Das Problem mit dem Problemkind

    • (1) 16.09.11 - 09:36

      Ein Artikel auf spiegel.de

      Max, 12, gilt als sexuell auffällig, als gefährlich. Er lebt in einer geschlossenen Einrichtung, 700 Kilometer von der Großmutter entfernt, seiner einzigen Bezugsperson. Muss man den Jungen vor sich selbst schützen - oder die Gesellschaft vor ihm?

      http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,786424,00.html

      Wie seht ihr das? Hat das Jugendamt zu überschnell reagiert? Wird nun daran rumgemeckert nach dem Motto das arme Kind - holt es da raus - und später nach dem Motto, hätte man nicht etwas tun können "falls" etwas passiert? Wird diesem Jungen überhaupt noch die Chance gelassen ein normaler Mensch zu werden, oder ist ihm mit diesem Schritt in diese geschlossene Gruppe nun völlig verbaut?

      Ich für meinen Teil sehe es sehr zwiespältig. Auf der einen Seite, finde ich es gut, wenn anderen Kindern vor solchen übergriffen geschützt werden oder versucht wird, schon früh gegen solche sachen zu wirken.
      Auf der anderen Seite, ist da ein Junge, der eine sehr schlimme Kindheit hatte - und Kinder sind nunmal die Produkte ihrer Eltern. Weggesperrt, darf nicht mal ein Buch lesen ohne einen Antrag zu stellen und weit weg von der letzten Person die ihm ein wenig halt gegeben hat - ob das förderlich ist, bezweifle ich.

      Also, wie denkt ihr darüber?

      • Erschreckend, dass es solche Einrichtungen ueberhaupt gibt!!...

        Hallo Fionala!

        Zuerst einmal muss ich zeitblom zustimmen, ich habe auch zum ersten Mal von solch einer Einrichtung gelesen#schock.

        Nun ja, ich halte nun ausgerechnet den Spiegel nicht für die seriöseste Quelle, m. E. sind das Aufbauscher wie die von der Bild.
        Zum dargestellten Fall von Max, weiß man nun nicht wie viel davon wahr ist und wie viel dazu gedichtet wurde.
        Merkwürdigerweise hatten fast alle Täter von vergewaltigten und/oder umgebrachten Kindern, eine "schlechte" Kindheit. Wie es ausschaut ist man im Falle von Max ziemlich sensibilisiert und versucht evtl. ein Exempel zu statuieren, damit nachher niemand sagen kann: Ach hättet ihr doch nur.

        Ich finde auch, dieser Junge hat (also falls dieser Bericht stimmt) Probleme und mit Sicherheit gehört er therapiert. Ob diese Therapie in einer geschlossenen Einrichtung wie dieser stattfinden muss, kann ich nicht sagen...das können wohl nur Experten.
        Loli

        Es gibt Jugendliche, wie dieser Max, die eben wirklich gefährlich sind. Klar will die Oma das nicht wahrhaben.

        Immerhin hat man in der jetzigen Einrichtung eine 50%-Erfolgsquote. Was wirklich viel ist, wenn man bedenkt, dass da nur die harten Fälle hinkommen.

        Gruß

        Manavgat

      • Ich denke für einen Zwölfjährigen hätte sich eine andere Lösung, in der Nähe der einzigen Bezugsperson ( Oma )finden lassen, wenn man gewollt hätte.
        In diesem Alter ist man in einer derartigen Einrichtung fehl am Platz.

        • ich befürchte, dass wir das gar nicht wirklich beurteilen können. Leider gibt es 12-jährige, die 6-jährige auf dem Spielplatz vergewaltigen. Ich habe da mal eine sehr schockierende (Langzeit-)Reportage über eine Einrichtung gesehen, die diese Jungs versucht zu therapieren. Da war einer dabei, der hat alle an der Nase rumgeführt, brav Therapie gemacht. Wenn Du den gesehen hast, der war so symphatisch! Und seine Mutter (die blöde Kuh) hat ihn dann doch - trotz sämtlicher eindringlichen Warnungen - die kleine Schwester beaufsichtigen lassen. Mit den zu erwartenden Folgen.

          Solche gefährlichen Kinder (sehr, sehr selten aber es gibt sie) kannst Du nicht bei Omma wohnen lassen!

          Gruß

          Manavgat

          • Und?


            Weil es so etwas möglichweise gibt und es darüber auch einmal eine Fernsehreportage gab, muss das auf den 12-jährigen Buben zutreffen?

            Sollen alle Kinder, die mal die Hose runterziehen, in eine derartige Sicherheitsverwahrung? Und es handelt sich hier um ein Kind.

            Wo leben wir eigentlich? Ist das noch Rechtsstaat?

            • Hat sie doch auch gar nicht gesagt, daß dieser Junge genauso ist.

              Es zeigt ja nur, daß es traurigerweise solche Kinder wirklich gibt.

              Und ich glaube, daß man sich einfach innerlich wehrt, das zu glauben, weil man es gar nicht glauben will und sich nicht vorstellen kann, weill vllt sogar noch der "Welpenschutz" greift und es eben ein Kind ist.


              • Sie projeziert es aber auf diesen Fall im SPIEGEL sonst würde sie diese höchst zweifelhafte Unterbringung nicht mit einem anderen Fall vergleichen, der gar nicht zur Debatte steht, wahrscheinlich gar nicht vergleichbar ist und somit völlig fiktiv.

                Wenn wir nach dem Motto handeln "ja aber da und da hat es das und das auch einmal gegeben" wo würden wir da wohl sehr schnell landen.

                Ich bin immer wieder überrascht, wie wohlfeil manche Menschen die Freihheitsrechte anderer Menschen mal eben so hergeben......Wo sie schon Zeter und Mordio schreien, würde ähnliches auch nur im Ansatz ihnen gegenüber widerfahren.

                Und sie lobt ja auch ausdrücklich die Erfolgsquote dieser sog. "Besserungsanstalt".

                Dass ein 12-jähriger nicht in diese Art Einrichtung gehört, darüber möchte ich ehrlich gar nicht erst diskutieren.

                Vielmehr darüber, ob hier die üblichen Schreibtischtäter in den Ämtern als komplette Zivilversager erster Güte einem so jungen Menschen jegliche Zukunftschancen verbauen oder zumind. erheblich erschweren.

            nun ja, - du denkst aber ja sicher nicht, daß irgend ein richter eine solche Unterbringung anordnet und irgend ein Jugendamt mal so eben 8000€ im Monat zahlt, nur weil ein Kind die hose runtergleassen hat, oder?!

            Sicher gibt es Fehlentscheidungen- ob das hier der fall war weiß ich nicht.

            offenbar gab es kein heim, daß ihn aufnehmen wollte und offenbar gab es Fachleute, die den Antrag unterstützen und offenbar gab es ein Jugendamt, das eine solche Unterbringungsform befürwortetet und bereit war dafür zu zahlen und es gab einen Richter, der das ebenso sah.
            natürlich können die alle sich getäuscht haben- keine Ahnung- das kann ich aus einem solchen artikel leider nicht erschließen

            aber eine andere frage:
            du propagierst doch, bei einem 14 monate alten Kind so zu reagieren:

            "Zuschlagen! Als erstes! Grad wenn sie wieder zum Biss ansetzt oder kneifen will, verpasst Du ihr ein Ding. Aber eine wo es richtig knallt! "

            Was wäre denn dann die adäquate reaktion auf einen 12 jährigen, der massiv sexualisiertes Verhalten zeigt und "jüngere mobbt"?

            wenn ich das "hochrechne", dann muß ich dir sagen, gehts ihm dort wo er jetzt ist sicher besser als bei jemanden der "gleiches mit gleichem" vergelten würde- und glaube mir, du kannst davon ausgehen, daß die allermeisten in solchen Einrichtungen nicht so geworden sind, weil sie zu wenig prügel bekommen hätten (und auch nicht durch die prügel ihrer Eltern gelernt hätten auf Gewalt zu verzichten)!



            lisasimpson

        Ich habe damit auch nicht gemeint ihn bei Omma wohnen zu lassen.
        Ich kenne z.B. ein Vierzehn jähriges schwerst erziehbares Mädchen, das seit über einem Jahr in einer Wohngruppe mit mehreren Erziehern adäquat untergebracht zu sein scheint.

        Es gab hier auch mal einen schwer sexualisierten Elfjährigen, von dem ich nur einen Ausbruch an der Bushaltestelle miterlebt habe.Da stellen sich einem die Nackenhaare auf.
        Noch bevor Eltern und Schulleitung eine Lösung gefunden hatten ( Eltern völlig uneinsichtige, viel beschäftigte Akademiker )verzog die Familie Gott sei Dank ins benachbarte Ausland.

        L.G.

        • Ob das für den Jungen gut war, ist abzuwarten.

          Es gibt Eltern, da ist das Programm: Ein Profi merkt, dass mit meinem Kind etwas nicht stimmt, also ziehe ich weg, wechsele den Ort, die Gegend, das Land.

          Das ändert nichts an den Problemen, die das Kind hat. Und die Probleme wachsen dann ungehindert mit dem Kind.

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