Unfall beim rückwärts Einparken - Schuldfrage

    • (1) 02.02.19 - 22:18

      Huhu ihr lieben.
      Ich habe kein wirklich passendes Forum gefunden, daher versuche ich es hier einmal.
      Ich hätte gerne eure Meinung zur Schuldfrage in folgender Sache:

      Heute wollte ich rückwärts in eine Parkbucht einparken (nicht seitwärts, rückwärts)
      Hinter mir fuhr ein Auto.
      Ich blinkte rechts, scherte ein, stand jedoch schräg, sodass ich zum korrigieren nochmals nach vorne fuhr. Ich fuhr ein ganzes Stück nach vorne um total gerade zu stehen, setzte wieder zurück um in die Parklücke zu fahren, da fuhr das wartende Auto plötzlich los, da grad genug Platz war um durchzufahren, ich fuhr ebenfalls und So kollidieren wir.
      Der Schaden ist minimal.
      Da der Unfallgegner mit einem Dienstfahrzeug unterwegs war, musste er die Polizei dazu rufen.
      Diese nahmen alles auf, gaben uns beiden erstmal die Teilschuld (sie sagten die Versicherungen würden die Schuldfrage mit den vorhanden Akten untereinander klären) und sprachen uns beiden eine Verwarnung aus mit einem Verwarngeld von 35€.
      Wir sollten nun angeben, ob wir uns damit einverstanden erklärten.
      Der Unfallgegner wollte das Bußgeld nicht anerkennen, was ja bedeutet, er ist sich keiner Schuld bewusst.
      In diesem Fall habe auch ich das nicht angenommen, da ich ja damit die Schuld auf mich genommen hätte, oder?

      Die Alleinschuld gestehe ich nämlich definitiv nicht ein, bin eigentlich der Ansicht, da ersichtlich war, dass ich einparken wollte und er ja auch stand und wartete, er nicht einfach hätte losfahren dürfen, aber laut Internet hat der Rückwärtsfahrende immer eine gewisse Teilschuld.

      Wie seht ihr das?
      War es richtig erstmal das Verwarngeld nicht anzunehmen?
      Hatte bisher noch nie einen Unfall und bin nun etwas unsicher.

      Liebe Grüße Christina

      • Hallo,

        Ich denke ihr habt beide eine Teilschuld.
        Hast du keine Rechtschutzversicherung?

        Lg

        • Teilschuld sehe ich ebenfalls.
          Hätte ich jetzt aber das Verwarngeld angenommen hätte ich damit doch aber ein komplettes Schuldeingeständnis abgegeben oder?
          Rechtsschutz haben wir, ja. Vielleicht informiere mich mal. Dachte wegen einer solchen Lappalie müssen wir da kein großes Aufsehen machen.

          Danke für deine rasche Antwort.
          Schönes Wochenende
          Christina

          • Als Laie und aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen 🤭 würde ich auch
            Teilschuld sagen.
            Wie das nun ist mit dem Bußgeld anzuerkennen weiß ich nicht, da die andere Partei aber abgelehnt hat, würde ich sagen hast du erst einmal richtig gehandelt.

            Ich hoffe du hast hier aber eine Rechtschutzversicherung? Auch eventuell Verkehr abgedeckt?
            Hier gibt es meistens Hotlines die du kostenlos anrufen kannst, einfach um zu erfragen wie das gehandhabt wird.
            Weiter würde ich schnellstens meine Versicherung anrufen und alles schildern, die wissen häufig ja auch was Sache ist.
            Diese kannst du manchmal auch Sonntags erreichen.

            Viel Erfolg.

            • Danke für deine Antwort, dann war ich mit der Ablehnung erstmal nicht ganz falsch.

              Morgen werde ich erstmal die Versicherung informieren, mal schauen was die sagen.

              Rechtsschutz haben wir, ja, auch Verkehr. Da werd ich mich dann Montag mal drum bemühen. Dachte, bei dem minimalen Schaden brauch ich keinen großen Aufwand, aber ich denke sicher ist sicher.

              Schönes Wochenende

              • Tja, leider weiß man eben nie mit wem man einem Unfall baut. Und gerade wenn es ein Firmwagen war, wird er ja in der Versicherung nicht mal hochgestuft, doof dass er dann nicht einfach die Teilschuld akzeptiert 😅

                Naja aber für solche Fälle gibt's ja die Rechtsschutz. Da wird es ja klare Regelungen geben die auch die Versicherung kennt.
                Im Normalfall kümmert sich die Versicherung dann auch darum, die haben ja auch ihre eigene Rechtsabteilung und sieht zu dass die ihr Geld bekommen, da hast du dann egtl kaum was mit am Hut.
                Würde da einfach aus Neugierde bei der Rechtsschutz anrufen 😅😁

                • Da ich selbst einen Dienstwagen fahre, weiß ich das grundsätzlich alle Arten von Schuldeingeständnissen per Vertrag verboten sind. Ich gehe davon aus, dass dies beim Unfallgegner ebenfalls so ist.
                  Bzgl der Schuldfrage würde ich ebenfalls bei beiden ein Teil sehen, vielleicht sogar ein Tick mehr bei dir. Weil du nach hinten gefahren bist und den Weg sichern musst. Mit Sau dummen Aktionen von anderen „muss“ man damit dabei rechnen. Ich meine mal so etwas gehört zu haben.
                  Drück dir auf jeden Fall die Daumen!

          Also aus Erfahrung würde ich auf jeden Fall die Rechtschutzversicherung einschalten...
          Auch ein kleiner Blechschaden kostet meist mehrere Tausend Euro!

          Vielleicht kann wie deine Schuld abwenden.... 😉

          Lg

    Hallo!

    Meine eigene bittere Erfahrung sagt mir, dass der rückwärts Fahrende immer die Hauptschuld zugewiesen bekommt.
    Und das hier bestätigt mich:
    https://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/zfs-102015-gesteigerte-sorgfaltspflichten-beim-rueckwaertsfahren-9-abs5-stvo_idesk_PI17574_HI8623106.html

    LG

    Hallo.

    Ich bin Polizistin aber schon einige Jahre beurlaubt. Es ist also nicht auszuschließen, das meine Infos schon etwas rostig sind.

    Zunächst hast du damit nicht sehr viel falsch gemacht. Es wird vermutlich sowieso einen Rechtstreit geben. Eine Teilschuld hast du auf jeden Fall. Inwieweit, darüber werden die Versicherungen sogar ohne euer Zutun streiten.

    Der einzige Nachteil, dass du das VG abgelehnt hast, liegt vermutlich darin, dass du dann zukünftig für deinen Verstoß ein höheres Vewarngeld zahlen müssen wirst, da mindestens eine Bearbeitungsgebühr aufgeschlagen wird, oder gar ein anderer (spezifischer) Verstoß vorgeworfen wird. Meines Wissens wäre das nicht möglich gewesen, wenn du das Verwarngeld angenommen hättest, da dann der Verwaltungsakt bereits abgeschlossen gewesen wäre, ungeachtet der zukünftig streitenden Versicherungen.

    Zumindest habe ich es so gelernt.

    Wenn es nur bei Sachschäden bleibt, ist es meines Wissens nach auch schnuppe, wie hoch die Teilschuld ist, ob deine Versicherung nun 2000 oder 9000 Euro zahlt, macht sich in deiner Prämie nicht bemerkbar.

    Mach dich nicht verrückt. Gut, dass es nur Blechschaden ist.

    LG

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