Meine Geschichte

    • (1) 17.03.19 - 10:57

      Im ersten Moment konnte ich es nicht glauben, ich warf den ersten schwangertest einfach weg, weil ich der Meinung, er ist negativ, obwohl er anders aussah als der vor einem Monat...
      Auf dem Weg zur Arbeit hatte ich auf einmal so ein komisches Gefühl und holte das Ding in meiner Mittagspause samt Tomatensoße wieder aus dem Eimer in der Küche... ich konnte es nicht glauben..: ein zweiter Strich..
      Da ich mir gewünscht hatte, einen kleinen Menschen in mir zu tragen, hatte ich im Internet mehrere Tests gekauft. auf Arbeit hab ich dann das pullern extra lange angehalten um zum Feierabend noch einen Test machen zu können.
      Auch er hatte eine zweite Linie..
      Ich fuhr in die Stadt und kaufte einen weiteren Test und die kleinsten schühchen die es gab... am nächsten Tag wollte ich den weiteren Test machen und war davon überzeugt, dass er negativ anzeigte ... aber er war positiv ... es stand: schwanger auf der Anzeige und ich konnte es nicht glauben... es war so unwirklich...
      Ich eine Mutter? Mit dem besten Mann den ich mir nur vorstellen konnte.
      Ich wartete auf ihn und überraschte ihn mit den schühchen auf seinem Nachtschrank..
      Auch er konnte es nicht glauben und war überrascht wie schnell wir schwanger geworden sind.
      Am liebsten hätte er es sofort seinen Eltern und allen erzählt.
      Aber ich war mir da nicht so sicher, weil es noch so früh war und ich irgendwie an dieses ungeschriebene gesetz dachte, dass man es nicht vor der 12. Woche verraten sollte. Ich wusste aber auch, dass ich so viele Wochen nicht meinen Mund halten konnte und habe so meinen beiden besten Freundinnen es bereits am nächsten Tag erzählt... ich war zu Besuch, um den kleinen neuen Nachkommen meiner Freundin zu begrüßen und dort verkündete ich es Ihnen. Beide waren zu Tränen gerührt, nur bei mir floss keine Träne, vllt weil ich es selbst noch nicht verstanden hatte.
      Da ich vor einiger Zeit aus meiner Heimat weggezogen war, suchte ich nun in der neuen einen Frauenarzt. Leider war das schwieriger als gedacht und so beschlossen wir es den Eltern (diese hatten ein paar Kontakte zu Ärzten ) und Geschwistern schon zu erzählen.
      Unterschiedliche Reaktionen kamen, sicher immer mit Freude im Hintergrund aber auch ein komischer Blick, weil es eben noch so früh war.
      Aber ich dachte nicht oft daran, dass etwas schief gehen konnte.
      Und selbst wenn, wollte ich nicht alleine da stehen.
      Überall wird einem gesagt, das Fehlgeburten normal seien, aber es ist ein Ding der Unmöglichkeit darüber zu reden?! Warum? Muss man es alleine verkraften?
      Ich verstehe diese Logik bis heute nicht.
      Ich hatte schon vor Wochen auf viele Dinge geachtet um eine bestmögliche Grundlage für ein Baby in meinem Körper zu schaffen.
      Nach langem Suchen, telefonieren und vielen Enttäuschungen habe ich endlich einen Frauenarzt gefunden. Mein erster Termin stand an, ich glaube es war in der 6. oder 7. Schwangerschaftswoche. Ich freute mich riesig, doch wurde ich leider enttäuscht, es war nur eine normale Untersuchung und es hieß es gäbe keine anzeichen, dass irgendwas nicht in Ordnung sei...
      Egal für mich war es Zeit meiner Chefin davon zu berichten, weil ich in einem kleinen Labor arbeitete und ich ihr die Möglichkeit geben wollte sich zu organisieren.
      Ich wollte so schnell wie möglich in das Berufsverbot, nicht weil ich faul bin, sondern weil so viele giftige Stoffe und auch erbgutverändernde Materialien verwendet werden und es keine Möglichkeit bestand, diese zu umgehen.
      Nach ein paar Wochen sollte nun endlich der ersehnte Ultraschalltermin sein... wie sehr hatte ich mich gefreut. Ich habe zu vor so etwas noch nie gesehen und war so gespannt wie mein kleiner krümel wohl aussieht. Nach 1,5 Stunden Wartezeit war es endlich soweit und ich durfte zur Ärztin rein. Bevor wir irgendwas besprachen gingen wir gleich in einen abgedunkelten Raum mit liege und schallgerät.
      Ich war so aufgeregt, zum ersten Mal sollte ich mein Kind sehen.
      Ich war so stolz schwanger zu sein, das ich mir schon eine Woche zuvor eine Umstandshose kaufte obwohl ich nur einen blähbauch hatte.
      Meine Hände sollte ich zu Fäuste machen und unter meinen Po legen, damit wir das kleine besser sehen konnten.
      Es ging los.
      Ich konnte genau auf einen großen Monitor sehen, was geschallt wurde.
      Was ich sah, war ein kleines Wesen mit Beinchen, armen und Kopf.
      Es bewegte sich nichts und mir wurde kurz etwas komisch. Aber ich habe keine Ahnung dachte ich und vllt sieht das immer so aus.
      Die Ärztin sagte nichts und wurde mit dem Ultraschallkopf immer nervöser und maß und klickte und schalte und meinte dann, es würde ihr leid tun aber das Herz schlägt nicht ...
      Auf einmal war sie ganz weit weg. Sie sagte noch irgendwas aber ich weiß nicht was. Es fühlte sich an wie ein Traum, also würde ich neben mir stehen und nichts verstehen. Ich fühlte nur wie langsam meine Hände einschliefen, aber ich bewegte mich nicht. Ähnlich wie eine schockstarre. Ich dachte, dass hat sie nicht gerade wirklich gesagt.
      Ich hatte tausend Gedanken in meinem Kopf und habe doch nichts gedacht.
      Dann sagte sie zu mir ich könne mich wieder anziehen und wir würden dann alles weitere besprechen.
      Also ich die Umstandshose in die Hand nahm, fühlte sich das aufeinmal so falsch an, am liebsten hätte ich etwas anderes angezogen.
      Im Sprechzimmer wurden mir dann meine Möglichkeiten aufgezählt. Allerdings musste ich mich bis zum nächsten Tag entscheiden, weil die Ärztin in der nächsten Woche urlaub machte.
      Im Sprechzimmer wartete auch meine Chefin, sie war dabei, falls die Ärztin irgend etwas gegen das Berufsverbot einzuwenden gehabt hätte .
      Ich sagte nichts als ich meinte Jacke holte. Dann kam ein „wir können los“ über meine Lippen und die Tränen brachen aus mir heraus.
      Auf dem Flur umarmte meine Chefin mich, was ich allerdings als unangenehm empfand. Ich mag es nicht umarmt zu werden... nicht von ihr ... allgemein, kann ich es von den wenigsten Menschen ertragen.
      Am Aufgang war ihre einzige Frage, ob ich eine krankschreibung hätte. Ich sagte nur, dass mir das egal sei. Wenn’s sein muss nehme ich auch die Tage Urlaub. Dann bin ich zum Auto Gegangen und rief meine gerade Mutter gewordene Freundin an
      Und versuchte zu erklären, was ich selbst nicht verstand. Das Wetter war so widerlich wie der Tag.
      Ich setzte mich ins Auto und fing an zu weinen und fuhr nach Hause. Wie ich gefahren bin, Daran kann ich mich nicht erinnern.
      Ich schrieb meiner anderen Freundin, weil ich wusste, dass sie gerade in der Stadt ist. Ich bat sie zu mir zu kommen, wenn sie kann..
      Ich legte mich ins Bett und weinte.
      Irgenwann klingelte es an der Tür und sie stand vor mir... ich sagte nur es lebt nicht und weinte ...
      Ich konnte es nicht begreifen. Am nächsten Tag bin ich wieder zur Frauenärztin gefahren um mir einen Termin für die Ausschabung geben zu lassen, ich musste wieder etwas warten und eine Schwangere nach der anderen marschierte in die Praxis ...
      Es ist so unerträglich wie sich alle über ihren Bauch streicheln während man neben sich Sitz und die Tränen sich Schon einen Fluss im Gesicht Gesicht haben.
      Ich bekam eine Nummer und sollte gleich im Krankenhaus anrufen, damit die op so schnell wie möglich vollzogen werden konnte. Eine Schwester leitete mich weiter und mir wurde gesagt ich soll um 12 Uhr in der Klinik sein, damit alles schon besprechen worden konnte.
      Ich wurde wieder untersucht und es wurden weitere untraschalle gemacht, es konnte nur bestätigt werden. Das Herz schlägt nicht mehr und mein Kind ist Tod.
      Ich habe an alles und nichts gedacht.
      Es war Freitag und am kommenden Montag sollte meine op um 7 Uhr sein.
      Felix hatte Urlaub und fuhr mich Montagmorgen ins Krankenhaus.
      Es war voll, viele Menschen waren da für eine ambulante op und sie wurden nach und nach aufgerufen.
      Auch ich, als allererstes bekam ich zwei Tabletten die den Muttermund weich machen sollten. Auch ein Zimmer wurde mir zu gewiesen, ich bekam ein Nachthemd ... nach einer halben Stunde fing ich von den Tabletten an zu bluten.
      Ich habe mich nicht mehr aus dem Bett bewegt, weil eine Schwester meinte, wenn ich auf die Toilette müsse und größere Stücken Gewebe abgeht, muss ich das aus dem wc Fischen.
      Ich wartete Stunde für Stunde ... die op hatte sich verschoben..
      Eine sehr unangenehme Frau kam in meine Zimmer, sie wurde am Arm operiert und regte sich über alles auf... bis sie mich fragte warum ich da sei, ich sagte ich hätte eine Ausschabung und sie erzählte mir, sie hätte sich damals auch ein Kind abnehmen lassen, bzw. zwei da sie mit Zwillingen schwanger war...
      Ich habe nichts gesagt obwohl ich sie gerne angeschrien hätte..
      Ich glaube es war halb 1 als jch abgeholt wurde.
      Ich kam in die Katakomben des Krankenhauses und wurde auf die op vorbereitet... unter all den Betten die da standen, war eins mit stützen für die Beine zum aufspreitzen und uch wusste, dass das meins ist. Der Mann der mich für den op vorbereitet hat, hat versucht mich etwas aufzubauen und hat Witze gemacht.
      Er war nett und hat sich gut im mich gekümmert. Dann wurde ich vor den op Raum geschoben und sämtliche klebepads und Kabel an mich an geschlossen, ein luftpuster hat mich warm gehalten.
      Dann ging es weiter zum op.
      Die AnästhesieSchwestern waren freundlich und freuten sich über meinen positiven Nachnamen...
      Dann kam ein Arzt und sagte in gebrochen deutsch zu mir, er sei der Assistenzarzt und würde operieren, auch seinen Namen sagte er, aber ich habe ihn nicht verstanden, sein mundschutz und das genuschel war nicht zu verstehen, ohnehin war es mir egal, wer er war, im Prinzip ist es nur jemand, der mit einem Instrument in meiner Höhle wo mein Kind schlief, rumstochert um es zu entfernen.
      Einen Augenblick später bin ich eingeschlafen.
      Als ich aufwachte hatte ich starke Schmerzen und bekam erstmal die volle dröhung, dass erste was ich machte war zu überprüfen ob ich eine Narbe am Bauch habe, weil es hieß im allerschlimmsten Notfall wird die Gebärmutter entfernt, aber mein Bauch war unversehrt. der Mann aus der Vorbereitung lief ein paar mal vorbei und streichelte einmal meine Wange, er wünschte mir alles gute.
      Ich kam vom aufwachraum wieder in mein Zimmer und sollte langsam versuchen aufzustehen. Es fiel mir sehr schwer, ich war noch schwach und mir war schlecht, zu dem hatte ich noch immer schmerzen.
      Mir wurde gesagt, dass man nur Regelartige Beschwerden haben wird und das war weit aus mehr. Es konnten mir keine weiteren Schmerzmittel verabreicht werden. Die Schwester überlegte mich noch eine Nacht da zu behalten, aber es war und blieb nur ein Vorschlag.
      Eine Ärztin kam zu mir und meinte, die op sei ohne Komplikationen verlaufen.
      Auch Felix war wieder da und wollte mich abholen, ich lief gekrümmt zum Auto und hatte Schmerzen.
      Jede Unebenheit auf der Straße, gab mir ein starkes ziehen im Bauch welchen ich Versuchen musste wegzuatmen.
      Felix lief noch schnell in die Kaufhalle und hat mir eine tiefkühlpizza organisiert.
      Zu Hause legte ich mich für die Couch und die Schmerzen wurden immer schlimmer, ich bekam noch ein paar Tabletten mit und nahm eine von ihnen, aber gebracht hat es nicht wirklich etwas. Immer wenn ich eine bestimmte Position hatte, hatte ich so starke Schmerzen, dass ich keine Luft bekam und mein Körper zuckte. Noch nie in meinem Leben hatte ich solche starken Schmerzen.
      Ich habe die Nacht darauf kein Auge zu bekommen, die Schmerzen wurden heftiger, ich konnte auf keiner Seite liegen und sitzen ging auch nicht... irgendwann gegen 5uhr bin ich aufgestanden und hab mich auf die Couch gekauert, dies blieb nicht unbemerkt und Felix drängte wieder ins Krankenhaus zu fahren, was wir auch taten.
      Dort wurde mir als aller erstes wieder gesagt, das Schmerzen nach so einer op normal seien.
      Ich bin wirklich kein wehleidiger oder empfindlicher Mensch.
      Eine Frauenärztin wurde aus dem Bett geklingelt und war dem entsprechend gut gelaunt.
      Auch sie schallte wieder und wieder und meinte da sei irgendwie lose Flüssigkeit im Bauch. Zu guter letzt wollte sie abtasten.
      Dies bereitete mir so starke Schmerzen das mein Bauch sich anspannte... sie lachte und meinte, wenn ich meinen Bauch weiter anspanne, könne sie da nichts ertasten. Ich versuchte es ohne anspannen und sprang ihr förmlich entgegen weil ich ein stechen im ganzen Körper spürte.
      Ab dem Zeitpunkt nahm sie mich ernst.
      Sie fragte ob ich was gegessen und getrunken habe, wenn nein, es lassen soll, da wir wahrscheinlich nochmal operieren müssen... ich war etwas verwirrt.
      Ich kam in ein Zimmer , auf der Entbindungsstation.
      Ich bekam sofort einen schmerztropf und sie klärte mich auf.
      Es kann sein, dass bei der op meine Gebärmutter durchstoßen wurde und mir Blut in den Bauchraum gelaufen ist, welches die starken Schmerzen verursacht. Jetzt müsse sofort eine Bauchspiegelung gemacht werden um die Gebärmutter zu nähen und meinen Bauchraum zu reinigen ..
      Ich war begeistert.
      Kurzerhand wurden wieder etliche Zettel ausgefüllt und ich in einen Rollstuhl verfrachtet mit dem ich ans andere Ende der Klinik geschoben wurde um über die Anästhesie unterrichtet zu werden.
      Dann lag ich wieder ein paar Stunden im Zimmer rum... und aufeinmal kamen Schwestern rein. Ich hatte noch nicht mal ein Nachthemd und eine Tablette bekommen.
      Es ging wieder in den op bzw in den Vorbereitungs Raum und der Mann vom Vortag war auch wieder da und etwas erfreut aber auch traurig mich so schnell wieder zu sehen ... wieder versuchte er mich aufzumuntern, aber mir war nicht nach lachen, da ich mich kaum bewegen konnte.
      Im op waren andere Anästhesisten aber auch zwei nette Frauen, sie haben versucht mich zu beruhigen und haben mir schöne Gedanken eingeredet, bis der Arzt rein kam und mich anmachte, was ich denn habe, ich war so perplex, dass ich einfach sagte, ich hätte Bauchschmerzen... er guckte und sagte er hätte manchmal auch Bauchschmerzen, ich glaube dann haben die Schwestern mir das Narkosemittel gespritzt, weil es so unmöglich war.
      Als ich wieder aufwachte, kam der Arzt noch mal vorbei und hat gesagt, er hätte die Gebärmutter genäht und ich dürfe erstmal nicht schwanger werden, die Ausschabung an sich am Vortag war wohl etwas schwierig, weil die Brut so dicht am Eierstock war.
      Ich lag im Bett im aufwachraum und weinte nur noch, eagl was jemand sagte, es lief das Wasser. Der gesamte Weg in Zimmer, es lief das Wasser und alle fragten mich was denn sei, es ist ja jetzt geschafft.
      So eine Gebärmutterperforation passiert bei einer Frau von hundert und ich war diese Frau.
      Ich hatte noch einen Katheter und eine Dränage und mein Körper schmerzte, allerdings nicht so stark wie vor der op.
      Mein Mann kam relativ zeitnah und brachte mir meine Lieblingssüssigkeiten, aber ich konnte nicht wirklich etwas essen.
      Irgendwann abends musste er dann wieder nach Hause
      Und wollte mich nächsten Tag wieder besuchen.
      Am folgetag wurde der Katheter gezogen. Der Gang auf die Toilette war eine Qual... ich war so schwach, dass ich nicht ohne Unterstützung laufen konnte.
      Als mein Mann kam, meinte die eine Schwester, dann kann er ja mit mir auf die Toilette gehen, wenn ich müsse.
      Die Dränage schmerzte einfach, sie war so kurz und fest an den Bauch angenäht, dass der Toilettengang zur Tortur wurde.
      Anfangs ging es mit psychisch den Umständen entsprechend gut, aber das sollte sich ändern, es wurde immer schlechter, wahrscheinlich weil der Körper einen Hormonabfall hatte und so langsam realisiert hat, was passiert ist.
      Morgens kam immer eine Physiotante rein und hat mir Übungen gezeigt, wie ich meine Beckenmuskulatur trainieren kann und wie ich möglichst ohne den Bauch anzustrengen aus dem Bett komme.
      Sie hat immer versucht mir gut zu zu reden, aber so richtig geklappt hat das auch nicht.
      Ständig kamen Ärzte rein und jeder erzählte mir was anderes und es wurde immer schlimmer. Erst hieß es, ich solle 3 Monate nicht schwanger werden, dann 6 und auf einmal sollte ich ein ganzes Jahr nicht schwanger werden, ich saß im Bett und bin in Tränen aus gebrochen.
      Dann wurde mir gesagt, so könne ich ja meine Hochzeit feiern, ohne Babybauch und und und . Die Aussagen wurden immer makaberer, naja und letztendlich wurde mir dann gesagt, ich soll ein halbes Jahr warten und dann könne ich ja im Oktober schwanger werden und hätte ja dann ein schönes Sommerkind.
      Ich weiß zwar nicht was daran soviel toller ist aber nun gut. Mein Gedanke war einfach, genau, ich klatsch in die Hände und bin gleich wieder schwanger.
      Am Tag meiner Entlassung saß ich an dem kleinen Tisch neben meinem Bett und hab mein Frühstück gegessen,
      Eine Stulle mit Bärchenwurst.
      Es kam wieder eine Ärztin rein, ich saß am Tisch und habe nur geweint und nicht wirklich gegessen, ich glaube zu diesem Moment hatte ich einen großen Hormonabfall.
      Ich war völlig fertig und die Ärztin wollte mir eine Psychologin schicken, aber das wollte ich nicht, auch die können einem meiner Meinung nach nicht helfen.
      Ich hatte meine Sachen schon gepackt und wartete nur noch auf meinen Mann, dass er mich abholt.
      Wahrscheinlich musste ich auch so weinen, weil ich begriffen hatte, was passiert war, die anderen Tage bekam ich immer noch Schmerzmittel und war etwas zu gedröhnt.
      Plötzlich ging die Tür auf, eine hoch Schwangere in meinem Alter wurde reingefahren.
      Ich hörte nur, wie die Schwester sagte, ich schließe sie jetzt an, dann wird alles nochmal kontrolliert und wir leiten die Geburt ein.
      In diesem Moment konnte ich nicht mehr !
      Ich hab meine Sachen genommen, hab geweint und bin fluchtartig aus diesem Zimmer und dieser Station geflüchtet.
      Und habe mich unten beim Haupteingang in so einem Besucher Wartebereich gesetzt und geweint, ich glaub ich hab in meinem Leben noch nicht so geweint wie in diesem Moment ... mir war es scheißegal wer mich sieht und was die Leute denken, ich hab ohnehin so oder so nichts mehr gesehen. Ich muss dazu sagen, ich weine für gewöhnlich nie vor anderen Menschen, es fiel mir schon schwer vor meinen liebsten zu weinen, es fühlt sich einfach schrecklich für mich an.
      Irgendwann kam die Physiofrau an mir vor bei und hat wieder versucht mich zu trösten, aber nichts hat es bebracht.
      Es lief wie aus Bächen,
      Dann kam mein Mann und er war völlig überfordert mit meinem Anblick, er wusste gar nicht was los war, weil ich die Tage zu hör immer relativ gefasst war, er dachte ich weinte wegen ihm, weil er etwas länger gebraucht hatte, aber ich weinte einfach weil alles vorbei war und ich mich so leer fühlte!
      Es war der grüne Donnerstag und wir fuhren nach Hause.
      Ich schrieb schon die Tage zu vor meiner Chefin immer was mit mir passiert und wie es weitergeht, und auch von meiner Entlassung und dass ich nicht weiß, wie lange ich fehlen werde.
      Sie hatte die Tage zu vor schon nicht geantwortet, was mich etwas verwunderte .
      Dann schrieb sie zurück!
      Das es ihr Leid tun würde und es für sie auch eine schwierige Zeit sein würde und sie mir einen Brief in den Kasten geschmissen hat und wenn ich möchte können wir uns gerne nach Ostern darüber unterhalten.
      Mein Mann lief sofort zum Briefkasten und siehe da, die Kündigung !
      Allerdings war das in diesem Moment nicht das schlimmste für mich.
      Ich musste mich erstmal sammeln, in der schlimmsten Zeit meines Lebens, kündigt diese Frau (selbst Mutter eines 1 Jahre alten Jungen) mich ohne mit mir zu reden oder zu wissen was noch passiert! Und ich hab wirklich alles dafür getan um ihr Labor am laufen zu halten, da sie es gerade vor einem halben Jahr von meiner ehemaligen Chefin abgekauft hat.
      Wenn sie wenigstens noch einen Monat gewartet hätte, aber nein, so ist das leider heut zu Tage ! Man wird eiskalt raus geschmissen, sofern man als junge Frau einen Kinderwunsch hat, bzw. gar nicht erst eingestellt!
      Ja und dann wird in Deutschland immer gesagt, es gibt gar keine Nachteile, wenn man Mutter werden will!
      Als meine Chefin das Labor gekauft hatte, hatte ich zum Glück ein blödes Gefühl und hab mir eine Rechtsschutzversicherung zu gelegt.
      Mein Mann und ich sind dann zu einem Familienanwalt und haben ihm die Situation geschildert, der Anwalt selbst hatte den gleiche Fall mit seiner Frau, also die Situation mit der Fehlgeburt und danach eine Kündigung.
      Wir haben sie auf Diskriminierung meines geschlechts verklagt, da sie mich eindeutig gekündigt hat, weil sie Angst hatte, ich würde wieder schwanger werden.
      Es sprang am Ende ein bisschen Geld dabei raus, was aber nichts aufgewertet hat.
      Sie konnte sich durch fiese Windungen der Arbeitsverträge der anderen Angestellten und noch ein paar anderen Angelegenheiten ganz gut aus der Affäre ziehen, wo ich auch nur wieder sagen kann „du bist Deutschland“.
      Egal, diese charakterlose Frau ist in meinem ansehen einfach gestorben.

      Das ganze ist jetzt fast ein Jahr her, ich habe in noch keinem Jahr so viel geweint wie in diesem!
      Ich habe einen neuen Job, was wirklich das absolute Alptraumlabor ist, mir graut es jeden Tag davor.
      Und ich bin natürlich bis heute nicht mehr schwanger geworden!
      Ich bin noch mehr in mich gekehrt als je zu vor! Ich habe keine Lust mehr irgendwas zu machen, weder Sport noch Freunde treffen.
      Ich bin viel allein und weine viel.
      Beim Arzt war ich auch regelmäßig, mittlerweile bekomm ich Progesteron für die zweite Zyklushälfte, seit der op klappt einfach nichts mehr ! Ich denke oft an das kleine was ich verloren habe und nehme die zwei drei Sachen, die meine Mutter genäht hat und drücke es fest an mich!
      Auch wenn ich erst in der 11. Woche war und viele meinen, dass ist ja noch gar nichts, ist es doch das, was bisher die schlimmste Erfahrung in meinem Leben war.
      Das einzige an was ich mich festhalten kann, ist mein Mann,
      Ich habe den besten Mann der Welt!
      Leider ist er aus beruflichen Gründen viel unterwegs und meistens nur am Wochenende da.

      Ich weiß auch nicht warum ich das jetzt geschrieben habe und ob überhaupt jemand die Muse hat, sich alles durch zu lesen, aber ich bin einfach traurig und hab auch keine Lust mehr, jeden Monat aufs neue zu warten und mich fertig zu machen, wenn’s mal wieder nicht geklappt hat.
      Für alle die Ähnliches erlebt haben und lernen mussten, wie Menschen sein können und mit einem umgehen, versucht es besser zu machen und seit Verständnisvoll und auch wenn es für einen vllt nicht so schlimm erscheint, ist es individuell für jeden anders und je nach dem weniger oder mehr schlimm.

      Ich wünsche eine schöne Zeit und alles gute !

      • Hey, ich habe mir jedes einzelnes Wort durch gelesen. Es tut mir leid, was dir widerfahren ist. Das wünsche ich niemandem. (Auch wenn ich es nicht erlebt habe) kann ich mich dort hinein versetzen.

        Sobald man weiß, dass man schwanger ist, hat man Muttergefühle. Dabei spielt doch keine Rolle, ob 5, 8 oder 12 SSW. Man weiß es wächst ein kleiner Mensch heran. Das ist ja immer wieder ein Wunder. Klar Tür es weh, diesen kleinen Menschen zu verlieren.

        Vielleicht suchst du dir doch Hilfe, um die Geschehnisse zu verarbeiten und dich besser damit zurecht zu finden.

        Kann ja sein, dass dein Körper und Geist so weit blockiert ist und es deswegen nicht klappt.

        Warst du noch mal beim Arzt, um die Narbe von der Op kontrollieren zu lassen? Könnte ja auch daran liegen.
        Ich drücke dich und wünsche dir alles Gute.

        • Hallo und lieben Dank für deine Antwort!
          Also ich war nochmal zur nachkontrolliert allerdings wurde nicht nochmal geschallt oder geschaut wegen der Narbe, allerdings ist das auch glaub ich gar nicht so notwendig. Bei einem Kaiserschnitt ist die Gebärmutter ja auch komplett aufgeschnitten und genäht und die Frauen werden wieder schwanger.. die Gebärmutter regeneriert sich ja meistens immer wieder von selbst, allerdings stimmt jetzt irgendwas mit den Hormonen nicht... die müssen absolut im Keller sein, von daher kommen glaub ich auch diese ständigen Tiefs....
          Ende mai hab ich wieder Termin und dann wird geschaut wie es weiter geht !

          Vielen lieben Dank nochmal und eine schöne Zeit für dich und deine lieben! Alles gute !😊

      Vielen Dank für deine Geschichte. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und hoffe sehr das es bald bei euch klappt mit dem Kinderwunsch und du wieder glücklich sein kannst.Liebe Grüße

    Hallo
    Omg das tut mur soo leid was dir passiert 😓 und das mit der kündigung ist eine absolute Frechheit 😠
    Ich wünsche dir alles alles gute🍀💗🍀💗🍀💗 und probier wieder positiv zu denken, ich weiß das ist schwer, fällt mir an jenem besagten tag auch IMMER sehr schwer, hab keine fehlgeburt noch erlebt, wir probiern es seit 7 monaten und es passt alles bei uns und es will einfach nit klappen,
    Meine ärztin meinte letztens, es hilft vl zu wissen, dass es nicht nur die natürliche weise gibt schwanger zu werden, sondern auch noch andere was einen vl ein bisschen den druck weg nimmt. Ich muss sagen, da hat sie recht, ein bisschen hat es mir im kopf geholfen und ich gehe zu einer ostheopatin, was sehr gut tut, vl ist es für dich auch eine überlegung wert, komme zwar aus Österreich aber ich denke in Deutschland gibt es das auch oder? 🤔😊
    Liebe Grüße 🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀🍀😊

    • Hallo und lieben Dank für deine Antwort.

      Ja da hast du recht! Manchmal hab ich auch positive Phasen, wo ich dachte, das klappt schon, aber irgendwie ist es ja dann doch nicht so und immer wenn ich wieder meine Regel bekomm, bin ich fertig....
      Mittlerweile gehe ich gar nicht mehr davon aus, dass es geklappt hat ...
      Ich muss sehen was die Zeit bringt und mir auch wohl oder übel eine neue Arbeit suchen, denn das macht mich zusätzlich fertig! Naja kann ja nur besser werden 😑
      Vielen Dank nochmal und alles liebe und gute für dich und das es bald klappt !
      Ganz liebe Grüße !

Hallo. Ich möchte dir gerne sagen wie unendlich leid es mir für dich tut. Ich weiß wie es ist wenn man ein kleines menschlein gehen lassen muss. Meine Worte werden es nicht besser machen und werden dir wahrscheinlich auch kein Trost sein weil man es einfach irgendwann nicht mehr hören kann. Ich selber hatte nach einer Traumschwangerschaft leider auch 3 FG. 1. in der 10 Ssw, 2. in der 16 Ssw und die 3 in der 7 Ssw. Ich konnte es auch nicht mehr hören die Worte " hatte alles seinen Grund und es wird schon wieder." Ich habe es nicht verstanden.ich bin eine gesunde junge Frau die nie geraucht oder getrunken hat aber es sollte nicht sein. Mein Wunsch nach unserem 2 Wunder war so groß dass ich mich oft nachts in den Schlaf geweint habe. Wir haben dann ein halbes Jahr ausgesetzt weil ich es meiner Psyche nicht mehr antun wollte. Als ich entschloss meinem Körper noch 1 Chance zu geben hat es nicht lange gedauert und ich war Schwanger. Musste wöchentlich in der Klinik untersucht werden und die ganze ss über Medikamente spritzen. Habe jedesmal gezittert wie espenlaub und richtig Panikattacken. Habe mir geschworen wenn es dieses Mal wieder nicht sein soll, lasse ich es. Nach einer endlos scheinenden Schwangerschaft durften wir unser 2 Kind begrüßen. Er hat den Namen Matthias was bedeutet " Geschenk Gottes". Naja es sollte für mich nicht das Ende des Leidens sein. Bei der Nachsorge Kontrolle beim Frauenarzt stimmte der krebsabstrich nicht. Es wurden noch ein paar Kontrollen gemacht und nach endlosen 2 Wochen musste ich zu konisation ( OP am Gebärmutterhals) wie sich herausstellte konnte im letzten Moment das befallene Gewebe entfernt werden. Etwas länger warten und es wäre in krebs ausgeartet. Es ist leider nicht immer einfach alles zu akzeptieren. Wie gesagt es wird jetzt wahrscheinlich keine Worte geben die dich trösten können. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute

  • Ja ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es ist, wenn mir das wieder passiert... auch wenn es immer wieder gesagt wird, dass es normal ist, kann man es nicht begreifen....
    Man hat eben Momente der Schwäche und kann irgendwann einfach nicht anders und fragt sich immer, warum ich, es wird ja wie gesagt auch leider so wenig darüber geredet... und wenn man doch redet, kommt eben, wie du schon sagtest, diese Dinge wie, es sollte nicht sein und das wird schon, oder du bist ja noch jung !

    Ich hatte vor zwei Jahren auch eine Konisation, war allerdings zum Glück erst erst im 3. Stadium... und bisher sind die Abstriche wieder gut gewesen ...
    Ich hoffe für dich und deine Familie, dass alles gut wird und ihr eine wundervolle Zeit zusammen verbringt!
    Vielen Dank für deine Antwort ich habe mich sehr gefreut !

Liebe Schiepchen.
Ich habe mir die Zeit genommen und deine traurige und auch unfassbare Geschichte zu lesen. Ich hatte auch zwei frühe Fehlgeburten, die mein Körper aber selbst geregelt hat. Ich habe zwei Söhne und das hat es sicher etwas leichter gemacht. Es tutti mir weh wie sehr du leidest und das du scheinbar niemanden hast den du dich anvertrauen oder bei dem du dich auskotzen kannst. Vielleicht möchtest du das auch nicht.
Ich bin Psychologin und hoffe du suchst dir Hilfe. Es klingt als würdest du langsam aber sicher in eine Depression abgleiten und das kann schnell ein manifester Zustand werden. Es ist auch gut möglich, dass dein Körper auch deshalb keine Schwangerschaft zulässt. Vielleicht bist du psychisch auch noch nicht bereit für eine neue Schwangerschaft. Ich hoffe du versuchst das Erlebte zu verarbeiten und lässt dir dabei helfen. Denn auch wenn dein Mann noch so toll ist kann er das nicht für dich auffangen.

Ich wünsche dir das allerbeste für deine Zukunft und hoffe das du bald wieder schwanger wirst und dich wieder freuen kannst. Dein Baby hat sicher immer einen Platz in deinem Herzen.

Fühl dich gedrückt.
Schnuffelchen

  • Vielen lieben Dank für deine Antwort!
    Ja es kann tatsächlich sein, dass es Vorboten einer Depression sind, von der Veranlagung und der Art des Denkens, wäre ich glaub ich so schon prädestiniert dafür, allerdings kam ich mit mir selbst immer ganz gut darauf klar....
    Und es auch so wie du sagst, dass ich mittlerweile mit niemandem mehr darüber rede und ich kann noch nicht mal wirklich sagen warum, ich erzähle einfach niemanden wie es mir geht... außer wie gesagt meinem Mann, aber der ist ja auch oft nicht da...

    Daran hab ich schon oft gedacht, dass es vllt Deswegen nicht klappt, wegen dieser Einstellung und der „Belastung“.

    Naja das mit dem Psychologen ist ja auch so eine Sache, ich glaub es ist gar nicht so leicht, jemanden zu finden bzw einen Termin zu bekommen... vllt ist das aber auch nur eine Ausrede von mir selbst, weil man Angst hat.

    Trotzdem nochmal vielen Dank für deine Worte und deine Hilfe !

Ich weis nicht was ich sagen soll es ist echt schwer damit umzugehen Kopf hoch wir Schafen das ich sag zu mir immer die Zeit heilt alle Wunden ich kann dein Schmerz nachvollziehen es tut mir echt leid ich wünsche dir alles gute 😊

Hallo

Ich habe alles gelesen und ich verstehe Dich ganz ganz gut...ich hatte auch eine MA in der 13. Woche und bin "erst" 1 Jahr später wieder schwanger geworden. Aber alles in allem war ich fast 4 Jahre aktiv an meinem Kiwu...jetzt bin ich schwanger, Ende 19. Woche und kann es immernoch nicht glauben.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen alles erdenklich Gute und ich möchte Dir etwas auf den Weg mitgeben, Punkt 1 "ein Gedanke" hat mir immer Mut gemacht:

1. AM ENDE WIRD ALLES GUT UND IST ES NICHT GUT, SO IST ES NICHT DAS ENDE 🦋

2. SEI DANKBAR FÜR DEINEN MANN. EINE VERTRAUENSVOLLE BEZIEHUNG MIT VIEL LIEBE IST DAS WERTVOLLSTE 😊

So nun lasse ich Dich und ich drücke Dir feste die Daumen.
Supernova💫

  • Vielen lieben Dank für deine lieben Worte,
    Manchmal schaffe ich es positiv zu denken, aber immer mal wieder in bestimmten Phasen meines Zykluses klappt das irgendwie nicht so gut!

    Ich wünsche euch alles erdenklich Liebe und gute für die Zukunft ! Und genieß die Zeit 😊
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch 😊

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