Gewalt an der Grundschule

    • (1) 20.11.17 - 20:49

      Hallo.

      Bei uns an der Grundschule ist Gewalt ein ganz grosses Thema... was uns als Eltern schon lange schockiert...
      Unser Sohn ist 9 Jahre alt, einer seiner Mitschüler hat ihn bis vor ein paar Monaten regelmässig verprügelt, schlimme Blutergüsse kamen dabei raus... alles per Fotos vom behandelnden Arzt damals festgehalten worden.
      Nun, nach langem hin und her, die Schule stellte sich erst quer, taten sie anscheinend doch etwas.
      Eine zeitlang hatten wir Ruhe, nun fängt das Ganze wieder von vorne an.
      Die Mutter des anderen Kindes ist uneinsichtig, ist auch schon bekannt wie ein bunter Hund, da ihr Sohn damals im Kindergarten wegen des hohen Gewaltpotentiales auffiel, und nun an der Grundschule genauso.
      Nicht nur unser Sohn ist Opfer, aber ausser uns wehrt sich niemand.
      Für uns stellt sich die Frage, wie man da nun weiter vorgehen soll.
      Unser Meinung nach kümmert sich die Schule nicht genügend um das Problem, man reagiert sehr genervt auf unsere Beschwerden.
      Nur sind die Verletzungen unserer Meinung nach sehr schwer, Blutergüsse über die komplette Rippenregion, Schläge auf den Solar Plexus, usw. so das man da keinesfalls klein beigeben kann.
      Kann man eine Anzeige erstatten ?...
      Klar ist das es ein Kind, aber auch Kinder sollten doch Grenzen gesetzt bekommen, wenn es die Mutter anscheinend nicht hinbekommt, die Schule nicht, wer dann ? Wo wendet man sich hin ?...
      Wie wäre der weitere Ablauf, in schulischer Hinsicht, kann man sich da ans Kultusministerium wenden, da die Schule dieses Problem anscheinend nicht in den Griff bekommen will ?...
      Denn genau so ist es, uns wird immer entgegengeschmettert, wenn wir uns beschweren, dass unser Sohn Leistungverweigert im Unterricht.
      Ich habe der Lehrerin gesagt... 1. geht es nicht um dieses Problem, wir reden hier über Körperverletzung, 2. ist es doch kein Wunder, dass er sich so verhält, wenn er ständig gemobbt und geschlagen wird.
      Wir haben den schulpsychologischen Dienst eingeschaltet, aber der lässt sich auch ewig Zeit...

      Vielen Dank fürs Lesen, und liebe Grüsse von einer Mami, die gar nicht mehr weiss, ob sie wütend sein soll oder lieber weinen... weil sie sich einfach hilflos fühlt.

      • Vielleicht sollte ich noch hinzufügen... unser Sohn wehrt sich nicht, er tut keiner Fliege etwas zu leide. Das bestätigt auch die Schule. Hier geht es keinesfalls darum, dass ein Kind es provoziert, unser Sohn ist einfach sehr sensibel, und würde sich niemals wehren wenn er angegriffen wird... eben eine zarte Seele.

        • Oh gott... Das ist ja schrecklich. Ich habe auch ein Kind im ersten Schuljahr.. Wenn unserem so etwas passieren würde, würde ich alle Schritte gehen um ihn zu helfen!

          Wenn nach deinem reden mit der Schulleitung nichts passiert würde ich rechtliche Schritte ergreifen. Das trifft nicht das andere Kind sondern seine Eltern.

          Dein kind wird ja des Lebens nicht mehr froh, wenn er diese Tortur die gesamte grundschulzeit mitmachen muss.

      Hi
      lies mal das Posting eins unter Dir.....ist genau das Gleiche.

      lisa

    • Ich würde tatsächlich Anzeige erstatten.

      Nicht weil das Kind strafrechtlich etwas zu befürchten hätte, sondern weil
      1. bei uns in der Regel das Jugendamt eingeschaltet wird, wenn Strafanzeigen gegen Kinder laufen, vor allem, wenn das mehrfach vorkommt und
      2. weil die Schule dann die Gewalt nicht unter die Decke kehren kann. Wenn sie da fleißig am deckeln sind, dann haben sie wahrscheinlich auch keine Gewaltmeldung gemacht (schadet ja auch dem Ruf der Schule). Entsprechend würde ich das schon öffentlich machen.

      Ob Dein Sohn im Unterricht Leistung bringt oder nichts ist völlig irrelevant dafür, dass er ein Recht auf körperliche Unversehrtheit hat.
      Da das bei Euch dokumentiert mehrfach vorkam würde ich auch darüber nachdenken, ob ich die Schule für eine Verletzung ihrer Pflichten anzeige.

      Wütend oder weinen: Beides. Lass laufen, wenn Du merkst, es muss raus, aber behalt die Wut, wenn sie Dir Kraft gibt für Deinen Sohn einzustehen.

      • Dankeschön... dann weiss ich, was ich Morgen zu tun habe... ich war mir nur unsicher, ob es geht, da das Kind erst 9 ist...

        Ich denke sie vertuschen es... anders kann ichs mir nicht erklären... es wurde nach dem vorletzten Vorfall gesagt, das Kind stünde vor einem Schulverweis.
        Abmachung war, unser Sohn solle es immer einem Lehrer mitteilen, wenn das andere Kind ihn wieder angeht.
        Das hat er Gestern getan, Reaktion des Lehrers war laut unseres Sohnes: "Ja dann halt dich doch endlich mal fern von ... (dem anderen Jungen)".

        • Ja, ich weiß nicht, ob sie es Strafanzeige nennen, aber sie nehmen auf jeden Fall den Sachverhalt auf (auch den, dass die Schule das monatelang mitmacht) und prüfen dann, ob man gegen jemanden vorgehen kann. Das Jugendamt bekommt für jeden Vorfall eine Meldung und entscheidet dann, ob jemand in die Familie geschickt wird. Normalerweise ist das nicht der Fall, wenn ein Kind nur einmal Kaugummi geklaut hat, aber bei mehrfacher Körperverletzung dürfte das anders aussehen.
          Wäre jedenfalls zu hoffen, die Jugendämter sind dermaßen überlastet, dass sie oft sehr lange hinterherhängen.

          Die Reaktion des Lehrers war natürlich nichts (läuft Dein Sohn dem anderen Kind denn hinterher?) und wirkt dann auch nicht gerade vertrauenerweckend.

          Mit dem Schulleiter hast Du aber schon gesprochen?

          • Die Aussage mit der bevorstehenden Suspendierung stammt vom Schulleiter, allerdings schenke ich dem gar keinen Glauben...
            Im Allgemeinen ist das Gewaltpotential extrem hoch, unser Sohn wird auch von 4. Klässlern körperlich angegangen, genau wie sein Freund.
            Ich bin mittlerweile der Meinung, dass sich da um gar nichts gekümmert wird, und man mit Floskeln, die einen vorübergehend beruhigen sollen, hingehalten wird.
            Und ich bin definitiv der Meinung, dass da das Jugendamt drüber schauen sollte, ein Kind verhält sich nicht ohne Hintergründe so.
            Nicht nur unser Sohn ist Opfer, auch andere Kinder, unter anderem seine Freunde, nur unser Sohn ist eben der einzige, der sich nicht wehrt.

            Wenn die Gewalt so häufig bei Euch ist, dann hat die Schule auch ihren Anteil daran.

            Ja, die Kinder werden immer schwieriger und die Lehrer haben es immer schwerer.

            Aber auch in den "schwierigen" Bezirken hier in Berlin gibt es Schulen mit sehr viel weniger Gewalt als an den Nachbarschulen. Das hängt auch ganz entscheidend damit zusammen, welches Bild den Schülern (von Anfang an) vermittelt wird.

            Wenn die Lehrer auf JEDES Schimpfwort reagieren und auf JEDES Rempeln, dann dauert es gar nicht so sehr lange bis es ruhiger wird. Problematisch ist immer, wenn die Lehrer abwägen, was "noch nicht so schlimm" ist. Das führt dann dazu, dass die Hemmschwelle sinkt und viel häufiger Mist passiert. Damit kann man natürlich nicht alle Verhaltensauffälligkeiten auslöschen, aber die Hemmschwelle steigt, und oft werden auch die auffälligen Schüler werden ruhiger - oder müssen halt gehen, wenn verschiedene Maßnahmen nicht helfen und sie nicht beschulbar sind.

            Dass Dein Sohn sich nicht wehrt hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass er nicht selbst als Rowdy bekannt wird. Der Nachteil, dass er sich wahrscheinlich in eine Opferrolle gedrängt fühlt, die keinem Menschen gut tut.
            Da das bei Euch schon so lange geht, würde ich auf jeden Fall versuchen, für ihn noch zusätzliche psychologische Unterstützung zu finden (ist leider sehr schwer im Moment), damit er die Erfahrungen verarbeiten kann.

            Ich wünsch Euch viel Glück!

            • Ja so ist es wohl leider... ich höre das auch immer häufiger... und habe grossen Respekt vor den Lehrern, sie haben es nicht einfach.
              Aber, wie du so schön schreibst, ist es wohl auch eine Sache, wie man mit Problemen umgeht.
              Der Weg hier scheint nicht der richtige zu sein.

              Richtig, er müsste sich wehren, ich weiss nicht warum er es nicht tut.
              Ich bin da ganz anders, aber ich kann seinen Weg in die Schule nicht für ihn gehen.
              Den Weg zum schulpsychologischen Dienst zur Unterstützung ist angestrebt, aber auch der ist sehr überlastet... und es dauert sehr lange bis da etwas in Gang kommt.
              Aber, wir haben uns darum damals als alles anfing sofort gekümmert.

              Vielen lieben Dank, für deine Ratschläge, den ersten und wichtigsten Schritt werden wir Morgen gleich in Angriff nehmen, ab zur Polizei.

              Wir haben hier an der Grundschule gute Erfahrungen mit einem sozialem Kompetenztraining gemacht, das in den 2. Klassen beginnt und dessen Inhalte (Umgang mit Gefühlen / Grenzen / Gemeinschaft) sich in den Schulalltag integrieren (anhand bestimmter Methoden). Das ganze wird in den 3. Klassen aufgefrischt. Hier gibt es natürlich auch viele Streitigkeiten, aber im Vergleich zu anderen Schulen hält sich das im Rahmen.

Dann geh zur Polizei und rede mit dem Jugendbeauftragten, wie zu verfahren ist.
Was sagt der Elternbeirat, der Direktor? Bei sowas diskutiere ich nicht mit Eltern eines Schlägers sondern veranstalte einen derartigen Wirbel, dass sich der Direktor als Negativartikel in der Zeitung wiederfindet. Das ist kein Pillepalle. Dass das Kind dort nicht mehr hin will und die Leistung verweigert, ist nachvollziehbar. Geh morgen zur Polizei! Wir haben auch eine Schule, in der früher die Polizei ein- und ausging, bis der Direktor die Nase voll hatte und endlich Ruhe schaffte.
Das war bei euch schon einmal so über einen längeren Zeitraum? Wieso seid ihr nicht sofort tätig geworden? Ich hätte das Kind zuhause gelassen und den Direktor informiert, dass es erst wiederkommt, wenn es sicher ist - parallel dazu die Polizei und das Jugendamt informiert, dass man uns nicht an den Karren fahren kann. Da wäre es mir sowas von egal, wenn die Schule "genervt" ist - sollen sie was tun gegen die Schläger.
LG Moni

  • Hallo, da kann ich Dir nur recht geben. Wäre es mein Kind, das körperlich so angegangen wird, dann würde ich auch sofort ein Fass aufmachen.
    Mein Kind ist auch an einer - sagen wir mal - "Problemschule" - wir haben viele Migrantenkinder und auch eine sehr hohe Schülerzahl. Früher gab es auch oft Schwierigkeiten, aber seit ein neuer Direktor an der Schule ist, hört man gar nichts mehr. Es gibt eine Schulsozialarbeit, Mediatioren an der Schule, die Kinder werden auch als Mediatoren ausgebildet. Es wird schnell reagiert, wenn ein Kind aus dem Ruder läuft, da gab es viele Aktivitäten, die gefruchtet haben. Und mittlerweile würde ich diese Schule auch nicht mehr als Problemschule benennen. Aber es braucht eine gewisse Zeit, bis auch der Ruf wieder hergestellt wird.
    LG Leah

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