Kopftuch Diskussion

    • (1) 16.03.15 - 09:33

      Heute habe ich einen sehr guten Artikel in der FAZ dazu gelesen.

      Die Meinung des Autors teile ich zu 100% :)

      Was sagt ihr zu dem Artikel?

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kopftuch-urteil-eine-gefahr-fuer-die-offene-gesellschaft-13484485.html

      • "Was sagt ihr zu dem Artikel?"

        Tendenziös und Unfug.

        Mann kann alles in ein Stück Stoff hineininterpretieren. Solange das Tragen auf Freiwilligkeit beruht, darf es niemandem verboten werden. Ansonsten wäre dies genau die Form der Unterdrückung, die solche Autoren anprangern.

        Frage: Wie viele Kopftuch-Threads kommen von dir noch?

        • Antwort: Mal sehen. Jetzt ist das Thema eigentlich abgehakt für mich. Aber ich frage dich vor meinem nächsten Post #winke

          Das Tragen beruht übrigens auf keinen Fall auf Freiwilligkeit:

          O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt werden und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

            • Ich bin ja auch kein Muslim.

              Sure 24, Vers 31
              "Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe."

              Hier kann man es nicht als "kann, muss aber nicht" auslegen.

              • Und ?

                Ich bin christlich getauft und im alten Testament steht was von Arbeit ruhen lassen am 7. Tag. Mache ich das? Nein. Bin ich dadurch ein schlechter Christ? Nein.

                Der Teil der islamischen Welt, der den Islam liberaler auslegt, braucht kein Kopftuch. Wen ein Frau ein Kopftuch tragen möchte und dadurch ihre Nähe zu ihrem Gott kundtun möchte - wie z.b. eine Nonne - soll sie es machen. Ihr Kopf, nicht meiner. Deswegen zerbreche ich ihn mir nicht.

                • Immer dieser Christentum-Islam Vergleich. Der hält nun wirklich nicht stand.

                  Das Christentum wurde reformiert, der Islam nicht. Einfache Sache. Übrigens lassen Sonntags die meisten die Arbeit ruhen ;)

                  • Das Christentum gibt es nicht. In Deutschland spielen zwei Strömungen eine Rolle. In der Welt viele, viele andere. Nicht alle sind modern und aufgeklärt in ihren Ansichten.

                    Ich zweifle daran, dass die Meisten die Arbeit ruhen lassen. Als das gebot verfasst wurde, hatten die auch noch eine andere Vorstellung von Arbeit.

                    Ach so, das Christentum hat sich reformieren lassen? Dann ist ja alles im Lack.

                    Was ist denn mit den rund einer Milliarde Christen, die die Reformation nicht mittragen?

                    Der Vergleich passt sehr gut. Nur glauben Außenstehende wie du, das alle Regeln im Islam unbedingt eingehalten werden müssen und dass jeder Muslim orthodox sei. Das ist genauso Unfug, wie dass jeder Christ Ultra ist.

                    Der grundsätzliche Denkfehler, den die Kopftuchgegner eingehen ist, dass sie vermeintliche Symbole bekämpfen und nicht die Ursachen. Wenn es Unterdrückung von Frauen im Namen des Islam gibt, sollte man an die Ursachen gehen und nicht an die vermeintliche Symbolik.

                    Und nochmal: Ein Verbot für eine Frau, ein Kopftuch zu tragen, ist genau so eine Form der Unterdrückung. Komischerweise findest du diese dann hinnehmbar.

                    Übrigens würde ich der Autorin der FAZ doch mal dringend empfehlen, sich den real-existierenden Sexismus-Erscheinungen unserer christlichen Gesellschaft zu widmen wie z.B. dem weit über EU-Durchschnitt liegenden Gehaltsunterschied von Männern zu Frauen.

                    Ach herrje, du bist aber weltfremd!

                    1. Es gibt auch fundamentalistische Christen.

                    2. Es gibt auch liberale Muslime.

                    3. Wer aus dem Koran zitiert, muss sich auch Zitate aus der Bibel gefallen lassen. Da steht nämlich auch allerhand Mist drin.

                    Immer solche Posts von Leuten, die Muslime nur aus dem Fernsehen kennen...

                    • Hallo,

                      ich bedanke mich für Deinen Beitrag. ?ch bin eine Frau, die ein Kopftuch trägt (mit Migrationshintergrund) und muss mir immer wieder von meiner deutschen oder nichtmuslimischen Umgebung anhören, dass ich unterdrückt werde. Warum verstehen diese Menschen nicht, dass sie mich gerade deshalb unterdrücken, weil sie der Meinung sind, es besser zu wissen, wie ich mich zu fühlen habe.
                      Implizit, aber auch explizit wird mir immer wieder herangetragen, dass ich das Kopftuch ablegen soll und warum ich das eigentlich mache. " Es macht doch keinen Sinn"......! Sie vergessen aber, dass ich mich genau von diesen Menschen unterdrückt fühle! LASST doch die Frauen leben wie sie leben wollen!

                      Genauso dürfen Frauen nicht gezwungen werden, eins zu tragen. Beides hat für mich kein Unterschied.

                      ICH identifiziere mich mit meinem Kopftuch. Ohne das Kopftuch bin ich nicht ich selbst. Ich würde mich fremd, nackt und unwohl fühlen. Mein Glaube, dass ich nach dem Tod in irgendeiner Weise wieder leben werde, auch wenn die Vorstellung für viele Menschen unrealistisch scheint, therapiert mich und macht mich ein glücklicher Mensch. Ich schade niemandem damit und ärgere mich genauso wie viele Andere über die angeblich muslimischen "Terroristen". Mich interessiert auch nicht, was für ein Glaube meine Kollegin oder mein Nachbar hat. Hauptsache wir vestehen uns und finden gemeinsame Interessen und können über das selbe Zeug lachen. Ach ich weiss nicht. Aber die Menschen, die das nicht differenzieren können, sind für mich in der Hinsicht bildungsferne Menschen. Durch mangelndes Interesse an Mentalitäten anderer Kulturkreise, sind diese Menschen für immer mit Vorurteilen behaftet.
                      Schade eigentlich..... Nur so nebenbei, ich bin keine Hartz 4 Empfängerin, bin Vollzeit berufstätig, habe einen Hochschulsabschluß und zahle unheimlich viele Steuern.

                      Nochmal danke an Alle, die das sehen können und mich nicht wg. dem Stück Stoff verurteilen.....????
                      Lieben Gruß
                      Megella

          Es ist natürlich Pflicht kopftuch zu tragen, aber eben freiwillig. Das bedeutet: jeder mensch hat einen freien willen, er kann entscheiden, mach ich das oder das. Aber die Verantwortung muss man dann dafür tragen. So ist es mit allen geboten und verboten, die uns unser Schöpfer auferlegt hat. Entweder halte ich mich dran oder eben nicht....freier wille/wahl!

    Guten Tag

    Der Artikel erfüllt den gewählten Titel. Er bleibt durchgehend provozierend. Ob man jetzt für oder gegen das Kopftuch ist, ist jedem selbst überlassen. Den Artikel empfinde ich aber weder für informativ noch für gut geschrieben.

    Ganz lustig finde ich ja diesen Satz:
    "Es zielt auf unser Grundvertrauen in die Gleichheit der Geschlechter, unser emanzipiertes Selbstverständnis."
    Wo bitte haben wir ein Grundvertrauen in die Gleichheit der Geschlechter? Und ein emanzipiertes Selbstverständnis? Sollte nicht gerade ein emanzipiertes Selbstverständnis dazu führen, dass wir akzeptieren können, dass sich Menschen für das Kopftuchtragen entscheiden?

    Ich finde es gut, dass das Kopftuchverbot aufgehoben wurde und unterstütze dies auch. Das heisst aber nicht, dass ich mir keine Gedanken darum mache was für ein Bild wir unseren Kindern damit vermitteln. Doch glaube ich, das es unsere Aufgabe ist unsere Kinder so zu begleiten, dass sie für sich entscheiden können, welche Bedeutung ein Kopftuch hat. Ich sehe als Aufgabe unseren Kindern zu vermitteln, dass ein Stück Stoff weder ein sexualisiertes Frauenbild demonstriert noch ein Schutz vor frivolen Blicken ist. Genauso sehe ich es als Aufgabe dafür einzustehen, dass ein Kopftuch kein Symbol der Unterdrückung wird!

    Trotz meiner Bedenken und meiner Angst, dass das Kopftuch auch im Schulzimmer zu einem Symbol der Unterdrückung wird, stufe ich das Recht eines zu Tragen, wenn es mein Wunsch ist höher ein. Wie so vieles auf dieser Welt müssen wir diese Entscheidung nicht mittragen, daher nicht selbst ein Kopftuch tragen aber wir können uns dafür einsetzten, dass dem Kopftuch eine andere Bedeutung zu kommt!

    Ich verstehe die Aussagen von Seyran Ates sehr wohl und kann auch vieles nachvollziehen. Trotzdem empfinde ich den Weg eines Verbotes nicht als den Richtigen. Es muss anders gehen!

    Und sonst bitte ein grundsätzliches Verbot aller religiösen Symbole in der Öffentlichkeit! Unsere Kinder werden auch durch die Kassierin an der Migroskasse, die Zugbegleiterin, die Architektin oder die Putzfrau beeinflusst. Ich denke Bildung und Aufklärung würden schon viel helfen.

    Und ja, es gibt noch andere Gründe für ein Kopftuch als der Schutz vor frivolen Blicken.

    Zudem hat Seyran Ates sicherlich recht damit, dass kleine Kinder schon früh beeinflusst werden, dass sie dann als gebildete Studentinnen sagen sie tragen das Kopftuch freiwillig. Aber verhält es sich bei vielen frei Kirchen nicht gleich? Kinder aus dem Brüderverein, welche noch heute nie Hosen tragen und die Haare zu Zöpfen geflochten haben, werden als Studentinnen auch sagen, sie machen dies freiwillig. Da sie von klein auf nur Jupes und Zöpfe trugen. Aber auch da führt meiner Meinung nach ein Verbot zu nichts. Und auch da sehe ich als meine Aufgabe als Teil der Gesellschaft dazu beizutragen, dass diese Kinder erkennen, wenn sie sich für diese äusserlichen Merkmale entscheiden es ein religiöses Statement sein kann aber nicht ein Symbol der Unterdrückung sein darf!

    Liebe Grüsse

    Was würde der Autor des Artikels wohl dazu sagen, dass ich 1980 als Erstklässlerin wie alle Mitschülerinnen für die Schulwegsicherheit ein leuchtend gelbes KOPFTUCH bekommen habe? (Die Jungs bekamen gelbe Schirmmützen).

    • *sich erinnert*

      Stimmt.....war bei uns auch so....wobei das doch einen Tick ins Orange ging. ;-)

      Ich habe meine gleich am ersten Tag "verloren". Aber zum Kaulquappen aus dem Schulteich fischen war das Ding einfach ZU praktisch und verführerisch !

      Muss ich mich jetzt noch nachträglich diskriminiert fühlen? Verdammt.....habe ich doch gar keine Lust zu !

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