Extreme Unruhe, teils stündlich wach

    • (1) 11.06.15 - 09:04

      Guten Morgen,
      ich erhoffe mir hier im Expertenforum einen Rat und möchte mich vorab bedanken, dass Sie sich Zeit für die Fragen hier nehmen.
      Mein Baby ist nun 10 Monate alt. Seit Geburt ein sehr schlechter Schläfer. Die ersten Monate fast nur in der Tage oder nachts direkt in meinem Arm an der Brust. Seit er 6 Monate alt ist, kann ich abends nach dem einschlafstillen am Abend wieder aufstehen und er schläft weiter. Das war eine große Erleichterung. Er schläft seitdem in der ersten Schlafphase am besten. Er geht derzeit um Ca 19 Uhr ins Bett. Jeden Abend haben wir das gleiche Ritual. Ca um 18:15 Abendessen in aller Ruhe. Er ist schon ziemlich müde. Rauft sich die Haare, wenn er sehr müde ist und quengelig kürzen wir das Ritual und bringen ihn schneller ins Bett. Ansonsten wird Danach eine Weile ruhige Musik gehört. Bettfertig machen, Zähne putzen und dann mit mir ins Schlafzimmer. Dort Stille ich ihn. Er ist ganz entspannt. Ich Stille eine Brust im Sitzen, die andere im liegen. Dabei liege ich mit in seinem Bett, welches direkt an meinem dran ist. Irgendwann lässt er die Brust los und dreht sich weg. Bis vor Ca 4 Wochen ist er dann eingeschlafen. Jetzt nicht mehr und der "Terror" geht los. Er steht auf, stellt sich ans Gitter und schreit. Ich lege ihn sanft wieder hin, mache dabei schhsch und klopfe den popo. Er stellt sich wieder usw. Das wiederholt sich bestimmt 20 mal. Irgendwann werde ich aufgebracht und gehe dann raus. Er weint bitterlich. Etwas das ich nie tun wollte. Ich warte 2-3 Minuten vor der Tür und bin fast selbst am weinen. Dann geh ich wieder rein und er beruhigt sich schnell. Ich mache schsch, lege ihn hin, tätschele den Po. Er ist fast eingeschlafen, dann steht er wieder auf und weint. So wiederholt sich das noch ein paar mal. Es kann bis zu einer Stunde dauern bis er einschläft.

      Wenn er es dann endlich in den Schlaf geschafft hat bin ich total erledigt. Dann geht's weiter. Wenn es sehr sehr gut läuft schläft er 3-4 Stunden. Wenn es schlecht läuft nur 2 std und wird dann nachts sehr unterschiedlich oft wach. Teilweise alle 1,5-2 std. Ich Stille ihn jedes Mal wieder in den Schlaf. Er trinkt allerdings kaum, nuckelt eher. Schnuller nimmt er nicht. Versuche ihn ohne Brust zum schlafen zu bekommen sind bisher meist gescheitert. Das schlimmste mal war er dann 2,5 std wach. Hat bitterlich geweint. Nichts hat geholfen. Weder tragen, singen, tätscheln, daneben liegen ohne anfassen. Selbst durchs stillen habe ich ihn dann erst beim 2. Anlauf beruhigen können.
      Was kann ich nur tun?
      Ich bin so ausgelaugt. Würde sehr gerne auch nachts abstillen.
      Wir haben auch mal versucht ihn in seinem Zimmer schlafen zu lassen, nach 3 schlaflosen Nächten aber abgebrochen.
      Üerlege das aber noch einmal zu versuchen. Zumindest für die 1. Schlafphase und ihn dann rüber holen zum stillen? Wobei ich das eigentlich auch nicht mehr mag.
      Es liest sich nicht sehr dramatisch, aber für mich ist es das. Komischerweise ist er morgens total fit. Als wäre nix gewesen. Wir stehen zw. 6-6:30 auf.
      Vormittags schläft er dann zw 30-60 Minuten durchs stillen ein und mittags zw 1-2,5 std in seinem Bett im Kinderzimmer.
      Haben Sie Tipps? Wüsste gerne was ich falsch mache. Ich bekomme immer nur erzählt dass alle anderen Kinder die wir kennen in dem Alter durch schlafen. Müsste meines ja nicht mal. Ich wäre überglücklich wenn ich nur 2-3 Störungen meines Schlafes nachts hätte.
      Vielen Dank fürs lesen von einer sehr müden Mami

      Ps es gab bei uns sogar mal Phasen da hat er 6-7 std am Stück geschlafen. Ohne dass ich irgendwas anders gemacht hätte

      • Liebe Baby-love,

        ich glaube Ihnen, dass Sie total ausgelaugt sind und ich finde auch, dass sich das, was Sie erzählen, nach sehr viel Stress anhört. Es scheint zudem so zu sein, dass ausschließlich Sie sich um Ihren Kleinen kümmern. So ein unruhiger Schläfer ist aber kaum allein zu stemmen!
        Eins vorneweg - auch wenn es Ihnen wahrscheinlich nicht viel hilft. Es ist alles andere als ungewöhnlich, dass Kinder rund um ihren ersten Geburtstag nicht gut schlafen - auch wenn Ihnen die Eltern aus dem Bekanntenkreis etwas anderes erzählen. Wobei das "gut" natürlich Ansichtssache ist. Wie Sie schon schreiben - Ihr Sohn ist tagsüber fit und scheint ausreichend und guten Schlaf zu bekommen. Aber für Sie ist die Schlafsituation ein Problem und daher natürlich auch für Ihr Kind.

        Ihr Sohn merkt ja Ihre Unzufriedenheit. Sie haben schon allerhand mit ihm ausprobiert, die meisten Versuche sind gescheitert, Ihr Nervenkostüm wird immer dünner. Diese Enttäuschung und Ausgelaugtheit spürt Ihr Kind. Es ist manchmal ein echter Teufelskreis - eigentlich müsste wir als Eltern in solchen Situationen Gelassenheit und Souveränität ausstrahlen, damit sich diese Ruhe auch auf unser Kind überträgt. Allerdings sind wir so fertig, dass wir nur noch genervt reagieren (wenn nicht offen so doch unterschwellig) und alles andere als Ruhe ausstrahlen. Wir probieren alles mögliche aus, damit das Kind besser schläft - und das ständige hin und her wirkt sich natürlich auch nicht sonderlich beruhigend auf das Kind aus.
        Was könnten Sie tun, damit wieder mehr Ruhe einkehrt? Vor allem, dass Sie etwas Erholung bekommen? Dadurch, dass Sie noch stillen, ist die Einschlaf- und Beruhigungssituation natürlich unzertrennlich mit Ihnen verbunden. Kein anderer kann Ihr Kind abends ins Bett bringen oder es nachts beruhigen. Sie müssen Ihrem Kind ja nicht ganz die Brust nehmen. Sie könnten aber sagen, dass es zum Einschlafen ab sofort keine Brust mehr gibt. Schließlich schläft Ihr Sohn durch das Stillen auch nicht mehr verlässlich ein. Natürlich wird er protestieren. Sein gewohntes Einschlafritual entfällt. Das ist nicht so ohne. Den verständlichen Protest müssten Sie drei bis vier Tage aushalten, bis er akzeptiert, dass es jetzt anders läuft. Wichtig ist nur, dass Sie Ihrem Sohn bei dieser Veränderung beistehen, ihn geduldig trösten und ihm gut zusprechen. Und wichtig ist, dass Sie nicht einknicken, wenn Sie eine Veränderung einführen. Das hin und her, mal so mal so, wirkt auf Kinder verunsichernd und sie werden noch unruhiger.

        Allein durch eine Veränderung (z.B. abends ohne Brust einschlafen), kann es sein, dass sich etwas im Schlaf Ihres Sohnes ändert. Vor allem aber, kann ihn jetzt auch mal Ihr Partner ins Bett bringen. Dann haben Sie auch mal abends Ruhe. Am besten gehen Sie raus aus der Wohnung, damit Sie nicht in Versuchung kommen, hinzugehen, wenn Ihr Kleiner weint. Auch daran wird sich Ihr Sohn gewöhnen, dass er nicht immer von Mama ins Bett gebracht wird. Auch andere vertraute Menschen sind in der Lage Ihren Sohn liebevoll in den Schlaf zu begleiten. Vor allem da er jetzt schon fast ein Jahr alt ist. So lange Sie von der Maßnahme überzeugt sind und ihm das klar signalisieren, ist alles in Ordnung.

        Mein Tipp wäre, erst einmal eine Sache konsequent zu ändern und mit den anderen Veränderungen (z.B. im eigenen Zimmer schlafen) noch eine Weile zu warten. Wenn Sie wieder ein bisschen Kraft schöpfen und dadurch wieder mehr Sicherheit und Ruhe ausstrahlen, wird sich das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch positiv auf den Schlaf Ihres Sohnes auswirken.

        Ich wünsche Ihnen alles Gute!

        Viele Grüße
        Aylin Lenbet

        • Liebe Frau Lenbet,

          vielen Dank für Ihre Antwort. Sie haben recht, meine Nerven liegen wirklich blank. Mit der Schlafsituation bin ich auch recht alleine, dadurch dass er sich nur durchs Stillen beruhigen lässt.

          Wäre es denn besser das Abendritual mit dem Einschlafstillen beizubehalten und stattdessen zB vor 4 stunden danach nicht mehr zu stillen? Sowas habe ich einmal gelesen, dass es teilweise so gemacht wird?
          Da sich unser Sohn teilweise ja durch überhaupt nichts beruhigen lässt, was soll ich dann machen? Ihn schreiend in meinen Armen einfach halten?
          Ich fühle mich so hilflos und zugleich aber auch wütend. Er ist hundemüde und schläft einfach nicht, weil ich scheinbar mit nichts in der Lage bin ihn zu beruhigen.
          Ist die Situation abends derzeit zumutbar für ihn, dass ich nach dem xten mal aufstehen für 2-3 Minuten raus gehe und dann erst wieder hinein komme? (Er schreit in der Zeit bitterlich, legt sich manchmal kurz hin und versucht zu schlafen, steht dann aber wieder auf)
          Ich fühle mich so zerrissen, ich möchte doch alles für ihn tun und ihm eine angenehme Atmosphäre zum einschlafen schaffen, aber nichts nützt etwas :(
          Viele Grüße

          • Liebe Baby.love,

            welche Veränderung Sie einführen, das entscheiden am besten Sie. Sie können am besten beurteilen, was für Sie und Ihr Kind richtig ist. Ich glaube, wichtig ist nur, dass Sie etwas verändern. Und zwar etwas, das Sie ein Stückchen entlastet. Egal welche Veränderung Sie allerdings abends oder nachts einführen - Sie müssen sich, wie gesagt, auf heftigen Protest gefasst machen. Beruhigen Sie Ihr Kind so, wie Sie es sagen. Im Arm halten, es streicheln, ihm gut zureden. Es wird sich wehren und sie wahrscheinlich auch immer mal wieder wegstoßen. Trotzdem - es ist wichtig, dass Sie bei ihm bleiben und das Sie das gemeinsam durchstehen.

            Und was die Einschlafsituation betrifft - die scheint mir besonders zermürbend zu sein. Vielleicht wäre es doch ganz gut dort anzusetzen. Ich würde, wenn möglich, nicht das Zimmer verlassen. Ich würde den Kleinen auch nicht immer wieder hinlegen. Er steht ja sowieso wieder auf. Vielleicht probieren Sie es mal mit Musik oder Singen. Einige Kinder beruhigen sich so ganz gut. Vielleicht kann Ihr Partner ja ab und zu übernehmen, nachdem Sie gestillt haben. Es ist nicht so leicht - manchmal hilft auch nur die Zeit. Aber Ihr Kind wird es Ihnen danken, dass Sie diese schwere Phase mit ihm durchgestanden haben.

            Alles Gute!

            Aylin Lenbet

      Hallo,
      bei uns lief es ähnlich ab. Nur dass ich nicht mehr rausgehen konnte.

      Ablauf bei uns war auch nur Einschlafstillen und dann mit Körperkontakt schlafen. Meist war er im max.2h-Takt wach.
      Als ich einfach nicht mehr konnte, habe ich die Gordon-Methode angewendet. Einschlafstillen beibehalten, dann nochmal wenn er kam bis 23.00 gestillt und dann bis so 4-5 Uhr nicht mehr. Das klappte eher mäßig, denn er hat dann angefangen auf mir rumzukrabbeln und meine Brüste gesucht.
      Seit gut 2 Monaten haben wir getauscht. Ich stille nochmal abends auf der Couch und mein Mann geht mit ihm ins Bett. Erst gabs öfter Protest, aber er beruhigt sich viel schneller bei ihm ohne Stillen als bei mir. Da versteht er es wohl nicht, warum es die Brust nicht mehr gibt, während mein Mann dies einfach nicht hat.
      Es hat etwas länger gedauert, aber es funktioniert. Mittlerweile schläft er bis 4 oder 5 Uhr halbwegs durch. Er ist manchmal wach, beruhigt sich aber recht schnell wieder.
      Was aber auch noch dazu kommt, er will nicht mehr so engen Körperkontakt wie früher.
      Naja irgendwann nehmen wir noch das Alleinschlafen in Angriff, aber so ist es schonmal ein gewaltiger Fortschritt.
      Vielleicht klappt das ja auch bei Euch.
      Ich hab es erst auch nicht geklaubt, dass mein Mann von ihm akzeptiert wird, aber es funktioniert und deren Beziehung ist auch intensiver geworden.

      LG Katja

      Hej hej,
      wir haben eine sehr ähnliche Historie , bis auf das ich nicht stille, sondern Sohnemännchen (ebenfalls 10 Monate) die Flasche bekommt.

      Seit seiner Geburt ist er spätestens alle 2Std wach.

      Die Flasche verlangt er allerdings "nur noch" 2x die Nacht . Dazwischen ist er halt immer wieder einfach so wach. Er ist generell ein sehr unruhiger Geselle... hat den ganzen Tag Hummeln im Hintern und findet nur schwer Ruhe.
      Ich denke, dies nimmt er dann auch mit in die Nacht.

      Wir haben den Vorteil, dass der Papa so ziemlich von Anfang an auch mal das Einschlafen begleitet hat oder mal den Nachtdienst gemacht hat.

      Ich bin aktuell wieder schwanger, habe in etwa 4 Wochen ET (ja, ein sehr sportlicher Abstand ;-) ), deshalb übernimmt bei uns jetzt der Papa die Nächte, damit ich vor der Geburt nochmal Kraft schöpfen kann, bevor es (im schlimmsten Fall) mit Baby Nr2 so weitergeht :-)

      Heute ist die 3. Nacht... und ja, da muss man sich auch erst mal wieder dran gewöhnen :-D

      Wir haben uns jedenfalls vorerst dazu entschieden, es so hinzunehmen wie es ist und das durchzustehen. Wie es allerdings wird, wenn mein Mann wieder arbeiten geht und ich beide Babies allein wuppen muss, weiß ich jetzt noch nicht.

      • Hey, hab gerade deine Antwort Gelsen.
        Mein kleiner von damals ist nun 26 Monateund inzwischen ein wirklich wirklich guter Schläfer.
        Wir haben nun Sohn 2 hier, gerade 5 Monate alt und kämpft mit seinen Zähnen.
        Er ist leider auch ein seeeeeeeeehr schlechter Schläfer.
        Aber nun weiß ich ja, dass sich das irgendwann regulieren lässt.
        Hab ich richtig verstanden dass deine Kinder dann 11 Monate auseinander sind?

        Lg

Top Diskussionen anzeigen