Gymnasium oder Realschule - ich bin unsicher!

    • (1) 13.11.18 - 15:15

      Hallo, ich hätte gern mal Eure Meinung gewusst. Meine Tochter ist jetzt in der 4. Klasse der Grundschule. Im Halbjahr entscheidet sich, ob sie ab Klasse 5 auf die Oberschule oder das Gymnasium kommt.
      Ich hatte vor kurzem ein Beratungsgespräch mit ihrer Lehrerin. Sie meinte, meine Tochter liegt genau zwischen OS und Gym. Ein Kann-Kind mit sehr guten Tendenzen. Bin mir so unsicher, was wir machen sollen. In Mathe hat sie ihre Schwächen, schafft es aber mit etwas Lernen gut mitzukommen. In Deutsch und Sachunterricht läuft es ganz gut. Wir brauchen hier fürs Gymnasium einen 2,0 Durchschnitt in den drei Fächern, um die Empfehlung zu bekommen. Sie liegt momentan ungefähr bei 2,2. Will sich nun mit einigen Vorträgen die Noten verbessern.
      Mein Kind möchte selbst gern aufs Gymnasium, ist ne tolle Schule mit sehr gutem Ruf, ihre Freunde gehen fast alle dahin. Aber es ist auch riesig groß, über 1000 Kinder, keine behütete kleine Schule wie jetzt.
      Meine Tochter ist ein offener Mensch, kommt sicher überall klar. Aber habe Angst, dass sie überfordert sein wird. Lernen muss sie jetzt auch schon, zwar nicht extrem viel, aber ohne geht es nicht.
      Auf der anderen Seite haben wir hier in unserer Stadt nur zwei Oberschulen, die beide einen sehr schlechten Ruf haben. Sensible Kinder gehen da unter (meine Tochter nimmt sich viel zu Herzen). Haben zwei Lehrer dieser Schulen im Bekanntenkreis, die uns dringend abraten, auf diese Schulen zu gehen. Sie hätte auch keine Freundin, die mitgeht.
      Was machen wir nur richtig? Was meint ihr?

      LG und danke für ein paar Tipps!
      Isa

      • Hi,

        ich habe auf die Lehrer und meinen Bauch gehört. Der Große war in der 3. Klasse ein 2er Schüler, aber hat sich selber viel Druck gemacht. Im November des 4. Schuljahres waren die Empfehlungsgespräche und er wusste das. Er wollte unbedingt eine Gymempfehlung, da bei seinen Freunden schon feststand, dass sie aufs Gym gehen (warum auch immer).
        So ist er in der 4. abgesackt auf eine 3 und hat nur eine eingeschränkte Empfehlung fürs Gym bekommen. Ich hatte aber nie Zweifel, dass er es schafft, da er nie Hilfe bei den Hausaufgaben brauchte und auch nie gelernt hat, um an die 2en zu kommen. Die 3en kamen vom Druck, das konnte ich sehen.
        Wir haben dann im Dezember die Entscheidung fürs Gym gefällt und danach schrieb er wieder seine 2er ;-)
        Jetzt ist er schon in der Oberstufe und ist ein guter Schüler.
        Beim Mittleren war ich sehr unsicher und er bekam auch keine Empfehlung fürs Gym, wollte aber unbedingt. Notenmäßig hat er hauptsächlich 2er und 3er geschrieben, aber doch mehr 3er. Er wollte zum großen Bruder und die Lehrerin sagte, dass wir es ruhig versuchen sollen. Naja, war dann nix und wir nahmen ihn nach der 5. runter. Würde auch nie wieder so entscheiden. Jetzt ist er in der 8. Klasse einer Gesamtschule und happy.
        Der Kleine ist erst in der 3., bin mal gespannt, wie er sich entwickelt....

        Ich würde es versuchen, ein Wechsel geht immer noch. Wir haben uns damals für das Gymnasium entschieden... Tochter wollte hin, Freunde gingen auch dorthi, Noten passten bis auf eine 2- in Deutsch und die einzige Alternative hier in der Stadt hat einen schlechten Ruf.

        Letztlich war der Druck zu groß und sie ist nach der 6. Klase auf eine Gesamtschule in der Nachbarstadt gewechselt hat. Sie füllt sich dort wohl und hat den Wechsel super verkraftet, auch das Busfahren von knapp 45 Minuten ist kein Problem......ich denke aber ohne den Umweg über das Gymnasium wäre das nicht so und sie wäre immer der Meinung gewesen, dass sie dort lieber hingewollt hätte auch wegen ihrer Freunde.

        Hallo,

        Vielleicht hilft dir das?

        https://www.google.de/url?sa=t&source=web&rct=j&url=http://www.nibis.de/nli1/slbe/laufbahnneu.pdf&ved=2ahUKEwizv9SJ1NHeAhVGDewKHS1BDRMQFjAHegQIARAB&usg=AOvVaw3YldqWmNjbIijPgfYvBAT5&cshid=1542122004529


        Der Notendurchschnitt ist nicht alles. Ich finde Arbeitsverhalten und Leistungsbereitschaft ( und Zutrauen) auch sehr wichtig. Dazu kommt Einzugsgebiet ( welche, Anspruch der Schule und Fördermöglichkeiten. Mal ein paar Beispiele: wenn es bei euch keine Realschule gibt oder die einen miesen Ruf hat, aber eine Gesamtschule, dann werden da viele Kinder mit Realschulempfehlung sein. Hat das Gymnasium den Ruf sehr anspruchsvoll zu sein und g8, wird man auch mehr Kinder mit Gymnasialempfehlung dort finden ect. Kommt auf die örtliche Schullandschaft an. Heute wird auch viel an den Gymnasien gefördert zusätzlich. Zu meiner Zeit gab es dort keine Förderkurse in den Hauptfächern.Das ist heute oft anders.
        Wie hoch ist denn die Frustrationstoleranz deines Kindes? Das spielt beim Schulerfolg auch eine nicht unwesentlich e Rolle.

      • Mein Sohn hat mit einem 1,9er (1,6 mit allen Fächern) Durschnitt (den er ohne lernen zustande gebracht hat) eine Realschulempfehlung bekommen. Er ist auf dem Gym und kommt super klar. (er war unterfordert in der GS und schaltete deshalb ab, -- das hat schlechten EIndruck auf die LEhrer gemacht).

        Ich habe gegen die Empfehlung auf meinen Bauch gehört, -und es ging GUT. -- Er fühlt sich wohl, ist übermotiviviert, lernt supergerne, ohen AUfforderung auch mal mehr usw...


        ---

        es gibt aber genug andere Fälle. "MIt" lernen gerade mal auf 2,2 (?) das wäre bei uns schon lange kein "ZWischenfall" mehr wenn es nach den Lehrerempfehlungen geht.

        Schaut eure Tochter gut an und schaut euch von Bekannten die Schulhefte des 5.+6. Jahrgangs an --- und dann entscheidet euch, wenn ihr der Meinung seid, dass Deine Tochter das packt...


        (Kleines Beispiel am Rande: mein SOhn hat in der der SChulstunde die 4 Fälle gelernt und wie man danach fragt). (wer oder was, ...usw.... - - relativ kurz und knapp.

        In der Klassenarbeit steht dann ein Satz und die Aufforderung "Wandle den angegebenen Satz in alle 4 Fälle um -- und per Tabelle: ins Plural femininum, -- ins Sigular netrum ... usw....


        SO: da standen aber alle mal wie der Ochs vor dem Berg da... -- der Notendurchschnitt dementsprechend unterirdisch.......
        Erste Arbeit Grammatik letzte Woche, 5. Klasse.
        So und auf diese Weise hatten sie es im Unterricht nie geübt. (wirklich, -- -- das einzige war mal als Abschluss der Stunde eine Fragerunde, was Femininum oder Maskulin-Beispielwörter wären...... -- aber diese Anwendung steht in roten Kästen als Erklärung im Deutsch-Buch (das BUch wurde im Unterricht aber nie hergeholt) , --und im INternet findet man bei KLassenarbeitsmustern viele solcher Fragestellungen. --- Der Punkt ist: --- es wird soo viel tiefer abgefragt und erwartet, sich die Ergänzungen im Buch sellber zu vertiefen..... , als es in der Schule Thema war. --- Fragt euch: packt Sie das? --- so und so ähnlich ist es hier am Gym.

        Beispiel Mathe:--- Anfangsarbeit unter anderem Binäres System.

        -- Letzte Frage (also Bonusfrage): und wie würde die Zahl 73 im Dreiersysthem aussehen? (es wird erwartet, das grundsätzliche Binäre System eigenständig in ein Dreier umzuwandeln (also die Vorgehensweise anzuwenden) und die Zahl festzustellen. --- gemacht hat das nie jemand... -klar: wer denken kann, kann das selber hinpfriemeln... -- aber so wird es erwartet....

        Mit dieser Art und Weise des Arbeitens muss man klarkommen. --- dann klappt das mit dem Gymi. -- Wer mit sowas (also eigenständiges Vertiefen der Themen) nicht klar kommt oder keine Eltern hat, die Anfangs helfen, auf was es ankommt und mal Lerntechniken zeigen, wird mit lauter 4ern und 5ern heimkommen.... (so bei den ersten zwei Arbeiten an unserer Schule). --- viele 1komma-schüler sind da in der Klasse, -- haben jetzt aber bei den Arbeiten leider gar keinen Erfolg gehabt.....

        • "Letzte Frage (also Bonusfrage): und wie würde die Zahl 73 im Dreiersysthem aussehen? (es wird erwartet, das grundsätzliche Binäre System eigenständig in ein Dreier umzuwandeln (also die Vorgehensweise anzuwenden) und die Zahl festzustellen. --- gemacht hat das nie jemand... -klar: wer denken kann, kann das selber hinpfriemeln... -- aber so wird es erwartet...."

          Witzig! Genau das war hier auch die Bonusaufgabe in der 1. Mathearbeit. Ob es 73 war, weiß ich natürlich nicht mehr.

          Mein Sohn hatte als einziger die Aufgabe richtig und das "rettete" seine 1 😅

          • hihi --- mein Sohn konnte es auch ... aber nicht viele in der Klasse...
            Es waren hier und da noch so ein paar Kniffe in der Arbeit. -- Mathe und die ganzen Lernfächer sind für meinen Sohn pillepalle, ---- leider kann er überhaupt nicht gut Aufsätze schreiben, dafür hat er die Grammatik super kapiert..... , -- aber das textre schreiben (stilistisch, Erwartungen erfüllen) ist gottseidank unsere einzige Baustelle, an der wir jetzt halt üben.....

      Ich rate zu einem Blick in die Kristallkugel.

      Ne, ehrlich, es ist so schwierig, da etwas zu raten. Es ist kein Kind wie das andere und als wäre nicht ohnehin schon alles unsicher und schwierig genug, kommen die Kinder über kurz oder lang auch in das Alter, das die meisten von uns gerne umgehen würden.

      Unser Mittlerer ist mit wehenden Fahnen durch die Grundschule und die fünfte Klasse des Gymnasiums geflogen. Ohne zu lernen. In der sechsten fingen die Probleme an, nach der siebten ist er jetzt auf die Realschule gewechselt und der Ärger geht gerade weiter, weil für den Herrn alles wichtiger ist als zu lernen. Das er, nebenbei erwähnt, auch nie wirklich gelernt hat. Hatte er ja lange genug nicht nötig.

      Unsere Tochter musste schon in der Grundschule was für ihre Noten tun, ist auf das Gymnasium gewechselt, geht jetzt in die sechste Klasse, tut weiterhin was für ihre Noten und bringt davon gute bis sehr gute nach Hause. Ohne sich ein Bein auszureißen, aber sie ist es halt gewohnt, zu lernen und tut das sehr strukturiert.

      Von daher würde ich aus meiner persönlichen Erfahrung heraus jetzt sagen, es schadet eher nicht, wenn deine Tochter jetzt schon für ihre Noten lernen muss. Sofern sie es nicht Tag und Nacht tut oder mit einem Nachhilfelehrer. Dann fällt sie zumindest nicht aus allen Wolken, wenn das im Gymansium dann notwendig wird.

      (9) 13.11.18 - 18:13

      Hi
      ich habe Zwillinge, beide snd total unterschiedliche Lern– und Zensuren Typen.
      Beide haben den Durchschnitt auf der GS locker geschafft, wobei meine Tochter eher a bisserl mehr lernen musste.

      5&6 Klasse auf dem Gym ging recht gut, wobei mein Sohn mit wenig lernen sehr gut zurecht kommt, meine Tochter muss mehr lernen und schafft in den Hauptfächern gutes Mittelmaß.
      ABER vieles ist leider Lehrerabhängig....alle 1/2 wechselt bei uns z.B. die Lateinlehrerin, bei der Dritten steigt die Hälfte der Klasse komplett ab.
      Mathe genauso, der erste Lehrer hat es super erklärt, jetzt müssen sie extrem viel zu Hause nachlernen .....

      Pro Jahr sind bei ca. 3 Kids pro Klasse abgegangen, trotz Pflicht von 2;0 Durschschnitt in der GS.

      lg
      lisa

      • (10) 13.11.18 - 19:57

        :Pro Jahr sind bei ca. 3 Kids pro Klasse abgegangen, trotz Pflicht von 2;0 Durschschnitt in der GS."

        Das ist hart. Also haben sie jetzt sehr kleine Klassen, oder?

        Mein Sohn ist in der 9. Es ist ein Kind wegen Umzug gegangen, eins wechselte zur Realschule nach der 8. und eins kam von der Realschule zum Gymnasium.

        VG

        • nö, haben mit 32 angefangen, 5 Kids sind weg, einer kam wieder dazu.. .

          Wir haben Glück, normalerweise wird in der 7. Klasse eine Klasse aufgelöst und zu den anderen gestückelt aber da waren sie bisher 7 zügig....bei unserem Jahrgang nur vier Klassen. Da werden wir wohl lange Glück haben, bis eine aufgelöst wird.

          Jetzt in der 7. Klasse wird dann noch mal richtig aussortiert,...angeblich wird es dann ruhiger.

          lg
          lisa

          • 32?

            Das ist noch härter ;-)

            Hier ist das Maximum 30 pro Klasse und das auch ungern. Beim Großen sind 29 von Anfang an (wie gesagt, es gab kaum Bewegung) und 3-zügig. Die Jahrgänge danach sind 4-zügig und die Klassen deutlich kleiner.

            VG

    (13) 13.11.18 - 18:22

    Wir stehen vor derselben Frage, allerdings haben wir hier im Ort keine Realschule mehr, sondern nur noch ein Gymnasium und zwei Gesamtschulen...

    Unser Sohn bekommt bisher keine Noten, was in den Eingangsstufen aller Schulen auch weitergeführt wird... Er ist in den Hauptfächern sicher, ohne etwas dafür zu tun, im Sachunterricht könnte er mehr, wenn er sich ein wenig anstrengen würde...

    Er hätte sicherlich Chancen auf dem Gymnasium, allerdings ist unser örtliches Gymnasium als sehr schwer verrufen... Viele Kinder gehen trotz Empfehlung nach der Eingangsstufe ab, weil sie einfach nicht mehr mitkommen... Wir tendieren daher zur Gesamtschule, denn unser Sohn ist ein Lernmuffel, weil er es bisher einfach auch nicht musste... Ich denke, dann hat er es auf der Gesamtschule einfach leichter, wo er sein Abitur macht (wenn er es denn machen will), ist grundsätzlich ja egal...

    Die Elterngespräche finden demnächst erst statt, aber ich denke, die Empfehlung wird ebenfalls in diese Richtung gehen...

    LG

    (14) 13.11.18 - 19:15

    Man kann so extrem falsch liegen mit solchen Ratschlägen. Bei unserem Ältesten wurde uns im Kiga empfohlen, ihn in die Förderschule für Geistige Entwicklung zu geben. Ich glaube mein Gesicht ist mir noch nie so entgleist, wie in dem Gespräch (er hatte bereits einen IQ Test mit 4 Jahren und der war weit entfernt von irgendeiner kognitiven Retardierung). In den ersten beiden Klassen in der normalen Grundschule war er ein sehr guter Schüler. Die dritte Klasse hat er plötzlich in allen Hauptfächern nicht bestanden - die Lehrer wussten nicht warum. Die 4. Klasse hat er wieder gut bestanden, außer Deutsch - da wurde die Note ausgesetzt. Seit der 5. Klasse habe ich einen Einserschüler. Er ist das beste Kind seiner Klasse außer in Deutsch und Englisch (normale Regelschule, IGS). In 2 Jahren entscheidet sich, welchen Zweig er gehen wird.
    Wenn er sprachlich noch etwas zulegt, ist das Abitur sicher. Wenn ich mich an das Gespräch mit den Lehrern in der 4. Klasse erinnere - da wurde bezweifelt, dass er überhaupt 9. Klasse Abschluss schafft.

    Wenn ich das so, lese- auf jeden Fall Gymnasium.
    Zurück und wieder wechseln kann sie dann immer noch.
    Mein Sohn geht jetzt in die 6. Klasse Gymnasium. Wir haben es nicht bereut. Er geht sehr gerne, obwohl er 50min mit dem Bus fahren muss (einfach).
    Die 5. Klasse ist eine große Umstellung, so war es bei uns. Da heißt es einfach durchhalten und nicht an der Entscheidung zweifeln. Jetzt in der 6. macht er das alles viel lockerer.

    Was spricht denn jetzt gegen Gymnasium? Außer deine Angst. #cool

    Lies nochmal deinen Text.

    Zusammenfassend - wie so oft - die Mama macht sich wieder mehr Gedanken als nötig #liebdrueck

    Deine Tochter macht das schon. Und wenn sie sich quält, kann sie immer noch das Gymnasium verlassen und dann hat sie es wenigstens versucht und später gibt es immer noch die Chance, „weiterzumachen“.

    Liebe Grüße

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