1,5-2 Finger & Köpfen durch die Öffnung spürbar), rechne ich heute auch nicht mit einem ersthaften Start der Geburt.
      21-21:30 Uhr versuche ich es mit Schlafen gehen, nachdem ich nun doch bei Hebamme I. gefragt habe, ob es echte Wehen sind. Laut ihr soll ich beobachten und mich ggfs. nochmal melden. Im Bett finde ich aber keine Ruhe, und die Wehen bleiben. Kurz vorm Zubettgehen war jede Wehe in der Hocke am angenehmsten, doch jetzt is es erst Recht am angehmsten in der Hocke! Abstände liegen immer noch bei 5min. Auf dem Klo bemerke ich eine deutliche Zeichnungsblutung, ganz frisches Blut.
      Ich bin mir jetzt um 22 Uhr langsam (und endlich) sicher, dass es losgeht. Ein Anruf bei Inge, die nach meiner Schilderung der Lage auch vermutet, dass es ernst wird, reicht und wir packen die Großen ein. Die Älteste ist beim Stichwort „Baby kommt“ wach, die Zweite hingegen krabbelt nach dem Anziehen im Halbschlaf zurück ins Bett.
      23 Uhr sind wir bei M., wo die Kinder offensichtlich schnell wieder eingeschlafen sind.
      Die Wehen werden sehr viel unangenehmer, doch mit geschlossenen Augen & sanfter Musik im Ohr versuche ich so gut es geht im Auto sitzend zu entspannen. Jede Bodenwelle ist aber fies!
      23:30 Uhr Ankunft im Geburtshaus, wo ich mich direkt vors Bett in die Hocke „flüchte“ zum Veratmen. Das CTG ist super, die Wehenausschläge aber will ich gar nicht sehen, es zu fühlen reicht :-p. Muttermund 3 cm offen. Wehen kommen bald alle 3min.
      Eine Rückenmassage von meinem Mann während den Wehen hilft, mit dem Druck im Kreuz klarzukommen.
      Bei einer Wehe mischt sich plötzlich der bekannte Druck nach unten ein. Mein Mann gibt Hebamme I. Bescheid und ich wechsle auf den Gebärhocker. Die Fruchtblase steht noch prall. I. hatte Recht, dass beim 3. Kind der Übergang von Eröffnung zu Austreibung sehr plötzlich sein kann. Sie vermutet auch, dass es ab Blasensprung sehr schnell gehen wird.
      Schon kurz darauf springt die Fruchtblase oder besser gesagt: sie platzt wie eine zu stark gefüllte Wasserbombe. Und ich dachte, der Kopf wäre da, so fühlte sich die „Geburt“ der Wasserbombe an #rofl. Das dem nicht so war, bemerkte ich erst beim Platzen, denn DAS tut der Kopf Gott sei Dank nicht #rofl. Mein Mann erzählte mir später, dass I. gebadet wurde. Ich nahm nur wahr, dass sie aufstand, ein Tuch für sich und den Boden holte und sich grob trocknete.
      Nächste Wehe: Kopf da, noch in derselben Wehe sind die Schultern da und mit der letzten von 4 Presswehen ist der ganze Zwerg da. Es ist 1:23 Uhr.
      Beim Kopf dachte ich auch bei dieser Geburt wieder „Das geht nicht! Der passt nie durch!“ Aber das dachte ich bei den ersten beiden Kindern auch und es ging ja doch …
      1:25 Uhr kam schon die Plazenta, nachdem der Zwerg auf meinem Bauch kuschelte. Er hatte überall Käseschmiere, am meisten von allen 3 Kindern.
      Irgendwann nach dem Abnabeln sahen wir nach, wer nun zu uns gehörte, denn wir kannten das Geschlecht ja nicht: wir hatten ein drittes Mädel bekommen, unsere Luise.
      Sie begann gleich nach der Milch zu suchen & saugte mit enormer Kraft.
      Unsere Luise: 4020g, 52cm, 36cm Kopfumfang
      Sogar die Hebamme I. war erstaunt vom Gewicht, sie hatte nicht mit 4kg gerechnet.
      Ich schlief die restliche Nacht kaum, die Kleine & ihr Papa dafür umso besser. Sie war einfach zu goldig! Doch wenn ich geschlafen habe, dann muss ich tief geschlafen haben. Denn meine Hebamme I. berichtete mir am Morgen, dass sie Luise mehr als einmal etwas von mir lösen musste, weil ich sie so umklammert hielt im Schlaf #schwitz#verliebt
      Am späten Vormittag holten wir die Großen zwei, die ganz begeistert von ihrer kleinen Schwester waren. Auf der Heimfahrt fragte ich mich wie nach der 2. Geburt, ob ich das tatsächlich nochmal will (sofern mein Mann Kind Nr. 4 zustimmen würde).

      Tja, nun sind wir soweit, dass wir zu Ostern unser 4. Wunder erwarten #verliebt

      LG, Logo

      (6) 04.09.19 - 18:33

      Wow, schöne Geburt! Finde ich auch toll, dass ihr euch geschlechtsmäßig so entspannt habt. Ich bekomme auch das 3.gleichgeschlechtliche Kind, nur bei mir sind es Jungs ☺️

      • (7) 04.09.19 - 21:27

        Ich hatte im Gegensatz zu den ersten beiden SS kein Gefühl, welches Geschlecht das Kind haben könnte. Wir waren völlig offen für beides. Daher waren wir glaube ich so entspannt.
        Mal sehen, ob wir es auch dieses mal nicht wissen wollen :-)

    (8) 05.09.19 - 13:01

    Fantastische Schilderung, ich war ganz gebannt! :-) Glückwunsch an euch!
    3 Schwester sind toll (sage ich aus eigener Erfahrung ;-) ) und wer weiß, wer noch dazukommt... :-p alles Gute für die 4. Schwangerschaft! #klee

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