Jugendliche auf die Zukunft vorbereiten

    • (1) 18.08.17 - 18:10

      Hallo ihr Lieben, jetzt möchte ich mal wissen, wie ihr das handhabt und wie eure Teenager so in diesen Dingen ticken.
      Wir haben hier eine 15 jährige junge Dame, bei der wir das Gefühl haben, wir würden sie gern schon viel besser auf die Zukunft vorbereitet haben... Aber alles, was wir als wichtig für ihr (jedermanns) späteres Leben erachten, dürfen wir ihr irgendwie nicht näher bringen... Das sind für unser Empfinden so banale Dinge wie, sie ans kochen heranführen (nicht dass sie hier kochen soll, aber ich konnte mit 7 schon Spiegeleier braten und sie mit 15 hat noch nicht mal Nudeln kochen wollen), mal zusehen und mitschreiben lassen, wenn wir amtliche Post beantworten, online Banking erklären, über mögliche Berufe/Studienmöglichkeiten sprechen, sich erklären lassen, wie Mama n Löchlein in ihrem Lieblingsshirt stopft etc... Bei allem, was Richtung Erwachsen werden geht, stoßen wir sofort auf Widerstand. Wir haben das Gefühl, wir sind in der Pflicht, sie bestmöglich auf das Erwachsenenleben vorzubereiten und je mehr wir das möchten, desto weniger will sie...

      Welche Dinge findet ihr wichtig? Einerseits könnte man sagen: Lass sie halt, spätestens wenn sie als Erwachsene den ersten Amtsbrief bekommt, wird sies lernen... Andere würden vielleicht sagen: Gemeine Eltern, die ihr Kind so abhängig von sich machen, dass sie n Topf Wasser anbrennen lassen und nicht mal ne Kartoffel warm bekomm... Was meint ihr, wo ist der goldene Mittelweg?

      Was ich so seltsam finde, sie hängt uns viel am Rockzipfel, sitzt immer mit in unserem Wohnzimmer, malt, rätselt, kümmert sich um die Kleinen und schaut mit uns Serien etc aber sobald irgendsolche Themen aufkommt, gibts Stress. Wäre sie ansich ein Teenie der im eigenen Zimmer Musik hört und mit Freunden whats apped, würde ich ja verstehen, dass wir sie in Ruhe lassen sollen, wie es Teenie-üblich ist... aber wir haben kaum Privatsphäre und Ruhe, dürfen ihr aber nichts beibringen, versteht ihr, was ich mein? Verwirrte Grüße

      • Hallo, klingt, als sei sie mental noch jünger als sie es ist. Fühlt sie sich wohl, ist glücklich, trifft gerne Freunde?
        Meine Älteste ist 12 und voll in der Pubertät - aber im positiven Sinne. Sie kocht für ihr Leben gern und darf das auch (einzige Auflage: Die Küche sieht danach genauso oder besser aus als vorher), sie quatscht mit Freundinnen via Whatsapp, geht ihren Hobbys nach (Kunstturnen, Klavier, Querflöte) und verkrümelt sich auch gerne mal in ihr Zimmer.
        Stopfen muss hier keiner lernen, ich selbst stopfe äußerst selten Löcher, nähe eher mal einen Knopf an.

        Die Kids sind für ihre Zimmer verantwortlich, räumen ihre Wäsche weg, sie decken den Tisch, räumen ab und an die Spülmaschine aus etc.pp.
        Sie bekommen einfach Alltag mit und wenn ich 3 Tage mal nicht da wäre, wüsste ich, der Laden läuft bei den beiden Älteren (10 & 12 Jahre) - kommt aber natürlich nicht vor.
        Sie übernehmen einfach Stück für Stück selbst Verantwortung für ihr Handeln und tun, das ist für mich Erwachsenwerden.
        Solche Dinge wie Kochen oder Bügeln kann man sich später auch selbst noch später beibringen, wenn man vorher daran kein Interesse hat.
        Bzgl. Privatsphäre: Ich würde die Tochter ab x Uhr (20 Uhr ?) auf ihr Zimmer schicken, ab da ist hier z.B. Erwachsenenzeit und mein Mann und ich haben Feierabend!
        VG

      Hallo
      Ich bin ehrlich gesagt der Meinung dass das ein Prozess ist der bereits im Grundschulalter beginnt. Wirklich bewusst aus dem nichts gesagt "Komm ich erkläre dir jetzt das und das" haben wir nie, es kam einfach alles mit dem Alltag. Abgesehen von Rückfragen nach dem Motto "Wie war das nochmal mit dem Programm xy bei der Waschmaschine".
      In dem Alter war meine Tochter längst schon über längere Zeiträume alleine, auch über Nacht. Dass wir da nicht x Mahlzeiten vorkochen war für uns alle irgendwie selbstverständlich.

      Kinder/Jugendliche sind unterschiedlich, deine Tochter scheint nicht so sehr nach Freiheiten und Selbstständigkeit zu streben, meine Tochter war in dem Alter deutlich weiter als ich es erwarten würden. Das ist ja beides erstmal ok. Nur würde ich das eben nicht noch bestärken sondern durchaus einige Dinge fordern. Nicht weil ich denke dass es in der Zukunft sonst nicht klappt, sondern weil ich denke dass es durchaus Dinge gibt die man in dem Alter erwarten kann.
      Um mal beim Essen zu bleiben: kann sie wirklich nicht oder hat sie einfach keine Lust? Sie wird doch auch mal alleine daheim sein, was isst sie denn dann? Ich erwarte sicher kein 3 Gänge Menü, aber ich erwarte durchaus dass 15 jährige Jugendliche alleine in der Lage sind sich eine Mahlzeit herzurichten.

      LG

    • Deine Tochter ist absolut keine Ausnahme. Heute "ticken" die Jugendlichen einfach anders. Und das ist nicht immer zu verstehen. Später stehen sie dann da und brauchen bis 30 J. Mamis Hilfe. Und die Eltern helfen natürlich.

      Meine Tochter wird erst 10 J. und sie ist ständig um uns herum. Immer bei uns Erwachsenen. Das wäre mir als Kind im Traum nicht eingefallen. Und sagen lässt sich sich auch nicht viel.

      Mein Sohn ist 15 J. und helfen kommt für ihn nur in Frage, wenn man ihn mehrfach drauf hinweist. Das finde ich auch sehr traurig. Er denkt, bei uns hat er das "All-Inclusive-Angebot" gebucht.

      Ich denke, dass sich das später rechen wird. Aber für ihr Leben sind unsere Kinder selbst verantwortlich. Man kann sie begleiten aber ihr Leben nicht für sie leben.

      LG

      Carola

      • Im Enddefekt ist man selber schuld, weil man gewisse Dinge dann doch schnell selber macht, weil man es nicht liegen sehen kann oder mit dem Gebettel genervt ist. Meine Tochter war auch so, bis ich konsequenter wurde , ihr eine Zeitfrist des Erledigens gab(selber springt auch nicht gleich, wenn man mit noch was anderes beschäftigt ist.) und auf manche Wünsche auch nicht mehr einging. Inzw. hat sie es gut verstanden, das es ein Geben und Nehmen , sowie Rechte und Pflichten gibt.

      • (7) 21.08.17 - 12:54

        Hallo,

        da kann ich Dir nur bedingt zustimmen.
        Natürlich können wir nicht das Leben für unsere Kinder leben - aber Begleitung heißt für mich schon, dass es Grenzen gibt, z.B. das 10jährige nicht dauernd bei den Erwachsenen sein können. Und wer sich nichts sagen lässt, bekommt auch hier Grenzen aufgezeigt. Denn gemeinsames Leben im Haushalt ist immer ein Geben und Nehmen.
        Bei uns ist es allerdings auch so, dass wir beim Helfen drauf hinweisen müssen - zumindest häufig. Komischerweise klappt es dann in fremden Haushalten, z.B. bei Freunden, auch ohne solche Hinweise...also ist offenbar doch was hängengeblieben.

        Und dass bei den Eltern nicht "all-inklusive" herrscht, müssen wir Eltern ja auch mittragen...z.B. in dem wir bestimmte Dinge bewusst NICHT tun.
        Ich weigere mich z.B., Sauereien der Kinder wegzuräumen oder zu wischen - das können sie selbst machen. Wer im Stehen pullert und sich auch noch erwischen lässt, putzt das Klo. Wer seine Klamotten bewusst für eine SChlammschlacht missbraucht, kann auch gleich die Waschmaschine befüllen und anwerfen (und bei der Gelegenheit auch gleich lernen, wie das funktioniert). Auch das Hochbett bezieht mein Großer allein - da klettere ich freiwillig nicht mehr rauf. Wer zu faul ist, morgens Brötchen zu holen, kann in der Zeit den Tisch decken oder die Spülmaschine aus- bzw. wieder einräumen etc...

        Ich finde es nur wichtig, dass die Kinder lernen, dass sich Dinge nicht von allein erledigen. Und wenn das heißt, dass sie dies tatsächlich am eigenen Leib erfahren müssen (z.B. an nicht erledigten Hausaufgaben, schlechten Noten durch nicht gelerntes - trotz Hinweis...), danach klappt es meist auch besser.

        LG

        a79

        (8) 21.08.17 - 14:47

        "Heute "ticken" die Jugendlichen einfach anders."
        Nee, die Jugendlichen ticken genauso wie eh und je. Wenn man ihnen alles auf dem goldenen Tablett serviert, dann nehmen sie das natürlich bereitwillig an. Die Eltern sind es, die heutzutage anders "ticken" und ihren Kindern das Rundumsorglos-Paket liefern.
        Das sind doch alles selbst gemachte Probleme!

        Eine 10 jährige, die sich nichts sagen läßt? Ein 15 jähriger, für den Hilfsbereitschaft ein Fremdwort ist?
        Da habt ihr wohl jahrelang einiges schleifen lassen!

    Also unsere Tochter ist 12, sie genießt ihre Kindheit, aber Trockner und Spülmaschine ausräumen und Tisch decken gehört in den Ferien und an den WE zu ihren Aufgaben.Bis auf Durchwischen und Fensterputzen, putzt sie ihr Zimmer selbst.
    Ab und zu kocht sie Kleinigkeiten und backt mal Muffins oder ähnliches von sich aus oder hilft hier und da beim Kochen. Muss heut noch lachen, als sie mich mal fragte wo das Salzwasser für die Nudeln ist#rofl

    Naja Löcher stopfen wird die heutige Generation nicht mehr machen.
    Aber in Ernährung und Putzen hätte sie ein Alter, wo sie der Familie was abnehmen kann.Wenn man im Haushalt gewisse Pflichten hat, ist dies ein sogenannte Zukunftsbasis.
    Briefe etc. lernen sie in der Schule, online-Banking lernen sie schnell automatisch, wenn sie es benötigen, in sowas ist die Jugend auf Zack.
    I

    (10) 19.08.17 - 09:45

    Ich steh dem etwas zwiegespalten gegenüber. Einerseits teile ich deine Meinung, dass man Jugendliche auf das kommende Leben vorbereiten muss, und dass da eben kochen, putzen, waschen usw. dazugehört.

    Ich war aber selbst so ein Teenager, der im Grunde nichts konnte (ausser Schule, da war ich top ;-)). Das lag aber auch daran, dass meine Mutter den Haushalt als ihr Hoheitsgebiet anschaut und nicht die Geduld hatte, mir oder meinen Geschwistern was genau zu erklären. Ich konnte natürlich Spaghetti kochen, aber da kann man auch nix falsch machen. Die Waschmaschine hab ich mir selbst "beigebracht" als meine Mama für 2 Wochen im Krankenhaus war; habe die Bedienungsanleitung gelesen und gut war.
    Vieles ist gar keine Hexerei und das hat man in 2 Tagen raus, wenn man darauf angewiesen ist. Ich hab von heute auf morgen mit 18 den ganzen Haushalt geschmissen, obwohl ich vorher wirklich nie etwas gemacht habe - da meine Mutter ausfiel, hatte ich auch gar keine Wahl. Wohlgemerkt arbeitete ich da auch 40h die Woche, hatte noch Vater und 2 jüngere Brüder, die ich quasi mitversorgt habe.
    Steuern, Überweisungen, Daueraufträge, LSV, Versicherungen, TV-Abgaben, Miete, usw. habe ich mir eigentlich auch selber beigebracht, mit dem Internet ja kein Problem. Wenn es muss, dann geht es. Mach dir da etwas weniger Gedanken. Du darfst einfach nicht anfangen, deiner Tochter den Hintern nachzutragen. Wenn sie auf sich selbst gestellt ist, kommen die Fragen automatisch und sie muss eine Lösung finden. So lief das bei mir, ich bin jetzt 27 und kann mit Sicherheit sagen, dass ich über das Wissen verfüge, das ich brauche. Meine Schwägerin ist (als Gegenbeispiel) gleich alt, bringt aber alleine nichts auf die Reihe. Sie kann weder einen PC richtig bedienen, noch eine Versicherung selbst abschliessen, dass macht alles der Papa für sie.

    Ich bin der Meinung: alles zu seiner Zeit und mit akuter Notwendigkeit klappt das. Löcher stopfen kann ich übrigens nicht, aber nähen hab ich mir in der Zwischenzeit beigebracht ;-)

    • (11) 23.08.17 - 06:57

      Wow, das finde ich echt beeindruckend und gar nicht so selbstverständlich. Ich glaube, du bist ein gutes Beispiel dafür, dass Vorbilder viel wichtiger sind als angeeignetes Wissen.

      Deine Mutter hat ihren Haushalt immer tadellos gemacht, also warst du bereit dazu, dich in gleicher Weise um alles zu kümmern als es so weit war. Das 'bisschen' Wissen darum hast du dir nebenbei angeeignet. Hätte man dir jetzt das Wissen schon vorher mühevoll eingehämmert, wäre aber an sich ein schlechtes Vorbild gewesen, wäre alles sicher ganz anders gekommen.

      Ich finde, deine Geschichte ist ein Plädoyer dafür, sich um sich selbst zu kümmern und dass man es selbst so macht wie man es als ordentlich und gut empfindet und sich weniger Sorgen um seine Kinder zu machen.

Ich finde es sehr wichtig, dass man den Jugendlichen wenigstens ein Minimum an "Erwachsenendingen" beibringt.

Meine Schwiegertochter war so ein Mama-hat-immer-alles-gemacht-Exemplar. Ich hab sie wirklich lieb, aber es war echt schwierig mit ihr am Anfang. Sie ist mit 21 mit meinem Sohn (auch 21) zusammengezogen. Paar Monate haben wir noch dritt zusammengelebt, ehe ich dann ausgezogen bin.

Sie konnte nichts. Ihr Leben lang hat ihre Mama ihr den Hintern hinterhergetragen. Mein Sohn hingegen konnte alles. Er hat mit 11 Jahren angefangen zu kochen. Das war super für mich. Ok, das hat ihn auch interessiert. Er ist Koch geworden.

Sein Taschengeld hab ich auf Taschengeldkonto überwiesen. So hat er gleich die Bankgeschichten gelernt und Onlinebanking quasi nebenbei mit erlernt.

Er hatte immer den Umgang mit Geld voll drauf und hat dann auch all die Dinge, welche die eigene Wohnung betreffen, voll im Griff gehabt. Ich hab ihn da aber auch immer mit eingeweiht. Er wußte, wieviel wir Miete zahlen, was für Strom etc. fällig ist.

Sie wußte gar nichts. Ihr mußten erklärt werden, wie sie ihre Strings zu waschen hat, sie hat nie von sich aus das Bad geputzt.... da mußte man ihr ziemlich auf die Sprünge helfen.

Das hat die Beziehung zwischen ihr und meinem Sohn arg belastet am Anfang, vor allem als ich dann ausgezogen bin und alles an ihm hängenblieb, weil sie keine Arbeit gesehen hat und sich auch um nichts gekümmert hat. Ihre eigenen Finanzen hatte sie lange nicht im Griff.

Inzwischen ist es besser. Sie haben sich gut zusammengerauft und leben nun schon etliche Jahre zusammen.

Aber man tut seinen Kindern echt keinen Gefallen, wenn man sie an nichts ranführt. Sie haben es oftmals schwer, wenn sie dann Verantwortung übernehmen müssen. Und allzuoft gehts dann in die Hose.

Selbstständigkeit, also sich auch selbst um etwas kümmern. Manchmal bin ich echt überrascht. mein Sohn hat sich seinen Praktikumsplatz gesucht und ist mal eben mit dem Fahrrad 10 km hingefahren um den Vertrag unterschreiben zu lassen. Er war noch nie in den Ort und bei der Firma. Ich finde es auch wichtig das die Jugendlichen lernen , dass das Leben Geld kostet. Das sie lernen was Miete , Energie, Müll usw.. kostet. Das sie kochen und einkaufen können. Ihr Fahrrad reparieren und auch ihr Zimmer selbstgestalten und in Ordnung halten. Ich hatte vor 30 Jahren schon eine Freundin die noch nicht einmal wußte das eine Zwiebel geschält wird.

Bei den Beruf würde ich mir von meiner Tochter erklären lassen , was sie möchte. Selbstverantworung...
. Da hätte bei mir auch jeder auf graniet gebissen. Ich würde sie fragen welche Aufgaben sie gerne übernehmen möchte. Nebenbei vielleicht entwicken sich auch interessen für den beruf.

Hi,

kocht ihr nie zusammen?
Gestopft wird kaum noch etwas....das würde ich meine Kids wohl gar nicht mehr zeigen. ..wenn es nötig ist, werden sie es über Youtube lernen#rofl

Dieses "ich bringe dir was bei" sollte doch im normalen Altag laufen,...." würze bitte mal den Braten".... "setz die Kartoffeln auf".... sortiere die Wäsche"....

sorry, das können meine 11 jährigen schon , ohne das sie auf die Zukunft "vorbereitet" werden müssen. Sie bereiten sich sogar Mittagessen selber vor, backen einen Kuchen, etc....

lg
lisa

Ist schon komisch, die einen wollen unbedingt ihr Kind "loshaben" und die anderen beschwrren sich weil sie ihr Kind kaum sehen :-)

Sie kümmert sich um die Kleinen, malt und rätselt... ich male und rätsel heute auch noch und bin nicht zurückgeblieben ;-), kochen, backen und putzen konnte ich mit 15 auch nicht, heute sagt mein Mann ich wäre ein Putzteufel... tja und das Kochen und Backen kam so nebenher, dank YouTube :-)

Ich denke du machst dir da zuviele unnötige Gedanken darüber und nutze die Zeit die du mit ihr noch hast, auch Abends im Wohnzimmer, denn die Zeit wird kommen, wo sie für immer aus dem Haus ist.

LG Claudia

Ich habe meinen Kindern alles beigebracht, was die Schule nicht leisten konnte.
Sohn und Tochter wussten vom Umgang mit einem Bankkonto, Planen einer Zugfahrt, Versicherungen und ihr Nutzen alles bis hin zum Kochen einfacher Gerichte, Bedienung aller Haushaltsgeräte(inkl. Nähmaschine) und wie man einen Einkauf plant inkl. Preisvergleiche im Supermarkt und vieles mehr
Damit fing ich aber sicher nicht erst ab 15 an, sondern von relativ klein auf. Meine Tochter macht es mit ihrer Tochter wieder genauso. Sie ist 10 Jahre alt und Mülltrennung ist ihr schon genauso geläufig wie Salate abschmecken, Zimmer aufräumen, Spülmaschine ein- und ausräumen usw. Das geht alles nebenher und ganz ohne extra Erklärungsaufwand.
Ich finde,wenn man ihnen garnichts beibringt, dann stehen sie in ihrer ersten Bude aber ziemlich dumm da. Oder, anderes Beispiel: ein junger Mann/jnge Frau, der/die zum Bund geht und noch nie Schuhe geputzt oder ein Hemd zusammengefaltet hat, steht da wie ein dummes kleines Kind. Geschweige denn, dass er mal mal einen Knopf angenäht oder Wäsche getrennt hätte vor'm Abgeben zum Waschen. Ich kenne Ausbilder, die bei jeder Grundausbildung erstmal den Unterschied zwischen Papiermüll, gelber Tonne usw. lang und breit erklären müssen. Tja, da hat sich doch sonst Mutti darum gekümmert #schwitz LG Moni

Naja,
ich brauchte als Teenie auch nicht kochen, backen, putzen, bügeln oder Wäsche waschen. Das Einzige war, dass ich mein Zimmer in Ordnung hielt und das war es aber auch.

Und:
Ich habe doch noch fast alles gelernt, als ich dann mit meinem jetzigen Mann zusammen gezogen bin. Klar habe ich zwischendurch mal meine Mutter angerufen, wie man dieses oder jenes macht oder mir Tips geholt, wie man Geschmack an eine Soße bekommt. Im Backen bin ich richtig gut, so dass oft das Telefon klingelt, wenn irgendjemand eine Torte benötigt. Auch bügeln kann ich mittlerweile und mache es sogar manchmal richtig gern (solange da keine Oberhemden bei sind ;-)).

Das Einzige, was ich immer noch nicht kann, ist nähen. Einen Knopf bekomme ich noch angenäht, aber alles andere #augen...das bringe ich dann gerne zu meiner Mutter oder,wenn es schwieriger ist wie z.B. etwas zu kürzen, dann halt zum Schneider..

Das Einzige, was ich bei Euch merkwürdig finde, ist die Tatsache, dass Eure Tochter ständig bei Euch hängt. Das habe ich nicht gemacht. Ich war mit 15 oft unterwegs oder in meinem Zimmer und auch unser 13jähriger ist viel aus dem Haus. Und gemeinsam fernsehgucken? Nein danke. Auch wenn wir möglicherweise das gleiche Programm gucken würden. Wenn er zuhause ist, verbringt er viel Zeit in seinem Zimmer. Jetzt in den Ferien spielt er auch öfter mit dem kleinen Bruder, aber das ist nicht die Regel.

Unser Söhne können allerdings schon so einiges reparieren und helfen auch meistens gerne. Sie sind fast immer dabei, wenn es hier im Haus oder draußen zu tun gibt und haben sich da schon so einiges von meinem Mann abgeguckt. Und der hat es wieder von seinem Vater gelernt bzw. in seiner Zivi-Zeit als Hausmeister.

LG
Elsa01

  • (18) 20.08.17 - 10:22

    Ach so,
    so Sachen wie Spülmaschine ausräumen, Tisch decken, Müll trennen sind übrigens selbstverständlich. Das guckt man sich ab und muss es nicht extra lernen..... Und ihr Bett können sie auch selbst beziehen, wenn es denn sein muss.

Wir hatten in der Schule mal ein guten Pubertätsabend, da ging es auch darum, das Teenager im Haushalt zu stark und gerne ignorant sind.....Fazit war eine Studie, wo Eltern Sauberkeit, Ordnung und gesunde Ernährung im Alltag vorlebten, dass auch diese Kinder später in ihrem eigenen Haushalt auch auf diese Punkte selbst wert legten und wohl fühlten.
Kinder die im Chaos und Fertigprodukte aufwachsen, werden diese Bequemlichkeit auch meist wieder fort führen, sofern es der zukünftige Partner es so duldet.
Wenn ich so sehe , was damals im KiGa oder heutzutage bei den Schulfesten so von manchen Müttern auf den Tisch bei den Festen kam, muss man sich schon fragen, ob sie nichts von dem Elternhaus vorgelebt bekamen oder nut zu "f..." sind, sich etwas Mühe zu geben. Verwunderlich ist dann immer, wenn deren Kindern nach anderem greifen, als was deren Mutter mitgebracht hat...bei diesen Kinder ist noch Hoffnung, da sie besseres schätzen und es mal evtl. besser machen.

Wie war es denn bisher?
Welche Interessen hat sie?

Als Kind wurde ich viel ausgebremst. Als Nesthäcken sollte ich das nicht lernen, sei noch viel zu früh. Immer dann, wenn ich etwas lernen wollte, war ich zu klein oder ging mich nichts an.

In der Pubertät hätte ich sollen, aber wollte nicht mehr. Wozu auch. Ging ja auch ohne.

Gelernt habe ich, was für mich wichtig war, als ich Erwachsen wurde. Einfach weil ich es brauchte und dann auch wieder wollte.

Mein Kind lernt kochen, weil sie Spaß daran hat. Andere Sachen interessieren sie nicht. Allerdings weiß sie aber, dass es gewisse Dinge zu tun gibt. Gelegentlich kommen dann auch Fragen. Diese wimmle ich dann nicht ab, sondern erkläre es dann. Nicht ausführlich (würde langweilen), sondern eben, das, was sie fragt.

Ihre Freundin hat an Kochen und backen so gar kein Interesse. Lernt aber dafür wie man Fahrradreifen flickt. Da es ihr keiner zeigen konnte, hat sie sich selbst erarbeitet. Sie ist nicht uninteressiert, sondern nur in anderen Bereichen.

Vorbereitung bei uns ist, dass mein Kind lernt sich selbst zu helfen.
Wie komme ich an Informationen heran? Fragen dürfen. Unterstützung, wenn es soweit ist.

Das Interesse kommt auch oft mit dem brauchen.

aus meiner Zeit damals erinnere ich mich noch an folgende Sprüche von Jugendlichen
z.B.
- warum sollte ich kochen, meine Mama kann das sowieso viel besser

(bei Auszug kamen dann die Fragen: Mama, wie macht man das .... ich kann keine Nudeln mehr sehen)

- warum sollte ich den Geschirrspüler einräumen? Meine Mama räumt den doch sowieso wieder nach ihrem System um und schimpft. Dann kann ich es auch gleich sein lassen. Schimpfen tut sie sowieso.

- warum soll ich mir anschauen, wie man eine Überweisung ausfüllt. Bis mir meine Eltern das erlauben, bin ich eh 18 und hab dann noch nichts drauf, was ich überweisen könnte.

Gelernt haben es die, die es brauchten. Weil sie Hunger hatten, weil sie einen Job hatten und daher ein eigenes Konto bekamen - zumindest wie man abhebt.

auch
- ich glaube meine Mama will mich loswerden. Sie will, dass ich jetzt erwachsen werde und soll jetzt plötzlich ganz viel können. Hoffentlich ist sie nicht schwer krank. Ich hab doch noch ein paar Jahre Zeit, das immer wieder mitzubekommen. Warum macht sie so einen Druck? Das nervt.

Warum soll ich wissen, wie man mit einem Anwalt schreibt? Ich will nie solche Schwierigkeiten haben und wenn ich nicht heirate, gibt es auch kein Scheidungsproblem.

Bei mir habe ich es damals gehasst, wenn es immer wieder hieß: jetzt komm her, jetzt zeig ich dir was.

Gelernt habe ich eben hinterher
oder einfach beim Zuschauen. Das meiste sah ich bei meiner Oma, wollte es auch machen oder sie zeigte mir wie es geht, weil ich einfach dabei war. Ohne großes "erwachsen werden" oder "ich zeig dir das jetzt". Einfach so nebenbei gemeinsam oder weil ich zusah (vor der Pubertät)

  • Wir haben fast zeitgleich unsere langen Texte getippt. Teile beantwortete ich also soeben. Welche Interessen sie hat, fehlt vielleicht noch:

    Am liebsten würde sie nur malen, lesen, rätseln, Serien schauen und mit den Minis spielen. Nichts davon würde sie für ihre Zukunft weiterbringen. Deshalb frage ich euch ja, inwiefern ich das beeinflussen muss....

Ihr Lieben, vielen Dank für eure zahlreichen Antworten, die zum größten Teile mein Empfinden bestärken. Ich versuche mal, ein paar Fragen, die ihr gestellt habt, zusammenzutragen:

Was isst sie, wenn ihr einfach nichts kocht oder nicht da seid: Dann nimmt sie sich einfach alles aus dem Kühl- und Vorratsschrank, was man ohne Arbeit zu haben, zu sich nehmen kann: Salatblätter so, Gurken einfach abbeißen, Möhrchen, Tomaten, ne Scheibe Käse gerollt, zum Nachtisch n Apfel oder ne Banane... und es ist ja nicht so, dass man darüber mit ihr streiten könnte, denn Rohkost von überwiegend gesundem Obst und Gemüse ist ja sogar noch gesund genug ;-P.

Es ist also nicht so, dass wir die Faulheit unterstützen, in dem wir stets vorkochen oder Fertigfraß, wie Bürger kaufen,... (Abgesehen davon dass wir stets zb Suppen vorgekocht im Frost stehen haben, für Krankheit und co, als sicherheitsdenkende Mama auch von Kleinkindern für mich ein Must-Have - die 15 jährige junge Dame würde aber lieber die oben erwähnte Rohkost essen oder Hunger schieben, als erst die Suppe aufzutauen und den Löffel bis zum Mund zu führen ;o). Würden wir den Kühlschrank leer lassen, würde sie auch problemlos den Weg zum Supermarkt finden, dort selbstständig solche Rohkost kaufen, vielleicht noch ne Knacker oder Wiener dazu... aber sie würde deshalb weder eine Kartoffel kochen, noch n Steak anbraten oder Gemüse dünsten. Nicht mal n Spiegelei braten, obwohl sie die gerne isst. Aber denkt jetzt bitte nicht, sie isst tatsächlich lieber Rohkost, als dass was ich koche. Ich hab das schon mal ne Weile durchgezogen und ihr nur solche Sachen aufn Teller gepackt, da wurde sie echt zickig und hat kaum was zu sich genommen... aber selber deshalb kochen? - no way! Man könnte jetzt sagen, das Weilchen war vielleicht zu kurz und ich hätte mal warten sollen, wann sie Lust bekommt zu kochen - aber was ist mit allen anderen die hier leben? Steht es in einem Verhältnis, alle auf Rohkostdiät zu setzen, nur weil Madame kochen lernen soll? Steht es im Verhältnis, für alle anderen zu kochen, nur für sie nicht und den Familienfrieden wahrscheinlich für Monate schief zu hängen? Nach einer Woche war jedenfalls noch nicht dran zu denken...

Muss sie denn keine Aufgaben im Haushalt übernehmen?: Doch, logischerweise muss sie auch ihren Teil zur Großfamilie beitragen aber sie sucht sich eben nur die für sie bereits bekannten, leichtesten und angnehmsten Aufgaben raus (was ja menschlich ist) und das ist dann meist: Spielen mit den Minis, mal was einkaufen, staubwischen oder fegen. Ich schrieb ja im Ausgangspost nicht, dass sie gar nichts kann, sondern dass wir ihr nix Weiteres beibringen dürfen, weil alles Neue, was wir ihr gern ergänzend nahebringen würden, auf Widerstand stößt. Sie kann einen Tisch abräumen und abwischen, fegen, staubwischen und sogar ne Windel wechseln. Ich könnte sie, wenn es sein muss, stundenlang mit den Minis allein zu Hause lassen und würde diese am Ende lebendig, soweit sauber und nicht verhungert vorfinden. Das ist schon klasse und auf diesem einen Gebiet ist sie wirklich sehr sehr weit. Ich vertraue niemandem meine Baby lieber an, als ihr. Aber es sind eben immer diese gleichen Dinge.

Manche wollen mehr Zeit mit dem Kind, andere es lieber los werden: Ich schrieb nicht, dass es mich stört, dass sie abends meist mit uns TV schaut oder bei uns sitzt, mat und rätselt. Meine Kleinen gehen gegen 19 Uhr ins Bett und erst dann ist ja mal richtig Zeit für die Großen. Ich fände es demnach wirklich frech, wenn sie ebenfalls 19 Uhr oder dann schon gleich 20 Uhr in ihr Zimmer verschwinden sollen. Aber eben genau diese Zeit nach 19 Uhr fände ich, wäre die ungeteilte Aufmerksamkeit, in der man mit ihr über ihre Zukunftspläne, Wünsche etc sprechen könnte und in der man mit ihr in der Küche was für den nächsten tag vorkochen könnte oder ihr zeigen könnte, wie man online banking betreibt. Aber egal was und wie ich das angehe, sofort ist das Gezicke groß und sie rennt wütend in ihr Zimmer, knallt die Tür und macht die kleinen dabei wieder wach. Das sieht ca so aus: Sie sitzt da und zeichnet, ich setze mich dazu, die freut sich, dass ich mitzeichne... dabei versuche ich ein lockeres Gespräch "Vielleicht solltest du später etwas in diesem kreativen Bereich machen. Vielleicht willst du ja Kindergärtnerin werden, damit du weiterhin zeichnen kannst oder vielleicht Ergotherapeutin?" Sofort verdüstert sich ihr Gesicht, sie klappt das Zeichenbuch zu und sagt "Ich hab kein Bock über Arbeit und Zukunftblabla zu reden" Ich versuche die Kurve zu kriegen und sage "Mir ist ja egal, was genau du wirst, ob Ärztin oder Kindergärtnerin oder Putzfrau oder Hartz-IV-Empfängerin... ich wüsste es nur gern, damit ich dir helfen kann, dich darauf vorzubereiten. Wenn du Hartz-IV-Empfängerin werden magst, lern ich auch Anträge mit dir auszufüllen und Kontoauszüge zu kopieren", dabei grinse ich. Aber der Abend ist dann trotzdem gelaufen, auch mit Humor bekommt man die Situation nicht entschärft. Ebensolche Sachen geschehen, wenns ums Waschen von Wäsche oder ums Kochen gehen. Sie wehrt sich gegen diese Gespräche, macht so stur zu, dass sie stets aus der Situation geht und dann lieber "müde ins Bett" geht, als darüber weiter zu reden... Ich schick erstmal ab, nicht dass der Text im Nirvana verschwindet...

  • Da sie ja schon einiges kann, ist sie nicht hoffnungslos verloren ;-)

    zum weiteren:
    mit kochen kann man mich heute noch jagen! ich mache es, weil ich Hunger habe. Manchmal. Eigentlich mache ich es mehr, damit mein Kind was auf den Teller bekommt. Kochen war nie und wird nie mein Hobby werden. Wie es geht, habe ich herausgefunden. Mehr brauche ich nicht wissen.

    Da sie sich gesund ernährt und den Weg zum Supermarkt findet und einkaufen kann, würde ich mir keinen Kopf machen. Kenne allerdings schwierigere Exemplare, die zuerst hungern und nur wenn es gar nicht mehr anders geht, nur Chips und co kaufen würden.

    Abends wäre bei mir auch der falsche Zeitpunkt für was Neues. Ernsthaft.
    Wenn ich tagsüber schon einiges gemacht habe, will ich abends meine Ruhe. Basta. Als Jugendliche auch schon. Damals kam es darauf an: nach Mittagschule mehr, in den Ferien, wenn nichts los was schon eher.

    Deine macht ja schon einiges am Tag. Verständlich, dass sie abends ihre Ruhe will.

    Wie ist es an Tagen, an denen sie "frei" hatte?
    Wie ist es, wenn ihr mittags mal was macht oder du ihr zeigst? Klar, da sind andere Kinder dabei, da dann gemeinsam?

    Zukunftspläne? Damit sind viele überfordert.
    In der Schule damals war es so, dass erst in Klasse 11 über Studium gesprochen wurde. Wer überlegte in der 10. abzugehen um eine Ausbildung zu machen, musste sich selbst informieren.
    Realschulen haben damals mehr vorbereitet. Diese dafür sehr gut, wie ich später mitbekommen habe.
    Und dann gibt es Studenten, die studieren ohne zu wissen, was sie wollen. Da haben auch die vielen Fragen der Eltern nicht geholfen.

    Ist sie denn im Entscheidungsjahr?
    Kommen jetzt Praktika auf sie zu?
    Weniger die Frage WAS sie werden möchte ist wichtig, eher wie sie sich konkret bewerben kann, wenn es um ein Praktikum geht. Wie sieht eine Bewerbung aus etc. Da vielleicht auch Tipps von der Schule holen.

    Meine Eltern haben viel gefragt, was ich mal werden will, brachten Ideen und Vorschläge.
    Bis ich dann soweit war, gab es viele der Berufe gar nicht mehr, weil sie umbenannt worden sind :-p
    WIE ich mich bewerben könnte, was wichtig ist usw. hat völlig gefehlt. Zum einen weil sie aus einer anderen Zeit stammten, zum anderen weil das, was ich werden wollte, dann nicht ging. Außerdem hatte ich damals noch keinerlei Vorstellung von diversen Berufen!

    Wenn ich mir anschaue, was es heute alles gibt. Von vielem habe ich noch nie gehört! Was ich noch kenne, stirbt fast aus. Was mein Kind mal werden will, schwankt. Auch deswegen, weil sie noch keinerlei Einblick hat. Daher werde ich sie dabei unterstützen, das ein oder andere Praktikum zu finden, sie ermutigen bei den Betrieben anzufragen, wo sie Interesse hat.

    Und dann immer noch damit rechnen, dass es nicht bei dem einen Beruf bleibt.
    Inzwischen kenne ich zahlreiche 40 jährige, die noch mal studieren (Beruf gibt es nicht mehr oder Verdienst geringer als die Ausgaben), trotz Berufserfahrung reicht ihr Abschluss nicht mehr aus, Mütter die eine zweite Ausbildung oder Weiterbildung machen, um bessere Arbeitszeiten zu haben, Gesundheit ändert vieles.

    Mein Kind habe ich bei der Schulwahl unterstützt, bin für sie da, falls sich da was ändert und sie wechseln würde (Noten, Interessen/Fachgebiete, andere Faktoren).
    Berufewahl wird dann Richtung Abschlussjahr wichtig oder wenn die Wahlfächer anstehen.

    Bei der Aufgabenverteilung ist es bei uns so, dass wir beide Aufgaben haben, die wir mögen und welche, die wir nicht mögen. Einen Teil darf sie sich aussuchen, ein Teil wird zugeteilt. Allerdings tagsüber erklärt. Abends brauche ihr damit nicht mehr zu kommen.

    • da aktuell in berlin ferien sind, wurde in letzter zeit auch tagsüber einiges angeboten... trotzdem will sie nicht. tagsüber kommt dann halt nicht ein "ich bin müde", sondern ein "nein, ich will jetzt einfach mal lesen!" (auch wenn sie vorher noch erwähnte, dass sie gerade langeweile hat und nicht weiß, was sie tun soll).

      haha du schreibst "studenten, die studieren ohne zu wissen, was sie wollen" - genau das ist mein gefühl, sie sagt derzeit, sie wird abi machen, weil sie nicht weiß was sie will. das ist das einzige, was man erzwungen aus ihr rausbekam. aber sie macht auch die schule nur halbherzig. sie könnte besser sein... früher (von 4 bis ca 12 jahren) wollte sie medizin studieren. demnach absolvierte sie ihr schulpraktikum im letzten jahr in einer apotheke. aber da kam auch die initative von mir, nicht von ihr und das macht mich traurig. vielleicht will sie auch noch immer ärztin werden,... aber man darf sie ja nicht fragen... sie sagt weder "ja, ich will noch medizin studieren", noch "ich will nicht mehr!" noch sonst irgendwas!

      wenn sie es noch wöllte, müsste sie jetzt anfangen sich in der schule reinzuhängen und ihre noten steigern... (medizin hat ja n.c. von 1,0) sie hätte das zeug dazu und den IQ und wenn sie sagen würde "das will ich nach wie vor" dann würde ich aufhören sie mit kochen, putzen und kindersitten zu nerven, stattdessen sie bei nem guten abschluss unterstützen... aber sie will einfach nicht darüber reden. dadurch weiß ich einfach nicht, was ich tun soll. wenn sie nicht mehr ärztin werden will, dann fänd ichs wenigstens sinnvoll nen plan b zu haben und zu dem würde definitiv kochen, putzen und co erstmal passen...

      meine eltern sprachen jedenfalls in genau diesem alter mit mir über meine berufsideen, sie eröffneten mit mir konto und co und darüber bin ich ihnen sehr dankbar. traurig das nicht weitergeben zu dürfen.

Hallo,

also ich empfinde dich nach Deinen Aussagen hier als sehr anstrengende Mutter. Mit 15 wusste ich auch noch nicht, was ich beruflich machen wollten. Meine Eltern haben mir erlaubt, verschiedenes auszuprobieren, ich habe eine Lehre nach 1 Jahr abgebrochen, bin wieder auf die Schule und habe studiert. Meinen Beruf, den ich jetzt habe und sehr mag, habe ich durch ein Praktikum und einen super Praktikumsanleiter kennengelernt. Mit 15 Jahren habe ich andere Gedanken gehabt als Haushalt und Beruf. Da war ich die meiste Zeit in irgendjemand verliebt, war mit Freundinnen unterwegs.

Meine Mama hat mich sehr verwöhnt zu Hause, ich musste gar nichts machen, weder kochen noch putzen. Als ich 20 war, lag meine Mama einige Zeit im Krankenhaus und ich konnte als einziges Päckchensuppen kochen, das war alles.

Und heute: Ich habe ein abgeschlossenes Studium, arbeite und führe meinen Haushalt sehr ordentlich, sogar ordentlicher als meine Mama, als Nur-Hausfrau. Und warum, es ist mein Haushalt, nicht der meiner Eltern. Und kochen kann ich auch sehr gut, alles frisch, es gibt kein einziges Päckchen in meinem Haushalt. Sogar die Brühe zum Aufgießen koche ich selber ein.

Also lass Deine Tochter in Ruhe erwachsen werden. Sie lernt dies schon noch alles, nämlich wenn sie will und nicht wenn Du willst.

LG Leah

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