Mit gerade mal 6 Jahren - Schule ja oder nein?

    • (1) 04.12.16 - 17:37

      Hallo zusammen,

      ich brauche Erfahrungen zu folgender Frage:
      mein Sohn ist 5 Jahre alt und Vorschulkind. Er kommt nächstes Jahr 4 Wochen nach seinem 6. Geburtstag in die Schule.

      Er ist im sozialen und emotionalen Bereich sehr fit, ist aus meiner Erfahrung und auch laut Aussage des Kindergartens ein sehr beliebter Spielpartner, der im Spiel mit anderen Kindern zurück stecken kann um Harmonie zu wahren, aber auch seine eigene Meinung deutlich artikuliert. Er hat eine gute Frustrationstoleranz (kann verlieren und sich auch über Erfolge anderer freuen), ist auch angemessen selbstständig für sein Alter (an einige Dinge muss ich ihn aber noch regelmäßig erinnern) und ist recht selbstbewusst und offen. Gefühle kann er auch gut benennen.

      Wenn ihm etwas Spaß macht, kann er sich auch für längere Zeit auf eine Sache konzentrieren (z.B. mal eine halbe bis Dreiviertelstunde malen / basteln / puzzlen), er ist aber auch sehr wild, aktiv und braucht sehr viel Bewegung. Gerade wenn Besuch hier ist, überdreht er auch gerne mal und kaspert viel rum. Im Kindergarten z.B. musste er letzte Woche auch mal eine Auszeit nehmen, weil er derart überdreht war und durch den Kindergarten hampelte, als eigentlich Ruhezeit war. Sowas kennen wir von zu Hause auch, aber im Gegenzug dazu verzieht er sich auch manchmal 2 Stunden mit Hörspielen, Büchern und Lego in seinem Zimmer. Also er kann durchaus auch ruhig und konzentriert.

      Er hatte bisher keinerlei "schulische" Interessen, schreibt jetzt seit kurzem hin und wieder alle möglichen Buchstaben. Seinen Namen kann er seit ein paar Monaten schreiben, aber ansonsten ist er einfach noch sehr verspielt und hat jetzt nicht wie manche anderen Kinder das Interesse, schreiben / rechnen oder lesen /die Uhr etc. zu lernen.

      Nun ist er hier eigentlich ein Muss-Kind. Und er geht auch schon seit 2 Monaten im Kindergarten in die Vorschule. Es sind noch zwei weitere gleichaltrige Kinder in seinem Kindergarten, die im gleichen Monat Geburtstag haben. Unser Kindergarten legt viel Wert auf Selbstständigkeit, es gibt auch Hausaufgaben in der Vorschule. Mal muss ich ihn dran erinnern, mal denkt er von selbst dran. Aber eher ersteres.

      Mein Mann und ich denken, mit 6,5 Jahren wäre es ideal für ihn. Das geht natürlich nicht. Er kann nur mit genau 6 oder dann ein Jahr später mit 7.

      Ich finde die Entscheidung sehr schwierig, werde mich da aber auch auf den Kindergarten und dessen Erfahrung stützen, allerdings sind die Entwicklungsgespräche für die Vorschulkinder wohl erst im Januar / Februar.

      Mich würden deshalb einfach mal Erfahrungen von anderen Müttern interessieren.

      Ich weiß nicht, ob es eine Rolle spielt: aber er ist von der Statur her sehr groß. Er sieht jetzt schon aus wie ein 7-jähriger. Würde er ein Jahr später in die Schule kommen, könnte er wohl locker als 3.- oder 4.-Klässler durchgehen.

      Sollte ich wichtige Punkte vergessen haben, fragt bitte einfach nach.

      • Hallo,
        mal davon abgesehen dass ich denke vom schreiben her er ist schulreif...
        Wenn er muss Kind ist und in der Vergangenheit bei den u Untersuchungen oder entwicklungsgesprächen nie auffällig war wirst du ihn wohl gar nicht schaffen zurück stellen zu lassen....bei uns zumindest wäre das nicht möglich. ..
        Beste grüße

        • Hallo,

          das wäre eben auch meine Frage. Kann ich ihn dann überhaupt zurück stellen lassen?

          Wobei der Kindergarten mir zuletzt so im Tür und Angel Gespräch die Rückmeldung gegeben hat, dass er gerade einen Sprung gemacht hat und sich auch gut konzentrieren kann bei Angeboten. Daher denke ich, sie werden auch im Entwicklungsgespräch sagen, dass er schulreif ist.

          Dankeschön.

        • (8) 04.12.16 - 19:06

          Du kannst definitiv!

          Bei uns sind mehrere Kinder die eigentlich schon vorschüler waren zurück gestellt worden.

          Bei uns sind in Bayern die schulischen Anforderungen sehr hoch.

          "Gerade so 6 Jahre " ist schwierig und das zurück stellen wird von Kitas und Schulen unterstützt.

          Bei meiner Tochter in der Klasse (die übrigens 6,5 Jahre war bei der Einschulung) ist auch ein Mädchen das kurz vor der Einschulung schon 7 war und im Jahr zuvor zurück gestellt wurde.

          LG

          • Wir haben einen wirklich guten Kindergarten, von daher werde ich mich auf deren Einschätzung verlassen. Eure Antworten haben mir aber beim Sortieren meiner Gedanken schon geholfen.

            Danke

            "Das Zurückstellen wird von Kitas/Schulen unterstützt" - das kann ich so nicht unterschreiben.
            In Bayern hat der/die Rektor/in das letzte Wort.
            Bei uns muss für die Rückstellung ein triftiger Grund vorliegen. Zurückstellen um den Kindern "ein Jahr zu schenken" (Zitat Ende) ist nicht drin.
            Da muss dann auch mit Logopädie und Ergotherapie nachgeholfen werden.
            Beim Schulfreund meiner Tochter wurde die Rückstellung abgelehnt.

            Bei zwei anderen war es ein ziemliches Theater und die Kinder sollten dann vom normalen Kiga in die SVE wechseln.

            LG xsalinax

            Hallo,

            Es wird nicht überall in Bayern von allen Schulen unterstützt.

            An die TE:
            Nach dem, was du schreibst, sehe ich keinen Grund fuer die Rückstellung. So hoch sind die Anforderungen auch wieder nicht. In 1/2. Klasse kann jedes kognitiv normal begabte Kind locker den Anforderungen genügen.

            LG
            Delfinchen

      So ist es hier auch, ein Musskind muss gehen, wenn nichts gravierendes ist. Vorzeitig einschulen ist einfacher ;-)

(13) 04.12.16 - 18:28

Huhu,

Mein Sohn kam 4 Wochen VOR seinem 6. Geburtstag in die Schule. Er war ein ganz normaler knapp Sechsjähriger, der nicht immer zurückstecken wollte, dessen Frustrationstoleranz oft zu wünschen übrig ließ, der sich nicht zwei Stunden alleine beschäftigen konnte, der immer in Bewegung war, immer zwei Dinge gleichzeitig machte, und seine Selbständigkeit war auch eher mittel (ist sie heute noch). Seine Feinmotorik war auch eher durchschnittlich. Seine Assets waren seine Zuverlässigkeit und seine große Liebe zu Büchern.
Er ist jetzt in der 5. Klasse Gymnasium.

Ich glaube, viele Eltern haben eine falsche Vorstellung von der 1. Klasse. Dort wird so abwechslungsreich und in kurzen Einheiten gelernt, dass es für 90% der Kinder kein Konzentrationsproblem darstellt. In der 1. Klasse ist der Stoff, das Tempo und der Umfang auch sehr gemäßigt. Es gibt Stuhlkreise, Arbeitsstationen, es wird gemalt, gebastelt, Spiele gespielt und gesungen. Frontalunterricht für 45 min am Stück ist schon lange passé! Wenn die Lehrerin merkt, dass in der Klasse Unruhe aufkommt, dann unterbricht sie den Unterricht und macht irgendein Bewegungsspiel. So war es zumindest bei meinem Sohn.

Kinder entwickeln sich so schnell und wachsen mit den Anforderungen. Ich würde mir da gar keine Sorgen machen, erst recht nicht bei einem Muss-Kind.

Wenn ich meinen Sohn frage, sagt er immer, dass er auf Schule gut verzichten könnte. Er fand Hausaufgaben auch noch nie großartig. Aber er hat sie immer ohne Aufhebens gemacht und lernt auch jetzt auf dem Gymnasium, weil er weiß, dass es notwendig ist. Er ist sehr zuverlässig, macht aber nie mehr, als er muss. Bis jetzt hat er nur Einser und Zweier geschrieben. Und er hat tatsächlich (obwohl er es nicht zugibt) Spaß an der Schule, das merke ich nämlich immer daran, wie begeistert er über die verschiedenen Fächer spricht. ;-)

Deine Beschreibung klingt für mich etwas danach, als ob Du hören möchtest, dass er schulfähig ist. Du nennst eigentlich nur positive Dinge und negative ergänzt Du zumindest mit positiven "abers". Wenn er wirklich so ist, wie du ihn beschreibst, verstehe ich ganz und gar nicht, warum du dir Sorgen machst. Welchen schulischen Anforderungen denkst du, wäre dein Sohn nicht gewachsen? Weswegen hast Du genau Bedenken?

LG

Hanna

  • Ganz ehrlich: ich verstehe diese Unterstellungen nicht.
    Natürlich hast Du jetzt im Rückblick die Gewissheit, dass es richtig war. Aber welche Mutter macht sich vor dem Schulbeginn keine Gedanken darüber, welche Entscheidung richtig ist? Ist das denn etwas verkehrtes?

    Ich mache mir Gedanken, weil ich richtig entscheiden möchte. Wie ich im Ausgangsbeitrag schrieb, braucht er viel Bewegung, konzentriert sich eben nur auf Sachen, die ihm Spaß machen längere Zeit aber an anderen Tagen kaspert er eben nur rum und kann nicht stillsitzen.

    Natürlich habe ich auch die positiven Seiten erwähnt, wenn es die nicht gäbe, dann wäre die Entscheidung ja auch leicht. Es ist eben ein Für und Wider und das versuche ich mit Hilfe von Erfahrungen abzuwägen.

    Und was das kognitive betrifft, interessiert er sich einfach nicht für schulische Sachen. Muss er mit 5 ja auch noch nicht, aber da sind die meisten Kinder bei uns im Kindergarten einfach weiter.

    Warum ich die Frage heute hier gestellt habe? Weil ich gerade ein Gespräch mit einer Verwandten hatte, die Erzieherin ist und sie der Meinung ist, ein Jahr später wäre besser (aber sie ist eben auch grundsätzlich der Meinung, alle Kinder sollten erst mit 7 eingeschult werden). Diese Meinung höre ich gerade häufiger, auch von Eltern, deren Kinder schon in die Schule gehen.

    In den Unterricht in der Grundschule hatte ich beruflich schon Einblicke. Ich weiß, dass es keine Schulstunden täglich Frontalunterricht gibt.

    • (15) 04.12.16 - 19:44

      Aber was möchtest Du denn entscheiden? Dein Kind ist ein Muss-Kind und damit kommt er in die Schule. Und dein Kind ist laut deiner Beschreibung emotional und sozial weiter als 70% der Jungs, die eingeschult werden. Ich konnte nichts herauslesen, was ein Problem sein sollte.

      Wenn sich Kinder im Kindergartenalter für "schulische" Dinge interessieren, sind es oft (nicht immer) die Eltern. Oder sie haben einfach ältere Geschwister.

      Ich wollte mit meinem Posting ausdrücken, dass ich nichts erkennen kann, was problematisch für die Schulfähigkeit wäre. Alle sechsjährigen Kinder haben Bewegungsdrang und eine begrenzte Konzentrationsfähigkeit. Du schreibst, dein Kind ist in der Lage, 45 min zu basteln. Was soll er denn noch mehr können? Reicht das nicht?

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