Hat man als Eltern denn gar keine Handhabe...

..wenn das Kind ständig verprügelt wird und verletzt heimkommt?

Heute wurde meine Tochter (3. Klasse) wieder mal von einem total aggressiven Mitschüler so verletzt, dass ich mit ihr zum Arzt mußte. Anne sammelte am Boden irgendwas auf; der Schüler kam zu ihr, warf sie um und trat mit voller Wucht auf ihren Arm. Das Ganze spielte sich vor den Augen der Mittagsbetreuer ab - Anne übertreibt also nicht. Als die Betreuerin eingriff, bekam sie von diesem Schüler auch noch einen kräftigen Tritt gegen das Schienbein. Mit der Mutter von Kevin habe ich -zigmal geredet - aber ihr lieber, netter Bubi macht natürlich sowas nicht. Also rede ich hier ins Leere.

Nachdem meine Tochter neulich übersät mit großen blauen Flecken nach Hause kam (habs fotografiert), bin ich mit den Bildern zum Rektor gegangen und habe ihn gefragt, was die Schule tut, um die Schüler gegen aggressive Mitschüler zu schützen. Antwort: Nichts - man kann angeblich nichts tun.

In der Klasse von Anne sind sowieso schon drei oder vier verhaltensauffällige Raufbolde. Heute ist mir regelrecht schlecht geworden, weil ausgerechnet in diese Klasse ein anderer Schüler kam, der wegen seiner Aggression quasi strafversetzt wurde.

Kann ich denn als Mutter gar nix tun, damit diese Kinder in ihre Schranken verwiesen werden? Muss ich weiter zuschauen, dass meine Tochter verprügelt/verletzt wird? Anne hat mittlerweile Angst vor jedem Schultag.

Vielleicht ist hier jemand, der mir einen guten und durchsetzbaren Tipp geben kann. Ich bin rat- und machtlos, nur traurig, aber auch ziemlich wütend.

Danke
Linda



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1. Geht zum SChulamt wenn die nichts tun 2. droh dem Direktor mit einer Anzeige wegen Unterlassung oder sowas ähnliches. Ich denke man das wird er sich überlegen ob er so nen schlechten Ruf haben will. 3. wäre auch die Presse noch ne Möglichkeit .
Ela

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Hallo,
ich glaube da wirst Du auf die ruhige Art und Weise wahrscheinlich nichts bewegen. Aber bei dem Wort Öffentlichkeit bzw. Presse reagiert der Direktor bestimmt. Ich würde es auch nicht zulassen, dass mit meinem Kind so umgegangen wird. Wahrscheinlich würde ich zum Tier. Allerdings ist es auch für Schule recht schwierig und die meisten Lehrer sind schlicht zu feige die ganze Sache zu lösen. Normal ist das Verhalten an Eurer Schule aber trotzdem nicht. Bei unserem großen Sohn wurde in so einem Fall gleich eine Konferenz einberufen, die Sache besprochen, Schulverweis für einige Tage etc. Da wurde gleich durchgegriffen und es hat sich wirklich bewährt. Leider kann man solchen Kandidaten meistens nicht anders kommen. Die betroffenen Tätereltern haben ja nach ihrer Ansicht nur Lämmer daheim, die den Rosenkranz beten. Da kommt man meistens auch nicht weiter.
Also auf sich beruhen lassen darf man das zum Wohle des eigenen Kindes keinesfalls. Ich wünsche Dir, dass du die Sache gut gelöst bekommst. Viel Glück.
LG Barbara

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Was sagt denn die Klassenlehrerin ?
Was haben die Mittagsbetreuer unternommen ?

Das man nichts tun kann stimmt so auch nicht.
Frage den Rektor welche Maßnahmen er zur Gewaltprävention an der Schule unternimmt. Es gibt viele gute Programme und Literatur zu dem Thema http://www.google.com/search?q=gewaltpr%C3%A4vention+grundschule&sourceid=ie7&rls=com.microsoft:en-US&ie=utf8&oe=utf8, z. B. Faustlos, ich bin ich.

An unserer Schule kommen in solchen Fällen auch Lehrer/Psychologen aus der Schule für Lernhilfe um am Unterricht teilzunehmen und die Schüler zu beobachten.

Du kannst dich auch an die Elternvertreter wenden, Deine Tochter ist doch sicherlich kein Einzelfall.

Gruß
Mrs. Peel

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Hallo,
vielen Dank für den Hinweis. Ich habe mir schon einen Artikel abgespeichert, werde ihn morgen gründlich durchlesen. Das hilft mir sicher in meiner Argumentation dem Rektor gegenüber weiter.

Danke nochmal.
Linda

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Hallo Linda,

Anzeige erstatten, Termin beim Schulpsychologen vereinbaren und Schule wechseln.

Wir haben das schon alles hinter uns, nun geht es unserem Sohn wieder gut und er geht wieder gerne und angstfrei zur Schule.

LG
hanni

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Hallo,

habe vergessen unser früherer Rektor machte auch diese Aussage.

Der jetzige unternimmt mit Polizei und Sozialarbeitern etwas dagegen.

LG
hanni

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Hallo, hanni,
genau das habe ich dem Rektor vorgeschlagen: Es soll ein Polizist in Uniform in die Klasse kommen und den Kindern eindringlich sagen, dass das keine Gaudi ist, wenn man einen Mitschüler verletzt, sondern Körperverletzung und dass ihre Eltern haftbar gemacht werden können. Der Rektor winkte ab und meinte, dass das gar nix bringt.

Zwei Schüler der Parallelklasse haben zum Beispiel Pausenverbot; d.h. sie müssen während der Pausen im Klassenzimmer bleiben. Das ist reine Theorie, weil kein Mensch kontrolliert, ob dem auch so ist. Meiner Tochter wurde jedenfalls von einem dieser Schüler in der Pause ein Bein gestellt und als sie am Boden lag, stieß er noch mit dem Fuß zu, ausgerechnet in den Bauch. Als ich das dem Rektor sagte, meinte er süffisant, dass meine Tochter wohl eine blühende Phantasie hätte, weil der angebliche Angreifer gar nicht im Pausenhof sein könnte. Als ich zwei Kinder dazuholte, die das mitangesehen hatten, wurde er zwar etwas kleinlauter, aber Hilfe oder eine Lösung hatte er auch nicht parat.

Am Donnerstag schummle ich mich mal mit der Videokamera in den Pausenhof. Dann sehe ich selbst, ob z.B. eine Pausenaufsicht vorhanden ist.

Ein Schulwechsel ist bei uns nicht so einfach, da wir sehr ländlich wohnen. Anne hat natürlich auch ihre Freundinnen in dieser Klasse; von daher möchte ich sie ungerne rausreissen. Sie muss noch ein Jahr durchhalten, dann geht sie in die Realschule. Aber das wird ein hartes Jahr werden.
Mich macht nur in diesem Fall meine Hilflosigkeit so wütend.

Aber dem Rektor sage ich auf alle Fälle, dass ich mich an eine übergeordnete Instanz wende, wenn die Schule diese Angriffe während der Schulzeit/Pause nicht in den Griff bekommt.

Ich danke auch allen anderen für die Antworten.

Linda

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Hallo Linda!
Achte darauf, wie der Rektor beim Gespräch reagiert. Will er wieder alles nur beschönigen und herunterspielen, dann sage ihm, daß Du beim nächsten Vorfall beim Anwalt bist und dieser prüfen soll, inwieweit eine Verletzung der Garantenpflicht bei ihm, sowie bei der Aufsicht, in Betracht kommt. Sollte diese Verletzung gegeben sein, wirst Du juristische Schritte in Betracht ziehen.
Glaube mir, spätestens jetzt wird er hellhörig und verdammt vorsichtig werden!
Und mach ihm weiterhin klar, daß dies jetzt das letzte Gespräch ist. Danach nur noch schriftlich.
Viele Grüße
Trollmama

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Hallo,

du kannst gleich bei der Polizei anrufen. Die haben einige Programme für solche Fälle. Informiere dich mal.

Dann wendest du dich an den Klassenlehrer bzw. Sachkundelehrer und schwupps hast du die Polizei in der Klasse.

Wirkt Wunder.

Und dann bring ihr bei, wie man sich wehrt. Kurze Schläge (nicht weit ausholen), Treten mit Kraft,... Ja, das wirkt befremdlich, aber es hilft.

LG Marion

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Hallo,

die Polizei darf die Programme nur durchführen, wenn der Rektor einverstanden ist!

Unser alter Rektor hat die Polizei nicht eingelassen, denn er hat das Hausrecht und es ist ganz normal wenn Kinder und Jugendliche Auseinandersetzungen haben und es gibt keine Gewalt und Mobbing an seiner Schule.

Komisch!!#kratz
Wir hatten mehrere ärztliche Atteste, Gutachten vom Schulpsychologen, dass unser Sohn geschlagen und gemobbt wurde.

Die Schule wurde dann auch noch in der Zeitung stolz präsentiert, als einzige Schule in Augsb. die keinen Schulsozialarbeiter braucht.

Als ich dann das Jugendamt nach allen üblichen Distanzen eingeschalten habe ging der Sprengelantrag im Schulamt durch.
War ein langer und steiniger Weg.
Den Sprengel hat der alte Rektor(muss dem auch zustimmen) nicht unterschrieben.
Erst als wir ihm drohten eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung zu erstatten.

LG
hanni

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Was ist denn ein Sprengelantrag? Noch nie davon gehört.

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Hallo Linda...

Wir haben ähnliches durch. Unsere Vorgehensweise war wie Folgt.

Die 5 Gespräche mit Lehrerin,Rektorin und Eltern haben nix bewirkt. Als unser Sohn dann mit Nasenbluten nach Hause kam...haben wir eine Anzeige bei der Polizei gemacht...sofort wurde Jugendamt,Schulamt informiert...das Kind musste in eine Therapie..kam auch auf eine andere Schule und die Eltern müssen regelmäßig beim Amt vorsprechen...Da wir aus diversen anderen Gründe die Schule gewechselt haben.....weiß ich auch nix mehr über den weiteren Verlauf.....

Unser Sohn macht seit seiner 1.Klasse Judo sowie Ju Jutsu, leider traut sich mein Sohn das nicht anzuwenden, weil er Angst hat jemanden weh zu tun.......nach einer intensiven Aufklärung bei der Polizei, die meinem Sohn erklärt haben, dass er sich immer und zu jeder zeit mit dieser Sportart verteidigen darf, geht unser kleiner "Großer" jetzt viel selbstbewusster zur Schule..... Wie gesagt, durch den Schulwechsel haben wir nicht mehr diese extremen Probleme....nur einmal von der Schule nach Hause, wurde mein Sohn angepöbelt und getreten; diesmal hat er sich gewehrt.......

Wir haben leider gelernt, dass man mit reden nicht weit kommt, schade....

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Hallo, Ihr Lieben,
also erst mal ein herzliches Danke für Eure Antworten und Tipps. Es ist erschreckend, wieviel Gewalt bereits in der Grundschule herrscht, ich kann da nur mehr den Kopf schütteln.

Morgen habe ich nochmal ein Gespräch mit dem Rektor. Offensichtlich muss er aber nach meinem Erstgespräch doch etwas unternommen haben, weil ein Schüler auf meine Tochter zuging, sich entschuldigte und versprach, dass er sie künftig in Ruhe läßt. Ich kann nur vermuten, dass der Rektor mit den Eltern gesprochen hat.
Bin gespannt, was er morgen vorbringt. Ich werde dann hier berichten.

Bis dahin liebe Grüße
Linda