Mobbing in der 2. Klasse

    • (1) 27.01.19 - 22:36

      Guten Abend,

      hat jemand schon die Erfahrung machen müssen, dass das eigene Kind gemobbt wird?
      Unsere Tochter ist 7 Jahre alt und ein sehr liebes, sensibles Mädchen.
      Seit dem Kindergarten ist sie (leider) mit einem bestimmten Mädchen erst in einer Gruppe gewesen und nun in einer Klasse.
      Dieses Mädchen ärgert bzw. mobbt unsere Tochter von Beginn an...
      Sagt zu unserer Tochter aber immer wieder, dass sie ja ihre Freundin sei 🙄
      Klassenlehrerin, die Betreuer und die Eltern des Mädchens wissen Bescheid.
      Unsere Tochter soll nun die Betreuungsgruppe wechseln, um dort zumindest schon mal aus ihrer Schusslinie zu sein. Nun leidet unsere Tochter so sehr, dass sie ständig Bauchweh hat, nicht schlafen kann und sie kaum noch in die Schule will...
      Hat jemand vielleicht noch wertvolle Tipps, wie wir unser Kind stärken können ?
      Es tut einfach weh 😔
      Lieben Dank & schönen Abend noch!

      • (2) 27.01.19 - 22:41

        Wir haben die Schule nach langem Mobbing gewechselt, im Grunde wirst du von der Schule kaum Hilfe erwarten können. Die Kinder der sind da teilweise recht raffiniert und die Lehrer bekommen nur einen Teil mit bzw wollen es auch nicht immer mitbekommen und spielen die Situation runter. Die Eltern der Mobberkinder werden auch bis zum Schluss beteuern das ihr Kind sowas niiiiiieeeeee macht.

        LG
        Visilo

        LG
        Visilo

        Das war bei unserem sohn auch. Seit der krippenzeit war der gruppenkern zusammen. Wir haben nie anschluss gefunden. Im Kindergarten wollte mein sohn immer mit den anderen spielen. Durfte selten. Die Erzieherinnen sagten immer, sie könnte die anderen nicht zwingen. Gründe habe ich nie erfahren.

        In den ersten klassen das gleiche. Die lehrer sagten das auch. Sie wissen nicht warum. Doch dann änderte sich der ton. Mein kond wurde teilweise auch zum täter und schlug mit worten zurück. Er wurde nochmehr ausgegrenzt. Dann lies er sich einfach alles gefallen. Es verging nicht ein tag an dem er nicht in der schule weinte. Ende der 2. Klasse, anfang 3. Sagte plötzlich die schule verstärkt, mein sohn würde täglich die Toiletten verschmieren mit fikalien. Er gehört auf eine e-schule. Erwischt wurde er nie.

        Ende der 3. Klasse haben wir gewechselt, war nicht so einfach wegen der zuständigkeiten. Aber erfolgreich.

        Er eckt hin und wieder auch in der jetzigen klasse an, da der grundkern sehr lebhaft ist. Aber zumindest nicht mehr alle auf einen. 🙂

        (4) 28.01.19 - 08:49

        Hallo,

        was unternimmt die Schule denn deswegen? Warten die nur darauf, das Mädchen auf frischer Tat zu ertappen?

        Ich kenne von der Grundschul-Klasse unserer Tochter und von ihrem Gymnasium zwei verschiedene, wirksame Strategien gegen Mobbing.

        Die Grundschul-Lehrerin hat einmal pro Woche einen Stuhlkreis gemacht, wo solche Probleme angesprochen wurden und zwar nicht in der Form "X mobbt dauernd Y und das geht nicht", sondern in Form von Denkanstößen, wie man sich fühlt, wenn man gemobbt wird, wie denkt man als unbeteiligter Zeuge und sollte man als solcher aktiv werden, warum mobbt man überhaupt jemanden?
        Die Klasse hatte einen sehr, sehr guten Zusammenhalt, so dass Möchtegern-Mobber stets an einer Mauer von Klassenkameraden abprallten, die sich vor das Opfer stellten. Ein Mädchen hat es immer wieder mal versucht und stand nachher selbst alleine da. #pro

        Auf dem Gymnasium gibt Schüler-Streitschlichter, die zügig aktiv werden, bevor sich das Mobbing verfestigen kann. Wenn die nicht klar kommen, kommen Lehrer-Streitschlichter. Es finden Gespräche mit den Eltern der Beteiligten statt.
        Nachhaltig beratungsresistente Mobber fliegen von der Schule. Wir wissen von zwei Fällen.
        Spätestens, wenn das im Raum steht, bremsen die meisten Eltern ihre Früchtchen doch mal ein...

        Bei Euch hat das Problem leider eine besondere Brisanz, weil es schon seit dem Kindergarten so geht und sich diese Struktur schon verfestigt hat. Man hätte das Problem schon im Kindergarten angehen müssen.
        Wenn es gar nicht geht, würde ich Eure Tochter die Schule wechseln lassen. 2,5 weitere Jahre kann man ihr das jedenfalls nicht zumuten.

        Was allgemein das Selbstbewusstsein stärkt, sind Kampfsportarten und eventuell Reiten.
        Die Pferde merken nämlich ganz genau, ob jemand Angst vor ihnen hat oder ihnen selbstbewusst gegenüber tritt und verhalten sich dann unterschiedlich kooperativ. Das ist zwar nicht ganz das gleiche, wie bei Menschen, aber die Haltung ist ähnlich.

        LG

        Heike

        • (5) 28.01.19 - 12:56

          Die Klassenlehrerin und die Betreuer gucken jetzt ganz genau hin und versuchen, unserer Tochter starken Halt zu geben und ihr zu versichern, dass sie sich das auf keinen Fall bieten lassen darf.
          Es sind wirklich 2 Mädchen, die immer auf sie losgehen... Bei dem Rest der Kids ist unsere Tochter eigentlich sehr beliebt.
          Weshalb sie so sehr an dieser „Freundschaft“ festhält, verstehen wir alle nicht.
          Sie sagt immer nur, dass sie Angst hat, noch mehr geärgert zu werden, wenn sie nicht das tut, was die von ihr verlangen.

          so gute Schule! aber leider sind nicht alle Lehre und Lehrinnen so

      (7) 28.01.19 - 09:57

      Hi,
      ist es >"nur" dieses eine Mädchen oder sind es mehrere Kinder, die deine Tochter ärgern / mobben?
      Was genau passiert? An eurer Schule gibt es sicherlich auch Schulpsychologen, die in so einem Fall gut und fachlich versiert helfen können. Ruf beim zuständigen Schulamt an und frag nach, wenn die keinen Ansprechpartner genannt bekommen hast.

      LG

      • (8) 28.01.19 - 12:52

        Wir hatten schon Gespräche mit der Klassenlehrerin und auch der Mutter des Mädchens, dass es immer auf unsere Tochter abgesehen hat. Die Kids waren sogar dabei und haben beide erzählt, was so in der Schule los ist.
        Viel gebracht hat das Gespräch mit den Mädchen allerdings nicht...
        Die Klassenlehrerin unterstützt Helena (so heißt unsere Tochter), so gut es möglich ist und versucht auch, sie mehr mit den anderen Mädchen der Klasse zusammenzubringen.
        Wir sind sehr gespannt, ob es heute schon mit dem Wechsel der Betreuungsgruppe geklappt hat und wie Helena sich fühlt.
        Wenn das eigene Kind weinend vor einem liegt und sagt:“Weißt du, Mama, das ist dann morgen der erste Tag, an dem ich nicht geärgert werde, seit ich die L. kenne“, dann möchte man am liebsten selbst nur noch weinen.

        • (9) 29.01.19 - 08:51

          Ich kann das gut nachvollziehen - so etwas ähnliches hatten wir hier auch. Wenn die Klassleiterin eh aufgeschlossen ist, würde ich trotzdem immer wieder den Schritt über die Schulpsychologin gehen - die kann im Gespräch (wir machen das nicht nur mit den Beteiligten, sondern in 4er/5er Gruppen) noch einmal viel bewirkt werden - auch mit den kleinen Kindern.

          LG und alles Gute

    (10) 28.01.19 - 10:49

    Hallo!

    Wir hatten das Problem in der 2. Klasse auch - unsere Tochter wurde von gewissen Kindern immer wieder massiv beschimpf mit Ausdrücken, die ich hier nicht wiedergeben möchte (und wo ich mich frage, wo 7jährige Kinder ohne großartigen Kontakt zu Kindern außerhalb des Grundschulalters die her haben).
    Meine Tochter hat darunter extrem gelitten, sodass das auch Freunde aus der Nachbarschaft mitbekommen haben. Einer dieser Freunde (damals 3. Klasse) hat dann gemeint, dass sie doch einmal alle Schimpfwörter aufschreiben solle, und dieser Zettel fiel mir in die Hände. Wir hatten schon über die Beschimpfungen gesprochen (auch das hat sehr lange gedauert, bis sie etwas gesagt hat!) und ich hatte einen Termin bei der Klassenlehrerin. Zu diesem Termin habe ich den Zettel mitgenommen. Die Lehrerin war entsetzt, sie hatte zwar schon mitbekommen, dass der Ton rauher geworden war, aber diese Ausmaße hätte sie sich nicht erträumen lassen. Dazu kam dann noch, dass ihre beste Freundin ihre Pausen lieber mit ihrer Schwester (ein Jahr jünger) verbringen wollte also mit unserer Tochter, sodass sie sich in den Pausen immer irgendwelchen anderen Gruppen anschließen musste, wenn sie nicht alleine spielen wollte. Das war wohl auch immer etwas mühselig. Und Klassenkameraden, die bei Beschimpfungen zu ihr gehalten hätten, gab es nicht.
    Das Gespräch mit der Klassenlehrerin war hier aber wirklich hilfreich. Sie hat noch am gleichen Tag mit meiner Tochter gesprochen und sie ermutigt, sich immer an einen Lehrer zu wenden, wenn sie beschimpft oder geärgert wird. Gerade das fiel meiner Tochter aber besonders schwer, weil sie keine Petze sein wollte. Darum hat die Lehrerin ihr vorgeschlagen, die Vorfälle auf einen Zettel zu schreiben und ihr diesen Zettel einmal in der Woche zu geben. Das hat etwas besser geklappt. Unsere Tochter haben aber diese Gespräche mit der Klassenlehrerin immer viel gebracht, weil sie gemerkt hat, dass sie mit ihrem Problem nicht alleine gelassen wird. Allerdings ist unsere Tochter mitunter auch etwas provokant, sodass sie immer einen schweren Stand in der Klasse behalten hat (z.B. lässt sie mitunter raushängen, dass sie die Aufgaben, die die anderen nicht lösen können, für Baby-einfach hält). Aber sie muss nicht mehr mit Bauchweh in die Schule gehen und wird das letzte halbe Jahr jetzt auch noch überstehen. Es waren aber auch noch einige Gespräche von Nöten und gab immer wieder Phasen, wo es weniger gut lief, aber mittlerweile ist die Klassengemeinschaft recht gut (bis auf einen Jungen, aber das tut weniger zur Sache).

    Ich rate Dir also, hol die Lehrer mit ins Boot. Du kannst Deiner Tochter immer wieder sagen, dass sie OK ist, so wie sie ist - solange das andere Mädchen sie ständig runtermacht, wird das nicht viel bringen (was hilft es denn auch, wenn Mama mich lieb hat, die ist ja in der Schule nicht dabei). Eine Lehrkraft, die ihr den Rücken stärkt, ist da vielleicht schon hilfreich. Ansonsten solltest Du Deine Tochter ermutigen, sich andere Freundinnen zu suchen, vielleicht andere Kinder nach Hause einladen... Und Deine Tochter soll diesem Mädchen durchaus einmal sagen, dass sie nicht ihre Freundin ist - und zwar laut und deutlich und möglichst noch vor Zeugen. Dann merkt das Mädchen vielleicht auch irgendwann, wie blöd sie sich verhält.

    LG

    (11) 28.01.19 - 11:32

    Ganz ehrlich ich würde zu einem Schulwechsel raten. Wenn sich Mobbing erst einmal verfestigt hat, wissen auch die Parallelgruppen davon und das Vertrauen in Schule/Lehrer/Mitschüler ist schon geschädigt. Dann besser ein Neuanfang.

    • (12) 28.01.19 - 16:08

      Genau das ist das Problem: die Opfer wechseln die Schule und die Täter suchen sich ggf ein neues Opfer.

      Wir haben das auch durch, fast 1,5 Jahre lang. Da kam nix von Lehrern, Pädagogen oder Mitarbeitern. Im Endeffekt musst Du nachweisen, daß mit Deinem Kind alles in Ordnung ist. Ich bin denen damals mit der Erziehungsberatung auf die Pelle gerückt und im Endeffekt hätte ich besser das Schulamt auch noch eingeschaltet.

      In der weiterführenden Schule kommt das Gemobbe zur Zeit auch wieder hoch - keine Ahnung warum. Verbal lässt sich meine Tochter nicht die Butter vom Brot nehmen, Selbstbewusstsein ist in ausreichender Menge vorhanden. Ausserdem schaut die Schule genauer hin, sowohl Lehrer als auch Schulpsychologen.

      Begleitend machen wir noch eine Therapie, meine Tochter hat lange eingenässt und sich z. T. selbst verletzt. Nachdem sie jemand kennengelernt hat, die ebenfalls gemobbt wurde, war das Einnässen vorbei.

      LG, Katrin

(13) 29.01.19 - 10:57

Mobbing ist per Definition etwas anderes. Ich finde es wichtig, das auch so zu formulieren, damit man nicht falsche Antworten bekommt.

Bei dir ist es ja "nur" so, dass EIN Kind deines quält. Nicht ganze Gruppen und / oder mit der Leherperson. Es wird nicht strategisch und gezielt gegen dein Kind gemobbt. Ein einzelnes Kind setzt deinem Kind zu.

Bei Mobbing kann man mit direkten Gesprächen fast nur alles schlimmer machen.
Bei eurem Problem könnte das aber was helfen. Unterstütz sie dabei, sich gegen das Kind zu wehren. Gib ihr praktisches Werkzeug in die Hand - sich bei der Lehrerin melden, das Kind zurückweisen, andere Kinder zu Hilfe holen, dem Kind aus dem Weg gehen...

Meine Tochter und ein anders Mädchen in der Klasse können sich wirklich nicht leiden. Das andere begann dann auch, ein Grüppchen gegen mein Kind aufzuhetzen Da habe ich meiner Tochter gesagt, sie solle das andere Kind meiden, höflich bleiben, aber sie halt auch mal auflaufen lassen. "Warum sagst du so einen Unsinn?" "Warum behauptest du das?" "Gerade sagtest du das Gegenteil?". Nachdem das andere Kind dann ein paar Mal aufgelaufen ist, meiden sich die zwei. Kein Schulwechel, sie mögen sich nicht, wenn beide auf dieselbe Party eingeladen sind, geht jeweils meist eines einfach nicht hin...
Ich kann im Büro auch nicht wechseln nur weil ich einen nicht mag. Aber man kann mich auch nicht zwingen, mit dem die Pause zu verbringen...

  • (14) 29.01.19 - 11:03

    Da das andere Mädchen schon einige andere dazu bringt, sich von meiner Tochter abzuwenden und sie wirklich übel zu behandeln, sehe ich das ganze leider schon als Mobbing.
    Der Wechsel der Betreuungsgruppe ist ein Test, ob es unserer Tochter dann endlich besser geht und sie nicht mehr jeden Tag mit Angst und Bauchweh in die Schule gehen muss. In der Klasse stellt sich die Lehrerin wirklich schützend vor sie und sorgt dafür, dass sie einfach mit anderen Mädchen in Frieden Gruppenarbeiten machen und spielen kann.

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