Probleme in der 1.klasse

    • (1) 16.09.16 - 10:56

      Hallo,
      Ich brauche dringend Rat!

      Mein Sohn geht jetzt seit 3 1/2 Wochen in die erste Klasse. Hat sich auch drauf gefreut.
      Jetzt ist es aber so, das er echt Probleme dort hat. Irgendwie kommt er nicht an.????
      Der erste Anruf kam nach einer Woche. Dann diese Woche der zweite und nun hab ich um ein Gespräch gebeten. Er ist irgendwie ein anderes Kind. Und ich weiß nicht warum. Mittlerweile bekommt er immer die Schuld, wenn was ist. Er hat jetzt aktuell einem Kind eine Strähne abgeschnitten. Ist noch nie passiert. Aber warum? Das hinterfragt niemand. Er haut und ärgert.

      Er wurde auch schon gegen die Wand gestoßen mit dicker Beule, aber da sagt mir niemand Bescheid.

      Bin gefrustet und aber sehr traurig! Er ist sonst nicht so auffällig gewesen. Als ich das der Ergotherapeutin erzählte, konnte sie es kaum glauben.

      Er erzählt auch nichts.

      Was soll ich machen? Hat weg nen Tipp für mich??? Bin echt verzweifelt. Wie bekomme ich das in den Griff und er auch??
      Lg

      • <<Er hat jetzt aktuell einem Kind eine Strähne abgeschnitten. Ist noch nie passiert. Aber warum? Das hinterfragt niemand. >>

        Ich glaube das würde nahezu kein Lehrer hinterfragen, da gäbe es ausschließlich Ärger.. und ich finde es ehrlich gesagt auch extrem grenzwertig.. einem anderen Kind Haare abzuschneiden.

        Ich würde in ganz engem Kontakt mit der Lehrerin bleiben, lasst dieses Verhalten erst gar nicht einreißen!

        Du musst jetzt erst mal mit der Lehrerin zusammen herausfinden, was los ist. Wichtig ist, dass ihr an einem Strang zieht.

        Warum ist er in Ergotherapie?

        lg

        • Das warum sollte heißen, was vorher war.
          Natürlich stehe ich im engen Kontakt.

          Aber ich möchte einfach den Grund rausbekommen. Das ist sonst nie seine Art gewesen u d wird es auch nicht sein.

          • Ergo bekommt er, damit er besser mit dem lernen zurecht kommt. Er ist auch sehr jung. Gerade 6 geworden.

            Vom lernen her klappt es auch super!
            Aber wie du auch geschrieben hast, wir klären das Inder Schule.

            Ich hoffe aber auch auf andere Ideen.
            Lg

      Hätte ein anderes Kind einem meiner Kinder eine Haarsträhne abgeschnitten, hätte es aber so richtig Ärger mit mir bekommen. Und die Reaktion meiner Tochter, wenn Leonie sowas passieren würde, wünsche ich ebenfalls niemandem.
      Da wäre mir sowas von egal, ob das Kind "Ergo" bekommt und man erstmal fragen sollte, warum es denn sowas macht usw usw. Mach ich garantiert nicht bei soviel Rücksichtslosigkeit.

      Ist er krank? Evtl. für seine Reife zu früh eingeschult? Ohne Grund bekommt er sicher keine Ergo? Du schreibst zu wenig, dass man sich ein Bild machen kann.
      Und er schießt sich mit Körperverletzungen anderer Kinder sowas von ins Aus, dass sich die Situation kaum bessern wird. Andere Kinder sind nicht seine Therapeuten!
      Handlungsbedarf ist hier durchaus vorhanden.
      LG Moni

    (9) 16.09.16 - 13:47

    Ich verstehe, was du meintest mit dem "niemand fragt warum". Du bist dir sicher, dass er nicht grundlos so etwas tut, richtig? Aber völlig egal, was vorher geschehen sein mag: es ist völlig indiskutabel! Mit 6 Jahren sollte er tatsächliche angemessenere Möglichkeiten kennen mit Ärger, Streit oder Frust umzugehen. Ich denke, das meinten die Vorschreiberinnen. So viel, zu meinen Vermittlungsversuchen ;-)

    Ansonsten würd ich tatsächlich zusehen, dass du so schnell wie möglich das Gespräch mit der Lehrerin führen kannst. Nach 3,5 Wochen schon 2 Anrufe und solchen Ärger zu haben, ist ja nun keine Lapalie.
    Wenn du deinen Sohn sonst nicht so kennst, muss es ja etwas geben, was ihn scheinbar belastet oder so. Wahrscheinlich würde ich auch gleich die Schulpsychologin um Rat fragen. Da haben Eltern hofft Hemmungen, weil man immer gleich denkt, dass Kind sei dann abgestempelt, aber das stimmt nicht.Manchmal brauchen Kinder eben ein wenig Hilfe und danach läufts deutlich besser.

    Aber ich würde so schnell wie möglich handeln, sonst kommt dein Sohn nie richtig in die Klassengemeinschaft rein, weil die Kinder ein schlechtes Bild von ihm haben

    (10) 16.09.16 - 13:57

    Hallo,

    Da wirst du leider keine einfache Handlungsanweisung bekommen können.
    Ich vermute,dass es auch schon vorher "Auffälligkeiten" mit deinem Sohn gab,Ergotherapie ist teuer,das übernimmt die Krankenkasse nicht ohne hinreichende Gründe.

    Du hast ,soweit ich das verstanden habe,ja bald ein Gespräch mit der Lehrkraft .

    Ich kann dir nur dringend raten,in diesem einsichtig und kooperativ rüberzukommen und richtig zuzuhören.
    Wenn du dir dann einen Eindruck von der Situation gemacht hast,kannst du reagieren und deine Sicht darlegen.

    Keine Panik,ihr steht noch ganz am Anfang, jetzt werden ( hoffentlich :-() noch keine Kinder endgültig abgestempelt.

    • (11) 16.09.16 - 20:11

      Ergotherapie ist teuer,das übernimmt die Krankenkasse nicht ohne hinreichende Gründe. -> in der Klasse meines Sohnes (jetzt 3.) hat fast 1/3 der Kinder Ergo / Logo oder was auch immer. Unsere Ärzte hier sind da recht großzügig.

      LG

      (12) 20.09.16 - 00:04

      Bei Julian wurde das einfach übernommen....
      nur wegen Motorik und Körperempfinden....ich hatte leider keine Badewanne voller Kastanien....:-p;-)

(13) 16.09.16 - 14:19

dir ist schon bewußt das dein werter sohnemann formell gesehen eine Körperverletzung begangen hat

und die schule ist kein kindergarten mehr

und du verschweigst du was denn von einfach so kommt so ein verhaltne nicht und ergo wird nicht mehr einfach so verschrieben dafür gibt es viel zu viele fälle auf viel zu wenig Therapeuten

  • (14) 19.09.16 - 11:08

    So sehr ich dir zustimme, der Teil mit der Ergo ist so schlicht nicht zu verallgemeinern. Unser Sohn bekommt Logo, weil er nicht so gerne in einer Gruppe vor anderen Menschen spricht (Morgenkreis etc.). Und zwar schon seit einem ganzen Jahr. Kommentarlos. Ansonsten hat er keinerlei Probleme mit der Sprache.

    Das ist jetzt wirklich nichts gravierendes, aber wir haben die Logo sofort bekommen und sie wird auch immer wieder verlängert...

    LG
    Jenx

(15) 16.09.16 - 14:52

Na ja, wie sollen die Lehrer das "Warum" ergründen, wenn er sich nicht dazu äußert? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Lehrer auch Interesse daran haben den Auslöser für sein Verhalten zu finden. Und sei es nur, damit er keine Probleme mehr macht.

Als Außenstehender da Tipps zu geben ist schwer.
Vielleicht fühlt er sich den anderen Kindern irgendwie (verbal?) unterlegen und meint sich körperlich wehren zu müssen. Vielleicht sucht er die Aufmerksamkeit der Lehrerin, schafft das aber rein über "gutes Benehmen" nicht und benimmt sich daher bewusst daneben. Machen Kinder (auch ältere!) sehr häufig.
Vielleicht fühlt er sich auch überfordert und unter Druck gesetzt und das gepaart mit fehlender Impulskontrolle führt dazu, dass er seine Mitschüler als Stressventil nutzt. Oder er hat vielleicht Ängste und Sorgen, die gar nichts mit der Schule zu tun haben, sondern sich nur dort entladen. Und es gibt sicher noch viele andere Erklärungsansätze.

Erzählt er gar nichts aus der Schule? Ich würde da schon nachhaken. Gar nicht fragen "Warum hast du das getan?" sondern ganz simpel, "Wie war dein Tag? Was war gut und warum? Was war nicht so schön? Worüber hast du dich gefreut oder geärgert?" Auch an Tagen, wo nichts vorgefallen ist bzw. grade dann. Du musst ja irgendwie einen Eindruck von der Gefühlswelt deines Sohnes bekommen. Fühlt er sich überfordert? Hat er den Eindruck, dass die Mitschüler ihn nicht mögen? Oder geht er sehr gerne zur Schule und hat Spaß?
In das Gespräch mit der Lehrerin würde ich ganz offen gehen. Dein Sohn hat ein Problem und ihr wollt es zusammen lösen. Im Augenblick seid ihr ein Team und keine Kontrahenten. Genauso wie es für dich interessant ist zu hören wie die Lehrerin dein Kind sieht, ist es für die Lehrerin auch wichtig zu hören, dass er zuhause ganz anders tickt.

LG, Lemila

Die Frage nach dem Warum solltest du dir stellen.

Für viele Jungen, die ihre Kindergartenzeit ausschließlich auf dem Bauteppisch verbracht haben ist Schule echt soetwas wie ein Kulturschock. Ob das bei deinem Jungen so ist weiß ich ja nicht, aber die Erklärung in seinem Verhalten wird schon irgendwo da liegen.

Frag dich doch mal mal:

Auf dem Stuhl sitzen ?
Leise sein?
Zuhören, auch wenn es langweilig ist?
Erklärungen umsetzten/verstehen?
Etwas machen MÜSSEN ?

etc. Kann er das? Macht er das?

Klar können das die meisten Schulstarter nicht, müssen sie auch nicht, aber wie die Reaktion auf diese Anforderung ist, ist eben unterschiedlich.

Mit der Lehrerin zusammen!!! eine Strategie suchen den Schulalltag deines Sohnes zu verbessern.

(17) 16.09.16 - 15:59

..also mir als Mutter des Kindes mit abgeschnittener Strähne wäre jetzt pipegal, warum er das gemacht hat. Aber sowas von! Warum immer den Opfern unterstellen, sie wären mitschuldig anstatt einfach mal schauen was der Verursacher eigentlich macht?

Sorry, aber mich nervt das. In der Klasse meiner Tochter war deren Vorschul-Freund. Der hat die Kurve für die Schule auch nicht bekommen. Seine Eltern haben monatelang rumgenöhlt, dass die Lehrerin Schuld sei (bei allen anderen 25 Kindern waren die aber okay), dann war das System schuld (tja, das existiert nun mal) und danach waren die Mitschüler Pfeiffen - die hätten sich nach belieben plagen lassen sollen. Hätten viel mehr Sozialkompetenz zeigen müssen...

Also haben sechs Monate lang 25 Kinder unter diesem Kind gelitten - bis er wieder in der Kindergarten (Vorschule) versetzt wurde. Und jetzt ist er auf einer Sonderschule. Ich denke, hätten die Eltern einfach mal zugegeben, dass ihr Sohn das Problem ist, dann wären alle zu sehr viel mehr Zusammenarbeit bereit gewesen.

Klar muss man gucken, warum er das macht. Aber das heisst noch lange nicht, dass der X und der Z einen schlechten Einfluss ausüben. Sondern dein Kind mit X und Z nicht umgehen kann - alle anderen können es ja. Ich hörte von den Eltern immer "X und Z machen so viel Mist, da zieht meiner mit..." aber X und Z sind heute noch in der Stammklasse und haben ihre Miniprobleme längst überwunden.

Und eigentlich muss ein Kind es einfach selber schaffen - ohne anderen die Haare abzuschneiden oder was auch immer. Er kommt nicht gut an? Tja... muss er reflektieren und sich ändern... und ja, man muss ihm helfen. Aber ER muss sich ändern. Nicht die Klasse. Dass er auch mal eins auf die Mütze bekam... eigentlich nicht so tragisch. Denn wegen jedem mal wo ein Kind an eine Wand gedrückt wird, ruft die Lehrerin kaum daheim an...

Was ich damit meine: Sei nicht reflexartig der Meinung, die Beule wiege alles auf und dein Kind sei jetzt schon das Opfer von Mobbing und Intriegen und seine Mini-Freunde wären alles fiese Kerle. Sondern sieh es wie es ist: ER kommt nicht gut an. ER ärgert die anderen. ER überschreitet Grenzen. Und daran arbeitet ihr mit der Lehrerin.

Ich will dir nur aufzeigen, was passieren kann, wenn Eltern dann ständig ihren Prinzen bei der Schule verteidigen... irgendwann finden die Lehrer (zu recht) das Kind wäre nicht beschulbar... und dann ist es in einer Sonderschule, die wirklich ein Stigma ist. Also durchatmen, akzeptieren, fragen was du machen kannst, was dem Kind helfen kann...

Mein Sohn kam in der Vorschule auch nicht sofort zurecht. Er hat aber keinen geplagt und keinem die Haare abgeschnitten. Er hat einfach nicht mitgemacht. Wir haben mit der Kindergärtnerin geredet, haben akzeptiert, dass er dort offenbar ganz anders ist als früher in der Krippe oder bei uns daheim. Dann haben wir mit ihm gearbeitet. Alle. Hätten wir nur abgestritten, dass er der Verursacher SEINES Problems war, hätten wir nie eine so schnelle Lösung gehabt...

  • Gut, dass Du das so klar zur Sprache bringst. Genauso sieht es aus.

    Es ist ganz klar zuviel erwartet, dass es ein auffälliges Kind buchstäblich mit therapiert wird von der Klasse. Sozialkompetenz ist schön und gut - aber meine Enkelin bekam im letzten Jahr von einer überforderten Junglehrerin eine Strafe, weil sie sich strikt weigerte, neben dem auffälligsten Mädchen der Klasse zu sitzen. Diese hat sie nicht nur beklaut und ununterbrochen leise angequatscht, sondern ist leider auch noch immer wieder inkontinent und wird von der Mutter nicht adäquat mit Pants o.ä. versorgt. Dazu noch rotzfrech, angeberisch und verteilt auch noch Schimpfnamen unter aller......

    Leonie hatte die Nase voll von ihren Störungen - und dass nun schon mehrmals eine Pfütze unterm Stuhl war. Sie ekelt sich einfach.
    Man kann von einer Neunjährigen nicht verlangen, dass sie das alles mit großer Sozialkompetenz toleriert. (Verlangte die Lehrerin....)
    Aufgrund ihres Wehrens kam sie auf das "gelbe Straffeld" - das einzige Mal in drei Jahren. Sie war sowas von stinksauer - verständlicherweise - und sagte das auch.
    Wenn sie dieses Jahr das Mädel nochmal als Nebensitzerin bekommt(weil keiner neben dem Mädchen sitzen will), geht meine Tochter in die Schule....

    LG Moni

(19) 16.09.16 - 18:59

Hi,

ich kenn so was Ähnliches ... unser Dritter ist auch schnell der Buhmann in seiner Klasse geworden und war immer alles - auch an Tagen, an denen er krank war.

Dass es in der Schule nicht mehr normal ist, anderen die Haare zu schneiden, ist schon klar, aber, ganz ehrlich - ein Beinbruch ist es auch nicht. Mich interessiert schon auch immer die Vorgeschichte ... "hihihi Haare abschneiden - du traust dich ja doch nicht - tu icch schon - tust du nicht .... und schwupp, schon ist es geschehen ....." - so könnte es ja auch geschehen sein. Schau, dass du schnell jemanden ins Boot holst, der euch weiterhilft.

LG und gute nerven

Ich denke, dein Sohn ist noch nicht reif fuer die Schule.

Bei manchen Beiträgen hier verstehe ich den Sinn nicht ganz, scharf und schnippisch aber kaum hilfreich.., wahrscheinlich spielen da eigene böse Erfahrungen mit rein *schulternzuck*

Dein Sohn braucht deine liebevolle Unterstützung. Geh zum Termin, hör dir an was die Lehrerin zu sagen hat, bitte sie, mit dir gemeinsam eine Strategie zu erarbeiten, wie ihr deinen Sohn besser in die Klasse integrieren könnt. Jedes Kind möchte "dazugehören". Hat er einen Freund in der Klasse? Wie sieht es sonst so in der Freizeit aus mit Spielverabredungen etc.? Da würde ich mich drauf konzentrieren, dass das gut läuft. Gibt es Hobbys die viele aus seiner Klasse machen? Bei uns im Dorf gehen viele Jungen zum gleichen Fussballverein oder zum Tennis, da trifft man ungezwungener aufeinander und kann besser Freundschaften schließen die dann auch in der Schule bestand haben. Anders als viele meinen ist die erste Klasse kein rosarotes Regenbogenland, sondern von Auseinandersetzungen geprägt, viele Kinder haben ihre Sozialkompetenz noch nicht voll entwickelt und suchen noch ihren Platz in diesem ungewohnten neuen Leben, da wird erpresst, ausgeschlossen, geprügelt, geärgert, beschimpft (am besten noch per whatsapp). Als Lehrerin am Gymnasium kann ich berichten, dass viele Fünftklässler ihre Grundschulzeit als sehr gemischt und grade emotional sehr anstrengend beschreiben, und das nicht nur wegen EINEM "bösen" Kind. ;-)

Also, nimm euer Freizeitleben unter die Lupe, berate ihn, wie er schwierige Situationen in der Schule gewaltfrei bestehen kann, lass euch von der Lehrerin helfen, halte regelmäßig Kontakt zu ihr um immer auf dem laufenden zu sein und gleich reagieren zu können, entwickle ein Belohnungssystem (an jedem Tag ohne Ärger ein Sternchen auf einem Chart zu Hause und am Ende der Woche darf er sich bei fünf Sternchen was kleines beim einkaufen aussuchen oder ihr macht einen Ausflug oder so) unterstütze soziale Kontakte in der Freizeit soviel es geht. dein Sohn schafft das schon! :-)
Ein paar Kinder von Freundinnen sind jetzt eingeschult worden und da ist auch beileibe nicht alles Friede Freude Eierkuchen- und das sind im Kindergarten brave, liebe Mädchen gewesen...;-)

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