Zu dick für Punktion?

Ihr Lieben,
ich habe mal wieder eine Frage und hoffe auf Euer Wissen / Erfahrungen.
Heute wurde die Punktion mit dem Narkosearzt besprochen. Er sagte ab einem BMI von 40 würde er eigentlich sehr ungern eine Narkose machen. Bei mir dreht es sich mit einem BMI von 39 drum. Ich weiß, dass ist keine Glanzleistung, aber er hat mir und meinem Mann ganz schön Angst gemacht. Von wegen das man es auf eigene Gefahr macht und mit welchen Folgen zu rechnen ist. Ohne Narkose wird in der Klinik nicht angeboten. Klar jetzt kann ich versuchen, in der Woche bis zur ersten Spritze nochmal was zu tun, aber die Welt werde ich jetzt da auch nicht verändern. Er ärgert mich tatsächlich ein wenig, dass man mir das erst heute und nicht im Laufe der 1,5 Jahre in der Klinik nicht gesagt hat. Aber nun so ist. Wer von euch hat mit einem erhöhten BMI schonmal eine Punktion gemacht? Würdet ihr die Punktion dann überhaupt machen oder lieber ein paar Monate verschieben?
Vielen lieben Dank Euch 😊

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Hallo,
also ich hin auch zu dick und habe einen BMI über 40...meine Klinik hat noch nie ein wort darüber verloren. Der Narkosearzt sagte nix zu meinem Gewicht.
Mach dir da nicht so viele Gedanken...
Alles Gute dir 😊

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Stimmt garnicht😂 ich hab nen BMI von 38.5

Aber trotzdem... Bei meiner pu ktion war alles top und niemand sagte was.

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Hey,
der Narkosearzt ist ja verpflichtet, dich über die Risiken aufzuklären - sollte ja bei jeder Narkose eigentlich verantwortungsvoll gemacht werden. Und ja, ein BMI von >40 gilt als Risikofaktor für Komplikationen bei einer Narkose. Es gibt aber kein „Verbot“ in dem Sinne (kann es ja garnicht geben; es gibt ja Notfälle, wo operiert werden muss). Der Narkosearzt kann aber durchaus verweigern, eine Narkose in so einer freiwilligen Situation durchzuführen. Er hat dich ja aber letztlich „nur“ auf die Risiken hingewiesen. Und das muss er.
Wie du schon schreibst: die Klinik hätte mal früher mit dir darüber sprechen können. Hier gab es immer mal Posts von Frauen, die ihre ganze Behandlung Aufgrund des BMI verschieben mussten, weil die Klinik nicht über einen bestimmten Körpergewicht behandelt (Erfolgsaussichten usw).
Jetzt steckst du ja schon mitten drin. Ich Würde das aber mal bei Gelegenheit mit einem der behandelnden Ärzte besprechen.

Alles Gute!
Lena 🍀

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Du bist nicht zu dick für Punktion und auch nicht zu dick für eine Narkose. Du bist leider nur zu dick für eine Kurznarkose. Für eine Punktion brauchen die Ärzte ja nicht länger als ne Viertelstunde. Bei dicken Patienten ist das Risiko ohne Intubation leider sehr groß, dass sie aspirieren (Mageninhalt, dazu zählt auch einfach Magensäure läuft zurück und dann in die Lunge) und dies kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Ich möchte jetzt nicht alles ausführlich erklären, das würde wohl auch zu kompliziert, aber bei einem BMI von um die 40 sollte aus Sicherheitsgründen IMMER eine Intubation erfolgen, wobei das Risiko medizinisch leider nicht im Verhältnis zur Notwendigkeit der OP steht. Ich hoffe Du verstehst mich richtig. Ich möchte nur versuchen zu erklären, was dahinter steckt. Sollte es zu einem Vorfall wie z.B. einer Aspiration kommen und Du evtl. auf der Intensivstation landen, so ist der Narkosearzt schuld, der die Verantwortung für eine andere Art der Narkose bzw. Beatmung gewählt hat.
Man kann aber eigentlich auf eine etwas tiefere Sedierung zurückgreifen und Dich zumindest etwas Oberkörperhoch lagern. Ich meine das nicht böse, ich bin selbst etwas übergewichtig, aber in ein paar Monaten den BMI drastisch zu senken, v.a. wenn man sich dann wieder Hormone zuführt, halte ich für utopisch.
Ich würde nochmal darüber sprechen, welche Lösung er für Dich hat und eben, warum man Dir das vorher nie gesagt hat. Operateure wissen das auch, wenn sie nicht gerade neu im Job sind und die haben ja wohl die Stimulation angesetzt.
Alles Gute

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Ich kann nur indirekt etwas beisteuern. Bei mir wurde vor 2 Jahren bei starkem Untergewicht (BMI 13) eine Kurznarkose gemacht. Eine Ärztin fand es gefährlich, eine zweite sagte es sei Null Problem. Ich denke, man kann das mit starkem ÜG vergleichen von den Risiken her. Offenbar gibt es da total unterschiedliche Meinungen.

Inzwischen habe ich Normalgewicht und hatte weitere Vollnarkosen.

Ganz ehrlich muss ich sagen, dass es kein Unterschied war. Ich habe mich mit starkem UG genauso fit nach der Narkose gefühlt wie mit Normalgewicht.
Ich denke, wie man die Narkose verträgt ist eher Typsache. Im aufwachraum neben mir hat eine Frau mit Normalgewicht nur gebrochen, sie meinte aber, dass sie Narkosen generell schlecht verträgt und immer das Übelkeitsproblem hat.

Zu den Risiken kann ich fachlich nichts beisteuern, nur, dass bei mir alles problemlos war. Kann natürlich auch Glück gewesen sein

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Du hast mich leider falsch verstanden. Es geht nicht darum, wie man die Medikamente verträgt. Es geht darum, dass man zur Einleitung einer Narkose eigentlich komplett flach liegt. Bei sehr adipösen Menschen, drückt das Gewicht dadurch ungünstig und zum einen haben viele dann schon Probleme mit der Atmung (vor einer Intubation wird der Sauerstoff nochmal ordentlich aufgefüllt, um es verständlich auszudrücken) und dazu kommt, dass das Bauchfett auf den Magen-Darm-Trakt drückt und dadurch sich der Mageninhalt nach oben arbeiten kann und in die Lunge läuft.

Bei sehr starkem Untergewicht geht es um die Dosierung der Medikamente und deren Verstoffwechselung. Daher ist es absolut nicht vergleichbar mit einer Narkose bei starkem Übergewicht, sorry.

Ob jemand NACH der Narkose an Übelkeit leidet hat absolut nichts mit seinem BMI zu tun.

Bitte versteh mich nicht falsch, ich möchte nur klarstellen, dass man es nicht unterschätzen darf, eine Vollnarkose mit einem BMI um die 40 zu bekommen.
Das ist auch bei weitem nicht die einzige Risikogruppe, was dieses spezielle Risiko angeht. Jemand mit einem Zwerchfellbruch oder schwer kontrollierbarem Sodbrennen hat das gleiche Risiko, selbst wenn er normalgewichtig ist.

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Ich hatte 3 Punktionen mit Vollnarkose in 5 Monaten. Waren 3 Durchgänge Social Freezing. Narkose hat klasse geklappt, ich war wahnsinnig schnell wieder fit (sie wollten mich so schnell gar nicht gehen lassen, musste dann „vorturnen“, um stabilen Kreislauf aufzuzeigen 😂). BMI 39/40.

Klar haben wir mehr Risiken als Schlanke - ist halt einfach so!

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In meiner Klinik verweigert man mir alle Behandlungen, bis ich nicht einen BMI unter 37 habe. Ich bekomme weder Hormone, geschweige denn IVF oder Bauchspiegelung.
DIe Ärtzin begründet das mit einem höheren Risiko für Schwangerschaftserkrankungen im Falle einer Schwangerschaft. Ebenso würden die Anästhesisten wohl niemanden über 37 in die Narkose schicken.

Das ist sehr frustrierend, aber zumindest wusste/weiß ich das vorher und arbeite am Gewicht.

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Mir hat der Anästhesist damals gesagt, er würde bei meinem BMI nur die Narkose machen, weil mein Fett nicht am Bauch, sondern weiter unten saß. Da war ich auch ungefähr in den Regionen unterwegs, in denen Du bist. Nach Beginn der Behandlung und mit hunderten Euros an Medikamenten intus fände ichbes von der Klinik aus aber auch heftig, den Zyklus abzubrechen.