Wie 7 jähriger Urnenbeisetzung erklären?

    • (1) 22.05.19 - 10:51

      Hallo!

      Meine Oma,Uroma für meine Tochter also,ist verstorben.

      Sie war krank und wir wussten das sie bald gehen wird und sind erleichtert ,das es jetzt doch so schnell ging und sie nicht leiden muss.

      Da wir 6h Fahrzeit haben,werden wir leider nur zur Urnenbeisetzung fahren können. Muss ja auch alles mit Schule usw .abgestimmt werden.

      Meine Tochter möchte mit.Sie hat von Anfang an gesagt:"Wenn Uroma stirbt möchte ich mit zur Beerdigung "

      Nur wie erkläre ich ihr,das die Oma verbrannt wurde? Wie umgehe ich geschickt das Wort "verbrannt? "
      Mit verbrannt setzt meine Tochter Schmerzen gleich. Nicht das sie denkt die Oma hatte Schmerzen.

      Wie erklärt man Kindgerecht eine Urne?

      Und habt ihr Buch Empfehlungen?

      • Einfach so wie es gemacht wird .... das wissen meine Kinder seit sie 3 oder 4 waren - warum sind die einen Gräber groß und die anderen so klein war bei allen drei der Aufhänger ... alle wollen übrigens lieber verbrannt werden als von Würmern und Bakterien usw zerfressen.

        (3) 22.05.19 - 12:15

        Moin #tasse

        Ich würde da gar nichts ersetzen oder umschreiben - die Kinder sind nicht blöd und merken, dass man sich da um irgendwas drumherumhangelt #schwitz

        Mein Vater ist gerade gestorben - normale Erdbestattung - und ich habe den beiden Großen (8 und 11) das genauso erklärt wie es ist.
        Wir waren auch zusammen im Kühlhaus und haben den Opa nochmal angeschaut. Natürlich fanden sie das alles furchtbar traurig, warum auch nicht, fand ich auch.

        Ich denke aber, Sterben und Tod gehören dazu und damit sollte offen umgegangen werden. Die Kinder sind von sich aus nämlich auch offen und direkt. Ob Opa schon im Himmel ist, wollte meine Mittlere wissen, oder ob er noch warten muss, dass er aufgenommen wird. Und ob Opas Anzug mit verwest und ob eigentlich überall Leute vergraben sind von früher etc. usw. #schwitz

        LG, Nele

        Ich finde, dass man selbst deutlich jüngeren Kindern erklären kann, dass ein toter Körper eben verbrannt wird. Dein Kind ist schon ein Grundschulkind! Wenn sie das nicht sowieso schon weiß in dem Alter (vielleicht, weil andere Kinder darüber geredet haben), dann kann man ihr doch erklären, dass man als Toter keine Schmerzen mehr empfinden kann, weil man ja gestorben ist. Man verhungert ja auch nicht, wenn man als Toter nichts isst.
        Ich würde da also überhaupt nichts "umgehen", sondern es ihr einfach erklären, wie es ist und ihre Fragen dazu beantworten.
        Wenn ihr religiös seid, dann kannst Du ihr ja auch sagen, dass die Seele der Uromi nun im Himmel ist und sie ihren "alten" Körper nicht mehr braucht und von oben über euch wacht.

      • Hallo,

        mein Vater, also der Opa meiner Kinder, verstarb Ende letzten Jahres. Er war krank und wir haben offen darüber geredet. Auch, dass der Körper nach dem Tod nur eine leere Hülle ist - Urnenbeisetzung und Verbrennung war "ok" für meine zwei - trotz aller Traurigkeit.

        Sie haben das Buch "Der Baum der Erinnerung" geschenkt bekommen und wir haben einen Erinnerungsbaum für Opa gepflanzt.

        Gruß
        Erdbeere

        (6) 22.05.19 - 12:43

        Hallo,
        wir hatten eine ähnliche Situation als unser Sohn 6 Jahre alt war. Oma verstorben und Urnenbeisetzung.
        Geholfen hat ein offener Umgang mit der gesamten Thematik Tod, Sterben, Beisetzung.
        Und als sehr hilfreich haben wir das Buch "Wie kommt der große Opa in die kleine Urne". Autor weiß ich grad nicht.
        Der gesamte Vorgang wird in einer sehr schönen, kindgerechten und verständlichen Form erklärt. Mit Hilfe dieses Buches konnte ich unserem Sohn dieses Thema angstfrei erklären.
        Vielleicht auch eine Möglichkeit für Euch.
        LG Dino

      • (7) 22.05.19 - 12:53

        Hallo,

        wir haben es genauso gemacht, und etwas "um den Brei" geredet.

        Ich glaube unserem Sohn damals 8 war es klar, hat sich aber darüber keine Gedanken gemacht. Oma war krank und danach tot, daß war traurig genug.
        Unser Tochter damals 7 haben wir es nicht erklärt, Fragen eher mal ausgewichen,
        das hätte sie nicht verkraftet. Sie hätte sich das bildlich vorgestellt.
        Da sie keine Beerdigung kannte war es auch nicht so schwierig. So ist halt eine Beerdigung und Oma ist ja jetzt schon im Himmel. Was mit dem Körper passiert hat sie nie gefragt.

        Ca. 2 Jahre später kam das Thema Urne mal auf, und da erst regestrierte sie, daß der Körper verbrannt wird und fand es schrecklich, aber das war Ok, da da ja nicht mehr der direkte Bezug auf die geliebte Oma bestand.

        LG

        Martina

        Mein Beileid!

        Ich würde ihr sagen wie es ist und auf ihre Fragen warten. Denn je mehr du umschreibst oder erklärst desto eher die Chance dass es zu viele Infos für sie sind. Bei meinem Sohn kamen die Fragen und wir haben geantwortet. Jedes Buch hätte nur noch mehr fragen auf geworfen.

        Ich würde es so machen:
        Omas Asche ist in einer Urne. Oma hat sich gewünscht, nach dem Tod verbrannt zu werden. Das hat ihr nicht weh getan, denn Omas Seele ist ja schon an einem schönen Ort und der Körper leer. Manche Menschen wünschen das ihre leeren Körper nach dem Tod in einem Sarg beerdigt zu werden, andere wollen lieber zu Asche werden. Das muss jeder für sich entscheiden. In beiden Fällen kann aus den Resten des Körpers was Schönes werden. Die Asche ernährt vielleicht einen Baum, der Körper die Blümchen auf dem Grab und somit ist noch nicht einmal Omas Körper tot, sondern wird nur zu etwas neuem Schönen.

        Hallo,

        es kommt natürlich immer auf das Kind an, aber grundsätzlich denke ich, dass man einer 7-jährigen eine Einäscherung schon recht gut erklären kann.

        Es gibt aber auch ein tolles Buch zu dem Thema:

        "Wie kommt der große Opa in die kleine Urne"

        Das Buch haben wir von unserer Nachbarin ausgeliehen bekommen, als meine Schwiegermutter vor einigen Jahren vollkommen überraschend verstarb. Meine ältere Tochter war damals fünfeinhalb Jahre alt.
        Sogar meinem Mann, der das Buch mit ihr gelesen hat, hat es in der Trauerarbeit geholfen. Eben durch die sehr behutsame Schilderung.

        Mein aufrichtiges Beileid und alles gute für Euch

        Hallo

        Mein Opa, also der uropa meiner Kinder wird auch bald sterben.

        Meine Kinder wissen darum Bescheid. Ich bin in die beerdigungspläne nicht eingeweiht aber ich vermute das mein Opa normal bestattet wird.

        Das Thema Tod ist bei meiner großen allgemein sehr aktuell. Es kommen viele Fragen und sie äußerte auch wünsche für ihre Beerdigung. Sie kennt die Hintergründe. Weiß das man bei einem Unfall sterben kann aber das man in der Regel erst stirbt wenn man alt ist und das oft dann mit Krankheit zusammenhängt.

        Sie weiß ebenso das es verschiedene Formen von bestattungen gibt. Wir haben da ganz locker drüber geredet das einige Menschen im Sarg (für sie ist es einfach eine holzkiste) und manche in urnen und wiederum andere auf See etc bestattet werden.

        Auch das man um in eine Urne zu passen verbrannt werden muss.
        Sie sagte wenn sie vor mir stirbt wünscht sie sich eine blaue Kiste. Und fragte welche ich haben möcht. Ich sagte ihr das ich nur eine einfache Kiste nehme weil ich verbrannt werden möchte. Ich suche mir dann eine schöne grüne Urne aus.
        Sie fragte auch ob das nicht weh tut wenn man in den großen Ofen kommt. Und ich sagte ihr einfach das wenn man tot ist das wie schlafen ist und man nichts merkt. Sie hat ja auch nicht gemerkt das der Doktor in ihrem Ohr geschnitten hat bei der op. Da war sie zwar nicht tot aber gaaanz fest am schlafen. Ihr ist eingefallen das sie davon nichts gemerkt hat und meinte dann nur das wenn man tot ist ja aber nicht mehr aufwacht deshalb ist es auch nicht schlimm wenn der Körper dann zu Asche wird.
        Sie fragte ebenso warum ich das denn möchte und ich erklärte ihr das wenn man tot ist und eingebuddelt wird der Körper sich zersetzt. Das Würmer und andere lebenwesen im Boden die auch unseren Kompost zersetzen eben auch die Menschen zersetzen und ich den Gedanken nicht schön finde das mich viele Würmer aufessen. Darauf meinte sie das stört sie nicht sie hätte mehr Angst das jemand sagt sie sei tot und sie ist es doch nicht und dann wacht sie im Ofen auf.
        Wir haben dann noch darüber gesprochen das Ärzte einen erst für tot erklären wenn das wirklich so ist und das man im Ofen definitiv nicht aufwacht.

        Die Einzelheiten aus dem krematorium hab ich ihr erspart. Ich hab gesehen wie Menschen platzen vor Hitze und wie krass schnell die einäscherung überhaupt geht.

        Das sind Themen die behandeln wir bei Interesse wenn sie etwas älter ist.

        Ich rate dir dazu mach aus dem Thema kein Tabu Thema. Ein Verlust ist immer schwer aber du sagst selbst du bist froh das sie nicht leiden müsste. Es werden vermutlich weil es aktuell ist noch ein paar Fragen von deinem Kind kommen. Ich würde an deiner Stelle ehrlich antworten. Da du im schulforum fragst nehme ich an das dein Kind mindesten 6 j ist. Insofern denke ich das sie alt genug ist, um zu verstehen wenn du sagst das man von dem verbrennen nichts merkt. Alternativ könnt ihr daraus ja ein Experiment machen. Du sagst ihr einfach das du ihr beweist das man nichts merkt wenn man schläft und wenn sie heute Abend schlafen geht malst du ihr im Schlaf ein Herz auf die Hand. Mit einem filzstift.
        Sie wird davon zu 90% nicht aufwachen. Wacht am Morgen mit einem Herz auf der Hand auf und hat den Beweis das man schlafend nichts mitbekommt und braucht sich keine Sorgen um die uroma machen.


        Alles gute und mein herzliches Beileid. Ich wünsch dir starke nerven und das du es gut verarbeiten kannst.

        LG

        (12) 24.05.19 - 08:15

        als meine Eltern verstorben sind haben wir uns auch für eine Feuerbestattung entschieden, den Kindern war es leicht zu erklären, Asche zu Asche und Staub zu Staub so kommt die Seele einfacher los von dieser Erde und kann zu Gott oder schneller wiedergeboren werden, ganz wie ihr es glaubt.

        Unsere Kinder waren dabei als die Großeltern in den Ofen kamen und fanden das überhaupt nicht schlimm.

        Ich würde auch abwarten welche Fragen kommen und diese dann ehrlich beantworten. Kinder sehen das alles meist viel rationaler als wir uns haben nicht diese emotional geprägten Gedanken wie wir.

        Ich finde der Tod gehört zum leben und es gibt nichts zu verheimlichen oder zu beschönigen.

        Meine Oma starb als meine Tochter 4,5war und erst habe ich überlegt ob ich sie mitnehme obwohl ich es schon wollte. Ich habe dann geschaut und Kinderpsychologen empfahlen ein Kind mitzunehmen, wenn es zum verstorbenen eine enge Bindung hatte. Das war der Fall.

        Meine Tochter wollte dann alles mögliche wissen, warum ist Oma in einer Kiste, kann sie atmen da unten in der Erde, wie kommt sie aus der Kiste in den Himmel und und und... es war für sie sehr interesssant und ich hatte auch zu keiner Zeit das Gefühl sie zu überfordern oder ähnliches. Natürlich ist sie auch mal traurig aber das eher seit sie 5 oder 6 ist und sie an Oma denkt, vorher hat sie das völlig rational gesehen.

        Mein Beileid.
        Unsere Devise ist Ehrlichkeit. Sie wurde verbrannt und dann kann man das so benennen. Meine Oma verstarb da war unsere Tochter 3. Mit knapp 4 hat sie realisiert das Oma auch gar nicht wiederkommt und immer noch tot ist. Die Klassiker zum Thema Tod finde ich fast alle blöd. Wir haben uns für: und was kommt dann? entschieden. Kindgerecht, aber doch unverblümt. Unsere Tochter "liebt" auch heute mit fast 9 Jahren noch ihr "Tod-Buch". Vielleicht ist das auch was für euch.

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