1 Woche vor Weihnachten auf Eigenbedarf gekündigt!

    • (1) 20.12.17 - 08:05

      Hallo zusammen,

      wir stehen völlig unter Schock: 1 Woche vor Weihnachten flattert uns die Kündigung auf Eigenbedarf ins Haus. Fast schlimmer als die Tatsache an sich, finde ich den Termin! Wer macht denn so etwas? Wir haben 2 Kinder, die sich auf Weihnachten freuen, und mein Mann und ich sind völlig fertig, den Kindern gegenüber machen wir auf heile Welt (klappt eh nicht so richtig) und nachts laufen die Tränen und ich kann vor Sorgen nicht schlafen. Meine Tochter ist in der 3. Klasse und ich möchte vor allem nicht, dass sie neben ihrem Zuhause auch noch ihre tolle Lehrerin, Freunde und die gute Klassengemeinschaft verliert. Da aber hier vor Ort Immobilien Mangelware sind, wird es sehr schwer werden, etwas neues zu finden.
      Termin beim Mieterschutzbund haben wir schon, mit der Rechtsschutzversicherung haben wir auch schon geklärt, dass die auf jeden Fall ein Erstgespräch mit einem Anwalt übernehmen.Termin bei unserer Bank hatten wir auch bereits, um finanziellen Rahmen zu klären. Damit haben wir schon viel geschafft in der kurzen Zeit, aber ich finde keine innere Ruhe, im Gegenteil, ich bin gerade so voller Hass auf unsere Vermieter, dass es mich erschreckt.
      Vielleicht hat irgendjemand einen Tipp für den Umgang mit der Situation, ich würde mich über jeden Rat freuen.
      Geknickte Grüße
      Sabine

      • Hallo,

        das ist wirklich blöd, die Kündigung an sich und der Termin der Zustellung. Wann müsst ihr denn raus? Parallel zu euren eingeleiteten rechtlichen Schritten würde die Weihnachtstage auch zur Wohnungs-/Haussuche nutzen (macht ihr aber sicher schon). Unternehmt auch längere Spaziergänge durch eure nähere Umgebung. Manchmal steht ein "zu vermieten" auch direkt an Häusern oder in Fenstern von Wohnungen.

        Dass du eurer Tochter keinen Schulwechsel zumuten möchtest, weil dort alles passt, kann ich gut verstehen.

        Ich wünsche euch viel Glück bei der Suche und dennoch schöne Weihnachten.

        Viele Grüße

        Heike

        Erst mal tief durchatmen! Es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird! Ja, die Situation ist total blöd und der Zeitpunkt ungünstig. Wir hatten auch immer wieder schwierige Situationen, aber mit der Zeit hat sich vieles dann doch entspannt und es gab bessere Lösungen, als anfangs gedacht.
        Sprich Euer Problem überall im Bekanntenkreis an. Viele gute Wohnungen und Häuser gehen unter der Hand weg. Erzähl es beim Bäcker, beim Pfarrer, an der Tankstelle...Vielleicht kennt ja jemand jemanden, der demnächst ausziehen will...

        Ja der Termin des Kündigungszuganges ist etwas unglücklich, aber wenn ein berechtigtes Interesse auf Eigenbedarf besteht muss man das auch so hinnehmen. Ob die Kündigung dabei einen Monat eher oder später kommt ist ja trotzdem ärgerlich.

        https://ratgeber.immowelt.de/a/kuendigung-wegen-eigenbedarf-so-sollten-vermieter-vorgehen.html

        Hier findest du schon mal viele Punkte die du selber prüfen kannst ob die Kündigung formell korrekt ist.
        An eine Eigenbedarfskündigung sind hohe Anforderungen gesetzt.
        Wie lange wohnt ihr dort schon?
        Ist das eine Wohnung oder ein Haus?
        Hat der Vermieter noch andere Mietobjekte/Wohnungen?
        Mindestkündigungsfrist sind 3 Monate und diese verlängern sich wenn ihr länger als 5 oder 8 Jahre dort wohnt.
        Sind die Gründe des Eigenbedarfs genau benannt (Ursache/Personen/Verwandschaftsverhältnis)?
        Einzig bei Vermietern von Zweifamilienhäusern in denen die Vermieter mit wohnen gibt es erleichterte Kündigungsbedingungen dafür aber die doppelte Kündigungsfrist.

        Rechtliche Beratung habt ihr ja schon geplant und solltet ihr schnellstmöglich in Anspruch nehmen.
        Im Notfall falls keine neue angemessene Wohnung im Zeitrahmen der Kündigungsfrist zu finden ist greifen auch Härtefallregelungen, die die Fristen verlängern.

      • Entschuldige aber wann sollen sie denn sonst kündigen? Wenn Sie die Immo bis zum Zeitpunkt xyz brauchen, müssen die ja auch Fristen einhalten. Zeitpunkt ist immer schlecht. Sonst kommst Du und klagst wegen nicht Nichteinhaltung von Fristen.... Für Dich persönlich ist es blöd das verstehe ich, aber vllcht ist Dein Vermieter in der gleichen Situation und braucht die Immo, sonst stünde er vor der Tür (?).
        Ich würde meine Energie jetzt darein setzen ein neues Zuhause zu finden, als Deinen Vermieter zu verklagen. Bei "echtem" Eigenbedarf kann man eh nicht viel machen.
        Ich schreibe Dir aus Sicht eines Mieters und (ehemaligen) Vermieters. Ich glaube nicht dass es dem Vermieter Spaß macht eine Familie vor die Tür zu setzen.
        Viel Glück bei der Wohnungssuche und trotzdem schöne Weihnachten. LG

        • Also, wann man eine Immobilie wegen Eigenbedarfs braucht, das weiß an in der Regel nicht erst von jetzt auf gleich.

          Gerade im Falle einer jungen Familie kann man da auch das persönliche Gespräch suchen, statt kurz vor Weihnachten so einen Brief ins Haus flattern zu lassen.

          Jaja, der Vermieter muss das nicht, ich weiß... aber die Mieterin MUSS sich auch nicht einfach damit abfinden, sondern kann versuchen, dagegen zu klagen.

          So ist das dann halt, wenn man nur nach dem guckt, was man rechtlich DARF und sich für das Zwischenmenschliche einen Dreck interessiert.

          Ich hätte mit dem Vermieter wenig Mitleid.

          LG

      (7) 20.12.17 - 13:12

      Jeder Zeitpunkt ist doch irgendwie schlecht. Nächsten Monat hat wer Geburtstag, übernächsten wer Kommunion, danach möchte man in den Urlaub usw. Da ist Weihnachten völlig unerheblich - das sind nur drei Tage!

      Wenn es tatsächlich Eigenbedarf ist, kannst du eh nicht viel machen. Auch Vermieter haben Rechte - wenn auch nicht viele!

      Hallo Sabine!

      Habe vor ein paar Jahren nen Lehrgang im Bereich Immobilienverwaltung gemacht und habe noch im Kopf das die Kündigung wegen Eigenbedarf wohl rechtens ist, dass da aber trotzdem der Mieter auch nen gewissen Schutz hat.

      Würde mich da in jedem Fall mit dem Mieterschutzbund in Verbindung setzen (Termin hast du ja schon) und das mit denen alles durchsprechen.

      Bis dahin erstmal durchatmen - auf der Straße werdet ihr auf keinen Fall landen.

      Lg

      Hallo,

      in einer Mietwohnung muss man doch immer damit rechnen, dass einem gekündigt wird! Man sollte sich im Mietobjekt nie zu sicher sein, dass es für immer ist.

      Der Brief kam sicher jetzt, weil er vor dem 31. da sein muss, um Ende März anderweitig zu vermieten / selbst einzuziehen - zwischen den Jahren wollte ihn auch keiner schreiben, also jetzt. Auf Weihnachten/Ostern/Geburtstag wird bei sowas eher keine Rücksicht genommen.

      Was sollte der Mieterschutzbund ausrichten? Die Wohnung gehört dem Vermieter, er hat damit jetzt etwas anderes vor, nicht schön für euch, aber nachvollziehbar für ihn.

      Ich drücke die Daumen, dass ihr schnell etwas Anderes findet, möglichst in der Nähe :-)!

      VG

      Hallo und danke an alle, die geantwortet haben.

      Nein, die Frist ist der 3. eines Monats. Die Kündigung zum genau jetzigen Zeitpunkt bringt dem Vermieter keine Vorteile und wäre daher nicht nötig gewesen, vor allem wenn man seit 9 Jahren ein gutes Verhältnis hatte.

      Ja, jede Literatur zu dem Thema empfiehlt die Überprüfung der Kündigung durch Anwalt oder Mieterschutzbund. Und was wir rausholen können, werden wir tun. So leicht wird sich hier in der Gegend nämlich nichts finden lassen.

      LG Sabine

      • die Kündigung ist sicherlich ungünstig gewählt aber somit habt ihr immerhin novhmals rund 14 Tage Länger zum Suchen ....wäre es andersherum gelaufen würdest duc sicherlich auch sagen "warum habensie nicht früher Bescheid gesagt".

        Wenn es bei Euch alles so eng ist, holt Euch einen Makler. Hier habt ihr immer noch die Chance etwas zu finden, denn icht alle Objekte werden öffentlich inseriert.
        Ist zwar nicht presigünstig aber auf die Schnelle sicherlich das Beste.
        Vielleicht könnte ihr mit den jetzigen Eigentümer ausmachen, das ihr vielleicht einen Bonus bekommt, wenn ihr früher auszieht.

        lg
        lisa

        Er muss in jedem Fall eine Begründung abgeben warum er genau diese Wohnung braucht und für wen. Wenn ihr da nun zu viert wohnt, wird das ja auch ne größere Wohnung sein, da kann er euch dann nicht rauskicken weil beispielsweise sein grade volljährige gewordenes Kind einziehen soll - das wäre unverhältnismäßig. Dann gibt es auch noch die Härtefall Regelungen... würde mich jetzt schonmal umschauen inwieweit eure Kinder dann im worst Case die Schule wechseln müssten etc und das dann auch beim Mieterschutzbund ansprechen.

        Einfach sagen "Eigenbedarf - ihr müsst raus" geht zumindest nicht. Das muss der Vermieter dann begründen.

        Wenn ihr 9 Jahre da wohnt, dann habt ihr doch eine Kündigungsfrist von 9 Monaten. Da braucht ihr wegen der Kündigung nicht sauer oder aufgelöst sein. Ihr steht doch nicht schon im Januar auf der Straße. Ihr könnt doch völlig in Ruhe Weihnachten feiern und auch sicher noch einige Geburtstage.
        Ich denke in 9 Monaten ist es durchaus möglich etwas Neues zu finden, auch bei der angespannten Immobilienlage. Klar nervt das und ist mit Umständen verbunden, die man nicht eingeplant hat... Aber das ist nun mal der Nachteil von Miete.

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