Wie 7 jähriger Urnenbeisetzung erklären?

Hallo!

Meine Oma,Uroma für meine Tochter also,ist verstorben.

Sie war krank und wir wussten das sie bald gehen wird und sind erleichtert ,das es jetzt doch so schnell ging und sie nicht leiden muss.

Da wir 6h Fahrzeit haben,werden wir leider nur zur Urnenbeisetzung fahren können. Muss ja auch alles mit Schule usw .abgestimmt werden.

Meine Tochter möchte mit.Sie hat von Anfang an gesagt:"Wenn Uroma stirbt möchte ich mit zur Beerdigung "

Nur wie erkläre ich ihr,das die Oma verbrannt wurde? Wie umgehe ich geschickt das Wort "verbrannt? "
Mit verbrannt setzt meine Tochter Schmerzen gleich. Nicht das sie denkt die Oma hatte Schmerzen.

Wie erklärt man Kindgerecht eine Urne?

Und habt ihr Buch Empfehlungen?

Moin #tasse

Ich würde da gar nichts ersetzen oder umschreiben - die Kinder sind nicht blöd und merken, dass man sich da um irgendwas drumherumhangelt #schwitz

Mein Vater ist gerade gestorben - normale Erdbestattung - und ich habe den beiden Großen (8 und 11) das genauso erklärt wie es ist.
Wir waren auch zusammen im Kühlhaus und haben den Opa nochmal angeschaut. Natürlich fanden sie das alles furchtbar traurig, warum auch nicht, fand ich auch.

Ich denke aber, Sterben und Tod gehören dazu und damit sollte offen umgegangen werden. Die Kinder sind von sich aus nämlich auch offen und direkt. Ob Opa schon im Himmel ist, wollte meine Mittlere wissen, oder ob er noch warten muss, dass er aufgenommen wird. Und ob Opas Anzug mit verwest und ob eigentlich überall Leute vergraben sind von früher etc. usw. #schwitz

LG, Nele

Einfach so wie es gemacht wird .... das wissen meine Kinder seit sie 3 oder 4 waren - warum sind die einen Gräber groß und die anderen so klein war bei allen drei der Aufhänger ... alle wollen übrigens lieber verbrannt werden als von Würmern und Bakterien usw zerfressen.

Ich finde, dass man selbst deutlich jüngeren Kindern erklären kann, dass ein toter Körper eben verbrannt wird. Dein Kind ist schon ein Grundschulkind! Wenn sie das nicht sowieso schon weiß in dem Alter (vielleicht, weil andere Kinder darüber geredet haben), dann kann man ihr doch erklären, dass man als Toter keine Schmerzen mehr empfinden kann, weil man ja gestorben ist. Man verhungert ja auch nicht, wenn man als Toter nichts isst.
Ich würde da also überhaupt nichts "umgehen", sondern es ihr einfach erklären, wie es ist und ihre Fragen dazu beantworten.
Wenn ihr religiös seid, dann kannst Du ihr ja auch sagen, dass die Seele der Uromi nun im Himmel ist und sie ihren "alten" Körper nicht mehr braucht und von oben über euch wacht.

Hallo,

mein Vater, also der Opa meiner Kinder, verstarb Ende letzten Jahres. Er war krank und wir haben offen darüber geredet. Auch, dass der Körper nach dem Tod nur eine leere Hülle ist - Urnenbeisetzung und Verbrennung war "ok" für meine zwei - trotz aller Traurigkeit.

Sie haben das Buch "Der Baum der Erinnerung" geschenkt bekommen und wir haben einen Erinnerungsbaum für Opa gepflanzt.

Gruß
Erdbeere

Hallo,
wir hatten eine ähnliche Situation als unser Sohn 6 Jahre alt war. Oma verstorben und Urnenbeisetzung.
Geholfen hat ein offener Umgang mit der gesamten Thematik Tod, Sterben, Beisetzung.
Und als sehr hilfreich haben wir das Buch "Wie kommt der große Opa in die kleine Urne". Autor weiß ich grad nicht.
Der gesamte Vorgang wird in einer sehr schönen, kindgerechten und verständlichen Form erklärt. Mit Hilfe dieses Buches konnte ich unserem Sohn dieses Thema angstfrei erklären.
Vielleicht auch eine Möglichkeit für Euch.
LG Dino

Hallo,

wir haben es genauso gemacht, und etwas "um den Brei" geredet.

Ich glaube unserem Sohn damals 8 war es klar, hat sich aber darüber keine Gedanken gemacht. Oma war krank und danach tot, daß war traurig genug.
Unser Tochter damals 7 haben wir es nicht erklärt, Fragen eher mal ausgewichen,
das hätte sie nicht verkraftet. Sie hätte sich das bildlich vorgestellt.
Da sie keine Beerdigung kannte war es auch nicht so schwierig. So ist halt eine Beerdigung und Oma ist ja jetzt schon im Himmel. Was mit dem Körper passiert hat sie nie gefragt.

Ca. 2 Jahre später kam das Thema Urne mal auf, und da erst regestrierte sie, daß der Körper verbrannt wird und fand es schrecklich, aber das war Ok, da da ja nicht mehr der direkte Bezug auf die geliebte Oma bestand.

LG

Martina

Mein Beileid!

Ich würde ihr sagen wie es ist und auf ihre Fragen warten. Denn je mehr du umschreibst oder erklärst desto eher die Chance dass es zu viele Infos für sie sind. Bei meinem Sohn kamen die Fragen und wir haben geantwortet. Jedes Buch hätte nur noch mehr fragen auf geworfen.

Ich würde es so machen:
Omas Asche ist in einer Urne. Oma hat sich gewünscht, nach dem Tod verbrannt zu werden. Das hat ihr nicht weh getan, denn Omas Seele ist ja schon an einem schönen Ort und der Körper leer. Manche Menschen wünschen das ihre leeren Körper nach dem Tod in einem Sarg beerdigt zu werden, andere wollen lieber zu Asche werden. Das muss jeder für sich entscheiden. In beiden Fällen kann aus den Resten des Körpers was Schönes werden. Die Asche ernährt vielleicht einen Baum, der Körper die Blümchen auf dem Grab und somit ist noch nicht einmal Omas Körper tot, sondern wird nur zu etwas neuem Schönen.

Hallo,

es kommt natürlich immer auf das Kind an, aber grundsätzlich denke ich, dass man einer 7-jährigen eine Einäscherung schon recht gut erklären kann.

Es gibt aber auch ein tolles Buch zu dem Thema:

"Wie kommt der große Opa in die kleine Urne"

Das Buch haben wir von unserer Nachbarin ausgeliehen bekommen, als meine Schwiegermutter vor einigen Jahren vollkommen überraschend verstarb. Meine ältere Tochter war damals fünfeinhalb Jahre alt.
Sogar meinem Mann, der das Buch mit ihr gelesen hat, hat es in der Trauerarbeit geholfen. Eben durch die sehr behutsame Schilderung.

Mein aufrichtiges Beileid und alles gute für Euch