Leiblicher Vater vs Stiefvater

Guten Tag. Vor 4 Jahren habe ich meine jetzige Ehefrau kennen gelernt. Die brachte damals einen 6 Monate alten Bub mit in die Beziehung. Ich kümmerte mich von Anfang an um das Kind. Heute hat er von mir noch einen 2Jährigen Bruder dazu bekommen. Seit jeher kennt das Kind mich als Vater. Und ich liebe ihn genau so wie mein 2tes Kind. Also eigentlich eine perfekte Familie. Nur ist da noch jemand. Der leibliche Vater. Anfangs kam er mal jeden Monat 2-3 Stunden, dann nur noch jedes Quartal. Die letzten zwei Jahre war er nur 2x da. Ebenfalls nur für ein paar Stunden. Er begründet dies immer mit der weiten Fahrstrecke von 200km bzw 2-3 Stunden. Mir war es gleichgültig.

Aber nun kommt er mit der Aussage das er schon oft genug da war das "sein" Sohn ihn gut genug kennt und ich doch dafür sorgen soll das er ihn Papa nennt. Hat er den Schuss nicht gehört oder stehe ich in der Verpflichtung das meinem Sohn einzuhämmern? Wie will ich einem 4 Jährigen erklären das ich nicht sein Papa bin sondern der Mann der jedes Jahr mal kurz vorbei schaut. Welche Pflichten habe ich und meine Frau? Er ist jederzeit bei uns willkommen, er kann jedes Wochenende kommen, wenn er will auch übernachten. Aber er rührt sich nicht. Müssen wir mehr machen als nur den Umgang zu gewähren? Müssen wir jetzt dem den Schuh in den arsch hauen? Oder gar ihm das Kind hinter her fahren?

Hey.

Ich verstehe, das es ärgerlich ist, das der Vater sich nicht so oft blicken lässt.
Aber er ist nunmal der leibliche Vater und der kleine hat nunmal auch ein Recht darauf, das zu wissen.
Er ist 4 und jetzt wäre noch die beste Zeit, ihm das zu erklären.
Ihr seid dafür verantwortlich!
Irgendwann würde es doch sowieso rauskommen?

Bei allen anderen kommt es drauf an, wer die Entfernung geschaffen hat, muss sich auch um den Umgang kümmern.
Aber wenn der Vater nicht öfters kommen will, bzw ihn sehen will, dann ist das so. Dann hat er in dem Fall Pech.

200km und weite Entfernung? Sorry, aber da fehlt mir das Verständnis.
Allerdings hat er recht, dass das Kind ein Recht dazu hat zu erfahren wer sein wirklicher Vater ist. Aber genau das wäre sogar für mich der Unterschied. Ja, der andere Mann ist sein Vater, du ja aber anscheinend der, der die Papa-Rolle inne hat. Und ja, das ist für mich ein himmelweiter Unterschied. Wen das Kind also Papa nennt, darf das Kind durchaus selbst entscheiden. Es sollte aber wissen, wer sein leibicher Vater ist.

Hi,

das Kernthema ist vlt: wem gehört das Kind. Wen liebt das Kind mehr...wer hat Anspruch auf die Liebe/ wer hat sie sich verdient.
Dazu bringt jeder Teilnehmer ein eigenes Wertesystem und eine eigene Wahrheit mit.

Der erste Schritt ist, zu erkennen, das hier ein Machtkampf stattfindet der mit dem Kind an und für sich nichts zu tun hat.

Die Lösung für dieses Problem habe ich für mich so entdeckt: Ich habe die eigene Grösse entwickelt, für mein Kind sämtliche Ansprüche zurückzustellen. Einer muss der Erwachsene sein.
Um ehrlich zu sein: ich schaffe es nicht immer denn es kostet Kraft.

Konkret in deinem Fall könnte die Lösung sein: du gestattest dem Erzeuger mit seinem Sohn eine eigene Lösung zu finden die du dann akzeptierst. Die Königsklasse wäre, wenn du mit dem Erzeuger eine gemeinsame Lösung findest aber das würde ich hier fast ausschliessen nach dem was du schreibst.

Um das Vorwegzunehmen: Es ist nicht fair. Du kümmerst dich - er kümmert sich nicht.
Aber die Größe zu haben für sein Kind eine Dummheit/ Ungerechtigkeit auszuhalten: das machen nur echte Papas ! =)

Ich sehe da einen Mittelweg.

Der Junge muss wissen, dass du sein Papa bist, aber eben nicht sein echter Vater. Der biologische Vater ist ein anderer Mann, den er ja auch bereits kennt, zu dem er aber offenbar keine stabile Beziehung hat. Wie denn auch, nach Besuchen, die man an eenigen Fingern abzählen kann?

Ich finde nicht, dass er ihn Papa nennen muss. Für ihn bist du Papa und der Vater eben xy.

Ich finde, der Junge ist alt genug, dass man ihm das erklären kann (umso selbstverständlicher wird es für ihn ein Leben lang sein), aber auch alt genug, dass er selbst entscheiden darf, ob und wen er denn Papa nennt.
Für ein Kind in seinem Alter ist derjenige Papa, der immer da ist, der Tröstet oder schimpft, der die Monster unter dem Bett verjagt. Jemand der in 2 Jahren 2 mal da war hat keinen Anspruch, Papa genannt zu werden! Ein Papa kümmert sich und 200 km ist nicht die Welt. Wir fahren solche Strecken für Tagesausflüge, der Weg zu meinem Kind wäre mir da nicht zu weit! Ich hab Familie knapp 1000 km entfernt und fahre mindestens 1-2 Mal im Jahr für je 1-3 Wochen hin. Und er schafft es nicht mal 400 km jeden zweiten Monat zu fahren? Das ist aber traurig!

Ging es dem Vater nur darum, dass er „Papa“ genannt wird? Das hab ich jetzt als einziges gelesen. Nö, da müsst ihr gar nix machen. Ich finde das Kind soll entscheiden, wenn es Papa nennt. Im Gegensatz zu den anderen würde ich einen Vierjährigen auch nicht groß damit verwirren, wer jetzt leiblich ist usw. Für euren Sohn bist Du ja der Papa. Ich finde das Alter viel zu jung und ein Kind eventuell mit sowas in seinem Grundgerüst zu erschüttern.
Wenn der leibliche Vater es gerade mal für nötig hält, für seinen Sohn zwei mal zu kommen, würde ich n Teufel tun und da ein Fass aufreißen.
Ne, das sehe ich irgendwie anders.

Lg

Ich bin dafür, je jünger, desto besser. Meine Tochter war dreieinhalb Jahre alt, als ich meinen zweiten Mann kennenlernte und sie mochte ihn von Anfang an sehr. Anfangs sagte sie noch den Vornamen, wie ihr 4 Jahre älterer Bruder auch. Bis zur Hochzeit 2 Jahre später sagten sie dann schon Papa.
Ich habe sie von Anfang an nicht im Unklaren darüber gelassen, dass sie einen biologischen Vater auch hat, der allerdings nie mehr in Erscheinung trat.
Beide Kinder sagten sehr bald, dass sie nur einen Papa haben......ich bin hier für Ehrlichkeit so früh wie möglich, sonst hat man irgendwann den Zeitpunkt verpasst. Ich würde das Kind entscheiden lassen, zu wem es Papa sagen will, und das haben beide Männer dann eben auch zu akzeptieren.
LG Moni

Du bist der Papa, denn den Titel muss man sich verdienen.

Auch finde ich es besser, wenn er es von euch erfährt und nicht, dass der Erzeuger es beim nächsten Besuch an die große Glocke hängt.

Das Timing ist natürlich grausig, da euer Kind grade geboren wurde und dann kommt "du bist nicht mein 'richtiges' Kind". Ich würde erstmal noch warten. Vielleicht findet ihr ein Kinderbuch zum Thema Stiefkinder.

Mein Erzeuger war auch immer nur da, wenn er mal Bock hatte. Ich wurde inzwischen nach Minderjährigenstrafrecht von meinem Stiefvater adoptiert.

Nein müsst ihr nicht. Das Kind (wohlgemerkt nicht der Vater) hat ein Recht auf Umgang mit dem Vater. Der Vater nimmt den Umgang zwar selten wahr aber trotzdem.
Ihr müsst gar nix.

Ich verstehe deinen Unmut darüber. Das ist nicht schön. Was sagt denn deine Frau dazu? Im Endeffekt spricht ja nichts dagegen, wenn der Kurze euch beide Papa nennt. Finde es aber schon hart, dass dem Herrn die 2-3 Stunden Fahrt zu viel sind, um sein Kind zu sehen. Und dann will er Papa genannt werden?
Sagen würde ich das dem kleinen wohl, aber ihm auch klar machen, dass du trotzdem sein Vater bist. Dann hat er eben einen richten Papa (dich) und einen Papa, der ihn ab und zu besucht...