5 kl Gym mit LRS Wer hat Erfahrung mit Fremdsprachen?

Hallo.
Bei meiner Tochter wurde jetzt 5 Klasse am Gymnasium (Bayern) ein LRS test gemacht der positiv ausfiel. Die Schulpsychologin hat uns geraten Notenschutz sowie Nachteilsausgleich zu beantragen. In dem Schreiben hieß es das die Rechtschreibung in allen Fächer einschließlich der Fremdsprache nicht bewertet wird.
Jetzt kamen die ersten Vokabeltests und sie wusste von 20 Wörtern 16. Es wurde aber wegen ihrer Rechtschreibung nur 12 gelten gelassen. Sie bekam die Note 4. In dem nächsten Test sogar ne 5 obwohl sie 95% aller Vokabeln kann. Hat da jemand Erfahrung mit?

Ja, mein Grosser hatte wegen einer isolierten Rechtschreibschwäche 2 Jahre lang Notenschutz. Das war großartig, um den Druck erstmal 'rauszunehmen. Er war es nämlich, der an seiner Rechtschreibschwäche verzweifelt ist. In den Fremdsprachen galt dann, daß die Vokabel zwar nicht richtig geschrieben sein musste, aber man musste erkennen können, was gemeint war.

Ich halte Notenschutz und andere Nachteilsausgleiche für ein sehr sinnvolles Instrument. Allerdings nur im Zusammenhang mit einer Lerntherapie. Denn irgendwann gibt es keinen wie auch immer gearteten Schutz mehr. Dann müssen die Betroffenen Methoden an der Hand haben, die es ihnen ermöglichen, trotz ihrer LRS mithalten zu können.

Grüsse
BiDi

Huhu, darf ich mal fragen wie die isolierte Rechtschreibschwäche diagnostiziert wurde? Und von wem? Wer hat das Gespräch darauf gebracht?
Ich habe nämlich bei meiner Tochter auch die Befürchtung....

Hallo,

Meine Tochter wurde Anfang der 3. Klasse auf meinem Wunsch hin in der Schule von einer Dame getestet. Mir wurde damals nur gesagt das der Test knapp war und sie keine anerkannte LRS hat. Wir sollten mit ihr viel üben hieß es nur. Wir kämpfen uns durch die 3te Klasse auch mal mit einer 6 im Diktat. Aber die 4te Klasse hatte sie trotz ihres Handycaps gut gemeistert.
An der neuen Schule habe ich direkt bei der Anmeldung einen Antrag stellen können damit die Schuleigene Psychologin einen Test bei meiner Tochter durchführt. Nach der zweiten Schulwoche wurde sie getestet und siehe da, sie hat leider eine LRS von der ich die letzten 2 Jahre ausging.
Sie haben letzte Woche eine Englischprobe geschrieben da hatte sie auch 10 min länger Zeit als ihr Mitschülerinnen. Nächste Woche schreiben sie Mathe darauf die Woche Deutsch. Sie hat jeweils 20% mehr Zeit für die Schulaufgaben. Die brauch sie auch. Wenigstens da ist erstmal der Druck nicht so gross. Mal sehen was in deutsch so los ist. Wie es bewertet wird. Es kommt eine Bildergeschichten dran. Wir haben Heute wieder eine geübt. Es waren wieder unzählige Fehler darin. Das kann ein nicht Legastehniker kaum verstehen. Selbst mir als Mutter ist es teilweise unverständlich und ich ersuche ihr soviele Rechtschreibregeln zu vermitteln, aber aktuell hilft nichts.

Hi,

hast du denn den Notenschutz und den Nachteilsausgleich beantragt?
Wie hat die Klassenkonferenz darüber entschieden? Vielleicht steht die Entscheidung ja noch aus? Oder sie haben sich für eine andere Form entschieden? Zumindest in BW ist nicht vorgeschrieben, wie der Nachteilsausgleich auszusehen hat. Ich würde mit dem Klassenlehrer ins Gespräch kommen und nachhaken.

LG

Isabel

Nachteilsausgleich bedeutet nicht, dass absolut kein Rechtschreibfehler zählt.

Jeder Fehler wird genau angeschaut und dann entschieden, on das nun ein LRS- Rechtschreibfehler ist oder nicht.
Vereinfacht gesagt, wenn die Kinder halbwegs so schreiben, wie sie sprechen ist das kein Fehler, wenn sie ein Wort aber auch nur ungefähr wissen, dann eben doch.

Natürlich gibt es da eine gewissen Grauzone und immer wieder Diskussionen, Lehrer legen das auch gerne unterschiedlich aus. Aber letztendlich ist es schon gut so, schließlich muss es zum einen gerecht den anderen Schülern gegenüber bleiben und zum anderen soll es motivieren weiter an der Rechtschreibung zu arbeiten. Gerade bei LRS lässt sich sehr viel durch Übung ausgleichen.

Mein Patenkind hatte zwar einen Nachteilsausgleich -- es hatte aber wegen der schlechten Noten, die dann trotzdem rauskamen, keinen Sinn. Ausgleich heisst nicht "komplett-nicht berücksichtigen" -- udn wenn drumrum trotzdem noch soooo viel mehr falsch ist, dann gibt es trotzdem schlechte noten. ->wäre sitzen geblieben.

er ist dann bereits nach Ostern auf die Real gewechselt, da der Weg bereits dort eigentlich klar war und er so sich schon in die neue Klasse einfügen konnte. -- auch trotz Nachteilsausgleich mittelmässige bis schlechte Noten zum Teil, aber eben nicht mehr so, dass er versetzungsgefährdet ist.

Nachteilsausgleich ist eben nicht das Allheilmittel - es schenkt einem salopp formuliert hier udn da eine Note oder so ... aber wenn aus einer 6 eine 5 wird hilft das halt auch nichts.....

Das stimmt zwar, aber es gibt Ausnahmen. Bei meinem Ältesten gab es immer Lernwörter, die er lernen musste. Könnte er die nicht, zählte das als Fehler. Er musste keineswegs das komplette Diktat richtig schreiben.
Außerdem solltest du wissen, dass die Gewährung des Notenschutzes und Nachteilausgleiches an Bedingungen geknüpft ist und (zumindest bei uns) spätestens nach 2 Jahren ausläuft. Man kann so also zwar wieder Selbstvertrauen erhalten und Förderkurse und eine Lerntherapie besuchen, aber ein Abi auf leichtem Weg ist das nicht.
In Fremdsprachen gilt bei uns beim Vokabeltest: In der deutschen Schriftsprache sind Fehler erlaubt, in der Fremdsprache gilt jeder Fehler als Fehler. Nur weil man eine LRS hat, bedeutet das nicht, dass man in der Fremdsprache die gleichen Probleme hat - das KANN passieren, muss aber nicht. Soetwas müsste separat getestet und festgestellt werden - zumindest hier.

Der Antrag wurde genehmigt, für die nächsten 2 Jahre, dann kann ein neuer Antrag gestellt werden. Sie hat 20% länger Zeit für Proben und die Rechtschreibung wird in keinem Fach bewertet. Im Englisch zählt die Mündliche Note genau soviel wie die schriftliche. Allerdings ist das bei unsere Schule in Englisch sowieso alles 1:1. Das heisst einen Vorteil hat sie dadurch nicht. Ich erwarte ja jetzt mit ihrer LRS keine 1er, aber eine 3 würde mich schon freuen weil sie wirklich jeden Tag englisch übt und fleißig ist. Dann bekommt sie aber Punktabzug weil sie statt Bother Broser schreibt oder What's mit o. OK irgendwo dazwischen war dann das h. Aber genau das ist ja das bei den Legasthenkern, sie wissen das irgendwo ein h hin kommt und schreiben es irgdenwo hin. Meine vergisst auch oft das Sch und schreibt nur das S zb swimmen. Oder verdreht die Buchstaben zb statt dein schreibt sie dien. Ich bin echt am verweifeln. Ich babe mit ihr am WE wieder Vokabeln schreiben geübt und bin mit ihr das Alphabet durch. Gestern haben sie dann wieder ein Vokabeltest geschrieben da sagte sie mir das sie maybe falsch geschrieben hat. Das ist ihr bei den Hausaufgaben aufgefallen. Sie hat myabe geschrieben..... Hallooo? Wie kann das sein obwohl wir dieses Wort bestimmt 10 mal allein am WE geübt haben?
Sie kann sich sonst wirklich viel und gut etwas merken. Hat es in der 4te Klasse geschafft nur 2er im Zeugnis zu haben auch ohne Notenschutz und Nachteilsausgleich.
Wie lernt ihr denn mit euren LRS Kindern das schreiben?

Nicht so. ;)

Mein Sohn hat eine Lerntherapie - Einzelunterricht - besucht ab Diagnosestellung - privat bezahlt und „nur“ einmal eine Stunde pro Woche. Natürlich gab es Hausaufgaben. Aber nach nur einem Jahr hatte er wahnsinnige Fortschritte gemacht. Danach brauchte er die Lerntherapie nicht mehr. Notenschutz gab es nur in der Zeit während der Lerntherapie. Stand natürlich auch auf dem Zeugnis. Das war in der 4. Klasse bei ihm.
Danach setzten Förderstunden (in der Schule) an. Da hatte er, natürlich in der Kleingruppe, pro Woche eine Stunde Lesen und 2 Stunden LRS. Gleichzeitig hatte er ab da (5. Klasse) einen Nachteilsausgleich. Voraussetzung war, dass er diese Förderstunden regelmäßig besucht. Außerdem galt der Nachteilsausgleich nur für die deutsche Sprache, nicht für eine Fremdsprache. Ist also das englische Wort vorgegeben, darf er Rechtschreibfehler machen - da zählt der Nachteilsausgleich, anders herum aber nicht. So sind 50% aller Antworten schon einmal garantiert richtig, WENN MAN GELERNT HAT.
Ich lerne mit meinem Sohn mit Karteikarten. Die Wörter werden bei uns weitaus öfter durchgegangen, als nur 10 mal. Er schreibt wöchentlich einen Vokabeltest mit ca. 10 Vokabeln + 10 unregelmäßigen Verben. Ich gehe mit ihm die Vokabeln und Verben mindestens 2 mal am Tag, am Wochenende auch häufiger, durch. In den Ferien wird sowieso wiederholt. Er liest nicht seine Schrift, oder Druckbuchstaben, sondern meine Schrift - die ungelogen wirklich sehr gut ist (wir wurden früher noch darauf gedrillt ordentlich zu schreiben). Offenbar lernt er dadurch wirklich besser. Wörter, bei denen er ernste Schwierigkeiten hat, versuche ich mit irgendetwas zu verknüpfen. Ansonsten bin ich bei den Sprachen entspannt - es reicht vollkommen, wenn er besteht. Seine Begabungen liegen woanders - das wissen wir.

Du weißt aber schon, dass Abitur eigentlich 2 Fremdsprachen beinhaltet, oder?

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