BW- weiterführende Schule/Abitur ,wie entscheiden

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Guten Morgen!

- Achtung..lang und wahrscheinlich verwirrend-

Bundesland :BW

Meine Tochter (10 J/4 Klasse/wurde aus gesundheitlichen Gründen vor der Einschulung zurück gestellt) steht nun vor dem Übertritt.
Sie selbst möchte so gerne auf das Gymnasium.

Vorweg: Ich selbst habe erst Haupt und dann Realschule gemacht. Dann zwei abgeschlosse Ausbildungen. Und alles über Umwege. Allerdings in einen anderen BL. Das System in BW blicke ich nicht ganz.
Ihr Vater hat einen Hauptschulabschluss.

Egal welchen Weg sie geht,wir akzeptieren jeden und unterstützen sie. Gerade mein Ex,ihr Vater, verteidigt auch die Hauptschule, weil er weiß das ist keine Einbahnstraße.Er arbeitet inzwischen an mehreren wichtigen Projekten mit seinem Chef zusammen.

In der dritten hatte sie ein reines 2er Zeugnis. Leider war nicht ersichtlich ob es knapp an einer 3 vorbei ist. Sie hat sehr viel rausgeholt durch gute Heftführung und nochmal mündliche Vorträge. Vorallem in Deutsch. Aufsatz und Diktat immer Note 4,sie schrammt jedesmal knapp an der 3 vorbei. Aber holt dafür in Deutsch an anderer Stelle die 1er und 2er wieder rein.

Alle Noten sind hart erarbeitet von ihr. Zufliegen tut ihr leider gar nichts.

Größtes Problem:
- Deutsche Rechtschreibung ,Lesen unbekannter Texte sehr holprig. Aber ein ausgezeichnetes Leseverständnis,kann wichtige Sachen sehr gut rausfiltern und sich merken.
- Bekannte Texte liest sie sehr flüssig und ordentlich
- Aufsätze Katastrophe, viel Phantasie,hat viel zu schreiben aber kann es nicht zu Papier bringen
- Englisch, sie mag Fremdsprache aber sie macht und tut und es kommt über keine 3 hinaus,mit Glück eine knappe 2.

- Sachkunde,da muss ich mit ihr nur üben und abfragen,das ist genau ihr Interessengebiet. Sie saugt alles auf wie ein Schwamm was die Lehrerin erzählt.

- Mathe läuft inzwischen von alleine. Mit mündlicher Subtraktion tut sie sich etwas schwer aber hat den Bogen jetzt raus. Dafür ist sie in Geometrie eine der Besten.

Sport Musik und Kunst. Kein Überflieger,klassische 2er und 3er. Beim Sport seufzte die Lehrerin nur:"Immerhin sei der Wille da sich zu verbessern,darum gibt es die 3"

Sie ist langsam im Unterricht, sehr langsam und es kommen noch viele andere Dinge zusammen.

Ganz wichtig :"Sie möchte lernen...Sie hatte beim Kinderarzt einen Nervenzusammenbruch und lag quasi weinent in seinen Armen und hat immer wieder gesagt,das sie lernen möchte,das die Schule ihr Spaß,das sie inzwischen gerne hingeht aber sie kann nicht lernen oder erlentes richtig umsetzten. Und versteht nicht warum. "


Sie ist auch schon sehr selbstständig in sehr vielen Dingen,wo die Lehrerin wiederum sagt,für Gymnasium sehr wichtig und gut.

Aber eben dieses langsame denken und handeln, das noch extreme verspielt sein steht ihr im Weg. Und sie denkt unglaublich kompliziert. Manches mal kann es so einfach sein aber sie denkt zu abstrakt und kompliziert.

IQ wurde vor Schuleintritt ,spielerisch ermittelt. Ganz normaler IQ ohne irgendwelche Besonderheiten.

Inzwischen steht ADS /Asperger im Raum. Wundern würde es niemanden mehr.
Bei ADS erfüllt sie 90% der Punkte die dafür sprechen.
Bei Asperger bin ich skeptisch.

Ich habe mit ihr schon Lernstrategien erarbeitet.

Termine beim Kinder/Jugendpsychologen ist sie bei mehreren auf der Warteliste,irgendwann nächste Jahr ,wie auch beim SPZ die sie kennen.

Das alles spricht für mich das,sie sich auf dem Gymnasium kaputt machen würde.

Realschule könnte sie laut Lehrerin schaffen. Aber angeblich kann man da nach kein reguläres Abitur in BW machen.
Sondern nur ein Berufsbezogenes.
Für ihren Berufswunsch bräuchte sie aber das normale reguläre,zentrale Abitur.
Vorteil: Die Schulen sind nur 15 Minuten entfernt.

Wir haben auch eine gute Gemeinschaftsschule. Dort könnte sie auch hin. Wenn man einen Platz bekommt. Da heiß begehrt.
Hier könnte sie Haupt/ Realschule besuchen und dann,nach der 10 Klasse auf dem Gymnasiumszweig einer Gemeinschaftsschule wechseln. Voraussetzung, ist Französisch als zweite Fremdsprache ,durchgehend ab Klasse 6(war es glaube ich) und natürlich die entsprechenden Noten.
Und dann 3 Jahre auf dem Gymnsium ein normales Abitur machen.
Nachteil: Sie braucht über eine Stunde zur Schule hin und über eine Stunde zurück.

Was ich nicht verstehe warum das nicht mit der normalen Realschule geht? Ich finde darüber nichts.

Könnt ihr mir Bitte auf die Sprünge helfen?

Vielleicht hat hier jemand Erfahrungen? Wessen Kind ist auf einer Gemeinschaftsschule oder war auf einer und hat dann Abitur gemacht? Oder nach der Realschule, das Abitur gemacht?

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Ich kann zu den Weiterbildungsmöglichkeiten in BW nicht viel sagen.

ABER: so wie du deine Tochter beschreibst, würde ich eher zu Realschule neigen statt Gymnasium. Wenn sie sich jetzt schon alles hart erarbeiten muss, wird das im Gymnasium nicht besser (ich war in Bayern auf dem Gymnasium damals, weiss nicht ob man das nun so gut vergleichen kann).
Allenfalls Gemeinschaftsschule. Da würde mich der lange Schulweg allerdings abschrecken. Und wenn ihr Englisch schon nicht zufällt, wird das mit Französisch auch nicht einfach.
Das Kind soll ja auch irgendwo noch Kind sein, das Leben muss sich mit 10 doch nicht nur um die Schule drehen und den möglichen späteren Beruf. Bildung ist super wichtig, keine Frage! Mit Realschule kommt man aber doch auch sehr weit. Und bis deine Tochter mit der Realschule fertig wäre, ändern sich vielleicht auch noch sämtliche Weiterbildungswege und/oder ihr Berufswunsch.
Nur so meine Gedanken, vielleicht war ja was nützliches dabei.

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Hallo!

Ich bin auch überzeugt, daß sie sich auf dem Gymnasium kaputt macht und sage ihr immer wieder egal,welcher Weg,sie bekommt immer unsere Unterstützung.

Vielen Dank für deine Antwort

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Hallo,

um nach der Realschule das normale Abitur machen zu können braucht sie den so genannten Q-Vermerk. Also einen bestimmten Schnitt nach der Abschlussprüfung der 10. Klasse.

Bei uns in NRW liegt dieser bei 3,0 in den Prüfungsfächern und in den weiteren Fächern.

Das wird in BW sicher ähnlich sein.

Ohne den Q-Vermerk geht tatsächlich nur Fachabitur mit einer bestimmten Fachrichtung und verpflichtendem Praktikum.

LG
Tanja

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Hallo!

Davon habe ich noch nie gelesen aber werde mich erkundigen.

Danke für den Hinweis.

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das ist ein BW und bayern ganz anders, erst mal braucht man einen schnitt von 2,66 in den Hauptfächern, um dort überhaupt hingehen zu können.
und um nach der RS ins Gymmi zu können siehe Anhang, es muss aber immer eine 2 Fremdsprache vorhandenen sein und alle Sprachen Deutsch, englisch und.... werden bewertet

https://km-bw.de/Kultusministerium,Lde/Startseite/Schule/Anschlussmoeglichkeiten

Zwischen RS und Gymmi ist in den ersten 2 Jahren sogut wie kein Unterschied, Aus der Hausptschule iist die Chance eine Weiterbildung zu machen in BW und Bayern sehr gering

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Was spricht gegen die Gemeinschaftsschule ? Da kann sie sich in Ruhe entwickeln und ihre Stärken suchen.
Eine Stunde Schulweg sind zu lange. Inbesondere ADSler brauchen einfach Zeit für sich selbst und Zeit um zu lernen.
Genau darüber würde ich auch mit ihr sprechen.
An einer Hauptschule wird sie sich wahrscheinlich unterfordert fühlen und ein ADSler der sich langweilt, der hat überalll schlechte Noten..

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Hallo! Danke fürs deine Antwort.

Die Hauptschule ist in der Gemeinschaftsschule zusammen mit der Realschule und eine Stunde entfernt.

Die Entfernung ist tatsächlich das was mich und meinen Ex schwanken lässt.

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Fährt ein Bus regelmäßig zu machbaren Zeiten hin und zurück und kann sie da sitzen? Wenn ja, ist das kein negativer Punkt Ich hab immer 45 Minuten bei der Fahrt zur Schule im Bus gelernt als Vorbereitung für die Stunden und meine HA schon versucht im Bus zu lösen. So kam ich eigentlich prima klar.

Ich sehe sie auch eher auf der Realschule oder Gemeinschaftsschule.

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ich habe zwei Kids auf dem Gym. - So wie Du Deine Tochter beschreibst, wird sie dort nicht glücklich. Meine Kids sind super fit, aber faul oder unstrukturiert - und mühen sich deswegen nur unter Protest mit dem Pensum ab, damit einigermassen gescheite Noten bei rauskommen. -- ohne Druck meinerseits geht aktuell leider gar nix. - Schule auf der Real locker flockig würde ihnen bestimmt mehr Spaß machen bzw. mehr Raum für andere Dinge in der Freizeit lassen. sie wollten beide dahin, -- hatten super Notenschnitte und wäre es nach mir gegangen, hätte ich sie auf die Real gelassen -- sie selbst aber auch der Papa waren aber immer für Gym. -- tja ... jetzt haben sie den Salat.

Lass sie Real machen und dann je nach Interesse auf den weiterführenden Gymnasien falls sie will das Abi/Hochschulreife machen.

ich selber bin rückblickend sehr froh darüber, dass ich auf der Real war, dann im WG mein Abi gemacht habe - bin heute im kaufmännischen Bereich. Bei uns gibts sogar ein SG, dass in die sozialrichtung geht, - oder TG für technisch interessierte. -- ich finde das Abi auf der Fachschule je nach Neigung super.

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Habt ihr sie mal auf LRS testen lassen? Das vergessen die Grundschulen ganz gern.

Hätte sie LRS, bestünde eine Möglichkeit mit sehr viel Mühe, Nachteilsausgleichen, Notenschutz und auch der Lerntherapie eine höhere Schule zu besuchen.
Sonst beschreibst du dein Kind eher nicht so, als ob Gymnasium möglich wäre.

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Da sind wir (wieder) dabei. Anscheinend war die erste Testung nicht richtig durch geführt. Jetzt lassen wir es woanders machen und holen eine zweite Meinung ein. Ich selbst habe eine isolierte LRS,diagnostiziert bekommen als ich über 30 Jahre alt war. Das hat sehr vieles für mich erklärt.

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Ich verstehe gerade überhaupt nicht, wo das Problem ist, davon hab ich noch nie gehört.
Ich wohne in Ba-Wü, und hier machen viele nach der Realschule normales Abitur. Bei meiner Schwägerin ist das schon 30 Jahre her, aber auch jetzt sollte das, zumindest, wenn sie Französisch wählt und damit zwei Fremdsprachen hat, kein Problem sein.

Mein erster Gedanke bei der Beschreibung deiner Tochter wäre jetzt jedenfalls Realschule gewesen. Mein Mittlerer (leichtes ADHS, LRS) geht zur Realschule, plant danach aber das Technische Gymnasium.

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Hallo!

Ich kenne das System in BW zwar nicht, hab aber das hier gefunden:
https://www.bildungsnavi-bw.de/
demnach kann man an einem beruflichen Gymnasium sehr vor die Allgemeine Hochschulreife erlangen.
Ich würde an Eurer Stelle zur Realschule tendieren, aber was sagen denn die Lehrer?

LG

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Ich habe zwei Kinder, eins auf dem Gymnasium und das andere auf der Realschule und beide sind goldrichtig auf ihren Schulen.

Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen, wähle die Realschule, weil du dort dein Kind unterstützen kannst. Und wir wissen ja alle, wie relevant das Elternhaus für den Schulabschluss ist. Und nach der Realschule kann sie ja in den Abiturjahrgang wechseln. Am Gymnasium, oder besser an die Berufsschule.

Mit 16 sollte sie dann alleine, also ohne deine Hilfe, den notwendigen Schulstoff zu lernen.

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Hi,
selbstverständlich kann sie mit einem Realschulabschluss ein reguläres Abi machen. Der Knackpunkt ist die 2. Fremdsprache, zu lösen, indem sie Französisch und nicht AES oder Technik wählt. Damit hat sie dann dieselbe Anzahl an Schuljahren in der Fremdsprache wie ein Gymnasiast nach der 10.. Alternativ kann sie aber auch eine zweite Fremdsprache am berufsbezogenen Gymnasium wählen, oft ist das Spanisch.
Ich sehe in der Beschreibung deiner Tochter keine Gymnasiastin, noch nicht. Die GMS wäre natürlich eine Alternative, die Fahrstrecke würde ich ihr im Leben nicht antun, geht auch damit einher, dass sie dann einen Freundeskreis hat, der weit weg wohnt. Außerdem wird sie dort eher keinen Platz bekommen. Wenn die Schule einen guten Ruf hat, wird sie beliebt sein und von den Kindern frequentiert, die dort dem Sprengel angehören. Um ein Abi zu machen, muss sie auf keinen „Gymnasiumzweig“ der GMS wechseln, denn den haben die allerwenigsten GMSen in BaWü. Entweder sie arbeitet dort generell auf E-Niveau (Gym), wird damit in der 10. versetzt, dann hat sie die mittlere Reife in der Tasche und kann mit entsprechendem Schnitt auf ein Gymnasium wechseln (Vorsicht bei der Wahl der Profilfächer!) oder sie arbeitet auf M-Niveau und macht die Prüfung für den Realschulabschluss, s.o. Im Frühjahr sind doch sämtliche Infoveranstaltungen, da würde ich an deiner Stelle hingehen, denn dort wird alles erklärt. Grundsätzlich gilt „kein Abschluss ohne Anschluss“, sprich, der nächsthöhere Abschluss ist erreichbar, sofern man das nötige Zeug dazu mitbringt.

vlg tina