Oberschule oder Gymnasium? bald 7. Klasse

    • (1) 27.05.19 - 16:01

      Hallo zusammen!

      Ich brauche mal eure Meinung.

      Kind 12 Jahre (bald 13) geht aktuell das 2. Jahr ins Gymnasium. Bildungsempfehlung - Schnitt lag bei 1,3. Mein Bauchgefühl und ich ;-) hätten das Kind ja auf der Oberschule gesehen, weil sie ist zwar schlau aber nach Schulschluss eher der Typ keine Lust ist. Die Lehrer in der Grundschule waren sich einig, sie wird sie auf der Oberschule langweilen.
      So kam sie aufs Gymnasium (6zügig!). Ich hätte gern ein anderes genommen, hat aber nicht geklappt.
      Leider war sie die einzige in der Klasse die niemanden anders kannte und war von Anfang an außen vor.
      Ich muss dazu sagen, bereits im Kindergarten war sie eher mit Jungs befreundet, spielte lieber Fußball usw., in der Grundschule hatte sie einen sehr guten Freund und keine wirklichen Freundinnen, eben kein typisches Mädchen. Dies zieht sich seither weiter.
      Anfangs spielte sie im Gymnasium nur mit den Jungs in der Pause Fußball, die Mädels in ihrer Klasse fanden das eher komisch. Ein Großteil deren ist laut Aussage meiner Tochter eher tussig.
      Nun waren wir wirklich bemüht, haben extra zum Geburtstag nur neue Kinder eingeladen, damit sie sich besser kennenlernen. Auch hatten wir nie Probleme auch mit Übernachtungsgästen. Ich bin dahingehend ein offener Mensch... aber richtig was weiter ergeben hat sich nie.
      Nun steht sie nach fast 2 Jahren immer noch allein da. Sie hat keine wirklichen Freunde bzw. Freundinnen in der Klasse. Im Gegenteil sie ist oft die Aussenseiterin, wird gemobbt, Hausaufgaben bekommt sie auch fast nie, wenn sie mal krank ist usw. .
      Es gab zuerst Gespräche mit dem Klassenlehrer, dann auch Gespräche mit der Elternvertreterin (ihr kam auch schon zu Ohren, dass sie außen vor ist) und nun sind wir bereits bei der Schulleitung gelandet mit Sozialarbeiterin und Vertretungsklassenlehrer.

      Nun sieht das die Schule völlig anders, die Sozialarbeiter meinen "schwieriges Alter", die Lehrer sehen "eine harmonische, nette Klasse", die Schulleiterung fühlt sich angegriffen und weißt das ganze irgendwie auch von sich.
      Ich erlebe ein Kind daheim, was weint und sagt "niemand mag mich", sie lernt kaum noch freiwillig, ich muss dauernd hinterher sein, ihr ist der ganze Druck zu viel. Gibt sie sich wirklich richtig Mühe, kassiert sie trotzdem meist nur durchschnittliche Zensuren, was sie zusätzlich demotiviert usw. .
      Ja ich weiß, dass wird in Klasse 7 usw. nicht besser, ich kenne viele, die 2-3 Stunden am Tag außerhalb der Schule lernen, wo eigentlich keinerlei Freizeit mehr vorhanden ist.

      Nun bin ich hin- und hergerissen ob ich sie nicht an die Oberschule hier gebe. Einerseits ist sie eigentlich zu schlau dafür, andererseits wiederum faul genug um sich ohne große Mühen durchschlagen zu können (was ich auch nicht gut finde!). Dann frage ich mich, wird sie hier intergriert werden, schließlich bestehen die Klassen auch schon 2 Jahren und viele kennen sie und sich bereits aus der Grundschule. Am Ende steht sie wieder blöd da, wie der "Versager vom Gym"?!

      Ach ich weiß garnicht mehr wo mir der Kopf steht. Ich hätte mir einfach für sie gewünscht, dass sie da gut ankommt, ne Freundin findet und auch motivert ist aber genau das Gegenteil ist der Fall.
      Natürlich habe ich mich auch schon gefragt, ob sie ein Problem hat, da sie offensichtlich überall Schwierigkeiten hat Freunde zu finden. Aber ich weiß nicht so genau woran es liegt? Sie ist nicht frech oder gemein, auch nicht der Bestimmertyp, kein stilles Entlein, eigentlich ein stink normaler Mensch, der sich fragt, wieso mag mich keiner? Die Klassenkameraden wurden teilweise auch schon gefragt, wissen aber auch keinen Grund, merken aber das sie außen vor ist.
      Mmmh jemand nen Lösungsansatz für mich? Vielleicht geht es ja jemand genauso. Einen guten Kinderarzt habe ich leider auch nicht um da mal zu hinterfragen. Ich fühle mich gerade total überfordert.

      Sie würde ja auch auf die Oberschule gehen. Daher Frage Rückzug oder Durchbeißen oder ganz anders?

      LG, Nudelmaus

      • Hallo,

        auch Außenseiter können gute schulische Leistungen abliefern. Sie ist anders als die anderen Mädchen. Dann muss sie dazu stehen. Geht sie in einen Sportverein (Mädchenfußballmannschaft ?). Dann könnte sie doch dort Freunde finden. Das soziale Problem wird sie auch in der anderen Schule haben. Ich weiß nicht, was genau eine Oberschule ist, vermute aber in NRW mit einer Real- oder Sekundarschule zu vergleichen. Da wird es auch "Tussen" geben, die Deine Tochter nicht mögen.

        Liebe Grüße Andrea

        • Hmm die Befürchtung habe ich auch. Sie geht Schwimmen aber mittlerweile auch nicht mehr wirklich gerne.
          Sie würde gern turnen gehen, die nächste Möglichkeit ist ne Stunde entfernt :-(.

          Und ja Oberschule = Realschule.

          LG

          Oberschulen sind meines Wissens in Niedersachsen kooperative Gesamtschulen mit Haupt- und Realschule. Wusste ich aber bis vor kurzem auch nicht - da hatte ich nämlich gelesen, dass das Schulzentrum in dem Ort, wo ich aufgewachsen bin, sich jetzt "Oberschule" nennt.

          LG

      (5) 27.05.19 - 16:15

      Du solltest ein Kind, dass im Gymi klar kommt, nicht in die Oberschule geben. Nur weils keine echte Freundin hat.
      Du kannst sie doch in ein anderes Gymi versetzen lassen, oder zumindest in eine andere Klasse. Oder - wie du es nun getan hast - die Lehrer über deine Sorgen informieren.

      Wenn sie als einzige nicht aus dem Einzugsgebiet des Gymis ist, dann ist es kein Wunder, dass sie sonst keine Freunde findet. Da müsste sie gucken, ob sie sich an deren Hobbies anschliessen kann.

      Oder sie verlässt sich auf die Freunde aus ihren Hobbies, ihrem Quartier und baut dort etwas auf. Mein Nachbarsmädchen ist auch ohne beste Freundin. Halt gemocht und so - aber steht eher am Rand. Es gibt keinen Grund... da muss sie wohl durch.

      Oberschule wegen wengier Freunden? Es garantiert dir ja keiner, dass sie dort dann Freunde findet!

      Schwierig....so richtig raten kann ich dir nicht. In der 6. Klasse meiner Tochter ist ein Mädchen, das Fußball liebt, gut mit Jungs kann - aber eben auch mit Mädchen. Die meisten Mädchen haben schon sehr "mädchenhafte" Interessen, das stimmt. Es sind mitnichten alles "Tussis", aber Shoppen, Mode, zarte Schminkanfänge, Frisuren und teils auch Pferde sind schon beliebte Themen - neben viiiiielen anderen, klar.
      Ich denke, ich würde mir zusammen mit meiner Tochter, sofern sie will) eine Frist setzen (Oktober?) und nochmal alles geben (Kontakte knüpfen, Noten ...) und wenn es bis dahin nicht hinhaut, dann neu überlegen und die OS in Betracht ziehen.
      Klingt auf jeden Fall nicht leicht, eure Situation. Ich drücke die Daumen, dass der Knoten platzt. LG

    • Hallo
      Bei so einer Zwangsveranstaltung wie Schule, bestehen Gemeinsamkeiten im schlimmsten Fall nur aus dem ähnlichen Alter und der Klassenstufe. Da braucht es keine Gründe. Freundschaften kann man nicht erzwingen wenn es nicht passt. Ich finde mit das Wort Freundschaft wird teilweise ohnehin viel zu locker verwendet. Ich kenne deine Tochter nicht und weiß nicht ob ihr das helfen könnte, aber wenn man nach der Schulzeit schaut, verlaufen sich ein Haufen "Freundschaften". Da war man sich vielleicht sympathisch, die Beziehung aber mehr eine Zwangsgemeinschaft für die Schulzeit.
      Nun redest du nur über die Schule. Wie sieht es mit Freundschaften abseits der Schule aus?Hobbys, Vereinen,...? Das gleiche Hobby ist generell schon eine bessere Basis als der gemeinsame Schulbesuch.
      Haben die 6 Klassen gemeinsam Unterricht oder ähnliches? Kennt sie Kinder aus den anderen Klassen? Wenn es deiner Tochter in ihrer Klasse schlecht geht, würde ich schon eine Option suchen.Kinder einladen die man eigentlich nich richtigt kennt usw., hat die Lage erschwert. Aber auch an ihr als Person arbeiten. Die generelle Situation kann immer wieder auftreten.
      Vielleicht wäre es möglich, die Klasse zu wechseln. Auf der Schulform ist sie ja generell richtig, aber ein kleiner Tapetenwechsel könnte vielleicht helfen. Bei einer großen Schule geht es ja schnell etwas anonymer zu. Da wäre das eventuel ja schon ein Neustart.

      LG

      • Naja wir sind wohl noch die Generation, wo man seit der Schule Freundschaften fürs Leben behalten hat. Unsere ältesten Freunde kennen wir seit der 2. Klasse #liebdrueck.

        Mir ist natürlich bewusst, dass sie nicht zwangsläufig Freundschaften in ihrer Klasse haben muss ABER man sollte wenigstens sozial und fair miteinander umgehen.

        Mit einem Mädchen der Nachbarklasse ist sie gut befreundet. Leider können die beiden nicht zusammen lernen, da sie im Stoff und auch von den Fächern her verschieden sind.

        Außerdem geht mein Kind noch mehr oder weniger gern zum Schwimmverein... unter Wasser lässt sich aber eher schwer Kontakt knüpfen :-). Zudem geht sie zu einem Gärtnereiprojekt wirklich gern. Also quasi zur Gartenarbeit, leider ist sie auch hier die einzigste die das in ihrem Alter noch durchzieht. Alle anderen haben keinen Bock mehr oder sind deutlich jünger. Der einzige Vorteil, sie mag die Betreuerin sehr gern anders herum wohl genauso und vertraut ihr ihre Sorgen an bzw. bekommt da auch Gehör und Unterstützung. Und wie ich es schon erwähnt hatte, sie würde gerne Turnen gehen. Leider ist die nächste Möglichkeit ne Stunde entfernt, wir wohnen eher ländlich.

        Ich habe halt Angst, dass sie bei der ganzen Situation irgendwann gänzlich die Lust verliert?!

        :-(

        • Du verstehst mich falsch. Selbstverständlich kann man schon vor der Schule Freundschaften schließen, die fürs Leben sind. Aber überleg mal mit wie vielen du während Kindergarten/Schule/Ausbildung etwas mehr Kontakt hattest. Solche, wie ich sie bezeichne, Bekanntschaften gibt es dochh immer mehr oder weniger.
          Dass sie etwas ist doch generell schon gut. Hat sie beim Schwimmverein denn so wenig mit den anderen zutun? Ich habe Kinder mit anderen Hobbys, kenne aber Kinder die einen Schwimmverein besuchen/besuchten. Da gab es Trockentraining, Trainingslager, kleinere oder größere Events,... Also schon einige Möglichkeiten Kontakt zu schließen. Vielleicht gibt es da die Möglichkeit zu wechseln?
          Die Schulsozialarbeiterin ist sicherlich ein guter Ansprechpartner.
          Gibt es an ihrer Schule AGs? Vielleicht könnte man da was bewegen, sollte es keine geben.

          • Beim Schwimmen ist es so straff, da hat man keine Zeit für Kontakte. Gut die Wiebke war einmal da und nie wieder ;-), schmeckte wohl meine Pizza nicht....

            AG´s gibt es an der Schule, allerdings hat sie im Schnitt bis 15 Uhr Schule und muss dann HA´s machen und lernen, die meisten AG´s gehen mindestens bis 17 Uhr, manche fangen auch erst 17 Uhr an. Das Problem ist die Hin- und Herfahrerei (5km Radstrecke) und eben das Gelerne, da bleibt kaum Zeit auch noch Freizeitangebote zu nutzen. So gesprochen ist das Schwimmen am Montag schon zuviel.

            Laut Gymnasium sollten die Schüler doch bitte pro Fach täglich mindestens 15 Minuten lernen #zitter, da ist man bestenfalls ohne Ha´s 18:30 Uhr fertig. #kratz

    (11) 27.05.19 - 16:43

    Mein Großer ist sich alleine aufs Gymnasium in der Nachbarstadt gewechselt. (5 Zügig und größtes Gymnasium in der Umgebung)
    Freunde hat er in seiner Klasse 2Jungs. Mit einem davon trifft er sich manchmal. Auch in der Grundschule hatte er eigentlich such nur einen Freund. Er tut sich mit Gleichaltrigen sowieso schwer, kann Besserung älteren Kindern. Die wollen oftmals aber von ihm nichts wissen.
    Mobbingprobleme hatten wir auch, die habe wir aber geklärt.

    Ich käme niemals auf die Idee ihn die Schule wechseln zu lassen, da es dort nicht besser würde.

    Ich denke, Deines Tochter wird sich an jeder Schule schwer tun. Ich weiß, dass es schwer zu akzeptieren ist als Mama, aber du kannst deiner Tochter nur den Rücken stärkten und am Selbstbewusstsein arbeiten.

    Die Sache mit dem Lernen und den Noten ist normal. Am Gymnasium wir es schwerer und die einschießenden Hormone wirken sich aufs lernen nicht immer positiv ein. Bei uns kam der Notenknick auch im 2.Halbjahr der 6.Klasse.

    Jetzt in der 7.Klasse wird es langsam
    besser.
    Lg Basket

    (12) 27.05.19 - 23:27

    Hallo Nudelmaus,

    eine S hule ist für mich kein Ort, an dem ich Freundschaften haben muss. Ich gehe auch nicht arbeiteb, um Freunde zu haben. Wenn wir uns verstehen, ist es toll, sonst ARBEITE ich.
    Du schreibst, ihr wohnt ländlich, wenn man das tut, muss man im Kauf nehmen, dass man föhrt. Ich halte turnen in dem Alter für zwar verrückte Idee. Es geh5 mir aber eher ums Peinzip. Wenn mein Kind mir wichtig ist, dann fahre ich es eine Stunde.

    Ein Kind, das eine 1,3 hatte, grhört nicht auf die Oberschule. Su schreibst glaube ich nicht das Bundesland, bei uns heißt z.B. In der Regel Obers hule=Trottel, Junkies etc. alle Loser. In einem Zeitalter, in dem über 50% eines Jahrgangs Abitur haben, würde ich mir schon mehr Gedanken machen. Und nur weil man keine Freunde hat ?

    Mein Kind entwickelte sich zwar unerwartet obers hlau, steht jetzt bei 1,0, muss und wird dennoch hart arbeiten. Das gehört doch zum Gymnasium dazu. Und wenn es etwas abderes wäre, aber Faulheit ?

    Schwimmen ist meiner Meinung nach nicht besonderes gut, wenn es um Freundschaften grht. Fußballmans haft ? Leichtathletik ? Andere Sportarten, bei denen man beim Training eher zusammenkommt und ,,mittrainiert“ ? Oder ein Hobby, das nichts nit Sport zu tun hat ?

    Ich stärke mein Kind von Anfang an, das man durchhölt, selbst wenn es in der Klasse gar nicht läuft. In der alten Klasse hat es sehr lange gedauert, bis mein akind aich Mädchen als Freunde hatte. Eben weil meine Grgenzicke ist. Sie kommt mit Zicken nicht klar. Aber bei uns heißt ja Schule=Arbeit.

    Vielleivht die Erwartungen an die Schule etwws niedriger zu setzen und umso mehr s hauen, was genau geeignet wäre, damit dein Kind such sein aglück findet.

    #winke

    (13) 28.05.19 - 09:25

    Hallo,

    ein unterfordertes Kind ist auch nicht glücklich (das war bei unserem Sohn ein ganz großes Problem), und ob Deine Tochter in der Oberschule besser Anschluss findet, weiß niemand.

    Wenn das so ähnlich ist, wie hier in NRW auf den gemischten Schulformen, dann sind in der Oberschule viele Schüler sogar nur auf Hauptschulniveau, und die müssen auch mitkommen.
    In diesen gemischten Schulformen sind hier häufig auch viel mehr verhaltensauffällige Schüler als auf dem Gymnasium bzw. der Umgangston ist allgemein rauer. Wer da nicht die Ellenbogen ausfahren kann, ist das ewige Opfer.

    "Nun sieht das die Schule völlig anders, die Sozialarbeiter meinen "schwieriges Alter", die Lehrer sehen "eine harmonische, nette Klasse", die Schulleiterung fühlt sich angegriffen und weißt das ganze irgendwie auch von sich."

    Ja, das ist das übliche Geschwafel.
    Die Sozialarbeiter ignorieren, dass das Problem von Anfang an bestand, weil sie auch keine Idee haben, was man machen kann. Die Lehrer kriegen nicht mit, was wirklich unter den Kindern abläuft, und die Schulleitung will in erster Linie die Schule und sich selbst in gutem Licht dastehen lassen. Wenn dabei ein paar Schüler auf der Strecke bleiben, haben die eben Pech gehabt.

    Bei einer Bekannten unserer Tochter heißt es auch immer, das sei eine nette Klasse und die "netten" Mädels mobben, was das Zeug hält. #aerger

    Ich weiß nicht, ob es bei Euch noch andere Schulformen gibt oder andere Gymnasien, auf die Eure Tochter wechseln könnte. Ich würde die derzeitigen Leistungen Deiner Tochter nicht so sehr in den Vordergrund stellen. Wenn man sich nicht wohl fühlt, ist man auch nicht leistungsfähig.

    Ich würde vielleicht tatsächlich mal einen Kinderpsychologen konsultieren (den Ihr Euch empfehlen lassen solltet), um heraus zu finden, was da los ist.
    Eventuell ist Eure Tochter irgendwie doch vom Verhalten her speziell und müsste an sich arbeiten. Eventuell hat sie aber auch einfach Pech gehabt mit dieser Klasse. Manchmal passt es einfach nicht. Diese Bekannte unserer Tochter war in ihrer Grundschulklasse auch integriert, aber mit der Klasse, wo sie jetzt ist, gibt es nur Probleme.

    LG

    Heike

    (14) 28.05.19 - 10:41

    Ich glaube Du mischt da die Dinge durcheinander.

    Gymnasien sind prinzipiell schwer und dein Kind wird dort tendenziell mehr Konkurrenz und Konflikte aushalten lernen müssen als auf anderen Schulformen. Dafür lernt sie aber auch vieles fürs Leben. Denn die Welt besteht nicht nur aus netten Menschen, wo man immer so durchrutscht ohne für etwa zu kämpfen und sie kann sich selbst große Chancen erarbeiten.

    Wie sind denn ihre Noten? Stand sie schon mal versetzungsgefährdet? Hat sie arge Probleme mit dem Stoff in mehreren Hauptfächern? Wenn nicht, dann wärst Du ziemlich unfair sie vom Gymnasium zu nehmen bloß weil sie sozial noch nicht Wurzeln geschlagen hat. Das kann ihr überall passieren. Wenn sie es trotz der Umstände schafft, verträgliche Leistungen zu bringen, dann gehört sie da auch dahin. Wenn ihr Schnitt abgesunken ist, sie aber weitestgehend im Bereich 1-3 liegt, ist das ganz normal und auch kein Grund sie runter zu nehmen.

    Das sie die einzige war, die niemanden kannte, glaube ich ehrlich gesagt nicht so Recht. Selbst wenn man jemanden "kennt" bedeutet das noch lange nicht, dass sich darauf Freundschaften auf dem Gymnasium ergeben. Hat sie denn mal Mädels zu sich eingeladen, mal was privat mit Leuten aus der Klasse unternommen? Oft liegt es eben doch auch am eigenen Verhalten.

    Manchmal hat sich die Situation dann aber schon so verfestigt, dass der Gedanke eines Neustarts vielleicht gar nicht so falsch ist. Aber da würde ich mich eher nach einem anderen Gymnasium umsehen als nach einer anderen Oberschule. Ich kenne einige die wegen sozialer Belange das Gymnasium gewechselt haben und an der neuen Schule dann auch sozial besser in die Klasse gefunden haben.

    Ich würde jedenfalls ihre Leistungsfähigkeit im Schulischen nicht in einen Topf werden mit dem Freunde Thema. Am Ende nimmst Du ihr Chancen für etwas das überall mal passieren kann. Dass eben die Chemie zwischenmenschlich nicht so passend ist.

    Meine Tochter ist 14 und geht in die 8. Klasse einer Gesamtschule.
    Genau das Problem, dass Du schilderst, hat sie auch. Seit der 5.
    Sie wollte nie wechseln, weil sie auch befürchtet, dass sie dort Schwierigkeiten hat, in ein bestehendes Gefüge rein zu kommen.

    In den Pausen ist sie entweder nit Jungs zusammen oder mit einem Mädchen aus der Paralellklasse.
    Mit der ist sie auch enger befreundet.
    Es gibt ein Mädchen in ihrer Klasse, mit der sie Projektaufgaben u.ä. macht.
    Aber das ist mehr eine Zweckgemeinschaft.

    Richtig helfen kann ich leider nicht.

    Hallo,

    was warst du denn für ein Typ in der Schule? Ist sie Dir dahingehend ähnlich? Wie sieht das “Mobben” aus?
    Es stimmt, es geht in ein schwieriges Alter, viel läuft über Anerkennung, aber das heißt nicht, dass alles schon verloren ist, gerade am Gymnasium wird es noch anders.

    Ich würde an deiner Stelle halt nur schauen, dass dein Kind eine außerschulische Gruppe findet, die nicht nur auf Sport allein fußt. Z.B., wenn sie sich im Schwimmverein nicht mehr wohlfühlt, wie wäre es dann mit der DLRG? Da ist man (zumindest bei uns) viel gruppenorientierter unterwegs, macht mal Ausflüge, im Sommer Bademeisterdienste im Freibad etc.
    Wenn sie Gärtnern mag, evtl. Pfadfinder?
    Oder in einer Pfarrjugend, Musikverein?
    So kann sie außerschulisch Anerkennung finden.

    Empfehlen kann ich auch nur immer wieder, sich als Eltern, wenn irgend möglich, zu engagieren. Auch das bringt Kontakte und evtl. Kinder zusammen.

    Zu guter Letzt, warum darf dein Kind nicht in die Klasse vom Nachbarmädchen? Geht das fächermäßig nicht?

    VG und einen guten Verlauf für das Kind, midnatsol

    (17) 28.05.19 - 21:11

    Mein Kind war in der 5. und 6. Klasse auf dem Gymnasium. In der Klasse hat sie sich vom ersten Tag an nicht wohl gefühlt, ob wohl einige Freundinnen dort auch waren. Dem Druck am Gymnasium hat sie letztlich nicht stand gehalten und hatte Noten zwischen 3-5, letztlich musste sie wegen einer fünf auf dem Zeugnis gehen. Sie konnte den Stoff, hatte aber überhaupt kein Vertrauen mehr in sich selbst. Hinzu war sie in der Klasse nicht akzeptiert. Nach vielen Überlegen ist sie auf eine Gesamtschule gewechselt, dort musste sie mangels Platz in der siebten Klasse ein Jahr zurück.
    Jetzt ist sie fast ein Jahr da und glücklich. Sie fühlte sich von der ersten Stunde an wohl in der neuen Klasse, wird endlich akzeptiert und die Noten liegen zwischen 1—2 in allen Fächern ohne das sie lernt. Auch sie ist nicht so typische Mädchen, aber die Tussen gibt es in ihrer Klasse nicht. Mit ihrem alten Freundinnen hat sie komplett abgeschlossen, da sie mit schminken, Jungs, Mode und Oberflächlichkeit nichts anfangen kann.

    Im Nachhinein war der Wechsel das Beste was wir tun konnten, aber wir hatten auch sehr große Bedenken vorher.

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