Umfrage: Denkt Ihr, es gibt zu viel Ferien? Und sollten Klassengrößen

    • (1) 22.04.09 - 11:21

      Hallo Zusammen,

      was denkt Ihr: haben unsere Kinder und Ihre Lehrer zuviel Ferien?

      Wäre es nicht sinnvoller, die Schulferien z.B. zu verkürzen auf 1 Woche Ostern, 3 Wochen Sommer, 1 Woche Herbst und 2 Wochen Winter?

      Ich frage mich das vor dem Hintergrund, dass arbeitende Eltern nie ausreichend Urlaub haben, um den gesamten Zeitraum abzudecken und vor dem Hintergrund, dass unsere Kinder im späteren Arbeitsleben auch nie soviel Urlaub haben werden.

      Außerdem könnte man durch diese Zeiteinsparung locker intensiver/mehr unterrichten, vielleicht den Druck z.B. bei der Einsparung des 13. Schuljahres mildern.

      Für mich wäre es eine sinnvolle Investitionen von Bund/Ländern/Gemeinden, wenn dies organisiert und dafür auch mehr Lehrpersonal eingestellt würde.

      Womit ich bei meiner zweiten Frage bin: Sollten Klassengrößen nicht grundsätzlich auf maximal 20 Kinder, statt wie bei uns jetzt 30 reduziert werden, um effektives, individuelles Lernen zu ermöglichen?

      Eure Meinungen würden mich interessieren!

      Viele Grüße
      Nusch

      • Hallo,

        ich finde auch dass unsere Kinder viel zu viele Ferien haben. Ich persönlich wäre auch für eine kürzung der Ferienzeiten. In Rheinland Pfalz, Hessen und noch ein oder zwei weiter Länder haben einige Ferienwochen weniger als der Rest, welche es sind müsst ich zu Haus nachschauen.

        Kleinere Klassen finde ich auch gut zumindest in den ersten 4 Schuljahren. Denn somit können sie die kleinen besser konzentrieren und die Lehrer hätten genügend Zeit sich um jeden einzelnen zu kümmern bzw um die die zusätzlich hilfe benötigen.

        LG
        Andrea


        1. nein, ich bin dagegen, denn aus rein psychologischer sicht sind große pause des lernens (ferien) wichtig, um das gelernte auch wirklich zu festigen. dazu kommt, dass bei uns eigtl. der hort immer auf hat und dadurch das problem mit dem überbrücken nicht unbedingt ein problem darstellt. außerdem gibt es immer ein wochenprogramm dort (kino, ausflüge, projekte, kurse...), damit sich die kinder wohlfühlen.
        da du gern mit dem berufsleben vergleichst: auch da gibt es in vielen berufen fortbildungsprogramme, die spaß machen und freiwillig sind, oder der chef ist nicht da, und man hat mal eine entspanntere woche als sonst. noch ein argument ist ja die tatsache, dass kinder eben kinder sind, und keine arbeitstiere wie die erwachsenen;-) von daher wäre eine ferienverkürzung dasselbe wie eine anhebung der wochenstunden und nicht vertretbar.
        zum thema mehr lehrpersonal für deine idee: das fehlt doch jetzt schon überall, also sollte das erstmal geklärt werden, bevor man noch mehr fordert.
        früher habe ich übrigens auch immer gedacht, lehrer sein ist doch die beste arbeit, weil man soviele ferien hat, inzwischen weiß ich aber, dass die viel in den ferien arbeiten müssen, vorbereiten, lehrgänge absolvieren, tests ausdenken, kontrollieren etc.

        2. wieder eine frage der kosten. klar, klassengrößen von höchstens 20 kindern, welche eltern wünschen sich das nicht? aber soo schlecht sind große klassen ja auch nicht. es gibt lehrer, die damit gut umgehen können und viele kinder, denen das nicht schadet, früher gab es noch größere klassen und meine eltern sind trotzdem was geworden:-p und auch hier wieder der vergleich mit dem späteren job: es gibt großraumbüros, es gibt einzelbüros, es gibt lkw-fahrer, die tagelang allein unterwegs sind, es gibt dienstleister, die 10 stunden am tag mit vielen menschen zu tun haben... man kann es nie allen recht machen, aber kinder in normalen klassen erfahren, was ihnen eher zusagt.

        3. ich hätte mir einen post gewünscht, wo es um die überarbeitung der stoffgebiete geht. man lernt soviel *sorry* müll in der schule, den man später nie wieder braucht, aber warum man müll trennt zb ist nirgends eingeplant (mal so als beispiel) und sache des lehrers, auch solche themen mit zu vermitteln.

        • Hallo Ja-Frager,

          ist das so, dass lange ruhephasen das Gelernte festigen? Habe ich noch nie gehört. Im Gegenteil würde ich intuitiv denken, dass dan viel in Vergessenheit gerät.

          Tja, bei uns sind immerhin 5 Wochen im Jahr nicht über Hortbetreuung abgedeckt, so dass der Jahresurlaub der Eltern damit weg ist.

          Auch die Kinder haben während der Unterrichtsphasen mal entspanntere Wochen - so gab es z.B. in unserer Grundschule kürzlich eine Projektlesewoche mit fast gar keinen Hausaufgaben.

          Natürlich ist es Fakt, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen und Arbeitstiere sind, deswegen ging mein Vorschlag ja auch nicht dahin, die Ferien auf das Jahresurlaubsniveau von Eltern zu kürzen.

          Ja, jetzt fehlt schon genug Lehrpersonal, deswegen sollte darin investiert werden. Ich bin übrigens nicht der falschen Auffassung erlegen, dass Lehrer genau so viel Ferien wie ihre Schüler haben, aber auch nicht, dass sie genau so wenig wie "normale Angestellte/Arbeiter" haben, was ja richtig ist, denn die nervliche Belastung ist in diesem Beruf sicher hoch.

          Große Klassen sind schlecht, weil eine individuelle Förderung fast unmöglich ist. Natürlich ist es eine Frage der Kosten, aber statt z.B. in eine völlig unsinnige Abwrackprämie zu investieren, sollten lieber Bildungsinvestitionen vorgenommen werden, Investitionen in die Zukunft unserer Kinder und somit auch in unsere.

          Die Überarbeitung der Stoffgebiete ist sicher ein ganz wichtiges Thema - aber wenn mehr Zeit zum Unterrichten wäre und dies in kleineren Gruppen könnten auch relevantere Themen aufgenommen werden.

          Viele Grüße
          Nusch

          • du hast einen Hort und beschwerst dich wegen 5 Wochen??? Zugegeben, das kann ich nicht nachvollziehen. Andere berufstätige Eltern haben nicht die Möglichkeit eines Hortes und müssen über 10 Wochen Ferien überbrücken.

            In meiner Firma wurden 2 Wochen "Zwangsurlaub" (Betriebsschließung) verordnet um die drohende Kurzarbeit zu umgehen. Clevererweise muss der NACH den Pfingstferien genommen werden #augen

            • Hallo Bambolina,

              ich finde nicht, dass ich mich "beschwere", sondern nach einer besseren Lösung suche. Es geht mir auch weniger um die 5 Wochen, das ist ganz ok, die könnte man - selbst wenn man alleinerziehend wäre - ja sogar hinbekommen, wenn man nicht gerade zwangsweise zu anderen Zeiten Urlaub machen muss.

              Ich sehe aber die Entwicklung in unserer Gesellschaft, dass beide Elternteile arbeiten müssen oder eben alleinerziehend sind, vor diesem Betreuungsproblem stehen. Ich finde, dass sich auch unser Schulsystem (und damit auch die Ferien) den Gegebenheiten unserer Gesellchaft anpassen müssten.

              So haben z.B. in unserer Stadt die 3 Grundschulen, jede betreut 3 Wochen im Sommer, alle zur selben Zeit geschlossen, obwohl in anderen Ferien (Ostern/Herbst) auch mal ein Austausch innerhalb der Schulen stattfindet. Warum macht man das nicht zeitversetzt auch im Sommer, um die Möglichkeiten für die Eltern nicht auf 3 Wochen zu begrenzen (stell Dir vor, alle Eltern von Grundschulkindern in unserer Stadt, wovon ein hoher Prozentteil beim größten Arbeitgeber der Region arbeitet) müssen alle gleichzeitig die letzten 3 Wochen Sommerferien freihaben, weil alle Schulen geschlossen sind?

              Auf meine dahingehende Anregung im Schulamt kam nur die blöde Antwort: "Meine Kräfte müssen auch mal Urlaub machen." Ja, aber warum alle gleichzeitig? Stotter, stotter ...

              • Hallo nusch,

                na ja, du hast immerhin einen Hort, dieser hat NUR 5 Wochen zu und für mich hörte sich das schon an, wie wenn das zuviel wäre.

                Meine Nachbarin hat auch nach dem MuSchu der Kleinen wieder eine Arbeit gefunden, aber einen Hortplatz bekommt sie erst im September. Wenn ihre Eltern nicht einspringen würden, könnte sie den Job gleich wieder an den Nagel hängen.

                Natürlich könnte mehr für die arbeitenden Eltern gemacht werden. Auch wenn noch viel getan werden muss, so sehe ich aber auch, dass sich in den letzten Jahren viel verändert hat.
                Das mit den Schulen ist natürlich mehr als doof. Na ja und auf dem Schulamt erreicht man auch nichts, so traurig das ist - die Erfahrung habe ich selber schon gemacht.

                lg bambolina

      (8) 22.04.09 - 12:09

      Hallo!

      Nein, ich denke nicht das die Kinder zu lange Ferien haben.
      Kinder sind Kinder und brauchen einfach ihre Pausen.
      Natürlich werden sie nie wieder so lange Ferien haben, aber deshalb sind es ja auch Kinder und keine kleinen Erwachsenen, die schon funktionieren müssen.
      Es ist doch toll, wenn sie ihre Kindheit auch genießen können. Kinder heute haben doch soviel um die Ohren-Schule, Hort, Sportkurs hier, Sportkurs da, Musik machen, Fremdsprachen lernen-ich finde schon, dass da oft die Kindheit viel zu kurz kommt.

      Mit der Klassenstärke gebe ich Dir allerdings Recht. Wir haben 29 Kinder in der Klasse und eine tolle erfahrene Lehrerin die es schafft, trotz der vielen Kinder eine ruhige Lernatmosphäre zu schaffen. Aber ich sehe auch viele Lehrer die es nicht können.

      Und ich finde da sollte man etwas tun nämlich nicht nur die Klassenstärke verringern, sondern die Lehrer anders ausbilden, dass sie mehr Praxis Erfahrung bekommen ehe sie "losgelassen" werden.

      Viele Grüsse,
      Neddie



      • lehrer sollen noch mehr praxiserfahrung bekommen? sorry, aber ich kenne kaum ein anderes studium, medizinisches mal ausgenommen, wo die studenten vorher so viel praxiserfahrung sammeln müssen.

        ich muss während des studiums min. 12 wochen praktikum vorweisen udn das in der vorlesungsfreien zeit. dann nach dem ersten staatsexamen muss ich 2 jahre für wenig geld quasi probearbeiten , bevor ich nochmals geprüft werde. ich finde das sehr viel praxiszeit.

        lg,

        schullek

    Ferien sind für die Kinder notwendig (andere Länder haben z.B. elend lange Sommerferien - und auch die Erwachsenen nehmen sich doch oft zwischen den Jahren und über Ostern eine Auszeit. Die Lehrer in meiner Bekanntschaft brauchen die Oster- und Weihnachtsferien übrigens oft für Korrekturen/Abivorbereitungen, das ist keine "Freizeit".
    Kleinere Klassen wären natürlich traumhaft - aber wohl nicht finanzierbar.
    LG Isa

    • Hallo Isa,

      aber diese elendig langen Sommerferien sind doch meistens in den Ländern, in denen es im Sommer auch wirklich elendig heißt ist, oder?

      Mein Verkürzungsvorschlag war ja auch nicht dahingehend, die Ferienzeit auf das Niveau des Jahresurlaubs der arbeitenden Eltern zu kürzen, sondern auf 7 Wochen.

      Mir ist klar, dass Lehrer nicht soviel Ferien haben, wie ihre Schüler. Da ich den Lehrerjob für sehr anstrengend halte, ist meine Meinung, dass sie ruhig wirklich 7 Wochen frei haben sollen und durch mehr Lehr-/Organisationspersonal diese dann auch als Freizeit nutzen können sollten.

      Wegen der Finanzierung der kleineren Klassen/von mehr Lehrpersonal: wir haben doch gerade festgestellt, dass alles finanziert werden kann, wenn der Wille da ist. Es muss ein Umdenken erfolgen dahingehend, dass eine Investition in die Bildung unserer Kinder immer die vorrangigste Investition ist.

      LG
      Nusch

(12) 22.04.09 - 12:18

Hallo,

im Bezug auf arbeitende Eltern sind die Ferien natürlich zu lang.

Aber die Schüler haben ihre Ferien immer redlich verdient.
Sie müßen viel arbeiten und viel lernen - oft länger als ein 8 h- Tag.

Man merkt auch immer deutlich vor den Ferien die Kinder sind ausgepowert und haben Erholung dringend nötig.

Ich wäre sehr für kleinere Klassen - höchstens 15 Schüler bei einem Lehrer.

Grüßle :-)

  • (13) 22.04.09 - 13:28

    Hallo Moonerl,

    ja, ich merke bei meinem Kind auch, dass es kurz vor den Ferien ausgepowert ist, aber ich glaube auch, dass z.B. eine Woche Osterferien statt 2 ausreichen würden für die Erholung. Die Kids schalten viel schneller ab, als wir Erwachsenen.

    Güße
    Nusch

Hi,

hmm ne, ich finde definitiv nicht das unsere Kinder zuviel Ferien haben, Kinder sind nunmal keine kleinen Erwachsenen die mit 4 oder 5 Wochen auskommen müssen, sondern ganz einfach Kinder!

Lehrer haben nicht so lange Ferien wie die Kinder, wenn ich das mal genau nachsehe sind die meisten Lehrer nach "Ferienbeginn" noch fast zwei Wochen mit Schuljahrsnacharbeiten und am Sommerferienende schon wieder mindestens eine Woche im Dienst mit Vorbereitungen fürs neue Schuljahr.
Daneben werden heutzutage viele Fortbildungen in die Ferienzeit gelegt etc....man sollte nicht immer davon ausgehen das die Lehrer genausoviel frei haben wie die Kinder nur weil grad mal kein unterricht ist.

Ja eine Klassengröße von 20 Kindern finde ich optimal, deswegen geht mein Sohn auch auf eine Schule die diese maximale Klassengröße hat.

Wir haben sogar ...glaube ich noch mehr Ferien als ihr hmm..oder aber zumindest anders verteilt:

1 Woche Vorjahrsferien nach Karneval

2 Wochen Maiferien ( letzte April, erste Maiwoche)

1/2 Woche Himmelfahrtsferien

6 Wochen Sommerferien

1 Woche Herbstferien

2 Wochen Weihnachtsferien

liebe Grüße

Andrea

Kurz und Knapp:

"Ich frage mich das vor dem Hintergrund, dass arbeitende Eltern nie ausreichend Urlaub haben, um den gesamten Zeitraum abzudecken "

Es gibt Ferienspiele, Schulbetreuung, Hort etc. Somit ist meistens für die Grundschulzeit die Ferienbetreuung bestens abgedeckt.

"Wollten Klassengrößen nicht grundsätzlich auf maximal 20 Kinder, "

Mach mal einen Vorschlag, wie das finanziert werden kann.

Gruß
emmapeel62

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