Kein ADS, trotzdem Probleme

Hallo ihr Lieben! Mein Sohn wurde letztes Jahr mit 6 eingeschult und wir wurden sehr schnell angesprochen, das wir ihn auf ADS testen lassen müssen.

Die Diagnose zog sich jetzt über zig Monate und es wurden einige offziele Tests mit ihm gemach. Nun hatten wir gestern das Auswertungsgespräch: Es kann nicht nachgewiesen werden; er ist in allem völlig normal und durchschnittlich (ausser IQ, der liegt bei 126).

Soweit, so gut - aber die Schule und auch der OGS berichtet von ach so schrecklichen Problemen (das ergab auch die Fragebögen vom OGS und der Klassenlehrerin, beide Bögen bekamen wir erst gestern zu sehen und wir waren sehr geschockt, da sich nur negativ geäußert wurde.)

Zu Hause haben wir keine auffälligen Probleme mit ihm (das übliche eben, Hausaufgaben sind nicht ordentlich oder er bockt auch mal -> alles völlig normal).

Nun gibt uns die Schule zu verstehen, das es dann an unserer Erziehung liegt und wir ihn trotzdem therapieren lassen sollen. (Er hat keine Probl., im schulischen Bereich, aber er wäre ständig reizoffen und würde daher so massiv stören)

Die Praxis empfiehlt uns hingegen, die Schule dahingehend etwas zu ignorieren (das war übriegens auch die Empf. vom Hausarzt, der nach Sichtung der Schulmappen und ein Gespräch mit meinem Sohn keinen Handlungsbedarf sieht)

Ich würde einfach gerne mal eure Meinungen hören, da ich mich so unter Druck gesetzt fühle.


#winke

Hallo,

auch wenn keine psychiatrisch medizinische Erkrankung/Diagnose bei Eurem Sohn vorliegt gibt es aber doch ein ernstes Problem, dass man nicht einfach "ignorieren" kann. Wenn verständig massiv andere Schüler im Unterricht und in der OGS stört, ist keinUnterricht für die anderen Kinder möglich. Das zu "ignorieren" ist sehr egoistisch von Euch. Wieso habt Ihr die Bögen erst gestern gesehen? Die gebt Ihr doch der Schule und leitet diese auch an die Kinderarztpraxis bzw. den Psychologen weiter.
Falsche Erziehung kann man nicht therapieren. Aber wenn Euer Sohn absolut problemlos und verständig ist, hilft vielleicht ein Gespräch von Eltern zum Kind, warum er ständig den Unterricht stört. WAs sagt denn der Sohn dazu. Er muss doch mitbekommen, dass Ihr beim Kinderarzt, beim Psychologen und beim Hausarzt gewesen seid und es um sein Verhalten in der Schule geht und dass es auch schon mehrfache Gespräche von Euch Eltern und den Lehrern/OGS-Betreuern gab. Das alles wollt/sollt Ihr ignorieren und Euren Sohn weiter alle anderen "tyrannisieren" lassen?

Liebe Grüße Andrea

tja und da ist das Problem... Das er "tyrannisiert" sagt nur die Lehrerin und die Leiterin des OGS, wobei sie es reizoffen nennt und sich beklagt, ihm würde öfter die Federmappe runterfallen oder er kippelt halt und das macht Geräusche usw.

Da mein Sohn aber immer behauptet, er täte das nicht in diesem Ausmaß, habe ich mal andere Mütter gebeten, ihre Kinder auszufragen und auch da kamen keine Beschwerden, im Gegenteil.

Deswegen sitze ich ja so zwischen den Stühlen. Mir wird ständig vond er Schule gesagt, ich soll jetzt etwas tun und überall wo ich hingehe, heißt es dann: Ja aber es ist doch alles okay!

Mal ehrlich - natürlich wird ein eher größeres Problem vorliegen!
Sowohl die Lehrerin als auch die Leiterin der OGS würden diesen "Aufwand" nicht betreiben, wenn es kein Problem gäbe! Sie müssen Bögen ausfüllen, Gespräche führen und Gesprächsprotokolle schreiben. Da sie bestimmt auch noch anderes zu tun haben, würden sie das nicht machen, wenn sie es nicht als unbedingt nötig erachten würden.
Ich fände es ebenfalls hochgradig egoistisch, die Beschwerden zu ignorieren. Außerdem würdet ihr auch eurem Kind damit keinen Gefallen tun.

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Mach einfach nen Termin zwischen Klassenlehrer und dem Psychologen der deinen Sohn getestet hat. Das haben wir so gemacht und das war das Beste was wir tun konnten. Danach war Ruhe was die Schule anging.

Danke, das hat die Psychologin auch vorgeschlagen. Sie meint, wenn ein solcher Termin geplant wird, sind die Probleme von der Schulseite dann meistens doch nicht mehr so schlimm.

Könnte es sein, dass er einfach etwas unterfordert ist und sich langweilt und deshalb stört?
(Mein Ältester wurde auch mal auf ADS getestet, beim Test kam nichts raus außer einem sehr hohen IQ.)

Hallo,

ein hoher IQ entschuldigt doch kein respektlose Verhalten. Und es ist respektlos, den Unterricht zu stören, andere Kinder möchten vielleicht in Ruhe arbeiten?

Lg Irene

Es entschuldigt es vielleicht nicht, es ist aber dennoch eine mögliche Ursache für das Verhalten, was anderes wurde doch gar nicht behauptet.

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Also bei so manchen Kommentaren kann man nur den Kopf schütteln....
An die TE, suche das Gespräch mit der Lehrerin und der Leiterin, frage deinen
Sohn mal aus, was ihm am Unterricht gefällt und was nicht !?
Vielleicht hat man so die Möglichkeit es in Erfahrung zu bringen, was los sein könnte !
Ich kenne so ein ähnliches Verhalten genauso, ABER ich denke mal, das dein
Sohn nicht der einzige sein wird, der den Unterricht stört !

Lg und einen schönen Abend noch

Ich würde die Schule ignorieren, haben wir am Schluss auch gemacht. Manche Lehrer sind einfach unfähig die Kinder unter Kontrolle zu bringen oder haben keine Lust dazu. Wir hatten das auch, die Lehrerin erzählte Horrorgeschichten über unseren Sohn und nötigte uns ihn mit Ritalin ruhig zu stellen. Die Teste beim SPZ ergaben nichts in die Richtung und sie rieten uns auch die Schule zu ignorieren. Er hatte fürchterliche Beurteilung im Sozialverhalten. In der 4. Klasse hat es uns gereicht und wir haben die Schule mitten im Schuljahr gewechselt, komisch seid dem steht in seinen Beurteilungen das was wir von Anfang an sagten, er ist ruhig und höflich.
Manchmal stimmt die Chemie zwischen Lehrer und Schüler einfach nicht, sprich mit deinem Sohn, rede ihm ins Gewissen und gut ist, die Schule würde ich weitestgehend ignorieren solange ihr keine gravierenden Verhaltensauffälligkeiten bemerkt.
Für sein Verhalten in der Schule ist die Lehrerin zuständig und nicht ihr.

LG
Visilo

Dem kann ich mich nur anschließen!
Wir hatten das auch. Zwar "nur" Kindergarten aber wie gesagt selbe Situation. Mein Kind wurde weg gesperrt usw. Die Erzieherin war einfach maßlos überfordert und schnell kam die Aussage "ADHS"
Natürlich haben sämtliche Tests das Gegenteil bewiesen. Wir haben die Kita gewechselt und ich bin da mega Happy und mein kleiner natürlich auch.

Ich denke, dass sich vieles evtl. entspannen könnte, wenn er mehr gefordert ist.

Ein IQ von 126 ist ja schon sehr hoch und Langeweile, gerade in der 1.Klasse, wird da sicher ein Thema sein. Natürlich darf man schlechtes Verhalten nicht damit entschuldigen, es wäre nur eine Erklärung.

Während Mädchen ihre Unterforderung eher in sich reinfressen, tragen Jungen das leider oft nach außen und werden zu Störenfrieden.

Wurde denn schonmal versucht, zu differenzieren ?

Ist er bei einem Sport und wenn ja, wie verhält er sich da ?

Natürlich kann man zu Hause darüber reden, wenn es Probleme gibt, aber im Unterricht an sich, ist man ja nicht dabei.

Als unser Sohn mal Probleme hatte (ist was Frustrationstoleranz betrifft leider nicht so gut), haben wir mit der Lehrerin vereinbart, dass sie uns eine Rückmeldung über einen entsprechenden Smiley gibt. So konnten wir nach dem Unterricht schauen, was das Problem war und wie er hätte anders reagieren können.

Beim Sportverein gab es anfangs auch Startschwierigkeiten, so dass wir auch dort Smileys eingeführt haben. Für jedes Training, welches ohne Wutanfall ablief, gabs einen positiven Smiley und nach 20 durfte er sich eine Kleinigkeit aussuchen. So etwas hat bei ihm immer super funktioniert und ist inzwischen nicht mehr nötig. Wenn es mal nicht lief, gabs dann eben wieder ein Gespräch mit ihm.

Ach ja - auch unsere Kinder wurden getestet, sind auch "gut unterwegs" und bei ihnen war es so, dass die Teststelle sich immer mit der Lehrerin zusammengesetzt hat und das Ergebnis erklärt hat inkl. Tips, wie man weiter verfahren kann. So war man als Eltern raus und von einem Fachmann lassen sich Lehrer sicher eher etwas erklären.

Bei dem IQ ist er vermutlich ein bisschen gelangweilt im Unterricht?!
Und Kinder in dem Alter denken halt bei Langeweile gerne mal ans Quatsch machen und dann heißt es direkt „ADS und Punkt“.
Vielleicht solltet ihr/ die Schule ihn ggf.geistig etwas mehr fördern und auch fordern ;).

Versucht es doch einfach mal...

Ich empfehle gerade bei Jungs täglich sport das sorgt für nötige Ausgleich Jungs brauchen viel Bewegung Aktion...das führt oft dazu das solche Probleme sich in der Schule legen...er weiß einfach nicht wohin mit seiner Energie

Hallo,

der IQ Deines Sohnes kann schon ausreichen, um diese Probleme zu verursachen.
Abgesehen davon gibt es auch ADHS-artige Störungen, die nicht alle Punkte der Definition von ADHS erfüllen. Letztendlich ist das Verhalten der Kinder aber sehr ähnlich.

Ich erzähle Dir mal von unserem Sohn.
Der war immer furchtbar verplant und verträumt und wirkte gegen seine Schwester ein bisschen langsam im Begreifen. Deswegen haben wir ihn als Kann-Kind spät eingeschult.
In der 2. Klasse fing er an, sich zu beschweren, es wäre so langweilig in der Schule und er könne das doch immer alles.
Da dachte ich, ja, ja, Jungs können immer alles. #augen
Nachdem er sich immer weiter beschwerte, haben wir die Lehrerin gefragt. Die sagte, er sei tatsächlich häufig der Beste, und sie würde ihm schwierigere Blätter geben, wenn er fertig mit den anderen wäre, aber er würde immer so langsam arbeiten, dass das nie vorkäme.
Das haben wir unserem Sohn gesagt, und der hat dann mal Gas gegeben. Das neue Blatt war aber nur minimal schwieriger, weswegen er das nicht als lohnend empfand. Noch schwerere Blätter wollte die Lehrerin ihm nicht geben.

Unser Sohn wurde immer unzufriedener und fing an, sich mit der Lehrerin anzulegen. Außerdem hatte er immer häufiger Streit mit Mitschülern und wirkte zu Hause immer trauriger.
Die Lehrerin fühlte sich von ihm persönlich angegriffen, machte ihn für alles verantwortlich und meinte, wir würden ihn nicht erziehen.
(Die Lehrerin ist bekannt dafür, pädagogisch keine Leuchte zu sein.)

Wir sind dann zu einem Kinderpsychologen und -psychiater gegangen, um heraus zu finden, was da los ist.
Unser Sohn hat einen IQ von 121, leichtes Träumer-ADS, war unterfordert und von dem Verhalten der Lehrerin hielt der Kinderpsychiater gar nichts. ;-)
Wir sind dann mit seiner Empfehlung, dass unser Sohn in die 3. Klasse springen sollte, zur Direktorin gegangen. Die Lehrerin war dagegen und meinte, nach wie vor, wir würden ihn nicht erziehen.
Er ist trotzdem gesprungen und war seitdem wie ausgewechselt, obwohl er gut drei Monate lang hart arbeiten musste, um das fehlende Jahr aufzuholen.
Die neue Lehrerin sagte in einer Besprechung, er sei ein ganz freundliches, braves Kerlchen und sie hätte mit ihm nur das Problem, dass er manchmal träumen würde.
Daraufhin entgleisten der alten Lehrerin sämtliche Gesichtszüge. #rofl
Mittlerweile ist unser Sohn in der 4. Klasse und meistens im 2er Bereich mit der einen oder anderen 1 und auch mal einer 3 unterwegs. (Durch dieses leichte Träumer-ADS macht er relativ viele Flüchtigkeitsfehler.) Über sein Benehmen gibt es nach wie vor keine Beschwerden.

Ich würde an Eurer Stelle mit Eurem Sohn sprechen, warum er sich so benimmt. Wenn er sagt, er langweilt sich, soll ihm die Lehrerin mal schwerere Aufgaben geben. Eventuell reicht das schon.
Wenn nicht, würde ich nochmal mit der Praxis sprechen, ob sie meinen, dass ein Sprung sinnvoll wäre.

Unser Sohn hätte auch die Klasse bzw. die Schule gewechselt, wenn er nicht gesprungen wäre, weil das Verhältnis zwischen ihm und der Lehrerin so zerrüttet war.
Das wäre die nächste Überlegung, die ihr anstellen solltet.

Bei uns gab es auch Probleme in der OGS, weil unser Sohn allgemein so unzufrieden war. Als das behoben war, war er auch in der OGS wieder friedlich.
Wenn es das nicht ist, soll die OGS mal härter durchgreifen. Hier machen die bei einigen Rabauken auch nur ein bisschen bla, bla und wundern sich, dass die immer weiter machen. #klatsch

Ihr könnt das Kind ja schlecht fernsteuern, wenn es nur die OGS-Kräfte und die Lehrerin nicht ernst nimmt, aber Euch schon.

Wir hatten unseren Sohn nachher aus der Ferne so an der Kandare, dass er immer ganz verzweifelt war, wenn er etwas angestellt hatte, weil er Angst vor Ärger von uns hatte. Aber da er seine Lehrerin nicht ernst nahm, fiel ihm das immer erst ein, wenn er schon Mist gebaut hatte. #augen
Die neue Lehrerin hat dagegen so eine Autorität, dass er gar nicht erst auf Ideen kommt. Ich habe ihn am Anfang mal gefragt, ob er zu der neuen Lehrerin auch schon frech gewesen sei. Da sagte das Kind, dem früher von der Lehrerin angeschrieen zu werden, Rauswürfe aus der Klasse, Strafarbeiten oder von den Eltern abgeholt zu werden, egal war, er sei doch nicht total wahnsinnig, zu dieser Lehrerin frech zu sein! #rofl
(Er mag sie trotzdem sehr gerne, weil sie meistens nett ist und sich auch sehr für die Kinder engagiert.)

LG

Heike