Bewertung - mündliche Mitarbeit (Klasse 6)

    • (1) 28.05.19 - 09:01

      Vielleicht können mir Eltern von eher ruhigen und älteren Kindern einen Tip geben:

      Gestern kam unser Großer, 6.Klasse Gymnasium, mit einer 5- als Mitarbeitsnote für das gesamte Jahr in Geschichte nach Hause.

      Wir sind natürlich aus allen Wolken gefallen, denn eine 5- heißt für mich schon fast Arbeitsverweigerung. Es wurde auch nicht vorab mal der Hinweis gegeben, dass da was im Argen ist, sagt er jedenfalls ;-).

      Er ist ein ruhiger Junge - verträumt und durch die scheinbar gerade einsetzende Pubertät noch maulfauler als normal. Er wirkt manchmal regelrecht lethargisch.

      Außerdem hat er die Eigenart, dass er, wenn er interessiert zuhört, aussieht, als ob er sonstwo ist, was natürlich nicht gerade den Eindruck von einem interessierten Schüler vermittelt. Er sagt aber, er kann sich da besser konzentrieren.

      Die Kopfnote für Mitarbeit im Halbjahr war übrigens noch eine 2 - also über alle Fächer gesehen.

      Meine Fragen:

      Was zählt bei Euch in die Mitarbeitsnote rein ?

      Was kann ich ihm als Tip geben, damit es nicht nochmal so eine Zensur gibt ?

      Ich habe ihm jetzt schon gesagt, dass er sich pro 45-Minuten-Stunde wenigestens einmal melden soll und hoffe, dass er das wenigstens umsetzt.

      Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass diese 5 nur am Arm heben festgemacht wird.

      Wie ist das bei Euch ?

      • (2) 28.05.19 - 09:10

        Hallo,

        gerade in den Nebenfächern ist die Mitarbeit, zumindest bei unserem Sohn, höher bewertet als in den Hauptfächern.

        Dazu zählt bei ihm: dem Unterricht zu folgen, etwas sinnvolles dazu beizutragen, nicht quatschen, die anderen nicht ablenken, die Mappenführung.

        Ich würde in dem Fall die Lehrerin um einen Rückruf bitten und mir das erklären lassen.

        Mein Sohn ist 13 J. und seine Wahrnehmung von seinem Verhalten deckt sich nicht immer mit der von uns und den Lehrern.

        Eine 5- vergibt kein Lehrer einfach so (es mag Ausnahmen geben)

        LG
        Tanja

        • (3) 28.05.19 - 09:17

          Danke für Deine Antwort.

          Da er nicht der große Quatscher ist, würde ich schonmal ausschließen, dass es am Stören liegt. Die Mappe sieht eigentlich auch gut aus, Hausaufgaben werden gemacht, wenn nicht, würde ich das im Hausaufgabenheft sehen. Also das sollte eigentlich schonmal passen.

          Das sich die Wahrnehmung doch sehr unterscheiden, dass ist mir auch bewusste. Meine Kleinen haben auch oft gesagt, dass sie sich IMMER melden und NIE drangenommen werden ;-).

          Das mit dem Folgen im Unterricht - er hat leider die Eigenart, dass er, wenn er konzentriert zuhört, immer aussieht, als ob er in einem anderen Nirvana ist, also komplett gar nicht dabei.

          Das hat sein Klassenleher schon in der 5.Klasse festgestellt, als er, immer wenn er dachte, er hört nicht zu, ihn in die Pfanne hauen wollte, indem er ihn dran nahm. Er wusste die Antwort aber immer ;-).

          Dieser Eindrück ist bestimmt nicht gerade förderlich für eine gute Mitarbeitsnote.

          Aber ich denke, da wird schon noch mehr im Argen liegen, was ich natürlich gern erfahren würde. Zumal man ja evtl. schon einmal als Lehrer eine kurze Info an die Eltern geben könnte, mal mit dem Kind zu reden. Ich bin ja aus allen Wolken gefallen, zumal die Kopfnote für Mitarbeit im Halbjahr eine 2 war.

      (4) 28.05.19 - 09:24

      ihr (oder er) solltet mit den Lehrern sprechen, was sie denn erwarten... -- oder warum es eine 5 ist.
      Fakt ist: irgendwann muss man erkennen, was "der Lehrer will" und handelt danach. -- so macht man es ja auch in schriftlichen Arbeiten.
      Das sollte ein Schüler irgendwann erkennen und eben auch in jedem Fach so handeln.

      aber ja: jede Stunden so lange melden, bis man einmal dran war. -- udn jede Stunde mal eine weiterführende Frage von alleine Stellen, wenn es passt, helfen enorm, eine mündliche Note abseits vom Inhalt zu verbessern.

      • (5) 28.05.19 - 09:44

        Ich werde heute wohl mal seinen Klassenlehrer anschreiben, da ich keine Kontaktdaten von der Geschichtslehrerin habe.

        Er wird mir hoffentlich Genaueres zur Bewertung der mdl. Mitarbeit sagen können, wobei das sicher noch von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich gehandhabt wird.

        Für heute habe ich ihm jedenfalls erstmal verordnet, dass er sich min 2 x pro Stunde meldet. Hoffe, er setzt wenigstens odie Hälfte um.

    (6) 28.05.19 - 10:19

    Mitarbeit zählt bei uns ja eh kaum.

    Trotzdem werden die Noten sehr "individuel" vergeben. Der eine Lehrer gibt auch Schülern, die sich nie ,melden, aber auch nicht negativ auffallen immer noch eine 3, der andere fürs gleiche Verhalten eine 5.
    Dem einen reicht melden, ein andere fragt leidenschaftlich gern gerade die Schüler, die sich nicht melden und notiert jedes Nicht Wissen, ein dritter verlangt ständig aktiv gezeigtes Interesse.

    Aber gerade auf dem Stuhl sitzen, aufmerksam zuhören und mind 3x pro Stunde melden schadet nie.

    Ein Tip für eine etwas aktivere Unterrichtsbeteiligung, ist das Führen von Strichlisten. Der Schüler zeichnet eine gewisse Anzahl von Strichen auf ein Blatt entsprechend der gewünschten Meldungen pro Stunde oder pro Woche. Für jedes mal melden wird ein Strich abgestrichen, und wenn man drangenommen wird, wird ein Stern draus.
    Manche Kinder finden das ganz lustig.

    • (7) 28.05.19 - 10:32

      Das wäre hier halt die Frage - was genau erwartet die Lehrerin ?

      Ich schrieb ja schon vorher mal, dass er, wenn er aufmerksam zuhört, eher desinteressiert wirkt, war schon im Kindergarten so, der Klassenlehrer hat das in der 5.Klasse auch schnell gemerkt. Das macht aber keinen gten Eindruck, aber braucht das, um sich besser fokussieren zu können. Er setzt dann so eine Art "Weitblick" auf, was aussieht, als ob er träumt.

      Auf die Frage, warum er sich nicht meldet kam nur :"Ich mag das irgendwie nicht."

      Na mal sehen, was er heute erzählt, wobei ich das ja nun schlecht nachprüfen kann, er er meinen Tip umgesetzt hat.

      • (8) 28.05.19 - 14:58

        Oh, oh, das Thema hatten wir mit einer Fachlerhrin meines Sohnes auch.Der hat auch oft nen Punkt an der Wand oder auch außerhalb des Gebäudes fixiert, war aber konzentriert bei der Sache.. die lehrin meinte auf jedem Elternsprechtag, dass unser Sohn nicht aufpasse, eben wegen dieses Punkte fixierens .

        Am ersten Elternsprechtag in Kl. 6 meinte die Frau, mündl. MItarbeit sei 5 (wieder das gleiche Argument) und erzählte noch andere Dinge über íhn, die bisher kein anderer Lehrer erwähnt hatte. Und sie hatte behauptet, mein Sohn sei nicht geeignet für das Gymnasium.
        da habe ich irh erstmal gesagt, dass er einen guten Zweier- durchschnitt habe. nur sei aheb Probleme mit ihm. Und dann sozusagen als Kampfansage vorgeschlagen, sie solle meinen sSohn doch mal öfter ansprechen bzw, rannehmen, wenn er so abwesend scheint, er wisse dann doch die Antwort.
        Hihi, am nächsten Elternsprechtag kam von ihr eine verwunderte Aussage:: "Der T. ist ja ganz bei der Sache und sagt gute Dinge zum Thema!" (Arbieten waren auch 2er und 1x 3er)

        • (9) 29.05.19 - 08:55

          Ja, so ist meiner auch.

          Der Klassenlehrer hat ihn anfangs ja auch komplett falsch eingeschätzt und gedacht, er tröumt die ganze Zeit. Aber als er ihn drangenommen hat, wusste er die Antworten ja.

          Auch im Kindergarten (so mit 3-4 Jahren) war das schon Thema. Es war eine Erzieherin ganz überrascht, als er sich mit uns Eltern unterhalten hat und die meinte nur:"Der kann ja richtig gut sprechen ?!". Da scheint er also auch so gewesen zu sein. Ich muss aber sagen, er mochte sie nicht. Außerdem hat sie auch festgestellt, dass er immer so abwesend wirkt, aber ALLES mitbekommt, was um ihn herum gesagt wird.

          Die Geschichtslehrerin mag er übrigens auch nicht, was natürlich keine Entschuldigung sein soll.

(10) 28.05.19 - 12:20

Mir sagte mal ein Lehrer, dass nicht nur die Häufigkeit des Meldens , sondern vor allem auch der Inhalt des Beitrags bewertet wird. D.h. Was gesagt wird; das zeigt, der Schüler hat sich damit auseinander gesetzt oder er stellt sinnvolle Fragen, die evtl. zur Diskussion anregen, dass er seine Argumente gut vertreten kann u.ä.

So einfach ist das nicht, einem 6.Klassiker eine so schlechte Note reinzudonnern.
In der Sek I sprechen wir von der Holschuld des Lehrers, die dann in der Sek II zur Bringschuld des Schülers wird.
D.h. in der Sek I und ganz sicher in der noch sehr jungen sechsten Klasse haben Lehrer die Verpflichtung Schülern Angebote zu machen, sich mündlich zu beteiligen und bei Gefahr in Verzug (schlechte Note) Kontakt mit den Eltern aufzunehmen.
Außerdem erfassen wir “Sonstige Mitarbeit“, d.h. das ist weitaus mehr als mündliche Mitarbeit. Darunter fallen auch Hausaufgaben, Mappengestaltung, freiwillige Referate etc..
Am Anfang des Schuljahres müssen wir Lehrer offen legen, wie wir die sonstige Mitarbeit bewerten und auch in Llassenbuch eintragen, dass eine solche Information stattgefunden hat. Ich teile z.B. immer auch ein Merkblatt aus, auf denen ich Kriterien festhalte, wie man sich nebst der schriftlichen Kontrollen einbringen kann.

Es wäre ja fatal, wenn die ruhigen fitten Kinder sonst alle hinten über fallen würden, wenn Melden nicht ihre größte Stärke ist....

  • Vielen Dank für Deine Antwort.

    Das mit der "Holschuld" habe ich inzwischen auch schon gelesen. Natürlich habe ich meinen Sohn auch schonmal dazu gefragt, aber er meint natürlich, dass er meistens die Antworten wusste - aber wie ist das mit der Eigenwahrnehmung ? ;-)

    Was ich mir wirklich gewünscht hätte wäre eine kurze Mitteilng seitens der Lehrerin, so hätten wir schon eher reagieren können. Nach meiner gestrigen Ansage hat es heute immerhin soviel gebracht, dass er sich in einer Stunde um die 5 Mal gemeldet hat (Mathe).

    Ansonsten kann ich sagen, dass die Mappe, bis auf seine evtl. nicht so tolle Handschrift, ordentlich geführt wird, Einträge zu vergessenen Hausaufgaben gab es auch nicht. Okay, freiwillige Referate hat er jetzt keine gehalten.

    Wie er in Gruppenarbeiten so unterwegs ist, kann ich aber nicht beurteilen, aber eigentlich schätze ich ihn nicht so ein, dass er da gar nichts dazu beiträgt.

    Wie ich auch schon geschrieben habe, war seine Mitarbeits-Kopfnote im Halbjahr eine 2 und wenn da schon etwas schiefgelaufen wäre, hätte man es ja da auch schon erkennen sollen, denke ich.

    Es gab übrigens wohl auch eine 6 in Mitarbeit für einen anderen Schüler.

(13) 28.05.19 - 14:03

Ich studiere selbst Geschichte auf Lehramt und kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass dein Sohn die 5 aus heiterem Himmel bekommen hat.

Ich würde den Lehrer kontaktieren und um ein Gespräch bitten. Den Filius vorher eventuell noch einmal ins Gebet nehmen😅.
Vielleicht fällt ihm doch noch die ein oder andere Sache ein, die nicht so ganz optimal gelaufen ist.

Lg

  • (14) 28.05.19 - 14:16

    Wir werden versuchen, das Gespräch mit der Lehrerin zu suchen, was eigentlich sonst nicht unsere Art ist. Ich bin ja der Meinung, dass die Lehrer die Experten sind und es schon richtig einschätzen werden.

    Aber eine 5- grenzt für mich schon an Leistungsverweigerung, das ist schon hart.

    Wir werden natürlich auch nochmal mit Sohnemann sprechen, aber ob man da so eine korrekte Einschätzung bekommt ? Wenn ich aber sehe, dass die Hefter ordentlich geführt werden, die Hausaufgaben erledigt werden und er sonst auch keine Probleme mit dem Stoff an sich hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass er im Unterricht so gar nicht dabei sein soll. Er ist auch nicht der Typ, der im Unterricht Blödsinn macht und stört, dafür ist er viel zu bequem ;-).

    Daher fände ich eine Erklärung, auch um in Zukunft schneller reagieren zu können, schon gut.

    Ein kleiner Hinweis im Hausaufgabenheft seitens der Lehrerin hätte sicher auch diese Note vermeiden lassen. Es ist ja nicht so, dass er sich Tips nicht annimmt - heute hat er sich jedenfalls, lt. seiner Aussage, in Mathe 5 mal gemeldet.

(15) 28.05.19 - 14:13

Hallo,

hier zählt nicht nur die Anzahl des Meldens in die Mitarbeitsnote. Uns wurde auch erklärt, dass sich ein Kind 100x melden kann und wenn nichts gescheites bei raus kommt, ebenfalls eine schlechte Mitarbeitsnote bekommt. Hier wird bewertet wie oft sich ein Kind in den Unterricht einbringt, ob seine Antworten und Fragen kostruktiv sind, ob er übergreifend Denken und Antworten kann, ob er Vorwissen mitbringt und dieses auch anwendet. Ebenso fließt Teamfähigkeit und Sozialkompetenz in die Mitarbeitsnote. Wie verhält der Schüler sich bei Gruppenarbeiten, wie sehr trägt er zum Erfolg der Gruppenarbeit bei. Bsp.: Wenn 2 Schüler ein Thema bearbeiten sollen und einer hat die meiste Arbeit und der andere läuft nur mit, fließt das in die Mitarbeitsnote. Von daher denke ich, dass es mit 1x melden in 45 Minuten nicht getan ist. Ich würde eventuell den Lehrer fragen, was die Mitarbeitsnote beinhaltet.

LG
Michaela

  • (16) 28.05.19 - 14:20

    Danke Dir !

    Ja, wir werden das Gespräch mit der Lehrerin suchen und auch schon vorab den Klassenlehrer um eine Einschätzung bitten, da ich ihn eh anschreiben muss, weil ich von der Geschichtslehrerin keine Mail / Telefonnummer habe.

    Da er ein kluges Köpfchen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass er, wenn er Beiträge im Unterricht abliefert, da komplett daneben liegt. Das würde auch seinen schriftlichen Leistungen widersprechen, demnach läge er bei einer 2.

    Die letzte Arbeit hat er mit einer 3+ leider "verhauen", aber für die hat er auch erst einen Tag vorher angefangen zu "lernen" (daran wird inzwischen auch gearbeitet). Also muss ja im Unterricht etwas hängengeblieben sein.

    • (17) 28.05.19 - 17:38

      Mein Sohn ist ähnlich ruhig. Bzw. war in der 5. und 6. Klasse genauso. Die Mitarbeitsnoten gingen auch bis zum 2. HJ 6. Klasse. Dann haben die Bewertungen enorm angezogen. Er sagte dann auch: "Ich melde mich doch.". Ich habe ihm dann gesagt auf was alles Wert gelegt wird, nur habe ich es ihm nicht erklärt was das im einzelnen bedeutet. Er wusste gar nicht wie es praktisch geht und was es bedeutet Vorwissen zu haben und anzuwenden. Oder themenübergreifend zu denken usw. Im Prinzip logisch, dass er damit nix anfangen konnte. Woher soll das ein Kind der 6. Klasse auch wissen. Bei uns war auch das größte Problem Geschichte und Geographie. Ich habe mir dann seinen Hefter genommen, habe mich mit ihm hingesetzt und erklärt was der Lehrer mit seinen Anforderungen meint. Auch was konstruktive Fragen sind. Woher soll ein Kind wissen, dass es sinnvoll ist, Fragen ins Unterrichtsgeschehen einzubringen, an die der Lehrer anknüpfen kann. Den Schülern wurde nie erklärt was der Lehrer erwartet, uns wurde das mal im Elternabend gesagt und ich habe gar nicht so weit gedacht, dass man es einem Kind vielleicht erklären müsste.

      • (18) 29.05.19 - 08:50

        Danke für Deine Antwort.

        Ja, wenn man wüsste, was genau der Lehrer erwartet ...

        Aber auf jeden Fall scheinen es andere Schüler ja hinzubekommen, da es nur eine 6 und seine 5 gab.

        Ich denke aber, er wird das sicher noch lernen. Solche Noten bringen ja oft etwas, er denkt dann vielleicht doch mal bisschen drüber nach.

        Die nächsten 2 Schuljahre werden in der Beziehung aber sicher nicht einfacher werden, habe schon viel über die 7. und 8.Klasse gelesen, von wegen Notenabrutsch wegen Pubertät. Ich hoffe, er kommt da halbwegs gut durch und entwickelt dann mehr ein Gefühl dafür, warum er lernt.

        • (19) 29.05.19 - 09:16

          Das Kind wird reifer und den Ansprüchen gewachsen sein. Lass dich da nicht verunsichern. Die Ansprüche der Schulen sind der Entwicklung der Schüler angepasst. Mit einsetzender Pubertät wurde meiner mündlich deutlich besser. Ganz einfach weil er plötzlich viel komplexer denken konnte. Klar, mit der Pubertät kommt die 0-Bock-Phase. Aber die ist nicht dauerhaft durchs ganze Schuljahr. Man hat mal schlechte Tage und Wochen und in den guten holen es die Kinder auf was sie vorher versemmelt haben. Hier kam es schon vor, dass am HJ in einem Lernfach eine 4 stand und zum Endjahr eine 2. Oder, dass das mathematisch eigentlich begabte Kind plötzlich nicht mehr schriftlich multiplizieren konnte und nur noch Bahnhof verstand. Aber das hat sich immer wieder relativiert. Man darf nur das Kind nicht unter Druck setzen wenn es mal nicht so läuft. Die meisten reißen das Ruder wieder rum wenn es brenzlig wird. Vorausgesetzt der Einbruch geschieht aus Faulheit und nicht aus Überforderung.

(20) 28.05.19 - 15:44

Hallo,
mein Sohn ist Autist. Im Autismuszentrum wurde mit ihm ein Plan erarbeitet, dass er sich jede Stunde mindestens einmal meldet und etwas zum Thema sagt. Daran hält er sich. Da er ja nicht immer gleich der erste ist, der drankommt, meldet er sich so natürlich manchmal ganz schön oft pro Stunde. Ihm wird so eine sehr gute Mitarbeit bescheinigt ;).

(21) 28.05.19 - 16:30

Lass ihn mal beim Lehrer fragen
oder Mitschüler, was der Lehrer zu Beginn des Schuljahres gesagt hat.

Geschichte ist jetzt auch nicht so oft in der Woche...

In meiner Schulzeit gab es verschiedene mündliche Kriterien

- meldet sich zu oft und sagt nicht das Gewünschte (schlechte Note)
- meldet sich oft und sagt was falsches (denkt um die Ecke, denkt mit, gute Note)
- meldet sich fast nie, sagt dann zwar was richtiges (schlechte Note)
- meldet sich fast nie, sagt dann aber was richtiges (gute Note)

- wird aufgerufen und hat nicht DIE richtige Antwort (nicht die Gewünschte - schlechte Note)
- wird aufgerufen und sagt was falsches, denkt aber offensichtlich mit (gute Note)
- wird aufgerufen und ist abwesend (keine Wertung)
- wird aufgerufen und ist abwesend (schlechte Note)
- wird aufgerufen und ist abwesend (gute Note - stört zumindest nicht in den Unterricht)


bei Fächern, die 1-2 Stunden pro Schulwoche waren auch
- unterschiedlche Sitzordnung (keine Notenübersicht)
- gleiche Sitzordnung, aber Name konnte nicht zugeordnet werden (schlechte Note wegen Abwesenheit - trotz Anwesenheit)


Was will der Lehrer denn hören/haben?

Das, was ich in den "abwesenden Gesichtsausdruckszeiten" gelernt habe, weiß ich heute noch. Nebenbei aufgenommen, nicht vergessen.

Das, was ich der Note wegen versucht habe zu lernen, habe ich vergessen.

Wenn die Note nicht gerade etwas sehr wichtiges ausmacht, würde ich weniger auf die Note achten, sondern mehr darauf ihn zu bestärken, so zu sein wie er ist / zu lernen sich nicht selbst im Weg zu stehen.

Wie fühlt er sich in dem Moment? Könnte er mehr, als er zeigt? Ist ihm selbst das Mündliche in dem Fach wichtig?

Darauf achten würde ich, dass er sich nicht verkriecht oder ganz verstummt.
So lange er im Leben mit Worten durchbekommt, was er braucht.

Wenn es ihn selbst sehr wurmt, herausfinden, was der Lehrer erfahren möchte und sich daran anpassen. Im nächsten Schuljahr bei einem anderen Lehrer kann das schon wieder das komplette Gegenteil sein.

  • (22) 29.05.19 - 08:46

    Sehr schön geschrieben - Danke.

    Ich glaube, ihn selbst stört das gar nicht so. Wie gesagt, er ist da ziemlich frei von Ehrgeiz, macht nur das Nötigste. Mehr würde immer gehen. Wie gesagt, Lernfleiß ist nicht so sein Stärke, aber solange es sich im 2er-Bereich bewegt, ist alles gut.

    Er soll sich ja nicht verbiegen, aber so bisschen Anteil am Unterricht zeigen wäre schon gut, zumal ja eigentlich die Zeit schneller vergeht, wenn man nicht nur da sitzt.

    Das die Bewertung der Mitarbeit eine eher subjektive Bewertung ist auch klar, also bin ich mal gespannt, ob die Kopfnote auch so mies ausfällt. Er meint selber, er beteiligt sich nicht mehr oder weniger am Unterricht als im ersten Halbjahr ... - na,ja ... wie war das mit der Eigenwahrnehmung ? Wir werden sehen.

    Es hängt ja eigentlich auch nichts an dieser Zensur, ist aber nur schade, dass seine sonst eigentlich guten schriftlichen Leistungen dadurch geschmälert werden.

    Mir ist es erstmal am wichtigsten, dass er die Grundlagen versteht, sich gut vorbereitet, selbstständig ist, keine Angst vor Arbeiten und schlechten Zensuren hat und uns alles erzählt.

(23) 28.05.19 - 19:14

Du könntest über meinen Sohn geschrieben haben. Selbes Problem, keine Lösung.

Leider kann ich nix konstruktives dazu beitragen.

Die Bewertung ist ganz unterschiedlich. Da gibt jeder Lehrer seine eigene Notenzusammensetzung aus.
Bei meinem Sohn - Klasse 9, Gymnasium - in Geschichte - mündliche Mitarbeit 40% der Zeugnisnote, 40% die schriftlichen Tests, 20% Mappenführung.

Top Diskussionen anzeigen