Kind ist viel zu langsam

    • (1) 12.11.19 - 12:27

      Hallo alle zusammen,

      ich bin langsam am Verzweifeln. Mein Sohn geht in die 3. Klasse und ist viel zu langsam. Manchmal schreibt er in der Mathestunde 2 Zahlen in sein Heft, so als hätte er nur eine Minute Zeit gehabt.
      Ich weiß, dass es in der Klasse sehr laut ist und er sich dadurch nicht konzentrieren kann, aber die anderen Kinder schaffen es doch auch irgendwie.

      Manchmal sitzt er lustlos mehrere Stunden vor den Hausaufgaben, weil er stattdessen nebenher mit der Katze spielt oder mit dem Stift oder mit Lego.

      Wir haben vergeblich versucht, mit einer Zeitstoppuhr zu arbeiten und auch mit konkreten Anreizen.

      Wenn ich mich daneben setze, schafft er die Aufgaben zügig, versucht aber immer, mit mir zu erzählen.

      Leider gehen mir langsam die letzten Nerven aus und wir streiten uns deshalb öfter.

      Habt ihr eventuell eine Idee, wie er schneller in der Schule und auch bei den Hausaufgaben wird?

      Danke für eure Antworten

              • Ich glaube der Kommentar ging eher in die Richtung ob dein Kind vielleicht unterfordert ist.

                • Das habe ich auch so verstanden. Ja, er ist oft unterfordert, aber dagegen kann ich nichts tun. Wir sind in unserem Alltag doch auch oft mit Dingen konfrontiert, die uns nicht direkt fordern.
                  Seine Lehrerin sagte dazu in der ersten Klasse, dass sie Bedenken hat, ob er in der 3. Klasse dann überhaupt noch mitkommt, weil er so langsam ist.

                  • Und ja wir Erwachsenen müssen tatsächlich Wäsche waschen oder Toilette putzen aber unsere Kinder sind noch keine Erwachsenen und ich für meinen Teil könnte Dinge die einen so wenig fordern auch nicht auf Dauer täglich für 6std aushalten

                    Doch dagegen kannst du was tun und das solltest du auch ganz dringend.
                    Nicht falsch verstehen, ich will dich nicht angreifen.
                    Aber der Schuss wird ganz schnell nach hinten los gehen. Wenn das Kind nicht gefordert wird, wird es irgendwann abschalten und dicht machen und daraus resultierend tatsächlich irgendwann den Anschluss verlieren oder auf Grund der Verweigerung richtige Schwierigkeiten bekommen

              Das ist genau die falsche Haltung wenn es in die Richtung "Hochbegabung" geht. ( in Anführungszeichen weil das ja immer noch ein Tabu Thema ist.

              Ich hatte vor kurzem ein sehr einleuchtendes Gespräch. Die Dame hatte mich gebeten mir vorzustellen (in der Annahme man ist ein durchschnittlicher Mensch mit einem IQ von 100) in einer Klasse zu sitzen in der alle anderen einen IQ von 80 haben (80 gilt schon als Lernbehinderung). Sie fragte mich ob ich mir dort nicht völlig fehl am Platz vorkommen würde und mir nicht auch spätestens nach einer Woche viel zu langweilig wäre.

              Das hat mir sehr zu denken gegeben...

              Selbst wenn ein Kind sagen wir mal einen iq von 120 hat, was ja noch lange nicht zur Hochbegabung zählt, dann würde sich dieses Kind auch ziemlich falsch dort fühlen.

              • Ich verstehe es auf jeden Fall. Ich habe das in der ersten Klasse bemerkt, dass ihm wirklich extrem langweilig war und die Lehrerin gefragt, ob er nicht (wie bei uns früher) Sternchen-Aufgaben machen kann.
                Aber sie sagte, dass sie sich um die Schwachen kümmern muss - in der Klasse sind 4 Kinder extrem schwach und dauerhaft (seit der 1. Klasse) versetzungsgefährdet.

                Andererseits traue ich mich nicht direkt wieder zu ihr zu gehen, denn dann wird sie sagen, dass er doch extrem langsam ist und wie ich sowas wie Sternchen-Aufgaben fordern kann.
                Wenn er sagen würde, dass er es gut fände, andere Aufgaben zu bekommen, dann wäre das noch einmal anders, aber er möchte gar nichts von Schule hören und von Aufgaben, die er zusätzlich machen soll schon gar nicht.

                • Genau das ist oft das Problem dass Zusatzaufgaben als Strafe gesehen werden. Die musst es hinbekommen dass er nicht zusätzlich Aufgaben bekommt sondern direkt andere die ihn fordern, nur so kann er seinen Kopf überhaupt einschalten.

                  Das ganze Thema ist wirklich schwierig und manche Lehrer einfach nicht willig aber da muss man zum Wohle des Kindes kämpfen.

                  Allerdings ist die Aussage "sie muss sich um die schwächeren kümmern" völlig daneben. Es steht sogar im Schulgesetz dass jeder Schüler das recht auf individuelle Förderung hat.

                  Leider wird in der Praxis für die schwächeren mehr geboten obwohl die Situation für die stärkeren genauso dramatisch ist.

                  Aus welchen Bundesland kommt ihr?

                  • Wir kommen aus Baden-Württemberg.
                    Ich breche manchmal in Tränen aus, wenn er wieder gar nichts in Mathe und Deutsch gemacht hat. Im Sachunterricht z.B. bekommt er eigentlich immer alles hin.

                    Er sagt nur noch, dass ich gemein bin. Wenn ich ihm eine Strafe gebe, weil er wieder nicht fertig geworden ist. Mir fällt einfach keine Lösung mehr ein.
                    Die Lehrerin sagte, dass begabtere Kinder sehr verhaltensauffällig sind und er ist immer ganz brav und freundlich und arbeitet gut mit. Deshalb sieht sieht sie keine Notwendigkeit, ihn in irgendeiner Weise anders zu beschulen und dafür hat sie eben auch aufgrund der Schwachen keine Zeit.

                    • Bitte betrafe ihn nicht. Er macht das nicht um jemanden zu ärgern. Ich weiß wie mühsam diese täglichen Diskussionen sind:-(

                      Wenn du magst kannst du mir mal ein PN mit Nummer schicken, dann können wir uns besser unterhalten. Bin hier nicht so oft.

                      Meine Tochter ist ebenfalls 8 und in der 3. Klasse.
                      Mittlerweile mache ich es zb in Deutsch so: sie hat Lernwörter auf, weigert sich natürlich diese zu schreiben weil sie ja schon alle kann. Also darf sie sich eine Geschichte ausdenken in der die Lernwörter vorkommen. Das macht ihr tatsächlich Spaß und ist keine Strafe für sie. Und die Lehrer könnten auch nichts dagegen sagen.
                      Wir haben sehr viel Glück mit Schulleitung usw. Sie wird nach der 3. Klasse direkt in die 5. Gymnasium gehen.

                      • (16) 12.11.19 - 14:00

                        Dann habt „ihr“ aber verdammt Glück mit den Lehrern.

                        Wenn meiner statt der Lernwörter eine Geschichte schreiben würde, dann müsste er postwendend die Aufgabe nochmal machen.

                        Allerdings würde meiner auch die Geschichte verweigern, da er nich mehr schreiben müsste. Aber andere Baustelle.

                        • (17) 12.11.19 - 16:55

                          Ja wir haben Glück mit unseren Umfeld aber das war auch erst möglich nachdem sie getestet wurde und ich mit Testergebnis und Begabungsprofil argumentieren konnte

                    (18) 12.11.19 - 13:57

                    Was für ein Schmarren, begabte Kinder sind doch per se nicht verhaltensauffällig!

                    • (19) 12.11.19 - 14:44

                      Schlimm, dass einige Lehrer das noch glauben.

                      (20) 13.11.19 - 23:50

                      Naja,
                      Ist die Frage, was verhaltensauffällig ist.

                      Meine Tochter sagt dem Kind, das neben ihr sitzt, es solle doch ein Hausaufgabenheft führen, nachdem dieses immer und immer wieder fragt, was Hausaufgabe sei - zählt als verhaltensauffällig.
                      Sie fragt laut nach einer Ex-Rückgabe, wie es überhaupt ein Kind schaffen kann eine 5 oder eine 6 zu bekommen. Das sei doch alles so logisch und so einfach.

                      Sie versteht nicht, warum andere Kinder nicht verstehen, was gerade gesagt wurde —> verhaltensauffällig
                      ...

                  (21) 13.11.19 - 06:14

                  Bitte kontaktiere doch die Beratungslehrerin eurer Schule und lass dich beraten.

                  Liebe Grüße

                  In BW gibt es doch die Hector Akademie. Das wäre doch was für deinen Sohn?
                  Bitte geh zu einem Begabungsdiagnostiker und lass einen IQ Test machen.
                  Bist du bei FB? Dort gibt es mehrere passende Gruppen. Kannst mich auch gerne per PN anschreiben.

            (23) 13.11.19 - 10:51

            "aber er möchte gar nichts von Schule hören und von Aufgaben, die er zusätzlich machen soll schon gar nicht. "

            Mein Kind hatte das gleiche Problem wie deins in der Grundschule. Den Stoff der ersten 2 Jahren, den hatte er schon im Kindergarten drauf. Dieses ewige Buchstaben schreiben, Plus und Minus rechnen und so weiter waren einfach keine Herausforderungen. In der 3. hat es zwar vom Stoff her angezogen, aber er musste "nur" im Unterricht zuhören und hatte es gleich drauf. Diese ewigen Übungen danach kamen ihm auch wie Strafarbeiten vor.
            Ich hatte damals auch Gespräche mit der Lehrerin und habe ihr gleich gesagt, dass zusätzliche Aufgaben kontraproduktiv sind. Warum sollte so ein Kind mit noch mehr langweiligen Aufgaben bestraft werden? Natürlich verweigert es eher sich überhaupt mit den Pflichtaufgaben zu beschäftigen.
            Seine Lehrerin hat daraufhin ihm differenzierte Hausaufgaben gegeben. Du musst mal schauen, was die Schule für Bücher benutzt. In Mathe zum Beispiel gibt es das Buch "Denken und Rechnen" dazu gibt es eine FORDERversion, die hat es wirklich in sich! Die Aufgaben darin sind teilweise richtig schwer, da muss man nachdenken. Seine Lehrerin hat das dann so gemacht, dass er als Hausaufgabe Themenbezogen was im Forderheft macht. Natürlich dann nicht zusätzlich zu den normalen Hausaufgaben, sondern statt den normalen Hausaufgaben!
            Was den Unterricht selbst, angeht, konnte sie wegen der schwächeren Kinder auch nicht sehr viel machen. Mein Kind wurde öfter als Helferkind eingesetzt und es gab oft differenzierte Aufgaben im Unterrricht, so dass die Kinder ihrem Stand entsprechend im Unterricht üben können. Allerdings muss ich sagen, dass diese diefferenzierten Arbeitsblätter immer noch zu leicht waren, dennoch war es beser als vorher.

            Schau doch einfach mal selbst, was die Verlage an Zusatzmaterial anbieten und frag bei der Lehrerin nach, ob es okay wäre, wenn er wenigstens Zuhase aus diesen Büchern sich Hausaufgaben raussucht. Bei uns hat es sehr geholfen, plötzlich machte mein Kind sehr gerne Hausaufgaben, auch wenn er dann wesentlich länger dran saß.
            Ich habe mit unserer Klassenlehrerin über die frustrierende Hausaufgabensituation gesprochen und sie war sehr daran interessiert, dass sich das ändert. Mit diesem System sind wir sehr gut gefahren und die Lehrerin selbst hatte auch kaum bis gar keine Mehrarbeit.

            Ich würde an deiner Stelle das Gespäch noch mal suchen! Grundsätzlich bin/war ich auch der Meinung, dass mein Kind auch lernen muss mit dieser "Langeweile" klar zu kommen, allerdings sollte das nicht zum Frust führen. Sich während der Unterrichtzeit auch mal zurücknehmem müssen, ist okay, aber 5-6 Stunden langeweiligen Unterricht täglich aushalten müssen und sich dann noch mit langweiligen Hausaufgaben zu beschäftigen ist einfach nur frustrierend!

            Mach mal selbst einen Versuch und nimm dir ein erstklässler Heft und fang an eine komplette A4 Seite lang den gleichen Buchstaben zu schreiben. Das habe ich tatsächlich mal gemacht, ungefähr bei der Hälfte habe ich aufgehört weil mir das zu doof war und so geht es deinem Kind wahrscheinlich täglich über mehrere Stunden lang.

        Was du sagst ist absolut richtig… Ich hab hier einen Sohn, 3. Klasse, IQ nicht gemessen und werde ich auch nicht tun! Der gestern mit einer Mathearbeit zwei minus zurückgekommen ist. Auf der Rückseite hat er ein wunderschönes Bild gemalt, weil er so super schnell fertig war. Am Tag der Arbeit sagt er es war alles so Pippi Pippi einfach.

        Sein Zwillingsbruder ist sagen wir mal normal intelligent und hat für die Arbeit tatsächlich deutlich mehr getan. Er war am Tag der Klassenarbeit total am Ende, weil er nicht wusste was halbieren bedeutet und deswegen eine Aufgabe völlig versaut hat. 1-2.

        Ja einer meiner Söhne ist deutlich intelligenterAls der andere bzw. der Durchschnitt. Darum ist ihm langweilig und darum wird er es in dieser Gesellschaft nicht packen.

        Sich in seine Lage zu versetzen wird ihm aber nicht helfen. Er muss lernen in dieser Gesellschaft zu leben

        • Sich in seine Lage zu versetzen wird ihm aber nicht helfen. Er muss lernen in dieser Gesellschaft zu leben


          Das müssen wir alle, aber noch nicht in diesem Alter in so einen schlimmen Umfang.

          Natürlich muss sich jedes Kind an Regeln halten aber die kann man eben anders gestalten

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