Jugendliche auf die Zukunft vorbereiten

    • (1) 18.08.17 - 18:10

      Hallo ihr Lieben, jetzt möchte ich mal wissen, wie ihr das handhabt und wie eure Teenager so in diesen Dingen ticken.
      Wir haben hier eine 15 jährige junge Dame, bei der wir das Gefühl haben, wir würden sie gern schon viel besser auf die Zukunft vorbereitet haben... Aber alles, was wir als wichtig für ihr (jedermanns) späteres Leben erachten, dürfen wir ihr irgendwie nicht näher bringen... Das sind für unser Empfinden so banale Dinge wie, sie ans kochen heranführen (nicht dass sie hier kochen soll, aber ich konnte mit 7 schon Spiegeleier braten und sie mit 15 hat noch nicht mal Nudeln kochen wollen), mal zusehen und mitschreiben lassen, wenn wir amtliche Post beantworten, online Banking erklären, über mögliche Berufe/Studienmöglichkeiten sprechen, sich erklären lassen, wie Mama n Löchlein in ihrem Lieblingsshirt stopft etc... Bei allem, was Richtung Erwachsen werden geht, stoßen wir sofort auf Widerstand. Wir haben das Gefühl, wir sind in der Pflicht, sie bestmöglich auf das Erwachsenenleben vorzubereiten und je mehr wir das möchten, desto weniger will sie...

      Welche Dinge findet ihr wichtig? Einerseits könnte man sagen: Lass sie halt, spätestens wenn sie als Erwachsene den ersten Amtsbrief bekommt, wird sies lernen... Andere würden vielleicht sagen: Gemeine Eltern, die ihr Kind so abhängig von sich machen, dass sie n Topf Wasser anbrennen lassen und nicht mal ne Kartoffel warm bekomm... Was meint ihr, wo ist der goldene Mittelweg?

      Was ich so seltsam finde, sie hängt uns viel am Rockzipfel, sitzt immer mit in unserem Wohnzimmer, malt, rätselt, kümmert sich um die Kleinen und schaut mit uns Serien etc aber sobald irgendsolche Themen aufkommt, gibts Stress. Wäre sie ansich ein Teenie der im eigenen Zimmer Musik hört und mit Freunden whats apped, würde ich ja verstehen, dass wir sie in Ruhe lassen sollen, wie es Teenie-üblich ist... aber wir haben kaum Privatsphäre und Ruhe, dürfen ihr aber nichts beibringen, versteht ihr, was ich mein? Verwirrte Grüße

      • Hallo, klingt, als sei sie mental noch jünger als sie es ist. Fühlt sie sich wohl, ist glücklich, trifft gerne Freunde?
        Meine Älteste ist 12 und voll in der Pubertät - aber im positiven Sinne. Sie kocht für ihr Leben gern und darf das auch (einzige Auflage: Die Küche sieht danach genauso oder besser aus als vorher), sie quatscht mit Freundinnen via Whatsapp, geht ihren Hobbys nach (Kunstturnen, Klavier, Querflöte) und verkrümelt sich auch gerne mal in ihr Zimmer.
        Stopfen muss hier keiner lernen, ich selbst stopfe äußerst selten Löcher, nähe eher mal einen Knopf an.

        Die Kids sind für ihre Zimmer verantwortlich, räumen ihre Wäsche weg, sie decken den Tisch, räumen ab und an die Spülmaschine aus etc.pp.
        Sie bekommen einfach Alltag mit und wenn ich 3 Tage mal nicht da wäre, wüsste ich, der Laden läuft bei den beiden Älteren (10 & 12 Jahre) - kommt aber natürlich nicht vor.
        Sie übernehmen einfach Stück für Stück selbst Verantwortung für ihr Handeln und tun, das ist für mich Erwachsenwerden.
        Solche Dinge wie Kochen oder Bügeln kann man sich später auch selbst noch später beibringen, wenn man vorher daran kein Interesse hat.
        Bzgl. Privatsphäre: Ich würde die Tochter ab x Uhr (20 Uhr ?) auf ihr Zimmer schicken, ab da ist hier z.B. Erwachsenenzeit und mein Mann und ich haben Feierabend!
        VG

      Hallo
      Ich bin ehrlich gesagt der Meinung dass das ein Prozess ist der bereits im Grundschulalter beginnt. Wirklich bewusst aus dem nichts gesagt "Komm ich erkläre dir jetzt das und das" haben wir nie, es kam einfach alles mit dem Alltag. Abgesehen von Rückfragen nach dem Motto "Wie war das nochmal mit dem Programm xy bei der Waschmaschine".
      In dem Alter war meine Tochter längst schon über längere Zeiträume alleine, auch über Nacht. Dass wir da nicht x Mahlzeiten vorkochen war für uns alle irgendwie selbstverständlich.

      Kinder/Jugendliche sind unterschiedlich, deine Tochter scheint nicht so sehr nach Freiheiten und Selbstständigkeit zu streben, meine Tochter war in dem Alter deutlich weiter als ich es erwarten würden. Das ist ja beides erstmal ok. Nur würde ich das eben nicht noch bestärken sondern durchaus einige Dinge fordern. Nicht weil ich denke dass es in der Zukunft sonst nicht klappt, sondern weil ich denke dass es durchaus Dinge gibt die man in dem Alter erwarten kann.
      Um mal beim Essen zu bleiben: kann sie wirklich nicht oder hat sie einfach keine Lust? Sie wird doch auch mal alleine daheim sein, was isst sie denn dann? Ich erwarte sicher kein 3 Gänge Menü, aber ich erwarte durchaus dass 15 jährige Jugendliche alleine in der Lage sind sich eine Mahlzeit herzurichten.

      LG

    • Deine Tochter ist absolut keine Ausnahme. Heute "ticken" die Jugendlichen einfach anders. Und das ist nicht immer zu verstehen. Später stehen sie dann da und brauchen bis 30 J. Mamis Hilfe. Und die Eltern helfen natürlich.

      Meine Tochter wird erst 10 J. und sie ist ständig um uns herum. Immer bei uns Erwachsenen. Das wäre mir als Kind im Traum nicht eingefallen. Und sagen lässt sich sich auch nicht viel.

      Mein Sohn ist 15 J. und helfen kommt für ihn nur in Frage, wenn man ihn mehrfach drauf hinweist. Das finde ich auch sehr traurig. Er denkt, bei uns hat er das "All-Inclusive-Angebot" gebucht.

      Ich denke, dass sich das später rechen wird. Aber für ihr Leben sind unsere Kinder selbst verantwortlich. Man kann sie begleiten aber ihr Leben nicht für sie leben.

      LG

      Carola

      • Im Enddefekt ist man selber schuld, weil man gewisse Dinge dann doch schnell selber macht, weil man es nicht liegen sehen kann oder mit dem Gebettel genervt ist. Meine Tochter war auch so, bis ich konsequenter wurde , ihr eine Zeitfrist des Erledigens gab(selber springt auch nicht gleich, wenn man mit noch was anderes beschäftigt ist.) und auf manche Wünsche auch nicht mehr einging. Inzw. hat sie es gut verstanden, das es ein Geben und Nehmen , sowie Rechte und Pflichten gibt.

      • (7) 21.08.17 - 12:54

        Hallo,

        da kann ich Dir nur bedingt zustimmen.
        Natürlich können wir nicht das Leben für unsere Kinder leben - aber Begleitung heißt für mich schon, dass es Grenzen gibt, z.B. das 10jährige nicht dauernd bei den Erwachsenen sein können. Und wer sich nichts sagen lässt, bekommt auch hier Grenzen aufgezeigt. Denn gemeinsames Leben im Haushalt ist immer ein Geben und Nehmen.
        Bei uns ist es allerdings auch so, dass wir beim Helfen drauf hinweisen müssen - zumindest häufig. Komischerweise klappt es dann in fremden Haushalten, z.B. bei Freunden, auch ohne solche Hinweise...also ist offenbar doch was hängengeblieben.

        Und dass bei den Eltern nicht "all-inklusive" herrscht, müssen wir Eltern ja auch mittragen...z.B. in dem wir bestimmte Dinge bewusst NICHT tun.
        Ich weigere mich z.B., Sauereien der Kinder wegzuräumen oder zu wischen - das können sie selbst machen. Wer im Stehen pullert und sich auch noch erwischen lässt, putzt das Klo. Wer seine Klamotten bewusst für eine SChlammschlacht missbraucht, kann auch gleich die Waschmaschine befüllen und anwerfen (und bei der Gelegenheit auch gleich lernen, wie das funktioniert). Auch das Hochbett bezieht mein Großer allein - da klettere ich freiwillig nicht mehr rauf. Wer zu faul ist, morgens Brötchen zu holen, kann in der Zeit den Tisch decken oder die Spülmaschine aus- bzw. wieder einräumen etc...

        Ich finde es nur wichtig, dass die Kinder lernen, dass sich Dinge nicht von allein erledigen. Und wenn das heißt, dass sie dies tatsächlich am eigenen Leib erfahren müssen (z.B. an nicht erledigten Hausaufgaben, schlechten Noten durch nicht gelerntes - trotz Hinweis...), danach klappt es meist auch besser.

        LG

        a79

        "Heute "ticken" die Jugendlichen einfach anders."
        Nee, die Jugendlichen ticken genauso wie eh und je. Wenn man ihnen alles auf dem goldenen Tablett serviert, dann nehmen sie das natürlich bereitwillig an. Die Eltern sind es, die heutzutage anders "ticken" und ihren Kindern das Rundumsorglos-Paket liefern.
        Das sind doch alles selbst gemachte Probleme!

        Eine 10 jährige, die sich nichts sagen läßt? Ein 15 jähriger, für den Hilfsbereitschaft ein Fremdwort ist?
        Da habt ihr wohl jahrelang einiges schleifen lassen!

    Also unsere Tochter ist 12, sie genießt ihre Kindheit, aber Trockner und Spülmaschine ausräumen und Tisch decken gehört in den Ferien und an den WE zu ihren Aufgaben.Bis auf Durchwischen und Fensterputzen, putzt sie ihr Zimmer selbst.
    Ab und zu kocht sie Kleinigkeiten und backt mal Muffins oder ähnliches von sich aus oder hilft hier und da beim Kochen. Muss heut noch lachen, als sie mich mal fragte wo das Salzwasser für die Nudeln ist#rofl

    Naja Löcher stopfen wird die heutige Generation nicht mehr machen.
    Aber in Ernährung und Putzen hätte sie ein Alter, wo sie der Familie was abnehmen kann.Wenn man im Haushalt gewisse Pflichten hat, ist dies ein sogenannte Zukunftsbasis.
    Briefe etc. lernen sie in der Schule, online-Banking lernen sie schnell automatisch, wenn sie es benötigen, in sowas ist die Jugend auf Zack.
    I

    (10) 19.08.17 - 09:45

    Ich steh dem etwas zwiegespalten gegenüber. Einerseits teile ich deine Meinung, dass man Jugendliche auf das kommende Leben vorbereiten muss, und dass da eben kochen, putzen, waschen usw. dazugehört.

    Ich war aber selbst so ein Teenager, der im Grunde nichts konnte (ausser Schule, da war ich top ;-)). Das lag aber auch daran, dass meine Mutter den Haushalt als ihr Hoheitsgebiet anschaut und nicht die Geduld hatte, mir oder meinen Geschwistern was genau zu erklären. Ich konnte natürlich Spaghetti kochen, aber da kann man auch nix falsch machen. Die Waschmaschine hab ich mir selbst "beigebracht" als meine Mama für 2 Wochen im Krankenhaus war; habe die Bedienungsanleitung gelesen und gut war.
    Vieles ist gar keine Hexerei und das hat man in 2 Tagen raus, wenn man darauf angewiesen ist. Ich hab von heute auf morgen mit 18 den ganzen Haushalt geschmissen, obwohl ich vorher wirklich nie etwas gemacht habe - da meine Mutter ausfiel, hatte ich auch gar keine Wahl. Wohlgemerkt arbeitete ich da auch 40h die Woche, hatte noch Vater und 2 jüngere Brüder, die ich quasi mitversorgt habe.
    Steuern, Überweisungen, Daueraufträge, LSV, Versicherungen, TV-Abgaben, Miete, usw. habe ich mir eigentlich auch selber beigebracht, mit dem Internet ja kein Problem. Wenn es muss, dann geht es. Mach dir da etwas weniger Gedanken. Du darfst einfach nicht anfangen, deiner Tochter den Hintern nachzutragen. Wenn sie auf sich selbst gestellt ist, kommen die Fragen automatisch und sie muss eine Lösung finden. So lief das bei mir, ich bin jetzt 27 und kann mit Sicherheit sagen, dass ich über das Wissen verfüge, das ich brauche. Meine Schwägerin ist (als Gegenbeispiel) gleich alt, bringt aber alleine nichts auf die Reihe. Sie kann weder einen PC richtig bedienen, noch eine Versicherung selbst abschliessen, dass macht alles der Papa für sie.

    Ich bin der Meinung: alles zu seiner Zeit und mit akuter Notwendigkeit klappt das. Löcher stopfen kann ich übrigens nicht, aber nähen hab ich mir in der Zwischenzeit beigebracht ;-)

    • Wow, das finde ich echt beeindruckend und gar nicht so selbstverständlich. Ich glaube, du bist ein gutes Beispiel dafür, dass Vorbilder viel wichtiger sind als angeeignetes Wissen.

      Deine Mutter hat ihren Haushalt immer tadellos gemacht, also warst du bereit dazu, dich in gleicher Weise um alles zu kümmern als es so weit war. Das 'bisschen' Wissen darum hast du dir nebenbei angeeignet. Hätte man dir jetzt das Wissen schon vorher mühevoll eingehämmert, wäre aber an sich ein schlechtes Vorbild gewesen, wäre alles sicher ganz anders gekommen.

      Ich finde, deine Geschichte ist ein Plädoyer dafür, sich um sich selbst zu kümmern und dass man es selbst so macht wie man es als ordentlich und gut empfindet und sich weniger Sorgen um seine Kinder zu machen.

Ich finde es sehr wichtig, dass man den Jugendlichen wenigstens ein Minimum an "Erwachsenendingen" beibringt.

Meine Schwiegertochter war so ein Mama-hat-immer-alles-gemacht-Exemplar. Ich hab sie wirklich lieb, aber es war echt schwierig mit ihr am Anfang. Sie ist mit 21 mit meinem Sohn (auch 21) zusammengezogen. Paar Monate haben wir noch dritt zusammengelebt, ehe ich dann ausgezogen bin.

Sie konnte nichts. Ihr Leben lang hat ihre Mama ihr den Hintern hinterhergetragen. Mein Sohn hingegen konnte alles. Er hat mit 11 Jahren angefangen zu kochen. Das war super für mich. Ok, das hat ihn auch interessiert. Er ist Koch geworden.

Sein Taschengeld hab ich auf Taschengeldkonto überwiesen. So hat er gleich die Bankgeschichten gelernt und Onlinebanking quasi nebenbei mit erlernt.

Er hatte immer den Umgang mit Geld voll drauf und hat dann auch all die Dinge, welche die eigene Wohnung betreffen, voll im Griff gehabt. Ich hab ihn da aber auch immer mit eingeweiht. Er wußte, wieviel wir Miete zahlen, was für Strom etc. fällig ist.

Sie wußte gar nichts. Ihr mußten erklärt werden, wie sie ihre Strings zu waschen hat, sie hat nie von sich aus das Bad geputzt.... da mußte man ihr ziemlich auf die Sprünge helfen.

Das hat die Beziehung zwischen ihr und meinem Sohn arg belastet am Anfang, vor allem als ich dann ausgezogen bin und alles an ihm hängenblieb, weil sie keine Arbeit gesehen hat und sich auch um nichts gekümmert hat. Ihre eigenen Finanzen hatte sie lange nicht im Griff.

Inzwischen ist es besser. Sie haben sich gut zusammengerauft und leben nun schon etliche Jahre zusammen.

Aber man tut seinen Kindern echt keinen Gefallen, wenn man sie an nichts ranführt. Sie haben es oftmals schwer, wenn sie dann Verantwortung übernehmen müssen. Und allzuoft gehts dann in die Hose.

Selbstständigkeit, also sich auch selbst um etwas kümmern. Manchmal bin ich echt überrascht. mein Sohn hat sich seinen Praktikumsplatz gesucht und ist mal eben mit dem Fahrrad 10 km hingefahren um den Vertrag unterschreiben zu lassen. Er war noch nie in den Ort und bei der Firma. Ich finde es auch wichtig das die Jugendlichen lernen , dass das Leben Geld kostet. Das sie lernen was Miete , Energie, Müll usw.. kostet. Das sie kochen und einkaufen können. Ihr Fahrrad reparieren und auch ihr Zimmer selbstgestalten und in Ordnung halten. Ich hatte vor 30 Jahren schon eine Freundin die noch nicht einmal wußte das eine Zwiebel geschält wird.

Bei den Beruf würde ich mir von meiner Tochter erklären lassen , was sie möchte. Selbstverantworung...
. Da hätte bei mir auch jeder auf graniet gebissen. Ich würde sie fragen welche Aufgaben sie gerne übernehmen möchte. Nebenbei vielleicht entwicken sich auch interessen für den beruf.

Hi,

kocht ihr nie zusammen?
Gestopft wird kaum noch etwas....das würde ich meine Kids wohl gar nicht mehr zeigen. ..wenn es nötig ist, werden sie es über Youtube lernen#rofl

Dieses "ich bringe dir was bei" sollte doch im normalen Altag laufen,...." würze bitte mal den Braten".... "setz die Kartoffeln auf".... sortiere die Wäsche"....

sorry, das können meine 11 jährigen schon , ohne das sie auf die Zukunft "vorbereitet" werden müssen. Sie bereiten sich sogar Mittagessen selber vor, backen einen Kuchen, etc....

lg
lisa

Ist schon komisch, die einen wollen unbedingt ihr Kind "loshaben" und die anderen beschwrren sich weil sie ihr Kind kaum sehen :-)

Sie kümmert sich um die Kleinen, malt und rätselt... ich male und rätsel heute auch noch und bin nicht zurückgeblieben ;-), kochen, backen und putzen konnte ich mit 15 auch nicht, heute sagt mein Mann ich wäre ein Putzteufel... tja und das Kochen und Backen kam so nebenher, dank YouTube :-)

Ich denke du machst dir da zuviele unnötige Gedanken darüber und nutze die Zeit die du mit ihr noch hast, auch Abends im Wohnzimmer, denn die Zeit wird kommen, wo sie für immer aus dem Haus ist.

LG Claudia

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