Professionelle Hilfe zur Trauerbewältigung?

    • (1) 18.09.19 - 12:21

      Hallo

      Auch wir mussten uns am 23.08. Viel zu früh in der 22.Ssw von unserem Wunschkind verabschieden... 😥

      Seit über 3 Jahren, mittlerweile fast 4 Jahren versuchten wir ein Kind zu bekommen. Lange blieben alle Versuche erfolglos...
      Daher haben wir uns letztes Jahr für den Gang in die Kinderwunschklinik entschieden. Wir hatten unfassbares Glück und wurden gleich bei der ersten IUI schwanger. Wir waren so glücklich!

      Leider war uns unser Glück nicht lang vergönnt. Wir mussten unser kleines Mädchen in der 22. SSW. still zur Welt bringen. Sie hatte auf Grund eines Ringchromosoms 13 vielfältige Fehlbildungen (unter anderem eine Anencephalie, Herzfehler, falsch angelegte Organe etc.). Am 23.08. ist sie zu den Sternen gegangen 😥

      Bei mir wurde wegen sehr starken Blutungen und weil die Plazenta sind nicht vollständig gelöst hatte nach der Geburt noch eine Ausschabung vorgenommen.

      Mittlerweile haben wir eine humangenetische Untersuchung vornehmen lassen, deren Ergebnisse wir allerdings noch nicht haben.

      Ich fühle mich, als sei ein Teil von uns mit unserem Mädchen gestorben. Es gibt Momente, die langsam wieder zur Normalität werden. Aber genauso gibt es Momente in denen ich mich hilflos fühle und um unser Mädchen weine. Seit Wochen kann ich nicht richtig schlafen, weil mich Alpträume quälen. Ab wann muss ich mir Gedanken machen, dass ich aus diesem Tief nicht allein heraus komme? Ab wann brauche ich professionelle Hilfe? Und vor allem: wo finde ich die?

      Mein Mann ist Tag und Nacht für mich da und versucht mir zu helfen, aber auch er stößt ja irgendwann an seine Grenzen...

      Danke an alle die den jetzt sehr lang gewordenen Text lesen 😘

      • (2) 18.09.19 - 13:00

        Liebe renalex,
        Es tut mir unfassbar leid, dass ihr so schrecklichen Schicksalsschlag erlitten hattet. Die Trauer und leere begleiten mich auch seit meiner Fehlgeburt im August. Mir hilft nur zu denken, dass ich bald noch eine Chance vielleicht habe. Dabei sind meine Fakten eher schlecht: über 42, noch kein Kind, aufgrund von vielen Krankheiten nur durch Icsi Schwangerschaft möglich. Trotzdem wage ich noch einen Versuch und hoffe, dass es etwas bringt. Ich kann dir keine Ratschläge geben, wo man professionelle Hilfe bekommt. Ich halte mich an dem Strohhalm, dass ich noch einen Versuch habe. Wahrscheinlich hast du mehr Möglichkeiten natürlich schwanger zu werden. Es kommt bestimmt und du wirst wieder glücklich sein. Jeden Tag bringt dich näher zum Ziel. Ich wünsche dir viel Kraft und Glück 🍀
        Liebe Grüße 🌞🍀🌞🍀

        Das tut mir so leid Liebes! Fühle dich gedrückt!
        Deine Einsicht in einem so frühen Status bewundere ich, ich selbst hab das erst nach Jahren gemerkt. Bei mir hat der frauenarzt den Kontakt vermittelt, ansonsten mal bei profamilia nachfragen.

        Ich wünsche dir, dass du ganz bald wieder lächeln und vielleicht auch ein Wunder in den Armen halten kannst ❤️

        (4) 18.09.19 - 14:57

        Hallo renalex,
        mein Beileid für deinen Verlust!
        Wir haben unsere Tochter am 9.8. in der 18. Ssw zu den sternen gehen lassen.
        Ich verstehe deinen Wunsch nach Hilfe und kann dich darin nur bestärken.
        Über meine FA und auch eine bekannte Hebamme wurde mir eine Heilpraktikerin mit Zusatzbefähigung empfohlen. Sie arbeitet seit 19 Jahren zu diesem Thema und es tut mir persönlich gut zu ihr zu gehen. Auch will/kann sie mich in der Zukunft begleiten - der Ausblick auf eine (hoffentlich baldoge) erneute Schwangerschaft. Sie will mir helfen da angstfreier und gelöster rein zu gehen, als ich es jetzt bin. Vielleicht ist das ja auch was für dich. Gestern haben mein Partner und ich bei ihr ein "Abschiednehmen" gemacht. Das war sehr traurig, aber wir konnten das zusammen durchstehen. Ich drücke dir die Daumen, dass du auch schnell Hilfe bekommst und positive Erfahrungen in dieser Richtung sammeln kannst!
        Darf ich fragen, was und wie ihr humangenetisch untersuchen lasst? Ich wollte das nach unserem Verlust auch, der humangenetiker hat mir jedoch davon abgeraten, zumal die Untersuchung komplett igel ist.
        Ich wünsche dir Kraft und Zuversicht!
        Deborah

        • Hallo meine Liebe,

          erstmal fühl dich ganz lieb gedrückt#herzlich mein herzliches Beileid zu Deinem Verlust! :-( es tut mir schrecklich leid!

          Auch wir mussten unsere Tochter am 25.07.19 völlig unerwartet in der 26. SSW still zur Welt bringen. Sie starb einen Tag zuvor ohne Vorwarnung! Sie war kerngesund und es konnte bis heute keine Ursache gefunden werden!

          Für mich brach eine komplette Welt zusammen. Ich habe nur noch Schmerz empfunden. Unfassbaren Schmerz!

          Heute, 2 Monate später geht es mir so viel besser! Das hätte ich niemals für möglich gehalten.

          Mein Freund und ich haben von Anfang an ganz ganz viel über unseren Engel gesprochen. Darüber gesprochen wie sehr wir sie lieben, wie sehr sie uns fehlt, wie süß sie aussah, wie traurig wir sind und dass sie eine tolle große Schwester wäre und sein wird!!! Noch haben wir keine Kinder, aber wollen unbedingt welche und sie wird immer ein Teil davon sein und immer große Schwester sein! Wir haben die Trauer zugelassen. Wir haben über unsere Ängste gesprochen, vor allem meine Ängste, dass ich als Frau versagt habe, oder niemals evtl. ein Kind haben darf....All das haben wir ausgesprochen... Er war meine größte Stütze!

          Darüberhinaus haben wir ganz offenen mit Freunden, Bekannten etc. über das Erlebte gesprochen! Das war zu Anfang sehr schwer für mich, aber es wurde einfacher und es war wichtig für meinen Trauerprozess. Mein Umfeld hatte keine Ahnung, wie es mir geht und wie sie mit mir umgehen sollten. Meine Offenheit hat allen sehr geholfen mich zu verstehen...

          Wir haben unserer Tochter zudem einen festen Platz (in unserem Herzen) gegeben. Sie ist nicht weg, ihr geht es gut und sie wird sicher wollen, dass es ihren Eltern (also uns) gutgeht!!! Uns DARF es wieder gut gehen!

          Wir haben sie in einem FriedWald an einem Sternschnuppenbaum beerdigt! Wir haben ihr einen Brief geschrieben und diesen laut vorgelesen und in Ruhe Abschied genommen. Ihre Beerdigung war sehr wichtig für uns und hat geholfen, dass es uns heute noch besser geht!

          Ich habe eine kleine Kette anfertigen lassen mit ihrem Namen "Mayla", die ich immer bei mir trage und ihr Foto steht auf unserem Nachttisch!

          Sicherlich ist es ein Prozess, der dauern kann, aber es wird besser! Jeden Tag!

          Ich schicke Dir ganz viel Kraft, meine Liebe! Ich weiß wie Du Dich fühlst, aber sei sicher, deine Tochter ist bei Dir, liebt dich sehr und wird wollen, dass DU wieder glücklich bist! Sie wird nicht wollen, dass Du leidest.

          Schreib mir gerne jederzeit.

          Alles liebe
          Laura#herzlich

      (6) 18.09.19 - 17:41

      Liebe Renalex,

      es tut mir leid, dass ihr eure Tochter verloren habt, bevor sie die Möglichkeit hatte, euch und die Welt kennen zu lernen. Fühl dich gedrückt #liebdrueck

      Bezgl. der Hilfe zur Trauerbewältigung kannst du in dem KH, in dem eure Tochter geboren wurde, oder bei deinem FA / Hebamme nach psychologischer Unterstützung fragen.

      Liebe Grüße
      Emansara

    • (7) 18.09.19 - 20:13

      Hey renalex,

      ich schicke dir viel Kraft sowie Raum und Zeit die Trauer durchzustehen.

      Ich bin einfach zu meinem Hausarzt gegangen, der mir eine Überweisung zum Psychotherapeuten gab. Vielleicht gehst du nochmal zu deiner KiWuKlinik die sollten eigentlich Therapeuten haben um dich schnell zu versorgen.

      Ich hoffe du findest schnell Hilfe. Ich habe mir als Erinnerung an mein Sternchen ein Sternenbären genäht. Vllt hilft dir auch so etwas...

      Ich drücke dich

      Liebe Grüße
      Tess

      (8) 22.09.19 - 05:19

      Liebe Renalex

      Es tut mir so leid, dass ihr es auch erleben musstet...
      Unseren kleinen Schatz mussten wir am 27.1 los lassen. Denn da habe ich ihn still zur Welt gebracht. 5 Tage zuvor hatte sein Herz aufgehört zu schlagen.
      D.h 9 Tage vor ET verließ er uns...
      Ich war die Tage bis zur Geburt wie in Trance... Alles geplant, kaum Zeit und Raum für die Trauer gehabt.
      Als die Beerdigung kam, war es schrecklich, aber man hatte Zeit sich etwas darauf vorzubereiten... Meine damit, sich damit abzufinden, dass das eigene Kind vor einem gehen musste...
      Unser Liebling liegt in der Nähe der Sternenkinderstelle. Fanden wir passend. Er ist ja auch ein Sternchen.
      War danach ja normal im Mutterschutz und hatte eine berufliche kleine Veränderung genutzt und bin wieder in den Arbeitsalltag gestartet. Das half mir auch, der Alltag... Nicht den ganzen Tag alleine Zuhause verbringen und trotzdem nichts an dem Schicksal ändern können.

      Was mit auch sehr bei meiner Trauerbewältigung geholfen hat: die leere Wiege. Das ist ein Rückbildungskurs für Mama's ohne Kind. Denn das sind wir: Mütter. Auch ohne Kind an der Hand, aber Kind für immer im Herzen.
      Wir treffen uns einmal im Monat, sind 4 Mama's, und bald ist das 6. Treffen.
      Wir erzählen wie die Zeit war und wie wir uns fühlen. Die Rückbildung ist zweitrangig... Wir haben auch Spiele gespielt usw. Es tut richtig gut, man nimmt sich Zeit für sein Sternchen.

      Bislang brauchte ich keine psychologische Unterstützung. Aber wenn du nicht schlafen kannst, ist es ein schlechtes Zeichen.
      Reden hilft natürlich auch.
      Mit meinem Mann kann ich reden, aber er selber hält seine Gefühle zurück. Typisch Mann: stark und so.
      Aber diesen Verlust haben wir nicht verdrängt. Wir leben damit, Tag für Tag. Gehen mindestens 1x die Woche zum Grab. Das muss natürlich jeder für sich selbst wissen. Wir können das Grab ja auch gestalten. Und es macht mir Spaß bzw. Tut mir gut, dass für unseren Sohn noch machen zu können.
      Es ist ja der einzige Platz, wo wir ihm ganz ganz nah sein können...

      Tut mir leid, für den langen Text.
      Wollte dir, von meiner Erfahrung berichten. Hätte man auch privat machen können.
      Falls was ist, kannst mich gerne anschreiben.
      Das ist das schöne an Urbia: man ist für einander da.
      Hier zu lesen und mit Betroffenen zu schreiben, hat mir auch geholfen.

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