Komplette Haussanierung 1960

    • (1) 01.09.19 - 13:03

      Hallo ihr Lieben,

      ich brauche mal ein paar Meinungen/Erfahrungen von Menschen die dies evt bereits hinter sich haben.

      Ich besitze ein Haus, gebaut 1960. Wie damals typisch in dieser Region, wurde erst das Haupthaus, später nochmal ein leicht versetzter, kleinerer Anbau angebaut.
      Klassisches Satteldach, Putzbau. Wohnfläche ca 140m2. Dazu ein 2000m2 Grundstück.

      Ein Neubau kommt für mich nicht in Frage, da es finanziell nicht darstellbar ist.
      Also würde ich gerne das alte Haus komplett sanieren.

      Dach: Keine Dämmung, brüchige Pfannen. Meine Vorstellung wäre eine Neueindeckung samt Dämmung, sowie Anpassung des Anbaudaches.
      Sprich, dass Dach vom Anbau ist versetzt gebaut und fließt in einem anderen Winkel ab, so dass am alten Giebel noch ein Fenster am Dach vorbeischielen kann. Ich hätte aber beide Dächer lieber komplett auf einer Höhe, da dann auch der Dachstuhl des Anbaus groß genug für einen Ausbau wäre.

      Außenwände: Da schwanke ich noch stark. WDVS? Oder doch verklinkern? WDVS sehe ich immer etwas kritisch, vorallem was das Thema Algen und Pestizide in den Farben angeht.
      Klinker ist natürlich eine Sache die man einmal macht und Ruhe hat. Dadurch würde aber auch der Charakter des Hauses verloren gehen.

      Fenster/Türen: Müssen alle neu. 98% aller Fenster sind Zweifachverglast, irgendwann aus den 80/90ern.

      Innenausbau: Typisch für den Jahrgang hat dieses Haus gefühlte 13 Räume. Ich will alles luftiger haben und würde das stark runterreduzieren auf 5-6 Räume. Die meisten Wände sind nicht tragend, bei zwei tragenden Wänden brauch ich Durchbrüche in Türgröße.

      Elektrik: Komplett neu in Eigenregie. Bin vom Fach.

      Verrohrung: Würde ich am liebsten komplett neu machen. Gab vor 15 Jahren ein Rohrbruch an einer Stelle wo vom Vorbesitzer etwas selbst angeflickt wurde unter dem Estrich. Bei dem Alter kann man das besser einmal alles neu machen.
      Zudem spiel ich eh mit dem Gedanken eine Fußbodenheizung/erwärmung einzubauen, da ich gerade im Winter sehr kälteempfindlich an den Füßen bin.
      Estrich in allen Räumen vorhanden, aber teils durch Anbauten nachträglich gemacht, so dass unebene Übergänge enstanden sind, die nun auch brüchig sind. Daher am liebsten Estrich komplett neu, was für Verrohrung, Fußbodenerwärmung und Bodenisolierung natürlich von Vorteil wäre.
      Zudem müssen Anschlüsse neu verlegt werden, da sowohl Küche als auch Bad an eine andere Örtlichkeit verlegt werden sollen.

      Heizungsanlage ist von 1994. Solange die läuft, wird sie drin bleiben. Neue Anlagen sind zu wartungsintensiv und kurzlebig, das tu ich mir erst an wenn es wirklich sein muss.

      Das Haus mit Grundstück ist bezahlt, aktueller Verkehrswert des Grundstücks dürfte ca bei 140k€ ohne Haus liegen. Ein Banker sagte mir mal das würde wie Eigenkapital gerechnet werden. Ist dem so? Der generelle Finanzierungsrahmen liegt bei max 170k€.

      Jetzt ist natürlich die große Frage, ist das mit dieser Summe realisierbar? Sollte man überhaupt soviel Geld in solch eine alte Bude stecken?
      Für mich leider relativ alternativlos, da Abriss und Neubau einfach zu teuer kommt. Ein Verkauf des (Teil-)Grundstücks kommt für mich auch nicht in Frage. Ich mags einfach nicht, wenn mir der Nachbar auf den Teller guggen kann. #mampf

      Wie waren eure Erfahrungen damit, hat es sich gelohnt? Würdet ihr es wieder tun?


      MfG

      • (2) 01.09.19 - 14:03

        Hallo #winke

        Zu deinen ganzen Umbau-Ideen kann ich recht wenig sagen #rofl
        Außer, dass wir auch doppelt verglaste Fenster aus den 80ern haben und im letzten Jahr einen Energieberater vor Ort hatten, der sagte, die Fenster seien noch vollkommen in Ordnung und ein Austausch wäre nicht notwendig.
        Ich bin jetzt nicht vom Fach, gebe das einfach mal weiter.
        Da würde ich mich vermutlich mal erkundigen.

        Wir sind mitten im Umbau eines Hauses, gebaut 1958,allerdings saniert 1980 (Fenster, Türen, Dach, Heizung, elektrik, Anbau, Verklinkern).

        Wir, besonders ich, habe damit lange gehadert, ob es Sinn macht oder nicht.
        Aber wenn eh kein Neubau oder Kauf in Frage kommt, bleibt dir/euch ja nicht viel übrig.

        Einer der Gründe, warum wir uns dafür entschieden haben, waren die "Schulden". Es ist schon ein Unterschied ob ich einen Kredit, wie in Deinem Fall von 170.000 Euro aufnehme oder von 400.000+ Euro, um mir etwas anderes wohnbares zu ermöglichen.

        Der weitere Vorteil hier bei uns ist eben, wie du schon sagst, dir guckt kein Nachbar auf dein Grundstück. Sehe in Neubaugebiet völlig anders aus.
        Wir haben auch gute 2300 qm Grundstück. Fluch und Segen zu gleich.
        Man muss hier natürlich einiges pflegen #rofl

        Wie wäre es denn, wenn du dir ein Gutachter holst oder einen Architekten, der einschätzen kann, was notwendig zu tun ist?

        Bin gespannt was noch als Antworten hier kommen :)

        Alles Gute für die Entscheidung und viel Erfolg!

        (3) 01.09.19 - 18:03

        Wenn Neubau nicht in Frage kommt bleibt nur die Sanierung

        Mit deinem Budget kommst du schon recht weit.
        Ich würde mit den Handwerkern sprechen und Angebote einholen


        Für mein Empfinden ist ein Haus aus den 60ern nicht alt.

        (4) 01.09.19 - 19:49

        Wir haben ein ähnliches Haus (1956) saniert. Das Dach ist vor einigen Jahren gemacht worden, die Heizungsanlage 10 Jahre alt. Beides durfte bleiben. Der Rest komplett neu, auch inkl Versetzung der Küche, Durchbrüche etc. Unser Budget für die Sanierung lag im niedrigen 6-stelligen Bereich und das passte (inkl neu gemauerten Kamin). Ach ja, Fassade haben wir auch nicht neu verputzt, also nur den kompletten Innenbereich. Ich denke da wirst du mit den 170.000€ hinkommen, kommt ja auch immer auf die Region in D an. Viel Erfolg!
        Ach ja: Fußbodenheizung hätte ich auch gerne gehabt. Drei Firmen haben uns unabhängig davon abgeraten und meinten, wir könnten dann nochmal den Kaufpreis reinstecken wenn wir das „richtig“ haben wollten. Ist bei älteren Häusern wohl immer ne Wundertüte und nicht immer so einfach wie gedacht.

      • (5) 01.09.19 - 20:01

        Ein Haus aus den 60ern ist ja nicht „alt“, also ja, die Investition ist auf jeden Fall sinnvoll.

        Bei dem Umfang, den du vor hast würde ich einen Architekten einschalten. Denn bei Eingriffen in die Statik und auch der Frage wie du das Dach angleichen kannst, zusätzliche Gauben, etc. bist du da bei einem Profi einfach besser aufgehoben und brauchst ggf. auch eine Baugenehmigung. Er kann ja auch nur die Planung, Kalkulation und die Leistungsverzeichnisse machen, wenn du dir Ausschreibung, Beauftragung und Bauleitung selbst zutraust.

        Architekten sind nicht so teuer wie man vermutet. Lohnt sich auf jeden Fall! Such aber nach jemandem, der sich auf kleinere Projkte und Sanierungen spezialisiert hat.

        (6) 01.09.19 - 20:56

        Wenn du keine 3000€ im Jahr an Heizkosten durchblasen willst, bleibt dir keine Alternative zu einem WDVS

        • (7) 01.09.19 - 21:40

          Ich glaube es ging ihr eher um die Frage der Optik. Auch ein WDVS kann man ja mit Riemchen „verklinkern“.

          Oder man macht ein doppelschaliges Mauerwerk (das innere ist ja schon da), mit Luftschicht, dünnerer Dämmung und Vollklinker davor. Hat genauso gute Dämmwerte und ist deutlich langlebiger.

      (9) 02.09.19 - 11:12

      Wir haben auch so ein Haus aus den 50-ern. Und es ist toll. Die Lage ist toll, die Grundstücke alle so groß, hier guckt einem niemand auf den Teller, überall ist Platz, herrlich.

      Das Haus ist verklinkert worden, das hat sich wirklich gelohnt und dem Charakter des Hauses überhaupt nicht geschadet. Mein Mann hat es damals auch weitestgehend selber saniert, Elektrik, Leitungen, alles neu. Die Fenster sind noch die alten Holzfenster auch aus den 80-ern, aber ich werde einen TEufel tun da dran zu gehen, den sie sorgen für ein einmaliges Klima im Haus. Es ist nicht zugig aber niemals feucht oder beschlagen oder irgendwas - theoretisch müsste ich nichtmal lüften. DAs alles hat man in einem Neubau nicht.

      Ich finde den Charakter so eines Hauses mit Geschichte einfach einmalig- Also ich würde es tun an Deiner Stelle. Lohnt sich auf jeden Fall.

      Lichtchen

      (10) 02.09.19 - 16:54

      Was hat WDVS mit Algen und Pestiziden zu tun? 🤔
      Du kannst zB auch die Fassade dämmen und dann mit Riemchen verkleiden. Sieht aus wie eine Klinkerfassade.
      Beim Dachausbau würde ich beachten, dass du dafür evtl eine Baugenehmigung brauchst.
      Würde mich mal mit einem Architekten unterhalten. Am Besten einem der auch Energieberatung macht. Dann könnt ihr evtl. auch KFW-Fördergelder beantragen und der kümmert sich um die Genehmigung. Es sei denn du kennst natürlich bei allen Gewerken die passenden Leute.

      • (11) 02.09.19 - 20:37

        Soviele Antworten.. da brauch ich einige Tage um auf alles zu antworten. #schwitz

        Nur kurz zu dem WDVS: Verschiebung des Taupunkts und damit ideale Oberflächentemperatur für Algenbildung.Auf Google Bildersuche einfach mal "WDVS Algen" eingeben. Möchte keine Bilder direkt verlinken, bei dem heutigen Anwaltswahn weiß man ja nie. ( https://www.google.com/search?q=wdvs+algen&client=firefox-b-d&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwi-jJ-R47LkAhUGPVAKHXjNBnIQ_AUIEigC&biw=1621&bih=826 )

        Um dem vorzubeugen bzw um ihre Garantien auf Algenfreiheit nachzukommen mischen die Hersteller von Fassadenfarben (speziell für WDVS) den Farben massig Pestizide bei. Und ob ich mein Haus nun mit Gift anpinseln will, naja.. #contra

        • (12) 02.09.19 - 21:24

          Also ich hab Maler und Lackierer gelernt und wir haben egal ob WDVS oder normale Putzfassade meist das gleiche gestrichen. Gibt auch genug Alternativen auf dem Markt. Fassadenfarben sind meist Fungizid eingestellt. Die Bilder sind Beispiele von Nordseiten, Bepflanzung zu nah oder Fassaden die schlecht gedämmt wurden. Kann dir bei fast jedem Bild den Fehler aufzählen. Wie gesagt kannst du auch die WDVS-Fassade anders gestalten. ☺

          (13) 03.09.19 - 15:22

          Es gibt verschiedene Putzarten, mineralisch oder organisch. Damit bekommt man das in den Griff. Ganz ohne Pestizide.

Top Diskussionen anzeigen