Tipps gesucht.. Wie mache ich es am Besten?

    • (1) 22.11.19 - 21:39

      Es geht um meinen Sohn (im Dezember 12 Jahre alt)
      In den ersten 3 Klassen der Grundschule musste mein Sohn nie lernen, ab der vierten Klasse hat sich das geändert und wir mussten anfangen zu lernen. Wir, schreibe ich deswegen, da ich mich immerzu mit ihm hinsetzen "musste", er wusste nicht wie er am besten lernt sodass ich ihm Eselsbrücken gebaut habe und ihm geholfen habe zu lernen.
      In der vierten Klasse wurde er eine zeitlang sehr gemobbt und war froh das er die Noten für den Realschulabschluss geschafft hatte um auf eine komplett andere Schule gehen zu dürfen wie seine ehemaligen Mitschüler.
      Er fühlt sich total wohl in seiner Schule. Das erste Schuljahr lief eigentlich ganz okay. Er musste sich umstellen und es war oft nicht einfach aber und es waren auch mal 5er in den Exen dabei, die er aber mit der nächsten Ex wieder ausgeglichen hat.
      Jetzt ist er seit September in der 6. Klasse und ich bin am verzweifeln. Es hagelt eine schlechte Note nach der nächsten.
      Heute erst wieder eine 5 in der Mathe Schulaufgabe und das obwohl wir Tage und stundenlang gelernt haben. Erst am letzten Tag hatte ich das Gefühl das er es verstanden hat und nun doch wieder eine 5.

      Ich hadere so extrem mit mir was richtig und was falsch ist. Ich weiss das er den Kopf für diese Schule hat, auswendig lernt er innerhalb kürzester Zeit. Teilweise ist ihm nur alles andere wichtiger (vor allem sein Smartphone) als lernen.
      Auch für ihn wäre es richtig schlimm auf die Mittelschule gehen zu müssen und dort viele von seinen ehemaligen Klassenkameraden anzutreffen.

      Was meint ihr denn? Soll ich ihn einfach einmal machen lassen und riskieren das er mit Sicherheit erstmal noch mehr schlechte Noten schreibt, um dann vielleicht von alleine aufzuwachen und zu merken wie wichtig es ist zu lernen.
      Oder mich weiterhin mit ihm täglich hinsetzen und teilweise mehrere Stunden mit ihm zu lernen?

      Bin echt verzweifelt momentan :-(

      Erst einmal die Nachfrage Realschulabschluss? Du meinst sicherlich die Empfehlung, die Realschule besuchen zu können, denn den Abschluss hätte er erst nach der 10 Klasse. Ich denke, ihr lernt falsch. Stundenlang muss nicht sein, wenn die Aufgaben verstanden werden und da würde ich immer die letzte Schulstunde sehen. Wenn ca 5 bis 6 Wochen ein Thema in der Schule bearbeitet wird, sind 4 Tage trotz stundenlangem Lernen zu wenig. Zu viel am Stück - da wären viele überfordert. Klar kannst du ihm helfen....auch beim Handykonsum. Hier gibt's die Regel um 19.00 Uhr ps4. Schule - schauen, was am nächsten Tag für Fächer kommen. Wer gut vorbereitet ist, hat die halbe Miete.

      • Oh man, schnell schnell geschrieben. Sorry, ja natürlich die Empfehlung, dass er auf die Realschule gehen kann.

        Wir lernen täglich für den nächsten Tag vor, aber meist sitzen wir da schon locker 2 Stunden.

        Danke für den Tipp das wir lieber über einen längeren Zeitraum für Schulaufgaben lernen sollten, das werden wir zukünftig ausprobieren🌺

        • Mein Sohn braucht nach der Schule erst einmal ne Pause. Find ich auch nicht unwichtig. Erst einmal einen Gang runter und dann weiter. Warum sind es 2 Stunden Vorbereitung? Find ich auch viel zu lange. Mappe durchschauen locker durchsprechen was, warum und wieso evtl nachlesen aber locker denn das Thema soll ja nicht zum Hals raushängen. Wenn er dir das Thema erklären kann, hat er es verstanden. Übrigenskennt ihr Lehrer Schmidt, Strand Mathe auf YouTube...

          • Die Pause hat er ja im Endeffekt schon durch die fast einstündige Busfahrt, danach geht er meist auf die Toilette (was auch locker 20 Minuten beansprucht) und macht sich Mittags ein Brot und isst erstmal.
            D.h. er fängt sowieso meist erst gegen 14.30-45 mit den Hausaufgaben an.
            In Bio und Geo bleibt meist nur die Option auswendig lernen. Und da er meistens 5-6 Fächer an einem Tag hat ist es wirklich schwierig da unter 1,5, 2 Stunden fertig zu werden.

            Lehrer Schmidt kennen wir tatsächlich schon, der hat mir persönlich schon viel in Mathe geholfen um selbst bei dem Stoff mit zu kommen, da ich leider nur den Qualifizierenden Hauptschul Abschluss besitze. Dankeschön

            • Eine einstündige Busfahrt ist kein Ausruhen! Auch die Zeit der Essenszubereitung ist keine freie Zeit. Eine freie Zeit ist eine Zeit, in der ein Mensch keine Verpflichtungen hat und selbst freie entscheiden kann, was er tut.

              Läuft es bei euch Jeden Tag so ? Wie ist es mit Sport und Hobbys ?

              Der Lehrer hilft dir am besten rauszufinden, was jetzt vernünftig wäre.

              Ja, in einer weiterführenden Schule kann es meiner Meinung nach schon kommen, dass man lernen muss. Ich finde es aber nicht normal, wenn du die ganze Zeit daneben sitzen musst. Da stimmt etwas nicht.

              Du hast geschrieben, dass du nur einen Hauptschulabschluss hast. Meine Frage - weißt du, wo Deine Grenzen sind ? Verstehet du, was ich meine ? Ich kann Dir Beispiel von mir geben: Ich habe Mathe ab 5. Klasse abgeben. Als ich mich in die sechste Klasse eines naturwissenschaftlichen Faches einarbeiten wollte, musste ich tief durchatmen. Ich habe studiert. Ich spüre aber schon, wo meine Grenzen sind. Und wo andere dran müssen.... Frage den Lehrer u.a., ob es ,,die anderen“ gibt.

              #winke

              • Naja das Problem ist, wenn er noch später anfangen würde als 14.30, dass bei ihm das irgendwann die Luft auch raus ist.

                Nein es läuft nicht jeden Tag so, Freitags z. B. Hat er Sport und Deutsch, zudem schon um 12.15 Uhr aus, dann braucht er Donnerstags so gut wie nie lernen.

                In seiner Freizeit geht er wahnsinnig gerne ins Jugendzentrum, bei uns um die Ecke und ab Januar möchte er in Kickboxen.

                Ja ich weiss wo meine Grenzen sind, bisher komme ich noch gut mit, auch dank Youtube ;-) etwas auffrischen schadet ja bekanntlich nie. Wenn ich irgendwann merken würde das ich es nicht mehr schaffe ihm zu helfen, ganz klar würde ich das dann abgeben.

                Werde mir am Montag mal einen Termin mit der Klassenlehrerin geben lassen, mal sehen was sie dazu sagt.

            Ehrlich, die Busfahrt ist doch keine Pause...der Junge ist dann kaputt und abgekämpft von der Schule und wie soll man da Energie tanken.
            Vorbereitungszeit ist doch nicht büffeln....Mindmap erstellen und kurz schauen, was besprochen wurde.Außerdem hat er nicht jedes Fach jeden Tag. 1,5 Stunden....heftig.
            Ich denke, du bist verkrampft und das meine ich nicht bös. Du willst, dass er es schafft....aber er ist 12 lernt seit Jahren wohl so.....und er kommt in die Pubertät. Und, bist du sicher, dass du richtig lernst? Das Thema muss richtig erklärt werden, um es zu begreifen. Mein Sohn geht zwar aufs Gymnasium aber auch bei ihm gibt es mal das ein- oder andere was er sich begreifbar machen muss. Er nutzt "musste wissen" in Geschichte. Es gibt Duden Lernattack ein Lernportal etc und ja, auch er hat mal keine Lust - auch ok. Das Handy wird für Verabredungen genutzt und zum Lesen und ich bin nicht der Meinung, dass man gleich alles einkassieren muss. Das hängt natürlich aber davon ab, wie die Grenzen bislang gesteckt wurden.

            • Deswegen habe ich mal hier geschrieben um etwas input zu bekommen. Nehme liebend gerne Tipps an und reflektiere mich auch jederzeit selbst.
              Natürlich wünsche ich mir das er es schafft, in erster Linie für ihn, damit er in seiner Klasse bleiben darf, aber gewiss nicht um jeden Preis. Meine Kinder stehen an oberster Stelle und nicht deren Schulbildung.

              Vielleicht sollte ich mehr "Druck" raus nehmen und ihn öfter einmal alleine machen lassen und mir wirklich nur von seinen Fächern erzählen lassen anstatt er alles auswendig lernt.

              Wie gesagt ich hoffe hier auf Tipps wie ich es mit ihm schaffe auf ein Level zu kommen bei dem wir nicht den ganzen Abend mehr mit Büffeln zu verbringen.

              Das Handy nehme ich ihm deswegen erstmal bis auf eine stunde am Tag, weil ich denke er lässt sich, wenn ich nicht daheim bin, sehr schnell ablenken. Von eingehenden WhatsApp Nachrichten über Youtube usw.

(13) 22.11.19 - 22:35

Entschuldigt, ich habe vergessen zu schreiben das ich ihm auch erstmal das Handy nicht mehr erlaube bis sich die Noten wieder bessern.
Oder es zumindest auf eine Stunde am Tag beschränken werde. Bisher hatte er es immer mit zur Schule dabei, da er danach knapp eine Stunde mit dem Bus unterwegs ist und sich im Bus die langweile damit vertrieben hatte. Allerdings muss ich dazu sagen das ich erst ca 15.30 oder 16.30 Uhr nach Hause komme und ich natürlich da nicht genau weiss wie oft er dran sitzt.

(14) 23.11.19 - 02:08

"Soll ich ihn einfach einmal machen lassen und riskieren das er mit Sicherheit erstmal noch mehr schlechte Noten schreibt, um dann vielleicht von alleine aufzuwachen und zu merken wie wichtig es ist zu lernen."

Ja, übergib ihm Verantwortung und lass ihn seinen eigenen Rhythmus beim Lernen finden.Nur ganz zu Not kurz vor einer Arbeit noch "die Kartoffeln aus dem Ofen holen" und sich mit ihm hinsetzen. Wenn er selbst merkt, dass er Unterstützung benötigt.


"Oder mich weiterhin mit ihm täglich hinsetzen und teilweise mehrere Stunden mit ihm zu lernen?"

Nein, Du hast schon einen Schulabschluss und musst nicht noch einen machen ...
... und in den Fächern, wo es echte Schwächen/Lücken gibt Hilfe von außen in Form von Nachhilfe holen ... Fremde erreichen erfahrungsgemäß sehr viel mehr.

(15) 23.11.19 - 09:00

Ich würde zu erst mit den Lehrern sprechen, ggf. mit Schulpsychologe.

Woran liegt es?
Hat er Prüfungsangst?
Kommt er in der Klasse nicht gut klar?
Möchte er nicht als Streber gelten?
Leidet er selbst unter den Noten?
Ist es ihm "egal"? (das kann auch überspielen der eigentlichen Gefühle sein)

Wie verhält er sich im Unterricht?
Hat er im Unterricht den Stoff verstanden?
Kann er den Stoff anwenden?


Wie lernt er?
Welcher Lerntyp ist er?

Stundenlanges lernen bringt nichts, wenn die Methode nicht passt.
Die Menge des Lernens sollte mit der passenden Lernart zusammen wirken.

Wenig effektiv bringt mehr, als stundenlang "falsch".

Wer kann besser mit ihm Lernen?
Wäre Nachhilfe eine Idee? (welches Fach zuerst)
Hat er Lücken?

(16) 23.11.19 - 09:40

stundenlang lernen bringt nix, -- sondern TÄGLICH wiederholen... einzelne Aufgaben je Fach -- mal hier nochmal durchlesen usw....

bei uns ist Handy-Sperre drin, bis die HA fertig sind (und ich korrigiert habe -- da Junior Rechtschreibprobleme hat) ... und dann für den Tag noch passend etwas wiederholt/geübt oder gezielt auf die Arbeit in 1 woche ein paar Aufgaben gemacht wurden...

nicht stundenlang, -- sondern täglich ne halbe STunde... -- das wird langfristig mehr bringen ... aber auch langfristig erst ERfolge zeigen... --- da brauchts Geduld... aber ja: ohne Einschränkung Handy gehts ei uns auch nicht....

(17) 23.11.19 - 10:27

Ich finde, wer in der 5. und 6. (das ist ja erst der Anfang, leichter Stoff, langsames weitergehen) schon so schlechte Noten schreibt, trotz so vielem lernen (so viel habe ich im Abi nicht gelernt), gehört nicht auf die Schule.

Was ich vor einem
Wechsel aber machen würde ist, mit den Lehrern sprechen, um deren Meinung fragen, auf Tips hoffen. Eventuell wiederholen lassen.

Aber bevor mein Kind in dem Alter (& bei dem frühen Schulschluss) den ganzen Tag versaut, würde ich eine andere Schulform wählen. So wird er später keine schönen Erinnerungen haben an seine Schulzeit. Er ist noch auch ein Kind!

Nimm den Druck raus, lass ihn alleine machen und nimm sein Handy weg. Hat er überhaupt noch Zeit für Sozialkontakte?

Meine Älteste ist auf einem Gymnasium (mein Mittlerer wird es ihr gleich tun). Keiner der beiden musste je lernen. Sie lesen sich einmal am Tag die Vokabeln durch (tatsächlich im Bus), und alles was am Tag in die Hefte in der Schule überragen wurde (das machen sie nicht immer, ist mein Wunsch). Aus der Schule ist meine Große um 16 Uhr, Verabredungen und Hobbies laufen weiter.
Sollte sie mal derart lernen müssen wie dein Sohn, wäre es nicht die richtige Schule.

(18) 23.11.19 - 13:04

Mir wäre wichtig, dass er erkennt, wo die Prioritäten liegen. Bei uns auf schulischen Dingen (Lernen, Hausaufgaben, ausgeschlafen sein....), Haushaltspflichten wie Zimmer aufräumen, dann auf Hobbys wie Sport, Musik, dann auf Verabredungen und gaaaaanz zum Schluss, wenn noch Zeit ist, dann kommt das Handy an die Reihe.
Versteht er das nicht oder kann es nicht umsetzen, benötigt er Unterstützung von dir (Handy weg, auf Prioritäten hinweisen, evtl. Liste aufhängen zum Abhaken).
Anleiten, erklären, für Fragen zur Verfügung stehen, klar. Stundenlang mitlernen und danebenhocken? Nein, ganz sicher nicht.
Zum "machen lassen" klingt er in meinen Ohren überhaupt nicht reif genug. Aber ihr solltet an einer Strategie arbeiten, damit er selbstständiger wird in puncto Schule.

(19) 23.11.19 - 13:07

Hallo.

Ich habe ein ähnliches Phänomen zuhause.
Wir haben das Problem so gelöst, dass er nun einmal wöchentlich ein gutes Nachhilfeinstitut besucht - vor Schulaufgaben kann er auch gerne öfter die Woche hingehen. Somit entfällt das immense Mathe-Lernen zuhause, da ich ihm schon lange dabei nicht mehr helfen könnte (er geht jetzt in die 9. Klasse) und der Nachhilfelehrer wirklich toll erklären kann und super geduldig ist. Das Ganze ist mir sehr wertvoll, obwohl es ne ganze Stange Geld kostet.
Aber dem Jungen hilft es und der ganze Familienfrieden ist gewahrt, da er daheim nur noch für die Nebenfächer (Exen) lernen muss. Das ist dann nicht so tragisch. Da kann ich ihn abfragen und merke dann auch, ob er noch mehr tun muss, oder nicht.

Dank dieser Nachhilfe ist zuhause alles viel entspannter und er hat auch noch Zeit für seine Hobbies.
Vorher verbrachte er Zeit mit Mathelernen, was im Endeffekt auch nix gebracht hat. ER war sich nicht sicher, ob das stimmt, was er da ausrechnet. ICH konnte es ihm nicht bestätigen oder erklären, was bei uns beiden wiederum zu Spannungen führte.

Vielleicht wäre das für euch ja auch eine gute Lösung.

LG#winke

(20) 24.11.19 - 12:53

Wie wäre es denn mit professioneller Nachhilfe? Das sind ausgebildete Lehrer und wenn nötig muss man das Geld mal in die Hand nehmen.

Ich hatte damals total probleme in Deutsch und hatte ca 1 Schuljahr Nachhilfe und habe es von einer gerade so 4 auf eine 2 im Zeugnis geschafft.
Und meistens bringt es einfach mehr wenn jemand fremdes mit dem Kind lernt.

Und definitiv Handy weg.

(21) 25.11.19 - 10:37

Vielen lieben Dank für eure lieben Tipps, ich werde auf jeden Fall einige davon umsetzen ❤️

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