Bauen mit Bauträger oder Architekt?

    • (1) 11.10.17 - 08:14

      Hall zusammen,

      da wir lange keine gebrauchte Immobilie gefunden haben, sind wir jetzt auf die „Idee“ gekommen zu bauen. Und prompt am WE ein Grundstück gefunden und reserviert.

      Wir haben jetzt in den nächsten zwei Wochen drei Termine mit verschiedenen Bauträgern gefunden.

      Ist es sinnvoll auch einen Architekten zu kontaktieren? Oder kann man hier sagen, dass es generell zu teuer wird?

      Wir wollen nicht mehr als 180.000 Euro für das Haus ausgeben. Wir wären somit bei 300.000 Gesamtkosten inkl. Nebenkosten.
      Wir haben leider nur 65.000 Euro EK, davon wollen wir aber nur 45.000 Euro ausgeben.

      Mein Gehalt fällt weg, bleibt also nur das Gehalt vom Mann, damit soll auch finanziert werden.

      Vielleicht kann der eine oder andere sogar einen Bauträger empfehlen oder nicht empfehlen?

      • (2) 11.10.17 - 10:41

        Hallo,
        wie groß soll das Haus denn werden? Wenn Ihr 180.000 € zur Verfügung habt, müßt Ihr erstmal 19% MwSt. abziehen - als reine Baukosten habt Ihr also nur 151.000 € zur Verfügung. Das ist reichlich knapp, ganz ehrlich!
        Bedenkt auch die ganzen Nebenkosten (Hausanschlüsse, Grundsteuer, etc.). Zudem würde ich immer mind. 10-15% Reserve im Budget einplanen, denn Unvorhergesehenes wird mit Sicherheit auf Euch zukommen.
        Eine architektenplanung ist nicht teuer, da sich das Architektenhonorar prozentual an den Projektkosten bemißt. Ein Bauträger ist nicht die Wohlfahrt, der knechtet halt seine Subunternehmer, bis für ihn selbst genug übrigbleibt. Leider oft genug auf Kosten der Ausführungsqualität.......
        Toi toi toi. Mit Eurem Budget würde ich mir das aber nochmal gut überlegen, so oder so!
        Viele Grüße, tatzel #klee

        • (3) 11.10.17 - 12:30

          Hallo,

          das Haus soll um die 120qm werden. Die 180.000 sollen eigentlich nur für das Haus draufgehen. Mit allem drum und dran dann um die 300.000 Euro, inkl. NK usw. Wir werden die Tage ja sehen, ob das machbar ist.

          Ob 45.000 Euro als Eigenkapital reicht, wissen wir auch nicht. Nur, dass eben das Gehalt vom Mann reichen muss. Wenn ich in zwei Jahren wieder Tz einsteige, hätten wir ja ca. 2000 Euro Brutto on top, leider Steuerklasse 5 :/

          Vielleicht sollten wir einfach mal einen Architekten kontaktieren

          Danke

      Sei vorsichtig, bei der Wahl eines Bauträgers. Ich habe damit große Probleme bekommen, die in eine gerichtliche Auseinandersetzung von 10 Jahren Dauer gemündet sind. Teuer und nutzlos.
      Du mußt Dir darüber klar sein, dass Du dann KEINERLEI weisungsbefugnis gegenüber den Handwerkern hast. Auch wenn Du die Entstehung massiver Baufehler bemerkst, wird Dich der Handwerker an den Bauträger verweisen. Wenn der Fehler erst eingebaut ist, kann es sein, dass er, wie in meinem Fall, nicht mehr korrigierbar ist. Entsprechend hoch sind die Prozeßkosten.
      Ich würde NIE MEHR mit einem Bauträger bauen.

      Gruß Bernd

      • Oh okay, danke für den Hinweis 😳

        • (6) 11.10.17 - 13:02

          Also mit 180.000 Euro werdet ihr denk ich mal nicht so weit kommen, außer ihr mach viel in Eigenleistung.... Ich würde ehrlich gesagt nur ein Haus bauen, wenn man selber davon Ahnung hat bzw. In der Familie jemand mit Ahnung da ist. Wir hätten nicht selbst gebaut wenn mein Vater kein Maurer/Putzer wäre und mein Mann nicht handwerklich begabt. Wäre da sehr vorsichtig. Nicht umsonst gibts die Serie “die Bauretter“
          Euch viel Glück und vor allem viel Nerven und Geduld ;-)

          • (7) 11.10.17 - 13:56

            Wir sind nicht allwissend - das ist richtig. Ich kann nicht alles im Leben, bin kein Arzt und dementsprechend auch nicht operieren. Dafür gibt es Fachleute. Wir werden einen Gutachter haben, der uns von der Vertragsunterzeichnung bis zur Abnahme begleiten wird. Mehr kann ich nicht machen. Es muss uns jemand begleiten, der Ahnung hat.

            Das mit dem 180.000 Euro Haus werden wir die Tage erfahren. Ob es so machbar ist. Im Moment haben wir kein Angebot vorliegen, die Bauträger wissen Bescheid, was wir wollen und ausgeben möchten. Gelacht hat zumindest noch niemand :) Und wenn jetzt nicht der Zeitpunkt ist, dann eben in 2/3 Jahren. Vielleicht haben wir dann die 100.000 Euro zusammen, wenn wir so weiter sparen, dann sieht es evtl. anders aus.

            Aber wenn man eine fertige Immobilie Kauf würde diese doch auch irgendwann gebaut. Und ob der vorherige Bauherr ahnung hatte....

            K

            • Es muss jeder für sich selbst entscheiden. Leider gibts halt mittlerweile viele schwarze Schafe... muss auch dazu sagen, dass wir jedes Gewerke (Maurer,Zimmerer,Fenster..) selbst ausgesucht haben und auch nur die vor Ort, da wo wir die Arbeit kannten und wussten die machen's richtig.... das ist jetz fünf Jahre her und ich würd's, müsste ich nochmal bauen, wieder so machen. Ach ja, bei uns waren mind. 50.000 Euro an unvorhergesehenen dabei...
              Ich wünsche jeden viel Glück und Spaß beim Hausbau ;-)

      Hallo Bernd, wir sind erst im 2. Jahr Prozess vor dem Landgericht. Bin über deine Zeitangabe von 10 Jahren sehr erschrocken, war da die nächste Instanz auch noch dabei? Danke und LG Vivien

      • Hallo candaceforever,
        das erste Verfahren war ein Beweissicherungsverfahren, danach kamen dann zwei Verfahren (zweite Instanz) wegen der Eigentumsübernahme des unfertigen Hauses.
        Es wurden divrse Gutachten geschrieben, das hat teilweise sehr lange gedauert. Vom Bauträger wurden auch alle Tricks angewendet, um das Verfahren zu verzögern.
        Ich hätte sogar noch ein neues Verfahren gegen meinen Anwalt anfangen müssen, weil der meine Unterlagen nicht an das Gericht weitergeleitet hatte und ich deshalb aus dem Verfahren nur mit Verlust rausgegangen bin.
        Verlass Dich nicht auf Deinen Anwalt, frage lieber 10x nach, ob alles eingereicht wurde.

        Bei uns waren die Leute besser dran, die mit Verlusten aus dem Vertrag ausgestiegen sind. Die hatten wesentlich weniger finanzielle Verluste, vom Zeitverlust, der ja viel Geld kostet (Zinsen und Bereitstellung des Kredits) , mal abgesehen. (war bei uns eine Reihenhausanlage).

        Dir viel Glück und Gruß
        Bernd

        • Vielen Dank für den Tipp, manchmal fällt mir auf, dass die Gutachter nicht alle Unterlagen haben.

          Das kann aber auch am Hauptgutachter liegen (vom Gericht bestellt), der nicht ordentlich verteilt hat.

          Bei uns liegt der Fall leider etwas anders, wir haben die letzte Rate nicht bezahlt, weil sich der komplette Parkett ablöst. Der Bauträger hat uns verklagt.

          Ich hoffe, es gibt irgendwie einen Vergleich, ich möchte keine nächste Instanz, es ist nervlich und zeitlich sehr belastend.

          Eigentümer sind wir natürlich auch noch nicht. Ich plane direkt danach einen Verkauf, es ist dadurch alles belastet und vergiftet. Ich muss nur noch meinen Mann überzeugen.

          • Hallo candaceforever,
            bei mir lag der Fall ähnlich. Ich habe nicht mehr bezahlt, weil die Schäden nicht beseitigt wurden. Der Bauträger hat auch auf Bezahlung geklagt.
            Das Problem ist dabei, dass der Bauträger sicher nicht der Eigentumsübertragung zustimmen wird, da mußt Du dann klagen. Und die nächste Instanz liegt ja auch nicht in Deiner Hand. Die wird der Bauträger wollen, War jedenfalls bei mir so.
            Verkaufen war bei mir dann auch nicht einfach, ich habe das Haus natürlich mit dem Schadensgutachten verkauft. Und die Schäden waren teilweise nicht behebbar.

            Aber der Verkauf wird jetzt sicher einfacher sein, bei der Nachfrage.

            Ich wünsche Dir gute Nerven.

            Gruß Bernd

Ich kenne das so, dass die Bauträger eigene Architekten haben, in den Genuss kommt ihr also sowieso. Meine Schwägerin hat ihr T&C Haus mit dem Architekten besprochen (okay, da gibts jetzt nicht viel zu ändern, da Haus von der Stange), unser Bauträger (regional) hat eine eigene Architektin, mit ihr haben wir unsere Wünsche im Rahmen unseres Budgets besprochen und sie hat sie zu Papier gebracht. EK hatten wir wenig, die Bank wollte nur, DASS etwas da ist, so haben wir davon auch nur sozusagen 1000,- symbolisch beigesteuert, da wir die kompletten Nebenkosten allein bezahlt haben. Die darfst du übrigens nicht unterschätzen. Zusätzlich haben wir einen unabhängigen Baufinanzierer konsultiert (der kostet i.d.R. nichts) , das ist in eurer Situation vielleicht auch ratsam. Wir nannten ihm unsere Wunschrate und er hat hin und her gerechnet, wusste auch um alle versteckten Kostenpunkte und hat uns dann unser baufinanzierende Bank präsentiert.

(15) 11.10.17 - 15:16

180.000 für 120 qm + Baunebenkosten + Grundstück ist verdammt knapp.
Ihr müßt auch bedenken ihr bekommt für 1300 euro pro qm nicht die gleiche Leistung wie bei einem anderen Bauträger der 1800 euro pro qm verlangt.
Waren die Tage bei einem Bekannten, der baut mit einem günstigen Bauträger fängt an bei einer wackligen Bautreppe, geht weiter zu Fliesen aus unterschiedlichen Chargen (hübsche Farbunterschiede) bis dahin das kein Mensch sich mit den Handwerkern verständigen kann.

Egal was ihr macht lest das Kleingedruckte (Bauleistungsbeschreibung). Hatte mal ein Prospekt in der Hand inkl. komplette Elektrik (10 Steckdosen).
Überall wo bauseits steht müßt ihr zahlen und euch kümmern.
Geht vorab in die Bemusterungsausstellung und schaut euch an was es im Standard gibt und was aufgezahlt werden muss.
Bei dem Budget gibt es nur Standard. Teure Fliesen, Designwasserhähne, Vorsprünge, Dachterrasse, Schiebetüren etc ist nicht möglich. 4 gerade Wände, Statteldach oder Pultdach, schlichte Fliesen im Normalformat, weiße Wände, kein smart Home, kein KFW 50 der KFW 40 könnten funktionieren.

Nehmt einen Bauträger der euch einen Projektleiter an die Hand gibt, so dass ihr nur einen Ansprechpartner habt.

Wir bauen mit einem Bauträger. Haben uns einen kleinen und flexiblen gesucht. Haus ist individuell geplant. Sachverständige ist eingeschaltet und zu dem Thema weisungsbefugt, ich bin jeden Tag auf der Baustelle und ich gebe auch meinen Senf ab.
Mein Haus, mein Geld.
Ich erkläre dem Elektriker nicht wie er seine Arbeit machen muss, bin nicht vom Fach. Fällt mir ein Fehler oder ein vermeintlicher Fehler auf, rufe ich den Sachverständigen. Rechnungen können gerne gestellt werden, ist die Leistung noch nicht fertig erbracht, keine Abschlagszahlung, ist die Leistung fehlerhaft Einbehalt.

Bei uns gibt es kleine Zimmereien und Massivhausbauer die bauen so 3-5 Häuser im Jahr, die bauen schlicht und einfach,
KFW was ist das? Smart Home äh neumodischer Kram?
So kleine Firmen würde ich fragen

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