Hilfsmittel wenn man nicht mehr schreiben kann

    • (1) 15.08.18 - 20:54

      Hallo!

      Meine Mutter kann wegen MS fast gar nicht mehr schreiben. Sie ist zudem auch noch furchtbar durcheinander mit immer stärker werdenden kognitiven Einschränkungen. Etwas aufzuschreiben wäre eine große Erleichterung bei manchen Dingen.

      Handschriftlich geht es fast gar nicht mehr.
      Für elektronische/technische Lösungen ist sie „zu blöd“ (nicht böse gemeint, aber war noch nie ihr Ding auch als es ihr noch gut ging).

      Ich suche jetzt andere Lösungen, dass sie einiges besser organisiert bekommt. Wichtig sind ihr Kalender für Termine, Einkaufslisten und Sachen, die ihr einfallen, die erledigt werden müssen. Oft ruft sie mich an und weiß beim Rückruf nicht mehr was sie wollte.

      Eingefallen sind mir nur Stempel womit sie Dinge in ihren Kalender eintragen kann, zB Krankengymnastik, Fußpflege etc, halt immer wiederkehrende Sachen. Vielleicht auch statt Stempel vorgefertigte Aufkleber, aber wahrscheinlich ist das zu fummelig.

      Und an vorgefertigte Einkaufslisten zum ankreuzen dachte ich, aber vielleicht ist das zu unübersichtlich. Auch nicht so optimal.

      Für spontane Einfälle kommt mir nur ein Diktiergerät in den Sinn, aber das ist schon wieder zu technisch.

      Vielleicht hat hier irgendjemand eine Idee? Ich weiß auch nicht so recht wonach ich googeln soll um Hilfssysteme zu finden.

      Danke!

      • Hi schau mal hier zum Beispiel:

        http://www.ergomotix.com/9-uncategorised/80-startseite.html

        Falls noch nicht geschehen, würde ich einen Pflegegrad beantragen und einen SBA, bzgl Hilfsmittel.

        Was mir akut mehr Sorgen bereiten würde, wären die zunehmenden kognitiven Einschränkungen und die Verwirrtheit. Lebt sie alleine? Denn das kann im Haushalt nämlich wirklich gefährlich werden. Generell klingt es so, als würde sie auf Dauer Haushalts- und Pflegehilfe benötigen.

        Ansonsten ist es so, dass man sich bei der Beantragung von Hilfsmitteln beraten lassen kann, das machen z.B. auch die Firmen welche Hilfsmittel anbieten.
        Wir brauchten bisher Keine, insbesondere diesbzgl hoffe ich für dich auf weitere Antworten von anderen Uswrn, welche an dieser Stelle Erfahrung mitbringen.

        LG Snow

        • Super Link! Danke

          Danke, das in dem Link ist alles zu elektronisch. Sie schnallt so gerade Mal ein normales Telefon zu bedienen, aber hat schon keinerlei Verständnis für den Unterschied zwischen meiner Handy und Festnetz Nr zum Beispiel. Das war allerdings schon immer so!

          Demenz ist ausgeschlossen, die kognitiven Einschränkungen sind im Rahmen der MS.

          Pflegegrad 3 hat sie. Ist soweit alles abgedeckt mit Haushaltshilfe, Putzfrau, Pflegedienst, Fahrdienst und mir. Eine „24-Stunden-Polin“ ist in Planung, die erste hat leider nur betrunken im Bett gelegen. Wir hoffen die nächste ist besser.

          Trotzdem suche ich halt nach Systemen mit denen sie sich Selbständigkeit erhalten kann.

      Hallo Frau Hase!

      Wir haben (anfangs) gute Erfahrungen mit Magnettafeln gemacht.
      Sachen wie

      - Hausarzttermin, Orthopäde etc
      - Einkaufen, saugen, Fenster putzen etc
      - Obst, Gemüse, Brot, Getränke etc
      - Post beantworten, telefonieren etc
      Usw usw usw

      entweder mit dem pc ausgedruckt & auf (große) Magnete geklebt oder per Ettikettiermaschine auf den Magnete geklebt. Diese konnten dann vom MSler gut angebracht werden: Zugegebenermaßen auf eine ziemlich große Magnettafel die von uns selbst mit einem Edding zum Wochenkalender umfunktioniert worden war.

      Irgendwann klappte auch das mit den Magneten schlecht. Wenn es ums einkaufen ging, wurde einfach die "Einrichtung" des Kaufmannsladens umfunktioniert. Benötigte Sachen vom Einkauf können vom MSler in einen Korb gepackt werden - sofern kognitiv noch leistbar - der Inhalt dieses Korbes wurde dann von uns als Einkaufsliste umgeschrieben. Gern genommen wurde dabei auch dieses Obst aus Stoff. Beim Schreiben des Einkaufszettels wurden dann auch immer die Sachen bestmöglich vom MSler benannt. Zusammen mit meinem Kleinkind ebenfalls eine "schöne Beschäftigung" zu dritt so nebenbei.

      Es können auch Fotos laminiert werden, wenn z.B. nur noch durch Zeichen (nicken, Finger heben, zwinkern) kommuniziert werden kann. In Sachen Ernährung z.B. Dinge wie eine Tasse Kaffe, Glas Wasser, Kartoffel, Tomate, Broccoli usw. kann dazu fotografiert werden - oder via PC von euch ausgedruckt werden.
      Verschiedene Mimiken wie Freude, Schmerz, Trauer kann ebenfalls hilfreich sein sowie die einzelnen Körperteile um etwaige Schmerzen "angeben" zu können.

      Du siehst, es gibt viele Hilfen, natürlich noch mehr, als ich hier aufgeführt habe. Dazu müsste man allerdings mehr über den Ist-Zustand Deiner Mama wissen. Wenn du magst, schreib mich gerne an

      LG Tati

      • Ach und vll magst du dich in Deinem Umkreis mal umhören: es gibt vereinzelt Pflegedienste, die auf MS spezialisiert sind. Dort könntest du mal anrufen um einen Beratungstermin zu machen. Wird in den meisten Fällen bei bestehendem Pflegegrad von der PK übernommen. Da kannst du auch sehr gute Tips und Hilfemöglichkeiten erfahren.
        Nicht zuletzt auch bei MS-Stammtischen, die es auch immer öfter zu finden gibt. Oft tauschen sich Angehörige/Pflegende und auch betroffene dort aus und können gut unterstützend tätig werden, auf Fragen antworten. Oder auch um einfach zu sehen, dass man als Pflegeperson/betroffener Angehöriger nicht allein ist.
        Meine Daumen sind gedrückt, dass du schnell eine gute Lösung für deine Mama & natürlich auch Dich findest 🍀

      • Ok, danke!

        Magnete und Fotos sind auch eine Möglichkeit. Da muss ich mal überlegen wie ich sowas umsetzen kann.
        Erzählen und lesen und sowas kann sie ganz normal. Das feinmotorische zum Schreiben geht nur fast gar nicht mehr und sie ist verwirrt, völlig unorganisiert (tendenziell ist sie auch gesund immer schon sehr unorganisiert gewesen) und das macht den letzten Rest Selbständigkeit irgendwie immer mehr kaputt.

        Am liebsten würde ich Ihren Papier Tisch Wochenkalender nutzen. Den liebt sie und der ist ihre ganze Orientierung, aber sie kann ihn selbständig so schlecht nutzen weil sie nix reinschreiben kann. Muss sie auch nicht so viel, machen wir, aber oft wäre es einfacher wenn sie es könnte.

    Hallo,
    für Autisten müssen Eltern auch selbst "basteln". Geht eigentlich ganz leicht. Wenn Sie lesen kannst, schreibst du die entsprechenden Tätigkeiten auf ein Blatt und laminierst es dann. Jede einzelne Tätigkeit ist ein einzelnes, kleines Blättchen am Ende. Falls sie nur schlecht lesen kann oder sich das visuell besser mit Bildchen merken kann, dann muss eben ein Bild mit drauf. Bei uns sind die ungefähr DIN A7.
    Hinten an die Blättchen kommen Klettpunkte.
    Es gibt für die Wand so ganze Klettteppiche zu kaufen in verschiedenen Größen - auch schon mit vorgefertigten Wochenplan oder Tagesplan. Dort klettet man die entsprechenden Bildchen dann hin.
    Man braucht weniger dieser Bildchen, als man denkt. Es soll eben die Selbstständigkeit der Menschen erhöhen bzw. unterstützen. Und es ist eine relativ preiswerte Möglichkeit so fast ganz ohne spezielle Technik.
    Meine Kinder haben auch ein Kommunikationsbuch. Funktioniert ähnlich wie oben, nur ist es eben ein Hefter mit allen relevanten Bestandteilen des Lebens. Damit kann man sich mit jemanden echt unterhalten über alles. Da ist z.B. auch die Familie drin. War eine wahnsinnige Arbeit den zu erstellen, aber hier würde ich sagen, es ist einfacher sich vor einem Telefonat, erstmal die wichtigsten Punkte herauslegen und dann anrufen. Dann kann man die Klettbilder zurücklegen.

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