Aus "high need baby" wurde "high need kind"

Huhu ihr Lieben,

Wir haben drei Kinder und das erste Kind war schon von Geburt an sehr fordernd und konnte schlecht filtern,schlief unwahrscheinlich schlecht. Neulich stieß ich auf high need baby und das passt einfach so gut auf ihre baby Jahre.


Mittlerweile ist sie 7,5 Jahre alt.
An sich ein ganz tolles Mädchen!
Hilfsbereit, wenn sie will ^^
Liebt Tiere, bastelt und malt für ihr Leben gern,reitet, spielt Klavier (lernt sehr schnell, wenn sie denn lernt, ist aber auch sehr faul).

Sie ist auch gut in der Schule. Kann da ruhig sein, hört zu, wird jetzt in der zweiten Klasse 1en und 2en haben.

Und nun kommt das Aber :

Sie ist den gaaanzen Tag bei uns sooo hibbelig! Sie hüpft, rennt, lacht, redet ununterbrochen und das in einer Lautstärke.. Sie weiß zu allem etwas und alles besser. Sie erzählt die gleichen Sachen zehn Mal hintereinander.
Unsere Ohren bluten..
Das tat sie schon immer, also nicht erst seit Geschwister da sind und sie nach Aufmerksamkeit ruft oder so.

Die Geschwister sind viel, viel ruhiger. Kein Vergleich.

Nun ist es so, dass die Geschwister auch mal zu Wort kommen wollen und der Vater und ich auch. Immer und immer wieder wird sie ermahnt, wir erklären ihr, dass wir auch etwas sagen wollen, wir schicken sie auf ihr Zimmer usw.
Nichts hilft.
Und letztendlich bestehen die Wochenenden daraus, ihr immer und immer wieder zu sagen, dass sie still sein soll.. Nicht so laut, nicht so viel, nicht immer..

Das tut mir echt leid. Zumal es in ihr eines Ohr rein geht und durchs andere raus.

Sie ist viel draußen, macht Leichtathletik, reitet und übt hier zu Hause mit mir gerade kopfstand, Brücke... Wir tanzen oft, sie wird manchmal einfach um den Block für ein paar Runden geschickt. Fernsehen gibt es ca alle zwei Wochen für 40 min.

Kennt ihr so ein Verhalten?
Habt ihr noch Tipps? Sie scheint wirklich nicht anders zu können..
Adhs kann es ja nicht sein, da sie echt ruhig und still und sehr konzentriert in der Schule ist..
Einfach ihr charakter? Aber wie können wir ihr endlich verständlich machen, dass wir anderen auch existieren?
Seit Monaten versuchen wir es ihr verständlich zu machen, aber in ihrer Welt scheint es irgendwie nur sie zu geben.

Nach Tagen wie heute, wo wirklich meine Ohren bluten und ich Kopfschmerzen von ihr habe, bin ich echt geschafft.

Bitte seid nett zu mir.

„Adhs kann es nicht sein“ das ist ein Trugschluss. Adhsler sind zu Höchstleistungen fähig, wenn sie eine Sache interessiert. Wenn aber nicht, kannst du Himmel und Hölle in Bewegung setzen und sie wird es nicht machen.

Nicht, dass ich jetzt damit sagen will, dass sie es hat, aber einfach so ausschließen würde ich das nicht.

Ich habe selbst adhs.

Also wäre es auch bei so etwas Komplexen wie Schule möglich? Das ist ja nicht nur "eine Sache", sondern verschiedene Fächer,die sie mal mehr und mal weniger interessieren.
Wobei sie im Großen und Ganzen sehr gern Informationen aufnimmt und sich Wissen aneignet. Egal zu welchem Thema. Hauptsache Wissen.

Meine Schwester hat ebenfalls adhs, allerdings wurde es erst vor einem Jahr diagnostiziert. Sie wurde als Kind und Jugendliche in Heimen und Pflegefamilien rum gereicht und niemand hat die richtige Diagnose gestellt. Sehr traurig. Jetzt mit 30 kriegt sie endlich passende Hilfe.

Mein Sohn hat ADHS, gekoppelt mit einer Hochbegabung. Aufgefallen ist es erst in der 8. Klasse am Gym. Vorher haben es alle Lehrer ausgeschlossen, da er sehr gute Noten hatte und sich anscheinend konzentrieren konnte. ADHSler können sich wahnsinnig konzentrieren, wenn sie etwas interessiert. Da können sie sich regelrecht rein verlieren, dass sie so konzentriert sind, dass sie um sich rum nichts mit bekommen. Mein Sohn war bis zur Pubertät so angepasst, dass alle dachten, er konzentriert sich im Unterricht. Der Stoff flog ihm durch die Hochbegabung zu und somit merkte keiner, dass er mit den Gedanken ganz woanders war. Zuhause lies er dann das raus, was sich in der Schule angestaut hatte. Er redete ununterbrochen und auch sehr laut. Genau wie du beschreibst. War hibbelig und nur am rum wuseln. AD(H)S ist sehr facettenreich.

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Was du beschreibst, trifft zu 100% meine Tochter - bislang hielt ich das einfach für normal... Tatsächlich war sie aber auch ein sehr forderndes Baby und ist nun als Kind extrem aktiv, redet unheimlich viel, schläft spät und ist im Allgemeinen "nicht tot zu kriegen".

Allerdings dachte ich mir bislang nicht viel dabei... Ich dachte nur, dass sie eben ein sehr aufgewecktes aktives Kind ist.

Ja, das dachte ich auch bzw vielleicht ist es auch einfach so. Es ist nur zunehmend schwieriger, da sie zwei Geschwister hat und ich nicht möchte, dass die dauerhaft zu kurz kommen.
Ich möchte ihr aber auch nicht dauerhaft sagen, dass sie mal ruhig sein soll.
Wie gesagt, es geht den gaaanzen Tag so.

Gestern Abend hab ich noch Zeit nur mit ihr verbracht, weil sie ja eh immer erst gegen 22-23 Uhr schläft. Ich dachte an so etwas wie:ins Bett kuscheln und ruhig erzählen.
Aber sie entschied sich dafür, die ganze Zeit kopfstand zu machen, sich kaputt zu lachen, natürlich auch zu reden, aber eben nicht ruhig, unzählige Male vom Sofa aufs Bett zu springen usw.

Die ist von früh morgens bis spät abends unter Strom. Und manchmal finde ich sie nachts in ihrem Zimmer vor und sie spielt.

Hallo,

lies dich doch mal in Hochsensibilität ein. Ist AD(H)S in der Symptomatik sehr ähnlich, allerdings nicht wirklich anerkannt da es weder behandlungsbedürftig noch behandlungsfähig ist. Es gibt in Deutschland nur eine Handvoll gute Spezialisten dafür bei denen man wirklich eine gute Diagnostik machen kann. Die richtigen Spezialisten gehen davon aus, dass bis zu 80% der AD(H)S-Diagnostizierten in Wirklichkeit hochsensibel sind.

Das einzige körperlich nachweisliche Merkmal ist ein meist permanent erhöhter Kortisolspiegel. Heißt, dass die Betroffenen schlecht ein- und oft auch durchschlafen und unheimlich reizanfällig sind.

Wir haben auch drei Kinder, die Älteste ist hochsensibel, die anderen beiden nicht. Sie ist mittlerweile 11 Jahre alt, bis vor einem Jahr war sie auch fürchterlich hibbelig. Bei ihr liegt es daran, dass sie Eindrücke mit Bewegung verarbeitet. Jetzt tut sie das gezielt. Früher war es ein ständiges Gezappel.

Hochsensibilität bleibt lebenslang allerdings lernen die Menschen mehr und mehr damit zu leben und können mit steigendem Alter besser damit umgehen. Wenn sie die Nachteile in den Griff bekommen haben kommen die Vorteile ans Tageslicht. Toll zu beobachten bei uns grad.

Wie gesagt weiß ich nicht ob es auf euer Kind zutrifft. Aber wir haben damals Jahre gesucht bis wir endlich selber zufällig darüber gestolpert sind. Hätten wir das früher gewusst wäre unser Leben entspannter gewesen. Darum der Tipp.

Alles Gute.

Danke für diesen Tipp und deine Erfahrungen!

Tatsächlich gingen wir bei ihr als Baby von Hochsensitivität aus. Der Gedanke ist irgendwann in den Hintergrund geraten, da dieses Hibbeln und permanente Reden einen so gefordert hat. Ich werde mich da mal wieder einlesen, wie es sich bei Kindern verhalten kann. Dankeschön.

Viele ADS/ADHSler sind auch hochsensibel

sicher nicht alle
aber viele scheinen da eine deutliche Tendenz zu haben.

z.B. darf bei Kleidung kein Reißverschluss dabei sein
bei anderen Geräusche
usw.

ADS/ADHS gibt es einzeln
und/oder in Kombination. Häufig (aber nicht immer) z.B. mit Autismusformen, HB, Hochsensibilität und vieles mehr.

Sollte das eine bei euch rauskommen, solltet ihr anderes nicht ausschließen.
Letztlich geht es darum, in welchen Bereichen sie Hilfe benötigt, Hilfe bekommen kann und nicht darum eine Bezeichnung zu vermeiden.


Wenn deine Schwester ADHS hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass deine Tochter (und vielleicht sogar weitere deiner Kinder) Adhs oder Ads haben.

ADS fällt oft noch länger nicht auf, denn brave Kinder sind ja schon brav.
Dass sie selbst darunter leiden und andere Probleme haben, wird kaum gesehen. Sie sind ja brav.

Hallo,

so wie du deine Tochter beschreibst klingt es für tatsächlich weitestgehend nach ihrem Charakter.

Da sie aufmerksam und gut in der Schule ist, finde ich das an sich auch nicht „schlimm“. Sie eckt mit dieser/ihrer Art nicht an oder fällt negativ auf in dem sie den Unterricht/andere Kinder stört oder sich selbst dadurch ablenkt (wodurch sie den Stoff nicht richtig mitbekommt und ggf. schlechtere Noten resultieren könnten).

Das es für euch daheim natürlich „zwischenmenschlich“ schwieriger ist verstehe ich. Bei aller Liebe zum Kind und bei allem Verständnis und allem „sie ist doch ein Kind“ irgendwann wird es anstrengend und kann auch nervig werden - für alle!
Ich würde beides aktiv angehen. Je nachdem wie euer Tagesablauf ist und ob es so zu sagen Zeiten gibt wo es besonders stark ist (z.B.: nach der Schule weil sie alles los werden muss was an dem
Tag passiert ist - bis ins kleinste Detail) würde ich da (wenn möglich) ansetzen.
Bsp.: Sie kommt aus der Schule und ihr setzt euch hin und sie darf erstmal für X Minuten (Wecker stellen oder Sanduhr) erzählen. Und du hörst aktiv zu - auch wenn es (für dich) absolut belanglos ist!

Und umgekehrt natürlich auch: Im laufe des Tages stellst du ihr eine Sanduhr und in dieser Zeit ist sie tatsächlich mal ruhig! Sie kann sich natürlich beschäftigen aber eben leise/ruhig ohne rumhüpfen/sprechen. Fangt mit 1-2 Minuten an und dann langsam, nach und nach steigern. Gib ihr Zeit zu lernen eben mal „ruhig“ zu sein. Ich denke anfangs wäre es vielleicht hilfreich, wenn ihre Geschwister nicht in der Nähe sind bzgl. Aufmerksamkeit, wenn diese dann in der Zeit mit dir sprechen!? Sofern du da einen Zusammenhang vermutest.

Gibt es (abends) gemeinsame Mahlzeiten (ist ja nicht immer möglich durch Arbeitszeiten, Schichtarbeit etc.)? Wenn ja, nutzt diese Zeit als „Familienerzählzeit“. Nehmt einen kleinen Gegenstand (ein Stein, ein Teelicht im Glas...) und wer den „Erzählstein“/das „Erzähllicht“ hat spricht. Alle anderen sind ruhig! Auch keine Gegenfragen! Jeder eine Sache, dann geht es weiter, immer rei um. Anfangs ist eine klar gestellt „Frage“ hilfreich auf die man kurz mit wenigen Worten antworten kann, z.B.: Was gab es heute zum Mittagessen? (Wenn unterschiedlich gegessen wird - Kantine, Schule, Kita). Was war heute das Beste? War heute nicht so schön?

Autofahren könnte man auch zum „üben“ nutzen. Je nach Entfernung und ob sie den Weg kennt vereinbart ihr Punkt „... bis zur Tankstelle“ sind wir alle ruhig, „...bis zum Ende dieses Liedes, weil ich das gerne mag und anhören möchte!“ usw.!

Man soll ihr ja nicht verbieten zu sprechen oder dergleichen - absolut nichz aber eine Dauerbeschalung ist langfristig eben anstrengend.
Es ist doch wie immer ein „geben & nehmen“ - Kind muss lernen auch mal ein paar Minuten am Tag leise zu sein, zuhören lernen wenn andere sprechen und akzeptieren das eben auch andere (Eltern/Geschwister) auch erzählen wollen/dürfen und als Eltern hört man aber auch bewusst zu - egal wie belanglos es für uns auch scheint!

Alles Gute euch

Danke für deine Ideen.

Abendessen gibt es immer zusammen. Die Idee mit einem Stein ist gut. Werden wir ausprobieren.
Wenn wir so etwas ähnliches bisher gemacht haben und die Geschwister mal erzählen, fängt sie an rum zu hibbeln und meldet sich und wackelt auf dem Stuhl rum. Als würde sie fast platzen vor Anspannung, weil das, was sie in dieser einen Minute sagen möchte, uuuunbedingt jetzt sofort raus muss.


In ihrem Zimmer kann sie sich gut beschäftigen - aber umso bald Menschen bei ihr sind, wird nonstop geredet.


Ich möchte aber auch nicht, dass es hier falsch rüber kommt :ich liebe sie unglaublich doll und sage es ihr auch täglich mehrmals. Ich finde, sie ist ein toller Mensch. Nur eben auch sehr anstrengend und ich habe eben auch noch Verantwortung den anderen und mir gegenüber, dass wir nicht zu kurz kommen.

Vielleicht etwas am Thema vorbei aber ich bin grad geschockt über die 40min Fernsehen alle 2 Wochen ?!?! Es gibt soo tolle Sendungen für schlaue Kids über Gott und die Welt. Vielleicht entspannt sie sich dabei. Natürlich in Maßen.

Stimmt. Meine grosse (6jahre) will auch dauernd Action genau wie das Kind der te, kann sich aber gleichermaßen stundenlang hinsetzen und malen, basteln, puzzeln usw, sie darf nach dem Mittagessen dann immer 15-20 min Fernsehen, in der Zeit wo ich die kleinen ins Bett bringe und kommt dadurch tatsächlich runter.
Und es hat auch nicht unbedingt was mit highend Baby zu tun dass deine Tochter (an die te gerichtet) so ist, meine war ein sehr pflegeleichtes Baby, hat nie geschrien und relativ früh durchgeschlafen.

Ehrlich gesagt, machen wir immer lieber andere Sachen. Also der Fernseher bleibt nicht aktiv gesteuert aus, sondern der Tag vergeht mit anderen Sachen und dann ist auch schon abends 😅

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Du beschreibst meine Tochter genau. Sie ist ebenfalls 7,5 Jahre und in der 2.Klasse. ;-)
Allerdings hat sie zwei große Geschwister (14&16) und wir haben irgendwann beschlossen, dass jeder von ihnen Exklusivzeit mit einem Elternteil bekommt.

Wir waren mit ihr mehrfach im SPZ. Diagnose: Gesamtüberempfindlichkeit
Wir wollen dieses Jahr eine sensorische Therapie beginnen.
(Das sie hochsensibel ist war uns schon als Baby klar, da sie auffällig anders im Vergleich zu den Geschwistern war.)

In der Schule gehört sie zu den guten Schülerinnen. Zuhause läuft sie beim Lesen auf und ab. Auf sämtlichen Stühlen auf denen sie sitzt liegt ein Ballkissen, weil sie so Hummeln im Hintern hat.
In der Freizeit macht sie seit 4 Jahren Ballett und seit 2 Jahren Leistungsturnen.
Mein Mann geht regelmässig mit ihr in den Wald (wohnen am Waldrand) um zu schnitzen, dabei kann sie sich sehr gut entspannen. Und wir gehen viel Schwimmen, dass scheint ihr auch zu helfen den Kopf frei zu bekommen und ausgeglichener zu sein. Wenn wir erkältungsbedingt nämlich mal was ausfallen lassen müssen, dann ist sie sehr unausgeglichen...

Falls du auf FB bist, dort gibt es Gruppen für Eltern von hochsensiblen Kindern. Der Austausch ist wirklich sehr nett.

Hallo,

AD(H)S kann verschiedene Ausprägungen haben und sich in unterschiedlichen Situationen verschieden zeigen.
Es gibt die drei Säulen Konzentrationsprobleme, Impulsivität und Hyperaktivität.

Unser Sohn (10) hat z.B. eigentlich die Träumer-Variante ohne Hyperaktivität. Das heißt aber nicht, dass er nicht auch aufdrehen kann.
Leute ohne Ende zu texten, auch wenn es zum 10. mal das gleiche ist, kann er auch.
Er kann sich 1a konzentrieren, wenn ihn etwas interessiert. Dinge, die ihn nicht interessieren, kann man ihm ca. 100 mal erzählen bis sie hängen bleiben.
In der Grundschule war er bei der einen Lehrerin kreuzbrav. Sie sagte, er sei einer der angenehmsten Jungs in der Klasse, ein ganz lieber, freundlicher Kerl.
Bei einer anderen Lehrerin war er das Kind, das am häufigsten vor der Tür landete und rotzfrech. #schwitz

Eventuell ist es bei Eurer Tochter auch so, dass sie zu Hause so aufdreht, weil sie sich in der Schule so sehr zusammenreißt, um nicht negativ aufzufallen.
Bei den anderen Mädchen ist man nicht gerade gut angesehen, wenn man durch die Gegend flippt und Blödsinn macht. Die Lehrerin mag auch lieber ruhige, brave Kinder.

Wenn Euch ihr Verhalten zu Hause so sehr belastet, würde ich mal einen Kinderpsychiater konsultieren, und zwar am besten einen, den Ihr Euch empfehlen lasst.
Bei SPZs weiß man nie, an wen man gerät.

LG

Heike

"Adhs kann es ja nicht sein, da sie echt ruhig und still und sehr konzentriert in der Schule ist.. "

Falsch! Das kann es erst recht sein!

Ich habe adHHHHHHs und kam bis Oberstufe Gymnasium ohne Medikamente.

Wie? In der Schule habe ich Sequenzenartig gut aufgepasst. Durch die HB konnte ich viel aufsaugen. Durch das ADHS aber nur bruchstückhaft.

Da die Schule interessant war, spannend und ich endlich input bekam, hielt ich mich an die Regeln. RUHIG, SITZEN, Mund halten!

Zu Hause ging dann die Post ab!

Wie eine Sprungfeder, die man morgens zusammendrückt und mittags wird sie losgelassen.
Ich wurde in Form gepresst und hüpfte dann los.



Nein, Mädchen sind NICHT seltener betroffen!
Sie können es nur sehr viel besser kompensieren.


Lebhafter Junge, der lebhafter ist als andere: anstrengend. => Diagnose
Ruhiger Junge: hui, hier läuft was schräg => Diagnose

lebhaftes Mädchen mit adHHHs : na ja, ist halt wie ein Junge, schön, dass sie sich austoben kann => KEINE Diagnose, keine Hilfe

ruhiges Mädchen, das zwar Stunden für Hausaufgaben braucht, vor leeren Blatt sitzt und träumt => KEINE Diagnose, keine Hilfe
sie ist eben ruhig, verträumt und soooooo brav



Die meisten Mädchen bekommen ihre Diagnose
a) wenn Brüder ihre Diagnose bekommen und Eltern dadurch lernen, welche Facetten ADS/ADHS eigentlich hat

b) als Erwachsene, wenn eigene Kinder eine Diagnose bekommen, sie sich dann mit dem Thema befassen und feststellen, wie viele in der Familie sich doch in wesentlichen ADS/ADHS Punkten ähnlich sind :-p

Mein Sohn war genau so. Er hat ADS.;-)

Darf ich dich fragen, wie genau da die Diagnostik aussieht? Das kommt wohl die Tage auf uns zu.
War/ist dein Sohn auch aggressiv?

Nein, mein Sohn war noch nie aggressiv. Im Gegenteil.....#zitter Er ist eher übersensibel und äußerst empathisch. Hat sich schon in der ersten Klasse um den Weltfrieden gesorgt.#schwitz

Die Diagnose wurde von einem Kinder- und Jugendpsychiater gestellt. Glaube, wir waren damals 2 - 3 mal dort bei diversen Testungen.

Mach dir keine Sorgen. Wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Ich kann mir durchaus vorstellen, was alles in dir vorgeht.

Wir haben auch wirklich harte Jahre hinter uns. Mein Sohn tat sich unheimlich schwer Freunde zu finden. Er merkte schon früh, dass er einfach anders tickt als andere Gleichaltrige. Das machte ihn schon seit der Grundschule zum Außenseiter, worunter er sehr litt und sich oftmals absichtlich zum Klassenkasper machte, nur um "bemerkt" zu werden.

Nun ist er ein Teenager. Er ist noch immer eher der Einzelgänger - unabsichtlich.... wie seit Jahren. Aber er hat gelernt damit zu leben. Oft tut er mir leid deswegen. Er wäre eigentlich ein echtes Herdentier. Aber ich merke selber, dass andere Jugendliche andere Wertvorstellungen haben als er..... Daran scheitert es meistens, dass echte Freundschaften geschlossen werden könnten.

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Ich fühle so sehr mit dir, denn du beschreibst mein Kind. Genau die gleiche Konstellation mit zwei Geschwistern. Und wir sind hier am Ende unserer Kraft.
Es geht so weit, dass ich gerade den dritten Termin bei der Erziehungsberatung mache. Gleichzeitig werde ich morgen einen Termin bei unserem KiA ausmachen, um über eine Überweisung zum SPZ zu sprechen. Wenn beides - Erziehungsberatung sowie Diagnostik - nichts bringen, werde ich eine Familienhilfe beantragen.
Wir lieben dieses Kind mit unserer ganzen Seele, aber wir können nicht mehr. Es gibt Tage, da sind wir nur noch am schreien. Wir gehen in einer Art mit unserem Kind um, wie wir es niemals wollten.
Sie ist wundervoll - sehr intelligent, sozial, empathisch, kreativ, ein Wirbelwind. Und sie verhält sich furchtbar. Schimpfwörter fliegen den ganzen Tag hin und her, sie verhält sich aggressiv und den ganzen Tag wird geschrien, gehibbelt, getrampelt und gerannt... in der Schule ist sie eine der Besten, wenn nicht die Beste in der Klasse (sie wurde letztes Jahr eingeschult). Sie ist beliebt bei Lehrern und Mitschülern. Nur zu Hause verhält sie sich unter aller Kanone und nichts, was wir tun, fruchten.
Familienkonferenzen, bedürfnisorientierte Erziehung, konsequentes Handeln, Ermahnen, drakonische Strafen - nichts bringt Erfolg. Wir sind wirklich am Ende unseres Lateins.
Also ja, ich fühle mit dir. Wenn Eltern kein solches Kind haben, ist das Geschrei nach einer konsequenteren Erziehung immer groß. Ich war selber immer so und habe gedacht, och, da muss man doch nur konsequent sein. Aber so einfach ist es nicht. Definitiv nicht.

Alles Liebe!

Ich persönlich kann mit dem Begriff High need Baby nicht so viel anfangen, weil ich denke, dass das meiste davon jede Mutter oder jeder Vater mit einem Baby kennt und dass die meisten Babys mehrere Zeiträume durchlaufen in denen sie ihre Eltern förmlich aussaugen und an den Rand der Kräfte bringen. Die meisten Babys sind nicht genügsam und dauerfröhlich. Und wenn bei uns in der Krippe damals ein Baby sehr ruhig war, haben wir uns eigentlich mehr gefragt, ob irgendwas mit ihm nicht stimmt, als wenn es fordernd und laut war.

Mit Dreien hat man vielleicht einen Vergleich und da gibt es immer das ruhigere oder das lautere Kind, aber vielleicht ward ihr beim ersten einfach auch noch viel unsicherer und unerfahrener und das war eben aktiver und das kam alles zusammen. Ich hatte jedenfalls auch ein anstrengendes Baby, dass trotzdem ein liebes fleißiges konzentriertes und nicht hyperaktives Schulkind ist. Ja, manche Kinder sind halt fordernder als andere. Bei manchen sitzt man länger daran sie gesellschaftstauglich zu machen... Ich denke aber, dass nicht alles und jedes ein diagnostizierbares Syndrom oder eine Störung oder eine Krankheit ist.

Ein untypischen ADHS Verlauf wäre eine Möglichkeit. Das solltet ihr einfach mal beim nächsten Kinderarzt Besuch ansprechen. Ansonsten denke ich - solange keine gravierenden Schulprobleme auftreten - würde ich eher davon ausgehen, dass sie eben ein aktives, lebhaftes und sehr redebedürftiges Kind ist. Und das kann sich auch noch ein wenig auswachsen. Das man mit 7 noch nicht immer still sitzen und ruhig sein will, aber es ja offenbar ausreichend in der Schule klappt, finde ich noch im Rahmen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass nur Leute, die kein solches high need Baby hatten, sagen können, dass es so etwas eigentlich gar nicht gibt.

Ich denke Du verstehst mich falsch. Ich hatte so ein Kind dass die ersten 1 1/2 h Jahre mehr gebrüllt hat als ruhig war und wo ich teilweise mit 2 h Schlaf auskommen müsste. Man könnte locker sagen Schreikind oder High need Baby.....aber was bringt einem das? Deswegen das Kind sein ganzes Leben lang zu stigmatisieren...

Im Nachgang würde ich einfach sagen, ich wusste damals nicht, dass sie wahrscheinlich Schmerzen hatte. Heute bewerte ich die Situation von damals anders....sie war eben nicht ganz gesund auf die Welt gekommen. Aber das Problem war nicht, dass sie Fordernd war. Das war nur das Symptom. Und für mich beschreibt der Begriff nur Symptome. Ein Kind mit Koliken kann sich genauso verhalten.

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Also meine große ist auch so...aber! sie kann sich sehrwohl zurück nehmen....seit sie in die Schule geht sowieso....an regeln halten usw ist ihr sehr wichtig (bei spielen versucht sie aber wie jedes Kind auch zu mogeln usw)
Gerechtigkeit ist so ihr Steckenpferd.... high need + hochsensibel.

Bei eurer Maus würde ich ADHS ehrlich gesagt garnicht ausschließen....so ohne es mal checken zu lassen sowieso nicht.

Mein Sohn ist genauso....inkl Gefühlsstark, sehr schöne Sache...^^
Bei ihm vermute ich auch eine ASS, das werden wir checken lassen bevor ich sage "so isser halt"

Ich verlass mich da etwas auf mein Mama gefühl und wenn mir dieses sagt "da ist was" dann vertrau ich darauf und geh dem nach....also hör in dich rein, ist da was? Oder ist es doch im rahmen und normal? :)

LG