ADHS - was für anzeichen gab es bei euren kita kindern

Ihr Lieben,
die Frage steht ja schon oben.

Mein Mann und ich haben beide ADHS, und den Verdacht dass eines unserer Kinder es haben KÖNNTE.

Ich weiß jedes Kind ist anders, bei jedem gibt es andere "symptome" usw. Mich würden aber trotzdem Mal eure Erfahrungen interessieren.

Geht um Kitakinder, also noch keine schulkinder. Mein sohn ist jetzt 5, und das ist zu früh zum testen laut Kinderarzt , er will erst testen, wenn mein Sohn in der 2. Klasse dann immer noch Probleme in der Schule usw haben sollte.

Nun bin ich am überlegen zu einem Psychologen hier zu gehen, wenn mein Sohn 6 wird. Er wird eh zurückgestellt (noch andere Baustellen).

Wäre über eure Erfahrungsberichte dankbar :)

LG, Schokokeks

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Hallo!
Mit drei Jahren wurde unser Sohn „ständig“ zum Ohrenarzt geschickt, er hat auf Ansprache der Erzieherinnen nicht reagiert. War mit sich und seiner Phantasie total beschäftigt. Die Ohren sind super.

Auch war die intensive Beschäftigung mit Lieblingsthemen sehr auffällig. Hyperfokus auf Dinosaurier oder Paw patrol. Er hat ständig nur von seinem Thema geredet, war nicht bereit, sich auf anderes einzulassen.

Er hat eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität. Er war schon mit 5 auffällig anders als andere Kinder.

Getestet wurde er mit 5 auf Hochbegabung (ist an der Grenze zur Hochbegabung), dann auch Test auf ADHS.

Bearbeitet von lovelike
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Danke für deine Antwort. Bei meinem Sohn kommt noch dazu, dass er sprachbehindert ist, also er spricht jetzt mit 5 mit viel Fantasie 10 Worte.

Bei ihm ist es aber tatsächlich so dass er schnell überfordert ist von vielen eindrücken, wenn man mit ihm spricht kann er sich kaum konzentrieren darauf was man spricht, sondern schaut dann in der Gegend rum oder oder oder.
Er hat soooo viel Energie, wir gehen jeden Tag Stunden raus und abends rennt er mir trotzdem "die glatten Wände hoch" (nennen wir es mal so).
Konzentrieren kann er sich nur beim Fernsehen, und da auch nur wenn ihn was interessiert und auch dabei muss er rumturnen.

Ich bin mal gespannt, was rauskommt oder ob ich eine Möglichkeit finde ihn früher zu testen, denn das würde auch unsere Schulauswahl beeinflussen, bzw ob er eine Begleitung bekommt oder so.

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Ist eine auditive Verarbeitungsstörung ausgeschlossen?

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Hey!

Ich habe adhs und bin hochbegabt. Die Symptome beider Befunde sind identisch.

Im Kindergarten war auffällig, dass ich nicht spielen konnte. So zeigte sich meine Hyperaktivität schon mit 4 Jahren.

In der Grundschule war ich oft unkonzentriert, aber stand 1,8. Ich bin übrigens auch ein Jahr länger in den Kindergarten gegangen.


Mein K1 hat einen großen Bewegungsdrang, aber ist konzentriert und fokussiert. Es kann gut und ausdauernd spielen. Bei der U7a ist aber der Bewegungsdrang aufgefallen. Mein Bauchgefühl würde aber sagen, dass es kein adhs hat. Es ist so ganz anders als ich früher. Der Hyperfokus ist mir aber auch schon aufgefallen.
Mal gucken, wo die Reise hingeht.

Liebe Grüße
Schoko

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Danke für deine Antwort,

Bei ihm ist es aber tatsächlich so dass er schnell überfordert ist von vielen eindrücken, wenn man mit ihm spricht kann er sich kaum konzentrieren darauf was man spricht, sondern schaut dann in der Gegend rum oder oder oder.
Er hat soooo viel Energie, wir gehen jeden Tag Stunden raus und abends rennt er mir trotzdem "die glatten Wände hoch" (nennen wir es mal so).
Konzentrieren kann er sich nur beim Fernsehen, und da auch nur wenn ihn was interessiert und auch dabei muss er rumturnen. Spielen klappt ab und an mal, aber nur alleine. Mit anderen Kindern ist das eher ein nebeneinander Hörspielen, außer es geht um fangen, rumturnen usw.

Hochbegabte ist bei mir gegeben, bei meinem Mann nicht. Ich denke mein Sohn fällt da auch raus, also nicht dumm, aber eben nicht hochbegabt. Zudem ist er sprachbehindert und spricht jetzt mit 5 mit viel Fantasie 10 Worte.

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Hochbegabte Kinder können auch Sprachschwierigkeiten haben.

Mein Sohn hat auch unfassbar viel Energie. Wir haben mittlerweile 2 Spielgruppen gebucht, weil 6 Stunden Kindergarten nicht reichen. Er geht 1h/Woche in eine Turngruppe und möchte danach noch an unseren Händen im Kreis laufen. Turnen reicht nicht, um ihn auszupowern.

Aber er ist dennoch konzentriert.
Schnell reizüberflutet ist er auch. Als Baby mussten wir ihn unter die Käseglocke packen. Jetzt geht es mittlerweile.
Er interessiert sich für Bagger, Elektrogeräte, Duplo, kochen. Er braucht viel kognitiven Input.

Ist dein Kind 5 Jahre? Was sagen denn die Ärzte dazu?
Mein Kind ist 3. Bist du bei LinkedIn?

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Huhu
Bei meinem Sohn kam der Verdacht auch in der Kita auf.

Seine Anzeichen waren:
Extrem viel plappern
Sich nie lange mit Sachen beschäftigen können
Immer unruhig
Wollte keine Regeln einhalten
Extrem kurze Zündschnur

In der ersten Klasse habe ich dann eine kinderpsychologin aufgesucht und da wurde es dann bestätigt.
Noch heute (nach den Ferien 8. Klasse) hat er viele Schwierigkeiten mit Konzentration und Organisation.
Er ist zwar sehr klug und geht aufs Gymnasium, so richtig funktioniert es aber nur mit Tabletten und einer Teilhabeassistenz.

Lg

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Achja und er kann Dinge einfach nicht akzeptieren und hinnehmen.
Es muss wirklich alles ausdiskutiert werden. Wirklich alles!
Das ist schon ziemlich anstrengend

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Ja das mit den Regeln ist bei uns auch so ein Problem. Und ständig Drama, es läuft dann mal 2 min gut und es geht von vorne los.

Bei meinem Sohn kommt noch dazu, dass er sprachbehindert ist, also er spricht jetzt mit 5 mit viel Fantasie 10 Worte. Also das "diskutieren" als solches fällt weg, aber Geschrei, hauen, den Kopf gegen einen drücken usw.


Bei ihm ist es aber tatsächlich so dass er schnell überfordert ist von vielen eindrücken, wenn man mit ihm spricht kann er sich kaum konzentrieren darauf was man spricht, sondern schaut dann in der Gegend rum oder oder oder.
Er hat soooo viel Energie, wir gehen jeden Tag Stunden raus und abends rennt er mir trotzdem "die glatten Wände hoch" (nennen wir es mal so).
Konzentrieren kann er sich nur beim Fernsehen, und da auch nur wenn ihn was interessiert und auch dabei muss er rumturnen.

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Da spricht schon einiges dafür.
Geht dein Sohn zur Ergotherapie? Was sagt sie zur Körperwahrnehmung?
Wenn er ständig rastlos ist, versucht er dieses Bedürfnis vielleicht zu stillen.
Ich würde da mal Massagen mit Igelball oder Duschhandschuh versuchen, jetzt im Sommer spielen alleine im Planschbecken.
Eine Hängematte oder Sessel.
Und dann gezielt Futter für den Kopf, in ganz reizarmer Umgebung, vielleicht mit "Sandsäckchen" zur Unterstützung. Mochte er als Baby gepuckt werden und die Tragehilfe.
Mein ADS Kind kam als Säugling schon nur auf dem Arm oder eingepuckt zur Ruhe. Er war ohne schon immer sehr reizoffen.
Zuviel Bewegung puscht irgendwann auch wieder.

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viele Dinge KANN man früher halt auch nicht testen.

Bei meinem Sohn zeigte sich viel erst deutlich ab Schulalter (Stichwort Konzentration und Fokusverlust, Vergesslichkeit).
Augenkontakt konnte er aber auch früher nie halten. Hyperfokus passt. Bei ihm kommt aber auch noch ne andere Baustelle dazu (leicht Asperger) wo jetzt die Frage ist, ob alles nur AP ist sich beides überschneidet, das wird aktuell getestet.


Im KITA-Alter zeigen sich die extrem hyperaktiven als genau das: unzähmbar, unbändigbar, oft zerstörerisch, unsozial und im Dauer-Raketenmodus. Wie gut die Erzieherinnen beobachten und Konzentrationsschwierigkeiten in der Kita sehen, musst du mal nachfragen - wo anders sind die Kinder oft anders als zuhause.

Tatsächlich war schon mit 2 mein Neffe so extrem, dass ICH gar keinen Zweifel habe. -- jetzt ist der knapp 4 -- das ist irre: der spielt meist zerstörerisch, also schnell und laut und rücksichtslos, egal auf Material oder Mitmenschen oder Lautstärke. Sogar Fremnden gegenüber. - Das ist irre ... der rennt nur, tobt nur, zerstört ein spielzeug nach dem anderen, hört nicht, ist aufsässig, extrem trotzig ist angriffig anderen Kindern gegenüber und schreit und weint dauernd rum, wenn er seinen Willen nicht kriegt und kann bei nix länger als ne halbe Minute bleiben. Schlafen tut er auch von Kind an viel weniger als üblich. und natürlich gibts heftige Probleme auch damit.

Der wird in der Schulzeit vermutlich heftig Probleme kriegen und wird dann wohl auch irgendwann Richtung ADHS aufällig sein oder getestet werden -- das sieht meine Schwägerin nur nicht bisher, die hält ihr kind für anstrengend und lebhaft, ja, -- aber ein Problem sieht sie nicht. Tatsächlich habe ich noch nie so eine Granate gesehen, wie meinen Neffen. --

Warum testen? -- Wenn er Baustellen hat, auch in dieser Art, würde ich die einzelnen Baustellen einfach bewusst, z.B. mit HIlfe einer ERGO angehen. -- egal ob man nun getestet ist oder nicht oder das Verhalten einen Zettel hat.
Fakt ist, dass das Ziel sein sollte, die Verhaltspunkte zu managen, die eben in Kindergarten oder Schule Probleme machen und diese bewusst zu üben oder weg zu trainieren... das kannst du täglich bei manchen Dingen, die Dir auffallen auch heute schon.
Wichtig ist: dran bleiben! -- Besserungen zeigen sich in diesem Feld oft erst Monate und Jahre später mit viel Training.
Versucht doch mal statt Psychologe eher einen Termin/Überweisung zu einer Ergo zu kriegen.

Zum Testen ist sptäer dann das SPZ in Eurer Stadt der richtige Ansprechpartner, - da könnt ihr jetzt schonmal anfangen, Termine zu vereinbaren. Die haben eh jahrelange Wartelisten.

Bearbeitet von tr357
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Hallo!

Wegen der Sprach-Beeinträchtigung müsstet ihr doch in einem SPZ sein.
Was sagen die zu dem beschriebenen Verhalten?

Alles Gute,
Gruß
Fox

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Mein Kind fiel vor allem durch seine Reizoffenheit auf, schlechter Schlaf, fand nicht ins Spiel, war von anderen Kindern überfordert, wurde vom high Need Baby zum high Need Child, irgendwann kamen sehr schlimme Wutanfälle dazu, einmal wollte mein Kind sogar aus dem Fenster springen.
Wann mir die Impulsivität auffiel weiß ich nicht mehr, nach einigen falschen Anlaufstellen sind wir letztlich bei einem Kinderpsychiater gelandet der auch im Vorschulalter diagnostiziert. Da war mein Kind schon fast sechs und der Leidensdruck enorm.

Bitte bedenkt dass viele KJP lange Wartezeiten haben. Ich würde mein Kind möglichst frühzeitig diagnostizieren lassen.Bitte lasst euch nicht hinhalten. der Kinderarzt ist dafür der falsche Ansprechpartner. Ihr müsst zu einem Kinderpsychiater!

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Hallo liebe Schokokeks,

ich danke dir für deinen offenen Beitrag und möchte gerne meine Gedanken zu diesem Thema mit dir teilen. Mein Mann und ich stehen auch vor ähnlichen Überlegungen, da wir beide ADHS haben (ja, sowas gibt's!) und uns natürlich auch Gedanken um unsere Kinder machen..

Unsere jüngste Tochter ist ebenfalls im Kita-Alter, und wie du schon richtig betont hast, ist jedes Kind einzigartig und kann unterschiedliche Anzeichen von ADHS zeigen. Bei unserer Tochter haben wir zum Beispiel bemerkt, dass sie oft sehr impulsiv ist und es ihr schwerfällt, sich über längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Auch in der Kita hat sie manchmal Schwierigkeiten, sich in Gruppensituationen ruhig zu verhalten und hat eine sehr hohe Energie.

Wir haben uns entschieden, frühzeitig mit einer Kinderpsychologin zu sprechen, um ihre Entwicklung zu unterstützen und gegebenenfalls frühzeitig Unterstützung zu bieten. Wir haben mit der Psychologin verschiedene Ansätze besprochen, darunter auch die Möglichkeit von natürlichen Ergänzungen wie Lecithin.

Lecithin ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das aus Sojabohnen gewonnen wird und Phospholipide enthält, die für die Gehirnfunktion wichtig sind. Es wird oft als natürliche Unterstützung für Konzentration und Gedächtnis betrachtet. Natürlich ist es wichtig zu betonen, dass Lecithin keine Wunderlösung ist und immer in Absprache mit einem Kinderarzt oder Fachmann verwendet werden sollte. Für einen ersten Eindruck kannst du dir mal die Informationen durchlesen: https://fleckenstein-natur.de/ratgeber/lecithin/phosphatidylcholin/

Wir haben uns für Lecithin entschieden, weil es eine sanfte Möglichkeit ist, die Gehirnfunktion zu unterstützen, ohne sofort auf starke Medikamente zurückgreifen zu müssen. Wir sind immer noch in der Anfangsphase und beobachten, wie es auf unsere Tochter wirkt.

Ich denke, es ist wichtig, frühzeitig Unterstützung zu suchen und mit Experten zu sprechen, um die beste Herangehensweise für jedes Kind zu finden. ADHS kann eine Herausforderung sein, aber es gibt viele Wege, Kinder auf ihrem individuellen Weg zu unterstützen.

Ich hoffe, meine Erfahrung kann dir ein wenig Einblick geben. Denk daran, dass du nicht alleine bist und dass es viele Eltern gibt, die ähnliche Überlegungen haben. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute auf eurem Weg!

Liebe Grüße,
Lara

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Hallo Schokokeks.

Bei meinem Sohn wurde die Diagnose im Frühjahr gestellt, da war er in der ersten Klasse.
Im Nachhinein erkennt man natürlich einige Dinge, die schon früh auffällig waren. Aber ich habe immer gedacht, dass ist halt eine sehr lange "Bockphase" bei ihm...
Er ist sehr phantasievoll, konnte sich stundenlang in Rollenspiele verlieren, ebenso war er sehr hartnäckig, wenn er Dinge unbedingt lernen oder können wollte (Stichwort Hyperfokus).
Dinge, die ihn nicht interessiert haben, hat er völlig verweigert.
Oft war er euch einfach gar nicht ansprechbar, weil er die Dinge um sich herum einfach nicht wahrgenommen hat, vor allem wenn viel los war. Aufmerksamkeit dann gleich null....
Sehr aktiv war er auch schon immer. Zudem kam eine sehr niedrige Frustrationstoleranz bei ihm schon früh hinzu, sich an Regeln halten war oft schwer.
Das waren so die Dinge im Kindergartenalter.

Als er dann zur Schule kam, wurde es für ihn sehr schwer und innerhalb von kürzester Zeit kamen immer mehr Probleme hinzu.
Ich kann dich also nur ermutigen, dir frühzeitig Experten zu suchen und nicht auf den Kinderarzt zu hören. Bis zum 2. Schuljahr kann so viel passieren und der Spaß an der Schule leidet dann eventuell enorm. Bei uns ist mit der Diagnose eine regelrechte Erleichterung bei ihm eingetreten und wir behandeln auf alle möglichen Weisen und unterstützen ihn so.

Alles gute