Wie bringe ich einem Einzelkind bei zurückzustecken???

    • (1) 13.10.16 - 20:34

      Guten Abend zusammen,

      Das Thema liegt mir schon länger auf der Seele und da ich hier schon so manch schlauen Rat bekommen habe, hoffe ich auf Ideen :-)

      Unsere Tochter ist 6 1/2, Einzelkind und gerade eingeschult. Sie scheint gut in der Schule angekommen, hat viele Freunde und ist wohl auch recht beliebt (zumindest auf vielen Geburtstagen eingeladen & ständig zum Spielen verabredet) Will sagen: alleine klappt es. Da werden Konflikte gelöst, sich um sich um andere gekümmert oder vor schwächere gestellt. Der Kindergarten letztes Jahr sprach von hoher sozialer Kompetenz.

      ABER wehe ich bin dabei... wir hatten jetzt ein paar Situationen, wo ich mich um andere Kinder gekümmert habe, die sich zB wehgetan haben & ich war gerade da, wo sie absolut eifersüchtig wird. Es wäre gemein und als SIE sich wehgetan hat, habe ich aber nicht gewartet...

      Zum einen habe ich natürlich in ähnlicher Situation auf sie gewartet. Zum anderen haben wir ganz ruhig drüber später gesprochen. sie sieht es wohl ein. Ändert aber nichts...

      Ich bin sozial engagiert (Pate einer Flüchtlingsfamilien) aber so gut wie immer für die da. Sie muss auf nichts verzichten. Trotzdem wird sie nicht übermäßig verwöhnt und wird zur Selbständigkeit erzogen.

      Wie kann ich Ihr Empathie beibringen? Sich mal zurückzunehmen in Notsituationen oä.

      Oder erwarte ich zu viel? Kenne ich von anderen Kids so aber nicht...

      Danke für Tips & Meinungen!!!

      • Hallo.

        >>> Sie scheint gut in der Schule angekommen, hat viele Freunde und ist wohl auch recht beliebt (zumindest auf vielen Geburtstagen eingeladen & ständig zum Spielen verabredet) Will sagen: alleine klappt es. Da werden Konflikte gelöst, sich um sich um andere gekümmert oder vor schwächere gestellt. Der Kindergarten letztes Jahr sprach von hoher sozialer Kompetenz. <<<

        Das kommt mir sehr bekannt vor (meine Tochter ist inzwischen 9 Jahre alt und auch ein Einzelkind) ... gerade das Feedback die hohe soziale Kompetenz betreffend, bekam ich schon ab den ersten Kindergartenjahren.
        Einher geht damit, dass sie manchmal dazu neigt, sich zu verbiegen und sich über das Kümmern auch mal selbst vergisst, also ihre eigenen Bedürfnisse, so berechtigt sie auch sind. Sie ist draußen sehr angepasst und möchte gemocht werden (wenn ich ihr drohe, dass ich mal anderen erzähle, wie sie sich zu Hause so aufführen kann, ist das für sie ganz schlimm ... würde ich natürlich nie tun).
        Ich habe auch noch nie das Feedback bekommen, dass sie sich irgendwo mal danebenbenommen hätte (sie gilt als sehr höflich, freundlich, gut gelaunt und gut erzogen), aber Zuhause ... Mamma mia ... da kann sie ganz anders!

        Ich habe das Gefühl, dass sie sich mit mir zusammen einfach mal gehen lassen kann ... und sie weiß, dass ich ihr durchaus erlaube, ihre Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen.

        Sie fragt auch gerne ab, ob ich diese oder jede Freundin von ihr sehr mag und ist auch eifersüchtig, wenn ich mich diesen Freundinnen besonders zuwende, wenn ich sie treffe. Da das aber nicht mit irgendwelchen Szenen einhergeht, sondern sie das eben nur äußert, ist das für mich okay. Es sind ihre Gefühle und die darf sie ruhig haben.

        Meine Tochter ist übrigens auch im Miteinander mit mir sehr empathisch ... also zum Beispiel sehr besorgt, wenn ich mir weh tue und sie kümmert sich sehr, wenn ich sie mal brauche.

        Unterm Strich hält sich das also alles die Waage ... und ich kann mit ihrem "Gehenlassen" Zuhause gut umgehen.

        Ich halte das übrigens nicht für ein Einzelkind-Phänomen, sondern für eine Charakter- und Erziehungssache (Erziehung in dem Sinne, dass sie draußen tadellos funktioniert und dann eben Zuhause die "Sau raus lässt").

        LG

        P.S.
        "Gemein" bin ich natürlich ständig ... das ist sozusagen mein einziger Lebensinhalt ;-) Und jetzt präpubertär ganz besonders.

        • ""Gemein" bin ich natürlich ständig ... das ist sozusagen mein einziger Lebensinhalt ;-) " ????

          Ich glaube eher, dass unser Kind gerne im Mittelpunkt steht. Sie ist schon sehr selbstbewusst (auch hilfsbereit) und steht als erstes auf der Bühne, vor der Klasse etc.

          Auch scheint es mir weniger ein Bestätigung suchen zu sein. Mehr ICH WILL...

          Wenn wir alleine / zu dritt sind kommt es nicht vor. Aber da muss sie mich ja auch nicht teilen...

          Keine Ahnung, wie sie das lernen soll. Kommt bei einem Kind halt nicht ständig vor.

          Auf jeden Fall Danke für Deine Antwort!

          ????

          • >>> Ich glaube eher, dass unser Kind gerne im Mittelpunkt steht. Sie ist schon sehr selbstbewusst (auch hilfsbereit) und steht als erstes auf der Bühne, vor der Klasse etc. <<<

            Da ist meine Kleine zum Beispiel total ambivalent ...

            ... einerseits hasst sie es, im Mittelpunkt zu stehen ... andererseits hat sie seit vielen Jahren einige Aktivitäten, bei denen sie es automatisch tut (singen, tanzen) und bei ihren Auftritten nachhaltigen Eindruck hinterlässt, weil sie eine unheimliche Bühnenpräsenz hat ... nur sagen darf man ihr das nicht ... oder sie dafür loben ... oh Gott, oh Gott, das ist ihr direkt peinlich.

            Wenn Du meinst, dass es wirklich ein WOLLEN ist (und dann ist es wirklich eine Charaktersache und kein Einzelkind-Symptom), kannst Du eigentlich nur immer wieder das Gespräch mit ihr suchen ... und je älter sie wird, auch immer deutlicher sagen, warum Du das nicht magst oder möchtest. Steter Tropfen höhlt den Stein ;-)

            LG

      Wenn ich das richtig lese, steckt sie doch zurück, aber Mama teilen will sie nunmal nicht oder?

      Sie kümmert sich, also fehlt ihr doch keine Empathie. Sie sieht aber nicht ein, dass ihre Mama sich kümmert....

      Ob nun Einzelkindphänomen oder nicht, ich finde es nicht so tragisch.

    Das andere Menschen auch Bedürfnisse haben, kommt erst später als Erkenntnis bei den Kindern an. Bei uns war es so ab dem 8. Lebensjahr.

    Und weißt Du was, so ein Verhalten kommt wieder ;-) Warte ab, bis sie ihren ersten Freund hat und der sich auf einmal aufopferungsvoll um fremde Frauen kümmert ;-)

    Der Vergleich ist vielleicht leicht schief, auf der anderen Seite nicht. Du, als Mutter, bist ihre erste große Liebe. Du beschützt sie, bist immer da für sie, ihr sicherer Hafen. Ihr ein und alles. Wer teilt so was gern?

    Ich würde mir da bei dem Verhalten keine Gedanken machen. Sie einzig und allein in Sicherheit wiegen, das sie trotzdem Deine Nummer eins bleibt.

    Ich würde sie mit einbeziehen wenn du dich um andere kümmerst. Sie kann dir doch dabei helfen.
    Dann fühlt sie sich wichtig und ernstgenommen und bekommt ein Gefühl dafür wie es ist anderen zu helfen.

    Falls es dich tröstet .. ich hab 2 Kinder und die Jüngste kann überhaupt nicht zurück stecken :-p

    Es ist also überhaupt kein typisches Einzelkindproblem ;-)

    lg

    Hallo,

    ich finde (nach deinen Beschreibungen) nicht, dass deine Tochter nicht zurückstecken kann. Ihr Thema ist doch eher Eifersucht und das kennen Eltern von mehreren Kindern sicher zur Genüge. Ich habe 2 Kinder (8 und 4 Jahre) - was meinst du was es da an internem Gerangel gibt ... Da trag ich den kleinen Sohnemann die Treppe hoch und der Große will unbedingt, dass ich ihn auch noch an der Hand "hochschleppe" :-)
    Sitzt der Große zum Kuscheln auf meinem Schoß muss der Kleine nach ein paar Sekunden auch noch drauf - quasi jeder ein Bein .... Deshalb ist es bei zwei Kindern geblieben - hab ja nur zwei Beine #rofl

    Ich finde das völlig normal und nicht besorgniserregend. Nach bestimmten Situationen kannst du doch gemeinsam mit deiner Tochter ihr und dein Verhalten reflektieren - warum du z.B. etwas tun musstest und nicht Papa etc.. Es gibt sicher Kinder, die manche Verhaltensweisen deutlicher ausführen als andere .... aber perfekt sind wir alle nicht.

    VG
    B

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