Was ist für euch eine gute Lehrerin?

    • (1) 04.08.18 - 16:57

      Hallo liebe Community,

      in dem unteren Thread ist die Rede davon, dass es auf die Lehrerin ankomme und wie engagiert sie sei. Aber was heißt das konkret? Könntet ihr da Beispiele nennen?

      Und dann war da noch die Rede von schimpfen. Haltet ihr das wirklich für so unmöglich? Denn irgendwie muss doch auch gelernt werden und dazu muss eine Arbeitsruhe herrschen. Was erwartet ihr da von der Lehrerin?

      Ich frage, weil ich bald ein erstes Schuljahr bekomme und mich die Elternsicht interessiert.

      Danke

      • Streng & Gerecht
        Sprich...schimpfen gehört dazu und auch mal die auffälligen Kinder zur Brust nehmen.

        Liebevoll & Respektvoll
        Sie sollte Spass mit Kindern haben aber die Kinder sollten auch ihre Grenzen kennen. Kinder die es brauchen noch unter ihre Fittiche nehmen.

        lustig
        auch mal über Spässe der Kinder lachen und sich selber nicht zu ernst nehmen.

        Motivierend
        Kinder den Spass und die Notwendigkeit des Lernens vermitteln und dabei auch mal andere Wege einschreiten.

        Und was sie nicht sollte....Kinder und Eltern bevorzugen, denn das bekommen die Kinder mega schnell raus.

        • Schön, dass du antwortest. Du bist ja oft hier im Schulforum unterwegs und hast ja leider nicht so gute Erfahrungen gemacht. Und deine Meinung finde ich richtig gut. Ich habe schon so den ein oder anderen Kollegen kennen gelernt und jeder hat so seine Schwachstellen. Aber so richtig viele schlechte Lehrer habe ich noch nicht erlebt. Deswegen wundert es mich manchmal auch, dass hier so oft von schlechten Beispielen berichtet wird.

          • Wir hatten in der Grundschule EINE Lehrerin die absolut TOP war, die all das hatte, was ich geschrieben habe. Sie war Referendarin und zu 1000% mit Lust an der Arbeit. Leider nur ein Jahr, dann ist sie entnervt zu einer anderen Schule gewechselt.
            Leider gibt es genug Lehrer, die absolut nicht befähig sind, zu unterrichten.

            Jetzt auf der weiterführenden Schule haben wir nur 2-3 Lehrer wo man merkt, das sie eher Oberstufe unterrichten und keine Lust haben, sich mit den Kids abzugeben aber jetzt sind die Kinder älter und könnne es besser wegstecken, wenn der Lehrer mobbt, cholerisch ist und eine Null Bock Einstellung hat.
            Was dann passiert....die Kinder haben keinen Respekt mehr. Das Schlimmste, was einem Lehrer passieren kann.

            lg
            lisa

      Hallo,

      Ich finde es gut , wenn Lehrer erst schimpfen, dann erklären warum geschimpft wurde und dann die Alternativen durchgehen.

      Auch finde ich es gut, wenn Lehrer innerhalb ihres Berufes bleiben und keine medizinischen Diagnosen stellen.

      Gruß Sol

      Ich finde es hochgradig wichtig, alle (!) Kinder genau so viel anzuleiten, wie sie es brauchen. Und das meine ich im positiven Sinne (motivierend) und im negativen Sinne (eben auch schimpfen, wenn Regeln missachtet werden).

      Und den Rest die Kinder machen lassen!!! So lernt man am meisten über die Menschen in den Kindern!

      Negativbeispiele hatten wir in der Grundschulzeit meiner Kinder genügend. Da wurden auch Diagnosen gestellt (angeblich LRS beim einen Kind und Depressionen beim anderen), da wurden Kinder ungerecht bestraft (Kinder, die ihr Zeug allein organisiert haben und dann doch mal was daneben ging versus Kinder, deren Taschen von Mutti bis zur 6. Klasse gepackt werden). Es gab Lieblinge durch und durch (und damit auch Antilieblinge). Es wurden Unwahrheiten öffentlich verbreitet (Mädchen können kein Mathe). Und nachdem man damit fertig war, jedes Kind in so ein Raster zu drücken, hat man täglich JEDES Argument rausgekramt, um an dem entstandenen Bild festzuhalten. Und sei es noch so falsch!

      Die Eltern, die sich über diese Dinge beschwerten, wurden als geisteskrank abgestempelt.

      Wir reden hier übrigens nicht von einer Brennpunktschule, sondern von einem Einzugsgebiet, in dem 90% aus dem Bildungsbürgertum stammen.

      Heute sind beide Kinder in Schulen und Klassen, wo die einfachen Grundsätze von oben beachtet werden. Und schon erleben wir wie a) toll und b) einfach gute Bildung sein kann! Von Depressionen (fröhlich, gelassen und frei trotz stark abgefallener Noten) oder LRS (1 in Deutsch, Gymnasium) weit und breit nix mehr zu sehen!!!

      • Es ist manchmal gar nicht so einfach, allen Schülern so gerecht zu werden, wie sie es brauchen. Besonders wenn die Klassen groß sind. Anzustreben ist es aber schon.

        • Danke, dass du meinen Beitrag reflektiert.

          Was ich versucht habe zu sagen, ist:

          Doch. Es ist ganz einfach.

          Damit meine ich nicht im winzigsten Detail (mal eine nicht ganz faire Note oder ein schlechter Tag), sondern im Alltag.

          Du solltest nach dem alten lateinischen Sprichwort "So wenig wie möglich, so viel wie nötig" eine Klasse leiten. Denn wenn du dich auf diejenigen konzentrierst, die heute (also jeden Tag neu) dich gerade am meisten brauchen, hast du nie die ganze Klasse "an der Backe". Bestenfalls kümmern sich Schüler, die gerade besonders gut drauf sind (allgemein, nicht nur was das Schulische anbelangt), um Schüler, die gerade Hilfe brauchen.

          Und glaube mir: Lehrer, die das wirklich können, haben deutlich weniger "zu tun" als Lehrer, die die ganze Zeit an allen Schülern "rumschrauben", um sie "gleich zu machen".

          Ein Beispiel aus dem Grundschulleben meiner Tochter:

          Sie ist kognitiv sehr begabt, liebt die Naturwissenschaften etc. Sie ist in der Gemeinschaft eher ruhig, zurückhaltend. Das hat der Klassenlehrerin nicht geschmeckt. Sie liebt draufgängerische Typen, die sich darzustellen wissen und glaubt, nur diese Menschen können erfolgreich sein. Mein Kind ist also zum Scheitern verurteilt und sie hat mit aller Kraft versucht, meinem Kind diesen "Fehler" auszutreiben.

          Weil diese Lehrerin aber die gleichen Probleme hatte wie alle Lehrer (große Klasse, auch schwache Schüler dabei), "durfte" meine Tochter anderen Schülern helfen. Bis dahin okay.

          Nun wurde meine Tochter (schriftlich immer 1) eben per mündlicher Note abgestraft für ihr Naturell (3 bis 4). Irgendwann hat sie dann angefangen, das Helfen einzustellen und hat sich nur noch auf sich konzentriert (auch weil sie sich mittlerweile vor den Draufgängern schützen musste, die für ihr Verhalten wie z.B. reinrufen bis zur 6. Klasse belohnt wurden). Das hat ihr dann eine solide Mitarbeits-4 eingebracht. Die Lehrerin hat sich bis zum Schluss über das Schneckenhaus meiner Tochter sehr geärgert.

          In ihrer neuen Klasse hat es kein Jahr gedauert, bis das Schneckenhaus abgebaut war. Und sie nimmt dankbar wohlwollende Hinweise zu ihrer leisen Art an und traut sich deutlich mehr. Diese Lehrer haben mit meiner Tochter fast keine (Zusatz)Arbeit. Es ist für die Lehrer deutlich einfacher, alle im Blick zu behalten. Und die Klasse ist genau so groß (28) und genau so jungslastig (70%).

          • Hm ok. Vielleicht habe ich das falsch verstanden aber wenn ich mich immer um diejenigen kümmern würde, die mich am meisten brauchen, wären das wohl eher die lauten Schüler, die die Klasse aufmischen. Alle anderen würden dann zu kurz kommen.

            • Verstehst du wirklich nicht, was ich meine? #kratz

              Ich habe schonmal - in einer völlig anderen Diskussion - geschrieben, dass man als Lehrer ein gewisses Grundmaß an Reflektionsvermögen haben sollte. Sonst macht man sich und jede Menge Menschen (Kinder!!!) unglücklich.

              Es macht mich traurig, dass eine junge, engagierte Lehrerin den Unterschied zwischen "Ein Schüler braucht mich." und "Ein Schüler "schreit", dass er mich braucht." nicht kennt.

              Und das OBWOHL ich die Beispielgeschichte mit meiner sehr leisen Tochter erzählt habe!

              Jeder Schüler (egal ob leise, laut, groß, klein, usw.) braucht dann und wann den Lehrer. Sonst könnten wir Computer unterrichten lassen (und manchmal glaube ich echt, es wäre auch eine Option, bei der auch nicht weniger Schüler als heute untergehen!!!).

              Die Aufgabe ist, wer an einem Tag (wie gesagt, jeden Tag neu) den Lehrer am nötigsten braucht und was er braucht.

              Das hat absolut NICHTS mit laut oder leise zu tun!

              • Doch ich glaube ich habe verstanden.

                Deswegen habe ich im Konjunktiv geschrieben. Wenn ich mich nur um die lauten kümmern WÜRDE, WÜRDEN die anderen Schüler hinten anstehen. Mir ist schon klar, dass das ungerecht ist und deine Tochter Ermutigung braucht. ABER in der Praxis ist das MANCHMAL schwer umzusetzen. Nicht die Ermutigung, sondern das Problem, dass laute Schüler viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es gibt gewisse pädagogische Maßnahmen aber letztendlich leidet die ganze Klasse unter lauten Schülern. Deswegen profitiert auch die ganze Klasse, wenn es gesitteter zugeht. Ebenso deine Tochter. Die schreckt es mit Sicherheit auch ab, wenn da einige Kids laut rumbrüllen.

                Und in dieser Situation braucht man Maßnahmen, um den Störenfrieden klar und knapp Grenzen zu setzen. Da bin ich quasi gezwungen, das in den Griff zu bekommen. Anschließend kann ich deiner Tochter Mut machen. Aber Störungen dulden keinen Aufschub. So meinte ich das.

                Es freut mich aber, dass deine Tochter jetzt besser zurechtkommt.

                • Es tut mir leid, aber dann hast du es wirklich nicht verstanden!

                  Es gibt immer in jeder Klasse ausreichend "Störenfriede". Und Störenfried ist nicht gleich laut (und umgekehrt).

                  Im Übrigen ist die Klasse jetzt kein bisschen "leider" (das habe ich versucht zu sagen!). Aber die Pädagogen sind andere.

                  Ein Beispiel aus der Praxis: Kind XY ist sehr agil und "laut". Regel: Wer reinquatscht, backt einen Kuchen. Hat Kind XY genau einmal gemacht (und einen Kuchen gebacken).

                  Andere Pädagogen lösen das über Extraaufgaben (so hat man das mit mir gemacht). A la "Äh, du hast Zeit zu quatschen. Dann bitte schön, Extraaufgaben! (Die kann man bereits in beachtlichen Mengen im Schreibtisch haben).

                  Aber - und das ist der Kern meiner Aussage - auf keinen Fall darfst du einem "Störenfried" länger Aufmerksamkeit schenken, als du "Kuchen backen" oder "Extraaufgabe" sagen kannst.

                  Denn Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit (egal ob positiv oder negativ). Das solltest du irgendwo in deinem Studium gelernt haben!

                  Solange du behauptest, es sei für eine Schulklasse (im Leben der Erwachsenen ist das was anderes) NORMAL, wenn die Lauten mehr Aufmerksamkeit des Lehrers ziehen, bist du mit Sicherheit auf dem Holzweg!

                  • Hm ich glaube der Unterschied ist, dass ich aus der Praxis komme. Dann sag mir mal, was würdest du tun mit einem Schüler, der jedes Wort mit dir mit dem lauten Ruf ,Scheiße‘ kommentiert? Oder wenn ein Schüler anderen während des Unterrichts körperlich angreift? Alles ist schon mehrfach vorgekommen. Was sollte deiner Meinung nach dann die Lehrerin tun?

                    • Ja. Das Totschlagargument habe ich noch von jedem schlechten Pädagogen gehört. Meine Lieblingsversion ist: "Wir sind die ausgebildeten Pädagogen. Wir wissen das besser!"

                      Wie oben schon beschrieben sind die "anderen" Pädagogen nicht weniger ausgebildet. Sie machen nur ihren Job deutlich besser. Und ja, auch sie unterrichten jeden Tag in der Praxis, nicht im Labor. Und ja, auch sie haben mit schwierigen Schülern zu tun. All das habe ich dir geschrieben.

                      Jetzt zu den Beispielen von dir. Ich weiß, dass sowas an der Tagesordnung ist. Denn auch die "Nicht-Praktiker" sind weder blind noch taub!

                      Und auf deine Fragen habe ich bereits geantwortet. Aber irgendwie kommt es nicht an.

                      Die Energie der "Scheiße-Schreie" kann man in Extraaufgaben kanalisieren. Werden diese verweigert, gibt es eine 6 (und zwar keine Bleistift-Vielleicht-6, sondern eine echte 6!). Werden die mehrfach verweigert (mehrfach = 3) geht es ins Sekretariat. Eltern anrufen, abholen lassen. Nicht beschulbar. Verweis. Fertig.

                      Ebenso bei den Schlägern. Klar gehst du dazwischen. Beide haben offensichtlich zu viel Energie. Also Extraaufgaben. Weiteres Vorgehen wie oben.

                      Und ganz wichtig: Es sind keine "Strafaufgaben", sondern Extraaufgaben, weil sich die besagten Kinder wohl im "normalen" Unterricht langweilen.

                      In beiden Fällen endet die Nummer für dich nach spätestens 10 min. Der Rest ist normaler Unterricht für alle (!!!).

                      Und jetzt Mal unter uns: Solche Situationen sind für dich in einer 1. Klasse Alltag???

                      PS: Wenn du so ein Vorgehen konsequent durchziehst, also auch wirklich 6er verteilt für verweigerte Leistung, werden sich die "Probleme" sehr bald in normalen Bahnen bewegen.

                      PPS: Meine Tochter hat sich gegen einen körperlichen Angriff IM (!!) Unterricht ein einziges Mal selbst gewehrt (nachdem sie x Male auf Hilfe durch die Lehrerin gehofft hat) und ist aufgestanden und hat sich woanders hingesetzt. Zack, schlechte Mitarbeitsnote für diese Stunde, weil sie sich ungefragt im Unterricht bewegt hat (also durch das Klassenzimmer gelaufen ist). Geschichte aus Klasse 6.

                      • "Die Energie der "Scheiße-Schreie" kann man in Extraaufgaben kanalisieren. Werden diese verweigert, gibt es eine 6 (und zwar keine Bleistift-Vielleicht-6, sondern eine echte 6!). Werden die mehrfach verweigert (mehrfach = 3) geht es ins Sekretariat. Eltern anrufen, abholen lassen. Nicht beschulbar. Verweis. Fertig."

                        Dir ist aber schon klar, dass das nicht erlaubt ist, was du dir so vorstellst?

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