Hilfe wir müssen ausziehen...

    • (1) 10.08.18 - 20:54

      Hallo zusammen. Vielleicht finde ich hier eine erste Einschätzung bevor ich mich nun das ganze Wochenende verrückt mache.
      Wir haben ein EFH gemietet mit der Option es in den nächsten Jahren zu kaufen. (steht auch so im Vertrag)
      Wir zahlen bereits alle mit dem Haus verbundenen Kosten. Miete natürlich, Grundsteuer, Reparaturen, Wartungsarbeiten usw.
      Wir wohnen jetzt ein Jahr hier und haben in dieser Zeit fast 20.000€ im Modernisierung und Sanierung gesteckt. Zuletzt haben wir das Bad saniert für 9.800€. Sowie parkett legen lassen für 60€ pro m2.
      Nun hat die Eigentümerin uns heute besucht und uns informiert das Sie zurück in Ihr Haus ziehen möchte.
      Ich habe vor 6 Wochen ein Baby bekommen und bin mit den Nerven gerade völlig fertig. Wo sollen wir so schnell hin, und vorallem was ist mit dem Geld und den Leistungen die wir bisher hier reingesteckt haben?
      Geht das überhaupt so einfach?
      Wir sitzen jetzt hier und machen uns total verrückt. Hoffentlich kann jemand helfen.

      Ein schönes Wochenende

      • Habt ihr denn eine Kündigung erhalten oder so?

        War das mit den Reparaturen schriftlich ausgemacht, also dass ihr die übernehmt, weil ihr das Haus kaufen wollt? "Option" heißt ja erstmal, dass ihr es kaufen könntet, aber nicht dass ihr es auch bekommt. Genauso gut hätte die Eigentümerin jetzt sagen können, sie verkauft es an Dritte, die den höchsten Kaufpreis zahlen.

        Für mich klingt es so, als wärt ihr ausgetrickst worden. Man hat euch was vorgemacht damit ihr die Reparaturen und Renovierungen übernehmt und die Besitzerin diese Kosten spart.

        Von daher: Anwalt. Gleich am Montag Termin machen. Weil das gibt noch richtig Ärger und einfach so vor die Türe setzen kann die Gute euch sowieso nicht.

        • Im Vertrag steht "Mietvertrag wird übergehen in Verkauf des Hauses. Betrag xy
          Für uns war klar wir kaufen es. Die Renovierung steht so im Mietvertrag. Wir tragen alles an Kosten. Dafür bekommen wir keine Abrechnungen. Alles wird direkt über uns angerechnet.

          • Schluck den Schock erstmal runter. Ich bin leider niemand, der fest im Rechtssattel sitzt, aber ich würde sagen, ihr habt gewisse Rechte und diese Klausel, wie Du sie zitierst, würde ich (ich bin aber wirklich Laie!) als Punkt sehen, den die Vermieterin nicht so ohne Weiteres übergehen kann.

            Hast Du denn eine Miet- und Wohnraumrechtschutzversicherung?

            Wurde die Kaufoption notariell beurkundet?

            • Zu früh abgeschickt.

              Tut mir leid, dass ihr in eine solche Situation geraten seid.

              Die Vermieterin möchte offenbar Eigenbedarf anmelden, aber wie begründet sie den denn? Sie hat doch vorher das EFH selbst bewohnt und hat doch wahrscheinlich anderweitig geeigneten Wohnraum?

              • Ja sie hat eine 3 Zimmer Wohnung gemietet. Da sie alleinstehend ist, wahrscheinlich völlig ausreichend.
                Das Haus hat 160m2 und 5 Zimmer.
                Ich kenne mich damit überhaupt nicht aus. Kann sie das denn so einfach machen?

                • Das kann hier keiner beurteilen, weil wir ja nicht wissen, auf welche Gründe sie den Eigenbedarf stützen möchte. Du schreibst nur, dass sie wieder ins Haus ziehen möchte, aber nicht, warum. Das werdet ihr doch sicher gefragt haben.

                  Die Hürden an einen berechtigten Eigenbedarf sind gering. Ein sogenannter "vernünftiger" Grund reicht aus.

                  Typische Fälle sind persönliche Veränderungen, z.B. in Form der Gründung eines gemeinsamen Hausstands oder der Aufnahme von Pflegepersonal oder die Aufnahme von Familienmitgliedern, berufliche Gründe werden ja hier wohl ausscheiden.

                  Ich vermute - wissen kann ich es ja nicht - dass sie kurz nach Abschluss des Vertrags schon ihr Haus vermisst hat und sich in der Wohnung nicht einleben konnte, kurz: sie hat es sich halt anders überlegt.

                  Aber wie der Eigenbedarf nun begründet wird, wissen wir alle nicht. Du musst hier also schlicht und einfach erst mal die Begründung abwarten und dann anwaltlich prüfen lassen, ob die Gründe einer gerichtlichen Prüfung standhalten.

                  Guten Morgen,

                  ich meine auf irgendeiner Ratgeberwebsite zu genau diesem Thema mal gelesen zu haben, dass Eigenbedarf auch angemessen sein muss.

                  Heißt neben all den Begründungen warum Sie die Wohnung braucht, warum gerade jetzt, warum gerade diese ,muss die Wohnungsgröße auch zur begünstigten Haushaltsgröße passen. Sprich: eine Familie mit Kind aus einem 160qm Haus mit 5 Zimmer schmeißen zugunsten eines Ein-Personen-Haushalts????

                  In meinen Augen alles andere als angemessen.

                  Könnte interessant werden. Generell wird der Vorschlag mit den Anwalt der beste sein.

                  Grüße

      Sie kann theoretisch Eigenbedarf anmelden, muss dann aber schriftlich euch kündigen und euch eine angemessene Frist von mindestens 3 Monaten geben etwas neues zu finden.

      Wegen der Reparaturen kann ich jetzt nix sagen, da ich euren Mietvertrag oder ggf. Anhänge nicht kenne.

      Hallo
      die Eigentümerin muß schriftlich kündigen und Eigenbedarf anmelden.
      Diesen muss sie auch schriftlich begründen und euch eine angemessene Frist zum Auszug einräumen.
      Was die Kosten der Reparaturen betrifft kann ich nichts dazu sagen, da würde ich noch mal in euren Vertrag schauen.

      Hast du die Rechnungen noch? Wartung und Grundsteuer hättet ihr sowieso zahlen müssen. Reparaturen jedoch muss der Vermieter übernehmen.

      • Sie schreibt aber von Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten.

        Ich gehe davon aus, dass sie in Erwartung eines künftigen Erwerbs eben das Haus modernisiert haben und es sich gerade nicht um notwendige Reparaturen zur Instandhaltung handelte.

        Ansonsten hätte man den Vermieter auch vorher zur Reparatur auffordern müssen.

        Die TE möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege, aber ich gehe davon aus, dass man sich hier schon als künftiger Eigentümer gesehen und eben das Haus schön gestaltet hat. Tatsächlich wird die Kaufoption aber nicht notariell beurkundet und damit wertlos sein.

        • Sie schrieb doch: „Miete natürlich, Grundsteuer, Reparaturen, Wartungsarbeiten usw.„ Ich sehe das doch genauso wie du. Aber wenn sie die Rechnungen hat, könnte sie sich Reparaturen die notwendig waren, vielleicht noch zurückholen. Zumindest hätte man dann etwas handfestes. Ansonsten denke ich auch, dass sie wohl auf den Kosten sitzenbleiben.

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