Unzufrieden mit aktueller Situation (Lehrerwechsel)

    • (1) 14.02.18 - 08:48

      Hallo ihr Lieben #winke

      ich versuche einmal kurz die aktuelle Situation zu schildern und mich kurz zu halten, so gut es geht.

      Unser Sohn wurde im September eingeschult (Grundschule in unserem Heimatort). 2 Zwei 1. Klassen a 28 Kinder. Soweit so gut. Sie bekamen eine Lehrerin als Klassenlehrerin die ganz neu an die Schule kam. Die ersten beiden Oktoberwochen war diese Lehrerin krank, danach waren Herbstferien. In den 2 Wochen hatte die Klasse meines Sohnes dann Vertretung. Mal der und mal der. Also jeden Tag neue Gesichter. Was an sich verständlich ist aber für die Kinder doch teilweise schwierig war. Nach den Herbstferien war die Klassenlehrerin immernoch krank und es wurde nach 2 weiteren Wochen Vertretung eine andere Lehrerin der Klasse zugeteilt. Diese sollte ab mitte November dann die Klasse als Klassenlehrerin übernehmen. Diese Lehrerin ist aber eigentlich Klassenlehrerin einer 3. Klasse, sodass beide 3. Klassen zusammen gelegt wurden.

      Nun wurden in der 3. Klasse über 40 Kinder in einem Raum unterrichtet. Dies war und ist für die 3. Klassen eine ganz schöne Belastung und auch für die dort unterrichtenden Lehrer. Die Eltern der 3. Klassen setzten sich natürlich dafür ein das sie ihre Klassenlehrerin wieder bekommen. Kann ich total verstehen, würde ich genau so machen. Nun wird die Klassenlehrerin die unsere Klasse unterrichtet wieder zurück in ihre eigentliche Klasse gehen und die 1. Klasse bekommt wieder einen neuen Klassenlehrer. Eine ganz neue Lehrerin die an die Schule kommt.

      Wir als Eltern finden es schwierig innerhalb von 6 Monaten 3 Klassenlehrer zu haben. Viele Kinder haben arge Probleme sich im Unterricht zurecht zu finden, können nicht folgen und verstehen Grundlagen nicht. Die Kinder müssen sich alle paar Wochen auf jemanden Neues einstellen. Kaum ist das Vertrauen aufgebaut, was meiner Meinung nach 6-7 jährige Kinder brauchen, ist die Person auch schon wieder weg und alles beginnt von vorn.

      Jeder dieser Lehrer vermittelt den Stoff anders und den Kinder fällt es schwer zu folgen bzw. verstehen erlernte Sachen nicht, da sie anders vermittelt werden. Versteht ihr was ich meine? Jetzt du den halbjährigen Grundschulgutachten war doch zu erkennen das viele Kinder die 1. Klasse wahrscheinlich wiederholen müssen. Aber das in der 1. Klasse? Ich finde das schon ganz schön heftig. Ob es nun daran liegt das ständig jemand neues die Klasse unterrichtet sei dahin gestellt, aber es ist sicher nicht förderlich.

      Unseren Sohn betrifft es nicht und ich bin auch ganz froh darüber das er es so gut meistert, kann aber dennoch die Sorgen der Eltern verstehen deren Kinder es betrifft. Es gibt einige Kinder die Abends mit Bauchschmerzen ins Bett gehen und morgens weinend ins Klassenzimmer gebracht werden, weil es ihnen einfach unsagbar schwer fällt sich auf diese ständigen neuen Situationen einzustellen.

      Ich bin der Meinung in der 1. Klasse sollte man noch gern zur Schule gehen, sich freuen das man seine Freunde sieht und die Schule mit einem positiven Aspekt verknüpfen. Leider ist das nicht der Fall. Der Zusammenhalt in der Klasse fehlt total. Jedes Kind macht sein Ding. Wenn ich mir die andere Klasse anschaue macht es einen schon irgendwie traurig, wenn man sieht das bei Spielen und Aufgaben sich gegenseitig geholfen, sich angefeuert und sich unterstützt wird innerhalb des Klassenverbandes. Ich denke einfach das sich dies durch den ständigen Lehrerwechsel garnicht entwickeln konnte, da die Zeit dafür einfach nicht gegeben war.

      Wenn man dann ständig auf dem Schulhof von anderen Eltern angesprochen wird mit den Worten wie: "man bin ich froh das mein Kind in die andere Klasse gekommen ist" oder "na bei euch in der Klasse ist ja wieder was los" bringt das einen doch schon zum nachdenken.

      Heut Abend ist eine Versammlung der Elternvertreter und der Schulkonferenz in der wohl einige Neuerungen mitgeteilt werden sollen. Auch stand in der Einladung das in der nicht optimalen aktuellen Situation die Eltern um Unterstützung gebeten werden. Ich bin gespannt wie diese Unterstützung aussehn soll. Ich bin gern bereit zu unterstützen wo ich kann, aber man muss mir sagen wie ich das tun kann.

      Ich als Elternsprecher unserer Klasse werde natürlich auch von den Eltern angesprochen auf die aktuelle Situation. Aber mehr als abwarten was dabei heut Abend raus kommt kann ich erst einmal nicht. Ich bin gespannt welche Lösungsansätze kommen seitens der Schule. Wir fühlen uns als Klasse einfach irgendwo im Stich gelassen und haben das Gefühl das sich jeder irgendwie mal an dieser 1. Klasse ausprobieren darf.

      Sorry für den langen Text aber das musste einfach mal raus.

      • Hallo,

        das ist total verständlich, dass diese Unruhe den Kindern schwer fällt. Es ist ja auch ein Musterbeispiel wie es nicht laufen sollt.
        Ich arbeite für eine Schulbetreuung und meine Erzieher merken es den Kindern immer an, wenn ihre Hauptbezugslehrerin fehlt, vor allem wenn es länger ist. Dann sind viele Kinder gestresst und und unausgeglichen.

        Bei meinem Sohn wechselte in der 1. Klasse auch die Lehrerin. Ich als Elternsprecherin hatte mich damals ans staatliche Schulamt gewandt, um Informationen zu bekommen. Das wäre noch etwas, das du machen könntest.

        LG Sabine

        Hallo Wunderkind,

        dass das ganze total frustet, kann ich gut verstehen. Schule sollte nicht nur in der ersten Klasse Spaß machen, sondern eigentlich bis zum Abschluss. Aber das wird natürlich schwer, wenn der Start schon so chaotisch läuft. Was wichtig ist, ist gut mit der Schulleitung zusammen zu arbeiten. Die versuchen auch nur zu retten, was zu retten ist. Wenn jetzt eine neue Lehrkraft kommt, könnte das ja das Ende dieser Odyssee bedeuten. Dass es dann aber nochmal auf der Tagesordnung der Schulkonferenz steht, spricht aber nicht unbedingt dafür... Es könnte sein, dass auch andere Klassen deshalb vor Veränderungen stehen oder das von den Elternvertretern einfach das Okay eingeholt wird, dass man Wander- und Projekttage wegfallen lässt, um im Stoff hinterher zu kommen.
        Wichtig dabei ist: Auch in der Schulkonferenz gibt es Themen, bei denen Eltern kein Mitsprache, sondern nur ein Informationsrecht haben. Bei uns betrifft das z.B. gravierende konzeptionelle Änderungen wie die Einführung bzw. Abschaffung von Jahrgangsübergreifendem Lernen oder die Zuteilung der Lehrkräfte auf die einzelnen Klassen.

        Wichtig ist, dass ihr als Elternvertreter den Eltern in den betroffenen Klassen klar macht, dass es absolut nichts bringt der Schulleitung die Hölle heiß zu machen oder den Kindern gegenüber zu äußern, wie doof das doch alles ist. Im Endeffekt spielt man in der Elternvertretung oft den Prellbock und fängt viel Unmut der Eltern erstmal ab, damit andere ihre Arbeit machen können. Und gibt das dann komprimiert weiter. Ihr könnt auch erfragen, ob es hilft, wenn ihr beim zuständigen Schulamt auch als Elternvertretung nochmal nachhakt und darauf hinweist, wie wichtig eine dauerhafte Lösung ist.

        Was die Versetzung angeht: In der Regel werden die Klassen 1 und 2 ja als Einheit betrachtet und auch die Tatsache berücksichtigt, dass das erste Halbjahr sehr chaotisch war.

        Unsere Schule handhabt es beispielsweise so, dass Deutsch, Mathe und Heimat- und Sachkunde von mind. 2 verschiedenen Lehrkräften unterrichtet werden, damit es zumindest in einem Teil der Fächer, die bei den Kleinen den Großteil des Stundenplans ausmachen, mit einer festen Person weiter geht und nicht komplettes Chaos ausbricht.

        • Danke für deine ausführliche Antwort. Ich versuche natürlich zu Unterstützen wo ich kann und gebe die Informationen auch an die Eltern weiter. Versuche da aber eher deeskalierend zu wirken da ich nicht möchte das sich alle gegenseitig hoch pushen.

          Bei uns an der Schule werden 1. und 2. Klasse nicht als Einheit betrachtet, da ist schon jeder in seiner Klasse und wenn es heißt wiederholen dann ist es auch so wie damals das "sitzen bleiben" #zitter

      Hallo,

      bei unserer Tochter war es in der 1. Klasse ähnlich. Die Klassenlehrerin war schwanger und fehlte immer wieder bis zu ihrem Mutterschutz, wodurch die Klasse zum Wanderpokal wurde und einmal sogar komplett alleine da stand, weil keiner daran gedacht hatte, ihnen eine Vertretung zu organisieren. #schwitz
      Erst als die Lehrerin offiziell im Mutterschutz war, durfte eine neue Lehrerin (die aus dem Mutterschutz zurück kam) die Klasse übernehmen. Zum Glück blieb sie uns bis zum Ende der 4. Klasse erhalten.

      Das Problem ist, dass die Schulen so knapp mit Lehrern ausgestattet sind, dass temporäre Ausfälle nicht vernünftig abgefangen werden können. Da wird stundenweise irgendwer als Vertretung heran gezogen, der aussieht, als hätte er gerade nichts zu tun. Bei Euch klingt es sogar danach, als sollten Eltern stundenweise die Aufsicht in der Klasse übernehmen. #schwitz

      Ich würde darauf bestehen, dass eine neue Lehrerin organisiert wird, die die Klasse dauerhaft übernimmt. Bei der jetzigen Lehrerin scheint nicht klar zu sein, wie es wann weiter geht, und das kann ja wohl nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.

      Bei uns hat auch mal eine der beiden Förderschullehrerinnen, die die anderen Lehrer lediglich unterstützen sollen, eine 3. Klasse bis zum Ende übernommen, weil die andere Lehrerin gegangen ist. Das ist natürlich auch nicht ideal, aber besser als dieses Vertretungslehrer-Chaos oder einem Lehrer zwei Klassen aufzudrücken.

      Die Klasse unseres Sohnes (2. Klasse) hat übrigens auch keinen Zusammenhalt, obwohl von Anfang an die gleiche Lehrerin da war, die aber nicht wirklich etwas für den Zusammenhalt tut bzw. ihn z.T. sogar torpediert.

      "Ich bin der Meinung in der 1. Klasse sollte man noch gern zur Schule gehen, sich freuen das man seine Freunde sieht und die Schule mit einem positiven Aspekt verknüpfen. "

      Tja, das wäre schön, aber bei uns laufen beide 2. Klassen mehr schlecht als recht und das liegt nicht an einer abwesenden Lehrerin. Man kann da auch so Pech haben.

      LG

      Heike

      Hallo wunderkind 2018,
      zur Problemlösung kann ich leider nichts beitragen.

      Ich bin Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts in die Schule gekommen, das war ja nun wirklich eine schwierige Zeit. Viele Lehrer waren tot, die Lehrerinnen teilweise weit über der Pensionsgrenze. Wir hatten Schichtunterricht, eine Woche vormittags, eine Woche nachmittags, ABER wir hatten unsere Klassenlehrer/in , die Ausfälle, die es heute gibt, gab es in dieser Häufigkeit nicht.
      Heute, wo Geld da ist, sollten sich alle Eltern mal überlegen, woran das wohl liegen mag, dass die Schulen verfallen, es Lehrer gibt, die nur bis zu den Ferien arbeiten, danach hoffen müssen, weiter arbeiten zu dürfen. (siehe frontal21 ZDF vom 13.02.)

      Die Bildung spielt bei den Politikern der letzten Jahrzehnte keine große Rolle. Es wird zwar manchmal vollmundig darüber gesprochen, aber es passiert nichts.
      Die Kinder von heute sollen aber später einmal die Renten bezahlen. Das wird nichts werden, wenn es so weiter geht. 20% Analphabeten der Altersklasse 15 - 25Jahre. Das sagt viel über die Qualität mancher Schulen. Ich kannte früher einen einzigen Analphabeten. Der war ortsbekannt, weil das so etwas Außergewöhnliches war.

      Eine Änderung wird es nur geben, wenn der Druck auf die Politiker steigt, hier etwas Wirksames zu tun. Die Erfahrung zeigt, dass das mit den momentanen Mitgliedern der Regierungen nicht funktioniert.
      Und wenn die immer wieder gewählt werden, wird es bleiben, wie es ist, und wie es schon in den letzten Jahrzehnten war.
      Und vor allem, die Wähler sollen sich nicht erzählen lassen, dass kein Geld da ist. Es ist genug da, man muß es nur richtig einteilen, wie das jede gute Hausfrau tut.

      Gruß Bernd

    • Hallo.

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Eltern meist das größere Problem damit haben als die Kinder.

      Die Lehrer werden sich doch alle an den aktuellen Lehrplan halten. Und es ist immer so, dass ein Lehrer den Stoff besser/anders rüber bringt als der andere.
      Das zieht sich auch die gesamte Schullaufbahn so durch.

      Meine Kleine ist mittlerweile in der 4. Klasse und hat bisher (soweit ich mich noch dran erinnern kann....#zitter) wohl die 8. Klassenlehrerin. Und nein - sie hat keinen Schaden davon genommen. Auch ihre Klassenkameraden/innen nicht.;-)

      Je mehr sich die Eltern drauf "einschießen", dass das nicht so toll ist - umso tragischer nehmen es auch die Kinder auf. Und dieses Rumgequatsche aufm Schulhof unter den Muttis finde ich sowieso zum k......
      Da hat doch jede irgendwas zu beanstanden, egal wie viele du fragst.;-)

      LG

      Verzwackte Situation...

      Ich denke du machst schon alles richtig.

      Vielleicht darf ich dir ja aus Lehrersicht berichten: ich wurde letztes Jahr überraschend während des Schuljahres krank. Zuerst dachte ich, ich könnte nach zwei Wochen wieder kommen. Als nach zwei Wochen keine Besserung in Sicht war, musste ich fast zwei Monate pausieren. Leider betraf es dann das ganze restliche Schuljahr. Insgesamt war ich 4 Monate im Krankenstand - für mich fühlte es sich an als würde ich alle im Stich lassen. Eine "richtige" Vertretung wurde dann erst nach den 8 Wochen bestellt. Das war auch gar nicht so einfach für die Leitung, da man mal jemanden finden muss, der mitten im Schuljahr Zeit hat.
      Für mich war die Situation richtig besch*****. Ich wollte meine Schüler nicht im Stich lassen (eine Klasse hatte auch Matura), aber ich konnte einfach nicht.

      Ich hoffe, die Kinder finden sich mit der neuen Lehrerin auch zu Recht! Alles Liebe!

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