Meine Tochter hat Schwierigkeiten an der neuen Schule

    • (1) 14.05.19 - 10:02

      Hallo,

      meine Tochter (fast 11) hat letzten Sommer auf die weiterführende Schule gewechselt. Sie ist allein in die Schule und Klasse gekommen, da sich die anderen Kinder aus der Grundschule für andere Schulen entschieden haben. Nun haben wir einen Anfahrtsweg von ca. 25 km (wir leben in einem kleinen Dorf und alle Schulen sind etwa gleich weit entfernt), das war auch nie ein Problem, da ich mein Kind täglich zur Schule mitnehme und auch wieder zurück, lässt sich arbeitstechnisch gut vereinbaren. Nun hat sie eben 29 neue Kinder kennengelernt und ist von ihren Erzählungen her auch gut angekommen in der Klasse. Allerdings hat sie bisher keine feste Freundin gefunden, die sie sich wirklich wünscht, da nur 10 andere Mädels 8auch alle mit unterschiedlichen Wohnorten)in der Klasse sind und die auch zum Großteil täglich Ganztagsangebote wahrnehmen. Sodass für Verabredungen in der Woche keine Zeit ist. Meine Tochter nimmt nur an einem Tag Ganztagsangebot. Ich weiß nicht wie ich es recht beschreiben soll, aber ich hatte das eigentlich etwas anders erwartet. Meine Tochter war schon immer sehr offen gegenüber anderen Kindern und hatte nie Probleme selbst im Urlaub Kinder kennenzulernen. Ich bin jederzeit bereit, sie zu Verabredungen zu fahren, das weiß sie auch. Aber die Klasse hat letzten Herbst eine Kennenlernfahrt gemacht und das war für meine Tochter eine Katastrophe, sie hatte starkes Heimweh, nachts bei der Lehrerin geschlafen und die Fahrt als furchtbar empfunden. Nun steht im Juni 2020 die nächste Fahrt an und sie ist jetzt schon am Boden zerstört, weil sie da natürlich mit soll. Ich erzähle das natürlich positiv (Gelegenheit die anderen näher kennenzulernen usw) aber ich weiß nicht so recht. Dazu muss ich auch noch sagen, dass meine Tochter "sic nicht die Butter vom Brot nehmen lässt". Sie bestimmt gern und dass kommt sicher auch nicht bei jedem Kind gut an, aber ich möchte ihr trotzdem helfen, oder meint ihr das ist so okay und sie wird sich schon eingewöhnen??? Ich weiß nicht, was ich tun soll.

      • (2) 14.05.19 - 10:33

        Hallo,

        ich kann schon verstehen, dass du es lieber sehen würdest, wenn deine Tochter Freundinnen hätte und natürlich auch "die beste" Freundin. Aber leider funktioniert das nicht immer und es ist auch nicht notwendig. Freundschaften entwickeln sich in diesem Alter - oder auch nicht.

        Ich vergleiche dies immer mit Erwachsenen. Wir haben doch auch nicht unsere Freunde von der Arbeit, sondern eher aus anderen Bereichen.

        Es ist schön, wenn sich Freundschaften entwickeln, aber kein "muß".. Selbst wenn deine Tochter offen ist, muss es nicht mit den anderen harmonieren.

        Auch Klassenfahrten mag nicht jeder und Heimweh ist da normal. Ich hätte z. B. auch kein Lust mit meinen Arbeitskollegen wegzufahren. Aber ich bin erwachsen und kann mich davor drücken (nicht mitfahren) oder es eben kompensieren. Das können Kinder nicht. Sie kann da nicht ausweichen. Und ja, es gibt Kinder, die mögen Klassenfahrten nicht - das Schlafen mit anderen im Zimmer, das Immer-zusammen-sein etc..

        Man muss auch nicht mitfahren, wenn sie gar nicht will. Ich würde da kein Kind zwingen. Mit Zwang erreichst du nur das Gegenteil.

        "Sie bestimmt gern und dass kommt sicher auch nicht bei jedem Kind gut an ". Auch dass muss sie lernen, da kannst du wenig helfen. Bekommt sie es vielleicht von euch vorgelebt.

        Unsere Tochter geht z. B. nicht so gerne auf andere zu. Ist da eher verschlossen. Ich würde trotzdem nicht auf die Idee kommen ihr da helfen zu wollen, um z. B. Verabredungen auszumachen. Das muss sie selbst lernen.

        Ist sie denn selbst unglücklich mit der Lage ?

        Gruß
        Gotschie

        • (3) 14.05.19 - 10:41

          Es liegt wahrscheinlich auch daran, dass die anderen in der Ganztagsbetreuung sind. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ab der weiterführenden Schule Verabredungen schwerer getroffen werden können. Die Hausaufgaben und das Lernen für Arbeiten nehmen auch mehr Zeit in Anspruch.

          Verabredungen finden dann meist nur am Wochenende statt, aber auch nur in der Zeit, wo weniger Arbeiten geschrieben werden. Das ist leider so....war bei uns früher noch anders.

          Gruß Gotschie

          • (5) 14.05.19 - 12:03

            Genauso ist es. Mein Sohn hatte in Sekundarstufe I einige Freunde, die er auch dort schon elen ider Woche getroffen hat. Aber in der Oberstufe mit 3- 4 x Nachmittagsunterricht, den jeder unterschiedlich lang und an verschiedenen Tagen hatte, sind die alle Freundschaften (otgedrungen) eingeschlafen, Außer man hatte Kurse zusammen. In den letzten 3 Jahren Schule haben sich da wirklich total neue Freundschaften entwickelt, die auch heute nach knapp 4 Jahren mehr oder wenig stark bestehen.

            Meine Tochter hat ihre beste Freundin erst Ende der 3.Klasse gefunden, die Beiden haben sich auf ner Klassenfahrt näher kennen gelernt und sind immer noch befreundet.
            Obwohl sie ab 5.Kl. auf verschiedene Schulen gingen und inzwischen die Schule beendet haben.hält die Freundschaft immer noch, Sie kennen sich jetzt 9 Jahre.
            An der höheren Schule hatte sie in der Klasse auch keine Freundin, nur zu Referaten traf man sich (meist) mit den gleiche Leutchen.

            Sowohl sie als auch ihr Bruder haben noch Freunde und auch andere Kontakte in der Freizeit bei Hobbys. Macht deine Tochter ein Hobby, wo sie vielleicht schon Kontakt hat? Wenn nicht, sie vielleicht animieren, sich eins zu suchen.

        (6) 14.05.19 - 11:11

        Ja, auch das mit der Klassenfahrt ist wohl genau so. Erwachsene haben einfach eine Wahl, die Kinder erstmal nicht haben. Ich muss wohl einfach akzeptieren, dass es genauso normal ist, nicht mitzufahren. Wir wurden damals leider einfach geschickt, aber dass heißt ja nicht das es besser war. Wirklich vielen Dank für die Antworten.

    (7) 14.05.19 - 10:59

    Ich glaube, ihr seid da mit falschen Erwartungen gestartet.

    Anders als zb im Urlaub haben hier alle Kinder ihr festes Umfeld und ihre Freunde. Nur weil man nicht mehr in eine Klasse geht, fallen die alten Freundschaften aus der GS ja nicht einfach weg. Und gerade wenn man lange Schultage hat, evtl auch noch ordentlich Hausaufgaben machen und lernen muss, geht man halt lieber noch schnell zur Grundschulfreundin nebenan.
    Und 25km Entfernung sind viel. Da werden die wenigsten Eltern begeistert sein, wenn sie ständig Taxi spielen müssen und diese Freundschaften außerhalb der Schule nicht unbedingt fördern.

    Vielleicht muss man auch nicht unbedingt seine neue beste Freundin in der Klasse finden. Es reicht doch, wenn man mit dem ein oder anderen Kind locker befreundet ist und die Schulzeit gerne zusammen verbringt.
    Meine Tochter ist jetzt nicht besonders offen und auch nicht besonders cool. Bei ihr dauert es immer ein bisschen bis sie Anschluss findet. Aber, inzwischen in der 7. Klassen angekommen, hat sie 2 Mädls in der Klasse mit denen sie viel Spaß hat und wunderbar zurechtkommt. In ihrer Freizeit trifft sie sich allerdings kaum mit ihnen, da sind ihre zwei wirklich besten Freunde dran. Die zwei wohnen auch beide fußläufig von uns entfernt. Mit den beiden war sie aber noch nie in einer Klasse...

(9) 14.05.19 - 12:26

Ich sehe das mit der Klassenfahrt etwas anders als meine Vorschreiberinnen. Ich würde ihr sagen, dass sie nicht gezwungen wird, da mitzufahren, es aber wirklich eine tolle Erfahrung sein kann und sie die Klasse da ja auch schon viel besser kennt. Und bis dahin ist es ja wirklich noch ewig hin, wer weiß, wie es ihr nächstes Jahr gefällt. Also jetzt erst mal das Drehkarussell im Kopf ausschalten und nächstes Jahr schauen. ABER: Ich würde dabei bleiben, sie definitiv dazu zu ermuntern.

Mein Schwager (mittlerweile Mitte 20) musste in der GS auch mal von einer Klassenfahrt abgeholt werden, weil er so geweint hat. Das war in der 4. Klasse oder so. Ganz ehrlich? Du hast deinen Ruf weg. Kinder vergessen so was nicht. Selbst ich - und ich war wirklich ein überaus soziales Kind, das von den Lehrern immer neben die nicht so gut integrierbaren Mitschüler gesetzt wurde - fand einen neuen Schüler in der Klasse immer komisch, der nicht mit auf Klassenfahrt wollte und sich nicht mal traute, am Sportunterricht teilzunehmen, wenn die Mutter nicht dabei war. Klar macht einem nicht jeder Aspekt unbedingt Spaß. Wir hatten zum Beispiel eine Klassenfahrt mit Reitunterricht - ich hatte Angst vor Pferden und war mäßig begeistert. Ich wollte aber trotzdem mit, denn das ganze Drumherum war ja das Tolle. Ich finde, es trägt schon sehr zur Sozialisation bei. Wenn man sich da herausnimmt, verfestigt es nur die Außenseiterrolle und die Angst vor derartigen Aktivitäten steigt immer mehr.

(10) 14.05.19 - 12:31

Einfach stärken meine älteste hat nach Schulwechsel vor 1.5 Jahren in der Klasse auch keine Freundin gefunden kommt zwar mit allen klar aber das war's auch schon.Freubde hat die eher im Verein oder neuer Dings ein gleichaltrige Mädchen aus der Nachbarschaft ... vielleicht sollte deine Tochter am Nachmittag einfach mehr machen zum verabreden ist hier auch nur an einigen Wochenenden Zeit da die Kinder spät heim kommen...daher bin ich froh das hier viele Kids sind in der Nachbarschaft die treffen sich immer draußen ohne hin und her bringe...Mit Schilderungen verabreden sich auch andere sehr selten...aber da seh kein prob sehen sich ja den ganzen Tag

(11) 14.05.19 - 14:01

Hallo!

ich glaube DU hast falsche Erwartungen an eine Schulfreundschaft.

Ich habe 2 Jungs (13, 17) und die sehen und praktizieren Freundschaft sehr unterschiedlich.
Kind 13 - hat eher viele Freunde, aber auch eher oberflächlich. Heißt - man muss nicht sein Innerstes nach Außen kehren. Er trifft sich auch außerhalb der Schule mit vielen von ihnen (im Schnitt wöchentlich 1-2 Mal), aber nicht wirklich regelmäßig und es ist kein Beinbruch, wenn einer mal nicht kann. Selber hat er an 3 von 5 Tagen Schule & AGs bis 16:00, an einem Tag hat er noch Sport - bliebe unter der Woche ohnehin nur ein Tag um sich noch mit wem zu treffen.

Kind 17 - hatte immer 1-2 feste Freunde mit denen er alles geteilt hat. Und es gab immer eine Katastrophe, wenn mal ein Freund "wegbrach" - wegen Schulwechsel / Wohnortwechsel. Es hat ihn immer ca. 1/2 Jahr in eine tiefe Traurigkeit gestürzt!
Schulfahrten waren auch nur dann OK, wenn der Beste Freund auch dabei war.

LG, I.

(12) 14.05.19 - 16:26

Hallo,
dadurch, dass deine Tochter am Ganztag fast nie teilnimmt, schließt sie sich selbst aus. Wenn du bereit bist, sie überall hinzufahren, dann geh mit ihr das Ganztagsangebot durch. Sie soll sich noch weitere Aktivitäten suchen, an denen sie teilnehmen kann, um ihre Klassenkameraden besser kennenzulernen.

(13) 14.05.19 - 17:52

Hallo,

ich muss sagen, dass ich las und doch irgndwie den Kopf schüttelte: falsche Erwartungen.

Wenn meine mmenmmmmmKinder ihre Freundschaften von Schule abhängig machen würden, oh je. Schule ist ein Arbeitsort. Wenn es mehr ist, freue ich mich für sie.

Breit gefächert muss dann die andere Zsit sein. Und zuerst ist mir dann wichtig, WAS die Kinder machen und dann kommen die Freunde evtl. von alleine.

Hinfahren und von sich selbst ,,anhängig machen“, finde ich gerade in der weiterführenden Schule total daneben. Ich muss so eine Atmosphäre schaffen, dass ein Kind möglichst unabhängig von mir ist. Und ja, wer in so einem Kaff wohnt, nimmt billigend in Kauf, dass er fährt. (Da rede ich von uns selbst auch).

Zum Thema Klassenfahrt. Wäre es mein Kind gewesen, würde ich nüchtern dem Kind sagen. Wer vorgibt, kann alleine blieben. Dies hat such seine Vorteile. Wer bei der Lehrerin pennt, nimmt halt Freundinnenentzug. Sache der Entscheidung.
Es gab wirkoich viele Situationen, wo ich unsere Rolle als Reflexionsgehilfen sehe. Dies finde ich total wichtig.

Du fragst, was du tun solltest.

Nichts,

Ratgeber sein. Reflektieren. Den Weg auf einer weiterführenden Schule soll dein Kind gehen und mit den Konsequenzen bewusst leben. Du kannst Möglichkeiten aufzeigen, mehr nicht,

#winke

#winke

(14) 15.05.19 - 18:35

Meine Tochter hat zum Schuljahres Beginn vom Gymnasium vor Ort auf die Gesamtschule des Nachbarortes gewechselt. In der Klasse im Gymnasium waren alle ihre Freundinnen teilweise seit dem Kindergarten zusammen, man traf sich Regelmäßig auch privat.....dennoch war sie in der Klasse vom ersten Tag unglücklich und fühlte sich fehl am Platz. Nun ist sie in ihrer neuen Klasse seit September und fühlt sich pudelwohl, sie kannte dort Niemanden und feste Freundinnen gibt es bis heute auch keine aber sie ist glücklich. Die alten Freundschaften haben den Wechsel alle nicht überstanden und sie hat nur noch eine gute Freundin die sie vom Hobby her kennt....aufgrund der Entfernung der Wohnorte trifft man sich zwar regelmäßig aber mit größeren Abständen.
Beim Thema Klassenfahrt kannst du sie nur stärken, fühlt sie sich denn generell wohl in ihrer Klasse.?

(15) 17.05.19 - 16:31

...die neue Schulform lässt Kontakte ausserhalb der Schule nun mal weniger zu. Das habt ihr so gewählt. Da kannst du wenig machen.
Meine Nichten sind total tolle Kinder - gehen in eine Privatschule wo niemand aus dem Ort sonst hin geht. Klar haben sie den Kontakt zu den alten Schulfreunden verloren (obwohl die Eltern echt viel dagegen getan haben, hat einfach beide Seiten nicht mehr so interessiert). Mit den neuen Schulfreunden liegt abmachen auch nicht drin. Nach der Schule hat jeder Hobbies oder eine Betreuung.

Somit ist es in den Ferien oder am WE etwas schwerer abzumachen oder spontan jemanden zu besuchen. Gerade, weil das Elterntaxi auch mal zu viel wird.

Ich finde das auch schade - aber ausser die Kinder mal zu einem Fest bei den neuen Schulfreunden zu fahren, liegt halt wenig drin. 25km sind für Kinder eine echte Distanz. Ich denke ihr könnt stolz und zufrieden sein, dass sie gut ankam und sich mit allen gut verträgt. Busenfreundinnen sind in den Kinofilmen eine Selbstverstänlichkeit, in der Realität halt ein Glücksfall.

Viel Halt kann in so einer Situation eine Gruppe bieten, die im Ort ist. Pfadfinder, Cevi, Turnen - das, was die Kinder aus Eurem Ort eben auch machen. In so einer Gruppe ist man aufgehoben, auch wenn die Schule wechselt oder die beste Freundin dann plötzlich einen Freund hat.

Was das Lager anbelangt, kann ich wenig raten. Sie wird wohl hin müssen. Wenn sie durch ihre bestimmende Art nicht gut ankommt, wäre es ggf. auch mal an der Zeit, darüber zu reden. Nicht, in dem du sie fertig machst - aber ich habe meiner kleinen Chefin auch erklärt, dass andere Kinder auch gute Ideen haben... und sich auch gerne selber einbringen. Wenn sie das bislang noch nicht gelernt hat, dann wird es Zeit. Sie wird vielleicht immer ein Alphatier bleiben, dagegen lässt sich auch nichts sagen. Aber damit sie nicht einsam ist, muss man daran halt auch etwas arbeiten.
Vlt. sieht du ja Situationen, in die sie egal wo immer reinrasselt. Dann schaut so eine aus der Aktualität halt mal an.

Die Schule - da könnt ihr wenig machen. Sie kommt mit allen klar, gehört dazu. Das ist zur Zeit halt alles. Vlt. ergibt sich was - aber wirklich Halt bieten wirklich HObbies im Ort oder eine verlässliche Gruppe, in der man zusammen wächst. (Ich meine damit: keine Musikschule, wo man jedes zweite Jahr eh wieder wechselt und in die höhere Gruppe kommt - sondern eben eine Pfadi oder ein Handball- Volley- was auch immer - wo immer die ganze Gruppe zusammen bleibt.

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