Mit 8 in der Vorpupertät?

    • (1) 27.10.17 - 13:52

      Hallo zusammen,
      unser 8 jähriger Sohn macht uns im Moment echt Sorgen.
      Er war nie ein aggressives, Streit suchendes Kind, aber das ist jetzt anders.
      Hat sich mal mit seinem Bruder gestritten, aber das ist normal.
      Das fing nach der Einschulung an.
      Da war er gerade 6.
      Den Grund weiß ich nicht mehr, aber da hat er mich, meine Mutter und meine Oma geschlagen.
      Er ist richtig ausgerastet.
      Wir haben unsere Kinder noch nie geschlagen, auch kein Klaps.
      Auch in dem Moment hat niemand zurück geschlagen.
      Ich habe einen Termin beim Arzt gemacht.
      Der fragte, ob das öfter vorkommt und sich auch gegen Kinder richtet.
      War nicht so.
      Daraufhin meinte er, das manche Kinder so auf neue Situationen reagieren.
      Wenn es in nächster Zeit nicht wieder vorkommt, ist es ok .
      War auch nicht's mehr.
      Ein Jahr später wurde seine Schwester geboren .
      Er kam in die 2. Klasse und es passierte wieder.
      Jetzt ist er in der 3. Klasse und wir hatten es schon 3x.
      Auch in der Schule gerät er in Streit.
      Er fängt nie an.
      Das haben mir Zeugen und Lehrer bestätigt.
      Aber wenn es zur Rangelei kommt, macht er mit und wehrt sich.
      Das hat er früher nie getan.
      Wir mussten irgendwann sagen, dass er sich wehren soll.
      Sagten auch die Lehrer und im Kiga die Erzieher.
      Natürlich unter vorgehaltener Hand.
      Ich weiß nicht, warum er manchmal so eine Wut bekommt.
      Er ist ganz lieb und super sensibel.
      Weint hinterher wie verrückt und entschuldigt sich.

      Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

      Er kann stundenlang Lego bauen, sich konzentrieren.
      Ist ein guter Schüler, ganz lieb und nicht auffällig.

      Bis dann hier aus dem Nichts die Wut kommt.
      Have mit seinen Lehrerinnen darüber gesprochen, sie sind baff und können es sich nicht vorstellen.
      In der Schule spielt er nur in den Pausen und geht Ärger aus dem Weg wenn er kann.
      Wenn nicht, dann wehrt er sich.

      Vielleicht hat jemand einen Rat?

      Danke schön 💜

      • Wollte noch sagen, dass er viele Freunde hat und es bei Treffen auch fast nie Streit gibt.

        Hallo, ich sehe in deiner Beschreibung überhaupt nichts "Vorpubertäres" (wie kommst du darauf?), sondern eher eine niedrige Frustrationstoleranz, ich vermute, er ist verbal vielleicht nicht so stark wie andere und wehrt sich dann eher physisch mit Aggression? Könnte das sein?
        Macht er viel Sport? Welche Möglichkeiten hat er, Wut im Bauch so richtig loszuwerden?
        VG

        • Freunde meinten, ihre Tochter (Gleiches Alter) sei in der Vorpupertät, weil sie so schwierig sei.
          Hab mich blöd ausgedrückt.
          Er hat Tennis gespielt, macht es aber im Winter nicht weiter.
          Er spielt viel Basketball (in der Schule in den Pausen und auch hier zu Hause).
          Wir möchten gerne, dass er mal im Basketball Verein reinschnuppert denn er ist echt gut.
          Ich habe gesagt, er kann Kissen schmeissen, boxen etc.
          Er hat sein eigenes Zimmer, möchte aber lieber fast ständig bei uns unten sein.
          Wir gehen oft raus.
          Hat er meist erst keine Lust drauf, ist dann aber Happy.
          Zur Schule gehen wir immer zu Fuß, zurück zu 90% auch.

          • "Zur Schule gehen wir immer zu Fuß, zurück zu 90% auch."

            Na, das wäre ein Ansatz: Lass ihn das alleine machen. Du musst nicht alles für die Kinder tun- du musst sie lernen, es selber zu tun.
            Jungs in dem Alter müssen viel selber dürfen. Nicht mehr an der Hand gehalten werden. Dann sind sie selbstbewusst und stolz und werden Beschützer und keine Ärsche, die Mütter und Omas hauen. Lass ihn allein in die Schule (Nein, der Weg kann nicht zu gefährlich sein). Er ist alt genug.

            Lern ihm kochen, schick ihn in die Pfadi, kauf ihm ein Schnitzmesser. Das blödste was man mit 9 jährigen Jungs machen kann - - sie wie Babies behandeln.

            Mit 9 geht mein Kind selbstredend allein zur Schule. Mit dem Fahrrad und weit. Er fährt selbstredend alleine per Bus zu seinen Hobbies, er fährt alleine zur Kirche, macht mit seinen Freunden ab.
            Wenn man Kinder klein hält, dann explodiert das Ventil. Man muss ihnen alles lernen - es nicht für sie machen. Das ist anstrengend, erfordert, das wir loslassen und vertrauen - aber das macht gesunde, gerade Kinder.

            Ein neunjähiger, der mit der Mami in der Schule ankommt? Gosh, der wäre bei uns mehr als nur der Pausenhof-Clown. Wobei ich sagen muss... es hat zwei solche. Bei denen die Mamis sagen, die Strasse sei zu gefährlich. Für die anderen alle nicht - nur für die. Naja... es sind jetzt auch auffällige Kids. Aber über die Strasse kämen sie allein.

            • Sein kleiner Bruder geht auf die gleiche Schule und deswegen gehe ich mit.
              Tim möchte partout nicht alleine gehen.
              Der Weg ist auch nicht zu weit oder zu gefährlich.
              Habe schon oft gesagt, er kann alleine zurück kommen.
              Er hat immer 1-2 Std mehr, als sein Bruder.
              So laufe ich immer 2x.
              Hab ihm gesagt, er kann zu meiner Mutter gehen.
              Sind 5-10 Minuten Fußweg, er will nicht alleine.
              Heute haben wir beiden ein Taschengeldkonto mit eigener Karte eröffnet.
              Hab gesagt, er kann nach der Schule mit seinen Freunden in die Stadt gehen und sich was holen.
              Das fand er cool.
              Er muss selbstständiger werden.
              Da hast du absolut recht.
              Ich habe ihn immer betüddelt, aber das schon seit längerem minimiert.
              Ist schwer, aber er muss selbstständiger werden.
              Bei ihm werden noch viele gebracht und abgeholt.
              Ich bin wirklich bereit dazu.

              Ich antworte hier mal auf alle Fragen.
              Geht schneller.

              Ich führe natürlich kein Protokoll.
              Suche mir aber Hilfe zb bei Lehrern.
              Sie können sich nicht vorstellen, das er so ausrastet.

              Ich suche auch keine Ausreden.
              Er macht Fehler.
              Er ist hier zu Hause der Täter.

              Am Mittwoch waren sie beim Jugendtreff.
              Es gab Ärger mit einem Jungen.
              Ich habe mit Tim geschimpft, da kam die Aufsicht und sagte, er wäre nicht Schuld gewesen.

              Er reagiert schnell darauf, sucht selber aber keinen Streit.
              Ich hasse selbst die Eltern , wie ihr Kind immer beschützen.
              Ich stehe zu dem was ist.
              Er ist wirklich nur hier, der jenige der es darauf anlegt.

              Ich weiß nicht warum & er auch nicht.

              Habe selbst schon gesagt, wir suchen uns Hilfe.
              Er sagt, er geht nicht mit, oder würde nicht reden.

              Alles großer Mist.

              Das mit den Veränderungen und daraus resultierendem Verhalten, hat der Arzt gesagt.
              Das war kein von mir vorgeschobener Grund.

              Ich hab ihm heute gesagt, dass wir nach einem Basketball Verein gucken, da meint er, er will nicht so lange von mir weg sein.
              Hab versucht ihm das Ganze noch weiter schmackhaft zu machen .
              Von wegen Zeit mit den Kumpels, wie gut er ist .

              Mal sehen, wie wir es in den Griff kriegen.

              Ich danke euch für eure ehrlichen Worte 💐

              • ...andere kis haben geösseres zu verkraften... er darf nicht so reagieren.

                und er verweigert die teilnahme bei der erziehungshilfe also gehst du nicht. eröffnest ihm abern konto. ohne bedingungen. er trödelt unnd du holst ihn ab. weil er nicht allein will.

                sorry. euch kann nur ein experte helfen.

                zuerst klangs schlimm mit der hauerei. deine erklärungen sind noch reagischer. er ist total der dominante teil. macht die regeln.
                geh zur beratung - die sieht ihn als was er ist auch ohne dass er dort was sagt.

      Hallo,

      weil dein Kind euch schlägt, schiebst du das einfach mal auf die Vorpubertät ? Ich denke da sind ganz andere Dinge dran beteiligt, als Hormone!

      Vielleicht solltet ihr mal lieber zur Familienberatung anstatt zum Arzt.

      lg

      • Was genau meinst du?
        Ich mache alles für unsere Kinder.
        Wenn die Kleine schläft, versuche ich die Zeit für die Großen zu nutzen.
        Spielen dann etwas zusammen.
        Dafür mache ich abends wenn alle schlafen, den Haushalt.
        Sie bekommen ganz viel Liebe, ich lobe sie und kuschele mit ihnen.
        Sie wissen, dass sie das Beste und Wichtigste sind.

        • Hallo,
          eine Familientherapeutin kann dir helfen, wie du dich in der Situation verhalten könntest und mit dir zusammen auf Ursachenforschung gehen.
          Ein persönliches kennenlernen ist 1000x besser als hier herumzurätseln.
          Euch viel Glück auf dem Weg

          (11) 27.10.17 - 14:54

          ...aber sie hat doch recht. Ihr gehört zu einer Familienberatung. Nicht weil ihr versagt habt, sondern weil etwas schief läuft, und du nicht weisst was.

          Und "ich tu alles für meine Kinder " klingt genau wie "er ist nie der, der Anfängt". Man kann auch so viel für seine Familie und seine Kinder tun, dass Ausreden für Fehlverhalten auch schon reinfallen.
          Auch die Einschulung und die Geburt der Schwester sind doch schon gesuchte "Ausreden". Kann ja daran liegen - entschuldigt es aber nicht. Man muss etwas Distanz haben - und die Familienberatung hat das.
          Ich meine sorry: Ich habe heute schlecht geschlafen, hab Kopfweh.... das ist doch keine Entschuldigung dafür, dass ich heute einfach mal meinen Kollegen eine runterhau, oder?

          Ich glaube, dein letzter Satz sagt ziemlich viel aus. Es kommt schon so rüber, als könnte dein Sohn alles bestimmen und du tanzt nach seiner Pfeife. Du versuchst, Ihnen alles anzunehmen und so bequem wie möglich zu machen und opferst dich auf. Müssen deine Kinder eigentlich auch mal zurück stecken?

    (13) 27.10.17 - 14:51

    ..also das stört mich:

    "Auch in der Schule gerät er in Streit.
    Er fängt nie an.
    Das haben mir Zeugen und Lehrer bestätigt."

    nie hat einer das Kind, das anfängt. Und was für Zeugen um Himmels Willen? Nimmst du Protokolle auf? Die andern Mamis? Die sagen doch das, was du willst. Er haut - und das ist falsch. Fertig. Wenn er die andern einfach verbal so lange quält bis sie hauen, Dann ist er nicht so schuldig - weil er nicht angefangen hat?
    Das nur zur Verfollständigung und Verdeutlichung dessen, was ich mir zu deinem Post überlegt habe:


    Ich finde, er hat beim ersten Ausraster die Einschulung, die man als Belastung ansehen kann, dann die kleine Schwester... dann etwas, was wir als Erwachsene einfach nicht sehen können. Für ihn aber ggf. Druck ist. Oder er ist einfach ein Kind mit wenig Beherrschung. Aber auf jeden Fall fehlt hier augenscheinlich eine Impulskontrolle.
    So oder so - es ist nicht okay und wenn schlägt. Auch wenn angeblich die Opfer selber Täter sind.
    Einfach wehren darf man sich - auch mal körperlich. Aber daheim ist er sehr wohl der, der beginnt. Vorgelebt habt ihr es ihm nie. Daher bezweifle ich auch die "Aussagen" deiner "Zeugen/Lehrer".
    Und wenn du mir sagst, er haut daheim - dann glaube ich zweimal nicht wenn du so sehr darauf bestehst, dass er NIE der Täter ausser Haus ist. Das ist wie wenn du sagst: er hat das Feuer im Schopf nicht gelegt - dann er legt daheim im Zimmer schon immer Feuer. Merkst dus?


    Ich würde mit dem Kind weniger zum Arzt als zur Erziehungsberaterin. Oder Familienhilfe oder Psychologin. Es ist irgendwie komisch - aber ich finde oft, dass es bei prügelnden Kindern wie bei einer Enthemmung ist. Wie bei einem Hund, der mal ein Wild riss und auf den Geschmack kam. Weisst du was ich meine? Etwas in uns hält uns doch zurück, zu schlagen. Ein tiefes Gefühl dafür, dass es falsch ist. Dass man seine Hand nicht gegen andere erhebt. Weniger bei einer körperlichen Auseinandersetzung mit anderen Jungs - das finde ich nicht so entartet. Aber gegen die Mutter? Die Oma? Das passiert einem 3jährigen. Dann nicht mehr. Ist aber der Damm gebrochen und er haut und hat damit Erfolg - dann hat das Tür und Tor für Grenzüberschreitungen gebrochen.

    Eben, wäre er drei, fände ich das noch nicht so arg. Aber er ist schon zu gross...

    Nur wüsste ich nicht, was ich bei einem so grossen Kind täte. Daher ist eine Erziehungsberatung sicher nicht falsch. Und wenn die Fachpersonen merken, dass er das tut, weil er z.B. zu viel Druck in der Schule hat, dann hast du was zum Ansetzen. Nur eben: Ob Schwesterchen, Einschulung, grobe Kollegen in der Schule oder allfälliges Mobbing: Wenn das anscheinende Opfer zum Täter wird, dann ist er Täter. Für andere. Auch für dich. Du musst auch dich schützen und deine Mutter und Oma.

    • "nie hat einer das Kind, das anfängt. Und was für Zeugen um Himmels Willen? Nimmst du Protokolle auf? Die andern Mamis? Die sagen doch das, was du willst. "

      In den meisten Schulen entstehen Streitigkeiten auf dem Pausenhof, dann gibt es die, die sich gestritten haben und viele, viele Zeugen, nämlich die ganzen Kinder, die drumrumstanden und im schlechtesten Fall die Kinder anfeuern anstatt den Lehrer zu holen.
      Wenn der Hergang nicht klar ist, werden oft die Klassenkameraden/Umstehenden vom Lehrer befragt, was sie gesehen haben und sind damit automatisch Zeugen.

      Protokolle werden nur (vom Lehrer) aufgenommen, wenn es Verletzungen gab.
      Mütter dürften in der Regel nicht dabei sein.

      Wie lief das denn bei Euch in der Schule? Gabs da nie Streit oder wurden die Kinder dazu nie angehört, dass Du das so seltsam findest?

Im Gegensatz zu den anderen hier finde ich das Verhalten gar nicht so unnormal.

Also erst mal werden viele Kinder mit der Einschulung (zumindest zu Hause) unverschämter. Sie bekommen neue Impulse und probieren sie zu Hause im geschützten RAhmen aus. Dazu kommt die Anstrengungen und der Stress, den sie in der Schule haben, das frustriert viele Kinder schnell.

Dass er sich wehrt, wenn er in der Schule angegriffen wird, ist ja kein Kritikpunkt, oder?
Wenn sich da niemand über ihn beschwert, ignorier es und lass es in der Schule.

Was gar nicht geht ist, dass er Dich schlägt. Du sagst, Du hast nicht zurückgeschlagen. Was hast Du denn gemacht?

Ich bin wirklich kein Freund von Gewalt, aber bei Schlägen ist Schluss. Bei kleinen Kindern würde ich auch nie zurückschlagen, da bringe ich mich in sichere Entfernung und bekomme einen scharfen Tonfall.
Aber bei einem Schulkind - und vor allem bei einem 8jährigen Schulkind - da sieht das ganz anders aus. Wenn meine 9jährige mich schlagen würde, dann müsste sie damit rechnen, dass ich zurückschlage. Ich lasse mich ganz sicher von niemandem schlagen, auch und erst recht nicht von meinen eigenen Kindern. Und da man bei 9jährigen nicht mehr einfach einen Schrittweggehen kann, muss das Kind damit rechnen, dass ich zurückschlage (natürlich nicht in voller Erwachsenenkraft, aber ausreichend, um es zu stoppen).

Ich denke, so eine klare Ansage fehlt Deinem Sohn. Es ist gar nicht unnormal, dass er überfordert ist und Ausraster hat. Was ihm fehlt ist gelernt zu haben, wie man damit umgeht.

Also mein Rat: Sehr klare und sehr deutliche Grenzen setzen, was geht, was lässt Du Dir nicht bieten. Ihm vorher in Ruhe klipp und klar sagen, was passiert, wenn er sich jemanls wieder Dir gegenüber so verhält. Und auch sagen: Wenn Dir alles zu viel wird, darfst Du jederzeit kommen und Dich in den Arm nehmen lassen. (Dabei wäre es gut, wenn Du gar nichts sagst, weil in solchen Momenten meist jedes Wort falsch wäre)

Kinder müssen Impulskontrolle und Frustrationstoleranz nicht nur einmal lernen, sondern immer wieder. Schön, wenn es als Kleinkind geklappt hat, das ist eine gute Basis. Jetzt muss er es als Schulkind lernen. Und es wird auch noch mal in der Pubertät Thema werden. Du musst Deine Reaktionen an seine Entwicklung anpassen und immer wieder neue Wege mit ihm finden. Und mach ihm klar, dass es Dir nicht darum geht, ihn abzustrafen, sondern dass ihr gemeinsam eine Lösung findet, weil Du ihn lieb hast und im Moment gar nicht weißt, was DU falsch machst!
(Dann würde er nämlich ggf. auch mit dem Experten reden, so etwas verweigern Kinder in der Regel weil sie vermuten, an den Pranger gestellt zu werden.)

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