Tochter ist "Chefin"

    • (1) 27.04.17 - 05:49

      Guten Morgen!

      Wie man es macht, man macht es falsch...

      Ich habe zwei Töchter. Die 13jährige wurde von mir (bzw. den Großeltern) überbehütet, hatte lange Zeit wenig Selbstbewusstsein, war unselbstständig, und hat relativ "schlechte" Noten (gerade noch im positiven Bereich).

      Vor einigen Jahren habe ich meine "Taktik" gänzlich geändert. Meine 13jährige ist heute selbstbewusster (noch nicht so sehr, wie ich es mir wünschen würde, aber man kann ja nicht alles haben, es geht zumindest bergauf), die Noten sind gesundes Mittelmaß, sie kocht und hilft im Haushalt, alles in Allem entwickelt sie sich in die richtige Richtung (mit diversen kleineren Problemen, die man sowieso immer wieder mal hat).

      Aber um die Große geht es gar nicht.

      Es geht um die Zweite. Die wird demnächst 7 Jahre alt und geht in die 1. Klasse.

      Sie fiel bereits in meine "Erziehung zur Selbstständigkeit"-Phase und wurde nicht überbehütet bzw. verbringt wesentlich weniger Zeit bei den Großeltern, als es die Große damals hat.

      Kind 2 ist leider etwas zu selbstbewusst. Sie ist intelligent und weiß das auch. Sie bevormundet, korrigiert ungefragt und verbessert ständig ihre Mitschüler. Sie weiß, was sie will, und versucht es auch zu bekommen.

      Ich habe die letzten 12 Stunden (seit dem gestrigen Elternsprechtag) viel gelesen.

      Ich habe gelesen, dass Kinder, die ein Verhalten zeigen, wie es meine Tochter tut, zuhause häufig ihren Kopf durchsetzen dürfen und es deshalb gewohnt sind, dass alles nach ihrer Pfeife tanzt.

      Das ist definitiv nicht so. Natürlich lass ich mich öfter mal zum Radfahren überreden (weil das Kind ja Recht hat und ich meinen Schweinehund überwinden sollte und mich mehr bewegen muss). Aber die Situationen, in denen meine Tochter nicht bekommt, was sie will, überwiegen.

      Sie versucht es immer mit neuen Strategien. Eine Zeit lang stampfte sie beleidigt durchs Haus, wenn sie was nicht durfte. Zur Zeit verhält sie sich wie eine 2jährige und wirft sich heulend auf den Boden (wobei das jetzt mangels Aufmerksamkeit auch wieder weniger wird, ich vermute, sie findet bald eine neue Strategie).

      So, nun bin ich offen für sämtliche Anregungen und Strategien und Meinungen eurerseits.

      • Hallo ich keine nach das alles nur das ich einen Sohn habe der jetzt mittlerweile 11 Jahre alt ist aber auch wir hatten dieses Problem allerdings muss ich dazu sagen ich war Jahre lang alleine mit ihm bin trotzdem Vollzeit arbeiten gegangen und er musste früh selbstständig werden. Er hat dadurch auch ein super Selbstbewusstsein was leider auch dazu führte das er alles besser weiß die Lehrer in der Grundschule korrigierte mich ständig versucht hat zu korrigieren er hat sich verhalten teilweise wie mein "Ehemann" leider war ich da auch nicht ganz unschuldig daran ich habe viel durch gehen lassen das fing auch alles so in dem Alter an wie deine Tochter jetzt ist aber was ich dir eigentlich sagen wollte mittlerweile hat er sich echt verändert ich glaube die versuchen auch zu testen wie weit sie gehen können ich habe damals auch ganz viele Gespräche geführt mit Lehrern usw hat alles nix gebracht. Er hat zu Hause nicht viele Pflichten das einzige was mir persönlich wichtig ist das seine Schule läuft und das er hört wenn ich was sage ansonsten gibt es Konsequenzen das weiß er auch.

        Vielleicht könnte ich dir damit einwenig helfen das du mit dieser Situation nicht die einzige bist. Aber ich denke das ist eine Phase die vorbei geht. Mein Sohn ist 11 und wir haben jetzt zB die Phase das er ständig in seinem Zimmer sitzt und zockt oder ähnliches oder er trifft sich mit Freunden und ist Nachmittags gar nicht zu Hause.

        Liebe Grüße

      (5) 27.04.17 - 07:54

      Hallo,

      ich glaube, es ist ein Charakterzug, der ist einfach da und man kann nur versuchen immer etwas gegen zu steuern.
      Ich kenne solche Kinder, aber nur wenige Eltern dazu, die das Problem erkennen und es nicht einfach so hin nehmen.
      Was soll man also raten? Sie wird vielleicht in der Schule mal auflaufen, weil die Kinder von ihr genervt sind ;-) Zu Hause würde ich nach wie vor versuchen, sie nicht in den Mittelpunkt zu stellen, ihr nicht jeden Willen zu lassen, wenn es denn unangebracht ist.

      LG

      Du schreibst zu wenig über Deine beiden Töchter, als dass man sich da ein richtiges, umfassendes Bild machen könnte.
      Mein erster Eindruck war, dass Deine Töchter einfach gewisse Charakterzüge haben, die Du nicht gravierend ändern kannst. Genauso, wie Du Deinen eigenen Charakter nicht komplett verändern kannst.

      Natürlich sollte man seine Kinder zur Selbstständigkeit "erziehen". Und natürlich sollte man seinen Kindern auch Respekt und Toleranz beibringen, genauso, wie sie auch lernen müssen, damit umzugehen, wenn ihnen nicht jeder Wunsch erfüllt wird/werden kann.
      Aber umter´m Strich wird Deine größere Tochter immer ein eher schüchterner Mensch bleiben und Deine kleine Tochter immer die etwas selbstbewusstere.
      Und beides ist völlig in Ordnung!
      Konzentriere Dich nicht so sehr auf ihre "Schwächen" und versuche sie grundlegend zu verändern, sondern bestärke sie in den Dingen, die sie auszeichnen und die sie besonders gut können.

      Die Dinge, die ich oben nannte (Selbstständigkeit, Respekt, Toleranz) erzieht man eigentlich nicht im klassischen Sinne. Vielmehr lernen die Kinder das im täglichen Miteinander:
      Wenn ich ihnen altersgemäß kleine Dinge übertrage, die sie selbst entscheiden können und selbst machen können, kommt die Selbstständigkeit automatisch.
      Wenn ich selbst respektvoll und tolerant mit meinen Kindern umgehe und darauf achte, dass auch ihre Grenzen gewahrt werden von anderen Familienmitgliedern, dann werden auch sie respektvoll und tolerant mit anderen umgehen.
      Und wenn Deine jüngere Tochter "ihren Kopf durchsetzen möchte", würde ich gar nicht so sehr auf Konfrontation gehen. Sie hat einen Wunsch (z.B. eine Unternehmung, eine Freizeitgestaltung etc.), dann stimmen alle Familienmitglieder gemeinsam ab (bzw. Du mit ihr), ob die Mehrheit dafür oder dagegen ist. Wenn sie merkt, dass ihre Wünsche ernst genommen werden und nur durch wirklich für sie nachvollziehbare Argumente (z.B. zu teuer, passt zeitlich nicht,...) abgelehnt werden, dass sie aber grundsätzlich gleichberechtigt ist und auch durchaus mal "ihren Kopf durchsetzen" darf, dann wird sie viel kompromissbereiter werden.

    • (7) 27.04.17 - 10:29

      Guten Morgen,

      deine jüngere Tochter ähnelt sehr meinen Sohn (8 Jahre). Ich glaube eher, dass es ihr Charakter ist, zumindest bei uns kann ich das mit Sicherheit sagen. Wir erziehen recht konsequent, ein Nein bleibt fast immer ein Nein, es seidenn er liefert gute Argumente gegen das Nein. Mein Sohn war schon immer seeehr selbstbewusst aber auch sehr offen für unsere Argumente, dennoch glaubt er, er weiß alles besser.#augen
      Wir haben festgestellt, dass wir unglaublich ehrlich ihm gegenüber sein müssen, das heißt, wenn er etwas nicht so toll gemacht hat müssen wir ihm das auch mit ganz direkten Worten sagen, schwammige Aussagen, wie "das ist nicht so schlimm, nächstes mal machst du das bestimmt besser" oder so ähnlich, führen bei ihm dazu, dass er nur "das ist nicht so schlimm" hört und für sich entscheidet, dass das okay so ist. Ich bin schon von der Schule genervt, dass sie immer bemüht sind mit den Kindern nur positiv zu reden um sie ja nicht zu demotivieren. Das ist bei meinem Sohn völlig verkehrt, auch wenn ich weiß, dass es für nicht so selbstbewusste Kinder natürlich gut ist. Ich habe unserer Lehrerin schon gesagt, dass sie bei ihm klare Ansagen machen muss, das käre ich mittlerweile auch mit dem Sportlehrer und auch mit seiner Klavierlehrerin, wobei sie das schon selbst gemerkt hat und ihn dadurch ganz gut im "Griff" hat.
      Mein Sohn weiß/merkt natürlich auch, dass er in vielen Dingen weiter ist, als seine Klassenkameraden oder Freunde, sie verbessert er auch unglaublich gerne. Sein Glück ist allerdings, dass er das auf eine unglaublich charmante und höfliche Art und Weise macht, so dass er da nicht aneckt und die Kinder ihn sogar auf anerkennende Art "Professor" nennen und seine Hilfe gerne in Anspruch nehmen.
      Für uns Eltern ist dieses Verhalten natürlich sehr nervig, aber wir sagen ihm immer ganz dirket, dass WIR es mit Sicherheit besser wissen, als er und dass es noch einige Jahre braucht, bis er UNS korrigieren kann! Mir tut es manchmal leid, dass wir so dirket mit ihm reden müssen, allerdings sehe ich da auch keinen anderen Weg, er muss halt manchmal auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht werden, sonst artet es richtig aus.
      Sein Weg damit umzugehen ist, er schaut eine Wissenssendung nach der anderen, um so zu beweisen, dass er doch manchmal klüger ist als wir.#augen

      Ich kann dir nur raten, nimm deine Tochter so an wie sie ist und freue dich darüber, dass sie nicht unglaublich schüchtern ist. Konsequenz (wenn es angebracht ist!) und Ehrlichkeit ihm gegenüber, ist unser Weg mit seiner Besserwisserei und sein unglaubliches Selbstbewußtsein klar zu kommen, vielleicht hilft das bei deiner Tochter auch?! Wutanfälle (die sich bei uns jedoch meist in Grenzen halten), ignoriere ich, oder wenn es mal etwas schlimmer ist, werde ich auch mal richtig laut und sage ihm da auch ganz direkt, dass jetzt schluss damit ist. In der Regel funktioniert das auch. Je nach Situation und Thema, lasse ich mich überhaupt nicht auf eine Diskussion ein, das heißt ich erlaube ihm nicht einmal, dass er sich äußert (das kommt natürlich nicht sooft vor, das Problem ist nur, wenn er mal anfängt mir "was klar machen zu wollen", kann es zu einer endlosen Diskussion ausarten, die in manchen Situationen völlig unangebracht ist).
      Versuch mal diese Strategien eine Zeitlang, vielleicht wird das besser. Hast du mit ihrer Lehrerin gesprochen, wie sie das in der Schule handhabt? Unsere Lehrerin ist toll und sie kann unseren Sohn sehr gut "lenken", dadurch, dass er in der Schule recht weit mit dem Stoff ist, darf er oft das machen, was er gerne tut, anderen Kindern helfen die Probleme haben. Den Lehrer zu spielen, macht er sehr gerne und scheinbar sehr gut ;-). Wie gesagt, mit den Kindern hat er keinerlei Probleme und wird sehr respektiert in der Klasse. Wenn es aber bei deiner Tochter nicht so ist, müsstest du da mit der Lehrerin zusammen vielleicht eine Strategie entwickeln, wie ihr die "Besserwisserei" in eine positive Richtung lenkt.

      Ich drücke dir die Daumen, dass ihr einen Weg findet! Starke, selbstbewusste, rechthaberische Kinder, sind nicht immer Kinder, die ständig alles bekommen haben was sie wollen und nie Grenzen erfahren haben, manchmal ist es einfach "nur" ihr Charakter! ;-)
      Wir lieben unser Selbstbewusstes Kind, auch wenn es teilweise sehr anstrengend ist, da er wahrscheinlich mehr Grenzen braucht, als schüchterne Kinder, aber ich für meinen Teil kann sagen, ich habe einen Besserwisser zu Hause, der energisch seinen Kopf durchsetzen möchte, ständig JEDEN verbessert, aber dennoch unglaublich charmant, höflich, fröhlich UND auch einsichtig ist, wenn man ihm die (meist kurze Zeit) gibt, seinen Ärger raus zu lassen.

      Kleiner Tipp noch, bis jetzt war für uns die anstrengendste Zeit zwischen 5-7. Also das letzte Kindergartenjahr und das 1. Schuljahr. Als er 8 wurde, wurde es schlagartig viiiiieeeel besser! ;-)

      • (8) 28.04.17 - 06:04

        Wirklich schön zu lesen, dass ich nicht alleine bin.

        Ich habe mit der Lehrerin gesprochen. Sie hält es in der Schule sehr diplomatisch. Sie beobachtet Situationen und bespricht anschließend mit den Kindern, was schief gelaufen ist.

        Ich denke, das wirkt schon ganz gut. Zumindest meinte die Lehrerin, es würde in den letzten Wochen doch etwas besser.

        Ich glaube, ich werde einfach weiter machen, wie bisher. Weiter konsequent sein und ihr Grenzen zeigen.

    (9) 27.04.17 - 11:19

    Hallo,

    unsere Tochter (9) ist vom Charakter her auch so, wie Deine jüngere Tochter, obwohl wir sehr konsequent erziehen.
    Man kann das zwar anerziehen, indem man Kindern ständig ihren Willen läßt, aber manche Kinder haben auch einfach solche Anlagen.
    Unsere Tochter wusste schon als Baby ganz genau, was sie wollte. Ablenken war da nicht. #schwitz

    Wir kennen das Thema daher so, wie Du. Nur hatten wir diese ganz "undiplomatische" Phase schon, als unsere Tochter noch im Kindergarten war. In der Schule war sie schon reifer und hatte verinnerlicht, dass es manchmal besser ist, den Mund zu halten, weil man sich sonst bei seinem Umfeld total unbeliebt macht. ;-)

    Wir haben damals viel mit ihr gesprochen, warum andere Kinder es blöd finden, so bevormundet zu werden usw. Sie hat das dann eingesehen.

    Mit der Lehrerin gab es keine Probleme, bis die nach einen halben Jahr ging, weil sie schwanger war. Unsere Tochter wollte die neue Lehrerin nicht. Sie wollte die alte behalten. Daher hat sie beschlossen, der neuen mal zu zeigen, wer das Sagen hat. #schwitz
    Das gab einen Riesen-Krach bis die Lehrerin ihr klar gemacht hatte, dass sie Chefin ist. Seitdem verstehen die zwei sich super. ;-)
    Was den Schulstoff und Noten angeht, könnte es bei unserer Tochter kaum besser laufen.

    Es gibt ab und zu mal Erwachsene, mit denen unsere Tochter richtig aneinander gerät. Meistens reicht es aber, wenn die vernünftig argumentieren, um sie zur Kooperation zu bewegen. Grundsätzlich hören wir alle Jubeljahre mal Beschwerden wegen ihres Verhaltens.

    Zu Hause sieht das aber anders aus. Da wird phasenweise immer wieder getestet, dass die Wände wackeln, auch, wenn sie weiß, dass wir hart bleiben.#schwitz

    Bei anderen Kindern vertritt sie ihre Meinung, gibt aber durchaus auch nach, eben ja nach Situation. Sie ist in der Schule beliebt. Die Schul-Rabauken hat sie fast alle im Griff, weil sie denen gegenüber sehr resolut auftritt.

    Die beste Strategie bei unserer Tochter ist:
    - über Dinge reden und erklären (an sich ist sie sehr vernünftig)
    - einen klaren Standpunkt vertreten und konsequent sein, wenn sie bockt
    - sie bei Bockanfällen in Ruhe lassen und auf keine Fall weiter auf sie einreden oder sonstwie versuchen, Kontakt zu halten, sonst fährt sie immer weiter hoch. Alleine und ohne Publikum kommt unsere Tochter am schnellsten runter, und man kann dann mit ihr reden.

    Natürlich bekommt unsere Tochter auch mal ihren Willen. Sie hat ja nicht immer Unrecht. ;-)

    LG

    Heike

    • (10) 27.04.17 - 11:44

      "sie bei Bockanfällen in Ruhe lassen und auf keine Fall weiter auf sie einreden oder sonstwie versuchen, Kontakt zu halten, sonst fährt sie immer weiter hoch. Alleine und ohne Publikum kommt unsere Tochter am schnellsten runter, und man kann dann mit ihr reden."

      - ich wünschte, die Lehrer in der Schule unseres ebenfalls sehr selbstbewussten Sohnes würden das endlich beherzigen....

      Selbstbewusste, fordernde, mit den Köpfen durch die Wände wollende Kinder sind anstrengend, das stimmt! Aber solche Kinder können uns noch sehr, sehr viel beibringen.

      Und davon abgesehen habe ich zumindest meinen Spaß daran, wie er versucht Strategien zu finden. Denn letztlich ist ja wohl schon so, dass jeder von uns gerne seine Sichtweise der Dinge präsentieren und seinen Willen durchsetzen möchte. Natürlich muss man lernen, dass das nicht immer der Fall sein kann. Aber dafür sind es Kinder.... die können noch nicht alles wissen.

      Und manchmal haben sie eben tatsächlich auch Recht.... stimmt schon. ;-)

      (11) 28.04.17 - 05:57

      Schulisch ist meine Madame auch wahnsinn. Sie will zum Schlafen-gehen keine Gute-Nacht-Geschichte, sondern Wissens-Bücher vorgelesen haben (bzw. liest sie mittlerweile zum Teil selbst).

      Sie hat bei Leistungs-Checks so gut wie keine Fehler. Sie versteht Dinge auf Anhieb. Da musste ich mich erst mal umstellen. Meiner Großen musste ich Vieles zig mal erklären, dass sie es verstand. Die Kleine hat es nach zwei Sätzen kapiert und sagte dann oft "Passt schon, Mama, ich versteh es schon".

      Mit Erwachsenen hat sie keine Probleme. Im Gegenteil, die gesamte Familie meiner Mutter liebt dieses Kind wie verrückt, weil man mit ihr so toll reden kann. Sie schafft es außerdem, denselben Satz in mindestens drei grammatikalisch unterschiedlichen Versionen zu sagen. Wenn es in der Schule irgendwann um Satzlieder-Verschiebung geht, wird sie Meister sein...

      Die, wie du sie nennst, "Schul-Rabauken" hassen meine Tochter. Weil sie die Einzige ist, die sich nichts sagen lässt von denen und die nicht die Klappe hält, wenn sie "böse Wörter" sagen. So gesehen, lässt sie sich nicht einschüchtern, was dann auch wieder sehr gut ist.

      Meine Große hat sich von sowas immer fertig machen lassen (und das ist heute teilweise noch so).

(12) 27.04.17 - 11:30

Hi,

höre auf ständig zu lesen sonder handel nach Deinem Bauchgefühl!!!

"Sie bevormundet, korrigiert ungefragt und verbessert ständig ihre Mitschüler. Sie weiß, was sie will, und versucht es auch zu bekommen."

Bei solch einem Verhalten kommt sie zu 100% sicherlich nicht gut bei den Mitschülern an, oder? Klassenliebling ist sie sicherlich nicht und wird ständig anecken, oder? Solche Kids werden irgendwann gehasst und werden nicht beim Sport gewählt oder zum Referatsteam.
Zeige ihr den Spiegel auf, wenn solche Situationen passieren, das es IHR Verhalten ist. Nur sie kann sich ändern!!!

Selbstbewusstsein schön und gut aber sie muss wohl lernen, dosiert damit umzugehen.Ehrlich gesagt, ob sie recht hat oder nicht, ich würde ihr einfach mal aufzeigen, das Du es jetzt nicht hören oder mitmachen willst.

Du wirst ihr 100% mehr durchgehen lassen haben als bei deiner Ältesten, weil du sie selbstbewusst haben wolltest. Das was ihr jetzt sieht, ist einfach das Spiegelbild Eurer Erziehung. Das zweite Kind wird IMMER anders und lockerer erzogen.

Stellt klare Regeln mit Grenzen und Strafen auf. Sie muss wohl eher auch lernen, sich in einer Gruppe/Team einzubinden....sie scheint eher ein Einzelkämpfer mit ihrem Verhalten zu sein.

LG
Lisa

P.S: Mein Sohn war lange ein Klugscheißer (kann locker in die Politik gehen mit seiner Rhetorik/Körpersprache, etc) , der auch alles besser wusste, weil er vom Alter einfach viel weiter als die Mitschüler waren. Er musste auch erst lernen, seinen Mund mal zu halten auch wenn er Recht hat, andere Meinungen zu akzeptieren oder auch zu lernen zu diskutieren und die anderen dann von seiner (richtigen) Meinung zu überzeugen.

  • (13) 28.04.17 - 05:48

    Hallo,

    "Du wirst ihr 100% mehr durchgehen lassen haben als bei deiner Ältesten, weil du sie selbstbewusst haben wolltest. Das was ihr jetzt sieht, ist einfach das Spiegelbild Eurer Erziehung. Das zweite Kind wird IMMER anders und lockerer erzogen."

    Nein. Das kann ich dir versichern.

    Weißt du, bei meiner ersten Tochter war ich 17 Jahre alt und hatte gerade angefangen, die "Gilmore Girls" zu schauen. Ich hab mir dasselbe Verhältnis zu meiner Tochter gewünscht, wie Lorelai und Rory. Deshalb war ich sehr locker in der Erziehung. Meine Große kannte kaum Verbote, ich war ständig um sie herum, sie durfte alles und ich war wenig bis gar nicht konsequent. Mein Partner hat damals auch nichts dazu beigetragen, der war genauso "doof" wie ich.

    Meine zweite Tochter wurde geboren, die Partnerschaft zerbrach, und ich fand einen neuen Partner.

    Mein mittlerweile Ehemann ist streng und konsequent, und hat mir beigebracht konsequent zu werden.

    Ich kann dir also versichern, meine zweite Tochter wird von Anfang an wesentlich konsequenter erzogen, als meine Erste. Zwar sind wir bei der Ersten jetzt auch wesentlich strenger, als ich es in ihren ersten 7 Lebensjahren war, aber die ersten 3-4 Jahre sind nun mal die prägendsten Jahre.

    "Bei solch einem Verhalten kommt sie zu 100% sicherlich nicht gut bei den Mitschülern an, oder? Klassenliebling ist sie sicherlich nicht und wird ständig anecken, oder? Solche Kids werden irgendwann gehasst und werden nicht beim Sport gewählt oder zum Referatsteam.
    Zeige ihr den Spiegel auf, wenn solche Situationen passieren, das es IHR Verhalten ist. Nur sie kann sich ändern!!!"

    Klar eckt sie an. Aber sie hat durchaus gute Freunde. Wenige, aber dafür richtig Gute.

    Sie ist übrigens die Einzige in der Klasse, die sich traut, sich gegen die Jungs zu wehren, die alle Kinder in der Klasse terrorisieren (nämlich mit extrem fiesen Worten und teilweise auch tätlich).

    Von daher ist ihr Charakter durchaus auch positiv zu sehen, nicht nur negativ.

    "Das zweite Kind wird IMMER anders und lockerer erzogen."
    Das kann ich überhaupt nicht bestätigen.

(15) 27.04.17 - 12:55

Ich bin ganz neu hier und das was Du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor:

Die 11 Jährige meines Freundes - sie lebt seit 3 Jahren bei uns - legt auch gern so ein Verhalten an den Tag. Sie kann alles, und weiß alles - vor allem besser. Das Sie treibt damit Ihre Mitschüler fast in den Wahnsinn und wird gern "Aussenseiter", "Klugscheisser" oder "Streber" geschimpft. Das tangiert sie aber leider überhaupt nicht. Gerne werden auch Erwachsene verbessert, ihnen ins Wort gefallen. Das Schlimme ist eigentlich das sie es absolut nicht besser weiß und das vieles was sie dann behauptet so einfach nicht stimmt. #aerger
Auch mischt sie sich ungefragt in die Angelegenheiten der anderen ein und maßregelt sie ständig. Kommt auch nicht gut an.
Verständnis für so ein Verhalten aufbringen kann ich kaum noch. Es ist einfach respektlos der Umgebung gegenüber. Ich hoffe nur, dass es irgendwann mal bei ihr ankommt. Bisher haben wir -erfolglos- versucht ihr einen Spiegel vorzuhalten und mit ihr darüber zu reden, wie diese Art bei anderen ankommt.
Es ist auch schon soweit, dass von sich aus kaum Freunde bei uns anrufen um sich mit ihr zu treffen. Die Initiative geht zu 90% von ihr aus.

Trifft sie dann eine Freundin, gibt sie den Ton an und bestimmt was gemacht werden soll. Das geht so lange gut bis die Freundin dann keine Lust mehr hat und dann wird gebockt.
Sind mehrere Kinder zusammen, versucht sie auch in der Gruppe ihre Meinung durchzusetzen. Klappt das nicht, probiert sie Kinder aus der Gruppe herauszulösen und auf ihre Seite zu ziehen. Das Ganze endet dann regelmäßig im Streit.

Wir sind wirklich langsam ratlos, was wir noch machen können um ihr zu zeigen, das ihr Verhalten nicht wirklich gut ankommt.

Einfach laufen lassen und warten bis sie an den Richtigen gerät? #kratz

Vielleicht hat ja jemand eine Idee...

(16) 28.04.17 - 16:40

Ich sehe Kinder immer als Lernaufgabe für einen selbst,die einem zeigen wo man vll. ne Schwachstelle hat und was einen letztendlich weiterbringen kann. Alles was du jetzt von ihr "lernst" sprich wie man mit diesem Charakterzug umgeht, wird für dich von Vorteil sein UND es wird sich spätestens wenn die Dame in die Pubertät kommt zeigen ob deine Erziehungsrichtung gut ist/war. Meist ist man ja hinterher schlauer....aber vergiß nicht die Umwelt erzieht auch mit und es wird noch genug Leute geben die ihr auch zeigen werden was sie sich von ihr nicht gefallen lassen. Manches regelt sich von selber.

(17) 29.04.17 - 15:12

Hey,

Schieb nicht alles auf vermeintlich falsche Erziehung. Du siehst doch selbst, wie unterschiedlich deine Mäuse in ihrem Charakter sind und das ist unmöglich alles anerzogen. Ich würde aufhören, mir Vorwürfe zu machen und einfach in die Zukunft schauen.

Soziale Grenzen lernen Kinder nur im sozialen Miteinander und indem sie Feedback bekommen. Dies sollte sie natürlich auch bei dir merken: macht sie irgendetwas, was deine Grenze überschreitet, sag ihr das. Auch deine andere Tochter sollte ihren Standpunkt klar machen können.

Mach dir nicht all zu viele Gedanken sondern betrachte sie als eigenständige Persönlichkeit, die genau wie alle anderen Menschen auf der Welt vor allem eins wollen: soziale Bindungen. Wenn sie in dem Bereich manchmal Probleme hat, hilf ihr. In anderen Bereichen braucht sie dafür eventuell weniger oder keine Hilfe von dir.
Jedes Kind braucht individuelle Unterstützung und du als Mama hast doch sichet im Gefühl, was ihr helfen kann?

Lieben Gruß

"Ich habe gelesen, dass Kinder, die ein Verhalten zeigen, wie es meine Tochter tut, zuhause häufig ihren Kopf durchsetzen dürfen und es deshalb gewohnt sind, dass alles nach ihrer Pfeife tanzt."

Ja, das ist eine Möglichkeit. Da du diese ausschließt, muß ihr Verhalten andere Ursachen haben. (Es sei denn, du täuscht dich und sie darf Zuhause doch zu oft bestimmen, aber das wollen wir mal nicht einfach unterstellen).

Wenn Kinder sehr besserwisserisch sind, sich ständig in den Vordergrund spielen, sehr tonangebend sind, KANN es auch sein, dass sie damit Aufmerksamkeit einfordern wollen. Im Extremfall Aufmerksamkeit, die sie woanders (z.B. zuhause) nicht bekommen. Ich kenne Lehrer, die direkt Vorurteile gegen die jüngsten Kinder aus kinderreichen Familien haben, weil diese häufig sehr intelligent und pfiffig und gebildet aber auch extrem vorlaut und besserwisserisch seien...

Wir sieht deine "Erziehung zur Selbstständigkeit" aus? Bist du manchmal etwas übers Ziel hinaus geschossen? Ich mache es z.B. so, dass ich manchmal einfach "nicht zur Verfügung stehe" - unter dem "Vorwand", aufs Klo zu müssen, das Essen zu kochen, etc, machen meine Kinder eben Dinge allein. Die Große macht Dinge allein, während ich der Kleinen helfe (und die Große ist deutlich selbständiger als die Kleine *schäm*). Aber diese Art von "nicht-helfen" muß man eben durch Aufmerksamkeit und Zuwendung an anderer Stelle wieder wett machen. Manchmal nicht einfach.

LG!

(19) 07.05.17 - 13:49

hallo,

weißt du, es gibt einfach solche menschen. wie es eben ungeduldige, sehr sensible, sehr aktive und was weiß ich nch alles für charakterzüge gibt.

ich war so ein kind wie deine kleine.
im prinzip bin ich es wohl heute noch, nur dass ich eben älter und weiser bin und mich udn mein verhalten reflektieren kann:-)

ich wollte immer schon gewinnen, zweiter platz war nicht genug. ich hatte schon immer eine überragende fantasie und so stand ich automatisch schnell im mittelpunkt des spielgeschehens. dazu habe ich mich noch selber gern in den mittelüunkt gedrängt. ich war ne richtige rampensau und steh heute noch gerne im mittelüpunkt. ich werd gerne gehört, verschaffe mir gehör und meine auch meistens das ich recht habe;-)

sozial war ich, aber nur bis zu dem punkt, wo ich selbst nicht den kürzeren zog.

aber: ich war auch immer sehr sensibel und emotional und kann mich als erwachsene gut reflektieren. und schlau war und bin ich wie deine kleine. nur dann kann man eben auch andere u den finger wickeln:-)

was ich damit sagen will: nimm dein kind wie es ist und zeige hr eher auf, was bestimmts verhalten für andere bedeutet, als ihr verhalten zu kritisieren.

ich habs gehasst, wenn mir als kind udn jugendliche vorgehalten wurde, ich würde immer das letzte wort haben wollen, anstrengend sein, diskutieren ...
meine mutter kam mit meiner art oft nicht zurecht udn hat mir das auch zu verstehen gegeben. ie dachte, dass das der richtige weg ist, um mich runter zu holen, sozusagen. ich empfand es als verletztend immer wieder meine persönlichkeit vorgehalten zu bekommen.

daher versuche ich bei meinem sohn z.b. eher konsequenzen für ihn selbst und andere aufzuzeigen. und eben nicht an vermeintlich negativen charakterzügen ewig zum zu doktern.

klar sag ich ihm, wenn er sich kacke verhält. aber eben mit betonung auf sein verhalten ist doof, nicht er selbst.

positive seiten so einer persönlichkeit gibts nämlich auch. ich, deine tochter, sind unheimlich strebsam. wir wissen was wir wollen und schaffen es meist auch.
was ist schlimm daran gewinnen zu wollen? nichts. die frage ist, wie man es bis dahin schafft, also nicht auf kosten anderer, und wie man dann damit umgeht.

zeig deiner tochter weiterhin deine grenzen, aber wirf ihr nicht ihre vor. es gibt familienregeln und regeln in schule und gemeinschaft die eibgehalten werden müssen. aber sie muss sich nicht klein machen, weil andere nicht so schnell, so gut, so fuchsig sind wie sie.

und das ganze geht auch andersherum: mir fällt es manchmal schwer meinen mann zu verstehen, der vom charakter mal das gegenteil zu mir ist. relaxed, entspannt, die welt ist in ordnung, passt schon alles, wozu soll ich mich aufregen, anstrengen etc....

also: schau ob es nötig ist dein kind zu änder oder ob es ncht besser ist zu akzeptieren udn zu lenken.

lg

Top Diskussionen anzeigen